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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2019

Eine wunderschöne, gefühlvolle Liebesgeschichte

Zwischen uns die Sterne
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„Ich werde nicht da sein, um sie zum Lachen zu bringen, ihr die Tränen wegzuwischen oder sie anzufeuern, wenn sie etwas Tolles plant. Hiermit reiche ich den Stab offiziell an Dich weiter. Jetzt bist Du ...

„Ich werde nicht da sein, um sie zum Lachen zu bringen, ihr die Tränen wegzuwischen oder sie anzufeuern, wenn sie etwas Tolles plant. Hiermit reiche ich den Stab offiziell an Dich weiter. Jetzt bist Du an der Reihe. Du bist um die Welt gereist, hast Leben gerettet und bist für Fremde ein verdammter Held geworden. Nun ist es an der Zeit, hier zu Hause, wo Du hingehörst, ein Held zu sein. Ohne Dich war es nicht dasselbe.“

Cameron, Aiden und Everett waren immer beste Freunde. Sie hatten gemeinsame Traditionen und haben sich so auch jedes Jahr etwas von den Sternen gewünscht. Seit der Kindheit ist jedoch viel passiert. Everett war bei Ärzten ohne Grenzen und hat seinen Freunden den Rücken zugekehrt. Nachdem Aiden an Krebs gestorben ist, erhält Everett einem Brief mit der Bitte zurückzukehren. Cameron musste in der Zwischenzeit allein zurechtkommen. Ist es zu spät, um ihre Freundschaft wieder zu beleben? Und können ihre geheimen Wünsche noch in Erfüllung gehen?

Das Buch startet ziemlich emotional mit dem Abschiedsbrief von Aiden. So ist der Leser direkt in der richtigen Stimmung für das Buch. Die Geschichte ist an vielen Stellen sehr gefühlvoll, ernst und traurig. Es geht um Verluste, posttraumatische Belastungsstörungen und Geldsorgen. Auf der anderen Seite handelt es jedoch auch von Freundschaft, Liebe und Wünschen. Es ist eine schöne Mischung, die dem Buch eine ziemlich realistische Darstellungsweise gibt. Das Leben ist eben (leider) nicht immer rosarot.

Wie so häufig bei Liebesgeschichten gibt es manchmal Aspekte oder Momente, die ziemlich kitschig sind. Hier fand ich, dass sie sich im Rahmen gehalten haben. Auch die Dramatik war nicht zu extrem, sodass die Handlung glaubwürdig geblieben ist. Um alles spannend zu gestalten, gibt es außerdem noch ein paar Thriller-Elemente. Auch diese sind nicht zu dominant, sodass es von allem eine gute Mischung gibt.

Der Schreibstil ist auch sehr angenehm. Es gibt ein ruhiges Tempo, viele beschriebene Gestiken sowie Gesichtsausdrücke, die helfen sich die jeweilige Atmosphäre vorzustellen. Die Geschichte wird dabei sowohl aus Camerons als auch aus Everetts Sicht beschrieben. Neben der aktuellen Zeitleiste gibt es viele Rückblenden in die Kindheit, sodass der Leser auch Aiden kennenlernt und erfährt, wie sich die drei getroffen haben.

Alles in allem hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Cameron und Everetts Geschichte hat mich berührt und wird mich mit Sicherheit gedanklich noch ein bisschen begleiten.

Veröffentlicht am 14.01.2019

DU wirst mich außergewöhnlich finden!

YOU – Du wirst mich lieben
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„Tag für Tag pendle ich von meiner Wohnung in Bedford-Stuyvesant zu dieser Buchhandlung an der Lower East Side. Tag für Tag schließe ich abends den Laden, ohne jemanden wie dich gefunden zu haben. Doch ...

„Tag für Tag pendle ich von meiner Wohnung in Bedford-Stuyvesant zu dieser Buchhandlung an der Lower East Side. Tag für Tag schließe ich abends den Laden, ohne jemanden wie dich gefunden zu haben. Doch heute bist du gekommen, wurdest hineingeboren in meine Welt.“

Eigentlich lese ich Thriller gar nicht so gerne, aber aufgrund einer persönlichen Empfehlung habe ich diesem Buch eine Chance gegeben. Es hieß, dass der Schreibstil außergewöhnlich und lesenswert ist. Bereits nach wenigen Seiten hat sich diese Aussage als richtig erwiesen.

Die ganze Geschichte wird von einem Ich-Erzähler berichtet, jedoch richtet er sich dabei die ganze Zeit an die weibliche Hauptperson. Sie wird somit eher in der Du-Form erzählt. Bis dato habe ich noch kein solches Buch gelesen und war fasziniert davon. Wie schafft es ein Autor die ganze Zeit bei dieser Erzählform zu bleiben? Die Lösung sind vor allem innere Monologe.

Der Vorteil ist eindeutig, dass der Leser die Hauptperson Joe extremst gut kennenlernt. Er ist ein Stalker und hat ein detailliertes Wahrnehmungsvermögen. So wird seine Umwelt ausgesprochen gut beschrieben. Manchmal springen seine Gedanken, aber vor allem wird so deutlich, wie seine Besessenheit entsteht. Die meisten der Gedankengänge konnte ich zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen. Es ist das Gehirn einer kranken Person, was irgendwo auch faszinierend ist.

Nach etwa der Hälfte des Buches war bei mir die Faszination für den Schreibstil verflogen. Danach fand ich die Erzählweise eher eintönig. Ich kannte zwar Joes Kopf, aber auch nur Joes Kopf. Mir fehlte ein objektiver Beobachter, da ich teilweise nicht mehr wusste, was tatsächlich passiert ist und was lediglich Joes Vorstellung ist. Der Leser ist in seiner Gedankenwelt gefangen und bekommt wenige, andere Eindrücke mit. Es gibt nur sehr wenige Dialoge oder tatsächliche Handlung. Das meiste sind wirklich Beobachtungen und Gedanken zu diversen Themen.

Das letzte Drittel habe ich tatsächlich nur noch gelesen, weil ich auf irgendeine Veränderung oder eine Erkenntnis gewartet habe. Mich hat interessiert, ob er als Stalker aufliegt oder ob er sich verändert. Ich habe auf irgendeine interessante Wendung gewartet. Wie erwartet passiert am Ende noch etwas, aber mir war das eindeutig zu wenig. Ich habe im übertragenen Sinne auf eine große Explosion gewartet und nur ein kleines Feuer bekommen.

So hatte das Buch insgesamt zwar einen faszinierenden Schreibstil, aber konnte ansonsten wenig überzeugen. Auch wenn ich bis dato nicht allzu viele Thriller gelesen habe, muss ich hier ganz klar sagen, dass es deutlich bessere gibt.

Veröffentlicht am 08.01.2019

Sehr einseitige Geschichte mit leider ziemlich wenig Handlung

Sinful King
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„Wenn du Lachlan Mount bist, widersetzt sich dir niemand. Niemand gibt dir Widerworte. Etwas an dir hat seine Aufmerksamkeit auf dich gezogen. Das habe ich im Gefühl. Du musst das ausnutzen. Damit arbeiten. ...

„Wenn du Lachlan Mount bist, widersetzt sich dir niemand. Niemand gibt dir Widerworte. Etwas an dir hat seine Aufmerksamkeit auf dich gezogen. Das habe ich im Gefühl. Du musst das ausnutzen. Damit arbeiten. Lass dich von ihm nicht schikanieren.“

Eigentlich denke ich mir immer, dass man nicht groß enttäuscht werden kann, wenn man keine Erwartungen hat. Bei diesem Buch lag ich mit diesem Grundsatz ziemlich falsch. Vorab hatte ich keine Rezension oder Kurzmeinung zu der Geschichte gelesen und wusste mehr oder weniger nur, dass es sich um einen Liebes- bzw. Erotik-Roman handelt.

Die Einordnung in dieses Genre ist auch in jedem Fall passend. Es gibt immer wieder detaillierte, erotische Szenen, doch dieses nehmen nicht überhand. Es bleibt theoretisch noch genug Raum für die restliche Handlung. Keira ist Besitzerin einer Whiskey-Destillerie und seit kurzem Witwe. Nach dem Tod ihres Ehemannes muss sie erfahren, dass dieser bei Lachlan Mount, dem gefürchtetsten Unternehmer New Orleans, eine halbe Million Dollar Schulden hat. Da sie das Geld nicht zurückzahlen kann, lässt sie sich auf ein unmoralisches Angebot ein. Denn Mount möchte nicht ihr Geld, sondern nur sie.

Der Klappentext fasst damit bereits so ziemlich die ganze Handlung zusammen. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass noch irgendwas anderes passiert oder dass ich mit irgendeiner Wendung überrascht werde. Aber dazu ist es irgendwie nicht gekommen. Die wenige Handlung war ziemlich vorhersehbar und die einzige Überraschung kam für mich auf den letzten zwanzig Seiten. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der jedoch in meinen Augen auch nicht sehr glaubwürdig ist und die ganze Geschichte in Frage stellt.

Die Stärke des Buches ist emotionale Ebene. Der Leser kann sehr gut die innere Zerrissenheit von Keira nachempfinden. Sie weiß nicht, was sie von Mount halten soll – ob sie sich ihm hingeben oder vor ihm fliehen soll. Durch den Schreibstil werden diese Gefühle an den Leser weitergegeben. Beim Lesen habe ich mich manches Mal ebenso gefühlt. Es war alles fesselnd geschrieben und ich wollte dadurch weiterlesen. Zugleich hat mich die Handlung gefehlt und ich mochte das Buch an manchen Stellen überhaupt nicht. Ich war ebenfalls innerlich zerrissen.

Darüber hinaus ist mir der Charakter der Keira nicht in sich schlüssig. Teilweise ist sie prüde sowie vollkommen durchgeplant und in einer anderen Szene ist sie experimentierfreudig sowie spontan. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass jemand bei wesentlichen Wesenszügen so unterschiedlich ist. Das war leider für mich noch ein Makel des Buches.

Insgesamt konnte die spürbare, emotionale Ebene die leider vorhersehbare Handlung und das unrealistische Ende wett machen. Auch ohne vorherige Erwartungen hat mich das Buch enttäuscht und in mir keine Vorfreude auf den nächsten Band geweckt. Einen Reiz zu erfahren, wie es weiter geht, gibt es bei mir nicht.

Veröffentlicht am 04.01.2019

Wenig Tiefgang, aber ein schöner Wohlfühl-Roman

Naughty, Sexy, Love
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Von Kylie Scott hat mich "Trust" so begeistert, dass ich gerne mehr von der Autorin lesen wollte. Von der Dive-Bar-Reihe hatte ich auch schon einiges Positives gehört, jedoch noch kein Buch gelesen. Es ...

Von Kylie Scott hat mich "Trust" so begeistert, dass ich gerne mehr von der Autorin lesen wollte. Von der Dive-Bar-Reihe hatte ich auch schon einiges Positives gehört, jedoch noch kein Buch gelesen. Es handelt sich hier um den dritten Teil und wie so häufig bei Reihen über verschiedene Charaktere muss man nicht zwingend, alle Bände gelesen haben um die Geschichte zu verstehen, aber es schadet auch nicht. Aufgrund des angenehmen Schreibstils war ich schnell in der Geschichte drinnen.

Es handelt von der schwangeren Jean, die nach Coeur d'Alene zieht um dort einen Neuanfang zu wagen. Dort trifft sie auf Womanizer sowie Barkeeper Eric, der zudem auch noch ihr neuer Nachbar wird. Auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein können, freunden sie sich an und können schon bald nicht mehr die Anziehungskraft, die zwischen ihnen herrscht, ignorieren.

Der Klappentext erweckt den Anschein, dass Jean die Hauptperson der Geschichte ist. Tatsächlich wird das Buch jedoch aus Erics Sicht erzählt. Sie ist zwar der weibliche Hauptcharakter, jedoch werden ihre Gedanken und Gefühle nicht geschildert. Das bringt mich leider direkt zu einem Kritikpunkt. Ihre Person ist sehr interessant. Sie hatte Stress mit ihrer Familie, ist umgezogen und wird nun auch noch alleinerziehende Mutter. Da muss einem sehr viel im Kopf herum gehen und da werden auch mal die Emotionen etwas ausschlagen. Diese hätte ich gerne noch deutlicher mitbekommen. Ich konnte mir als Leser zwar vorstellen, wie es ihr geht, aber ihre Sicht hätte der Geschichte mehr Tiefgang und Abwechslung verliehen.

Deutlich stärker beschäftigt sich der Leser mit Erics Innenleben. Nachdem eine Freundin ihm einige unschöne Dinge vorwirft, fängt er an seinen Lebensstil als Womanizer zu überdenken. Dieser Aspekt und auch wie sich seine Wahrnehmung ändert sind definitiv spannend . Das Buch handelt somit auch von dem Lebensabschnitt in dem Eric erwachsen und vernünftig wird. Eine Wandlung, die ich gerne miterlebt habe, aber die ich ihm so nicht ganz abgenommen habe. Mir passierte hier einiges viel zu plötzlich. Wenn man sich ziemlich drastisch ändern möchte, dann geschieht dies in der Regel nicht von heute auf morgen. Hier würde ich Rückfälle und Zweifel erwarten oder dass die Person vielleicht auch einmal reflektiert, wie es ihr damit geht. Fällt ihr die Änderung schwer oder steht sie immer noch hinter der Entscheidung? Auch wenn Erics Gedanken dem Leser auf dem Servierteller präsentiert werden, wird hier die emotionale Ebene nur angeschnitten.

Obwohl mir der Tiefgang bei den Charakteren gefehlt hat, liest sich die Geschichte wirklich gut. Sie hat mich schon gefesselt und sehr schnell sind die Seiten dahin geflogen. Einige Situationen sind ausgesprochen amüsant geschildert und ich konnte mir das Leben in der Bar, als alleinerziehende Mutter und guter Freund gut vorstellen. Das Buch lebt dabei von den kleinen Alltagsbeschreibungen, da es kaum Wendungen oder Überraschungen gibt. Die einzige Überraschung ist hier das plötzliche Ende, wobei ich hier keinen Cliffhanger meine. Es ist eher so, dass die Handlung sonst eher ein langsames Tempo hat und zum Ende hin ordentlich beschleunigt wird.

Insgesamt ist das Buch ein schöner Wohlfühl-Roman. Der Leser kann sich auf ein paar angenehme Lesestunden freuen, in denen das Gehirn nicht allzu sehr strapaziert wird. Mit dem Buch "Trust" der Autorin, welches ebenfalls im LYX Verlag erschienen ist, kann die Geschichte jedoch nicht mithalten.

Veröffentlicht am 20.12.2018

Ein sehr gelungener Abschluss der Reihe

Der letzte erste Song
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"Ich weiß nicht mal, warum ich hier bin", murmelte sie. "Ich schon." Langsam führte ich sie Richtung Bühne. "Wenn alles andere versagt, bleibt einem immer noch die Musik. Musik stellt keine Fragen, macht ...

"Ich weiß nicht mal, warum ich hier bin", murmelte sie. "Ich schon." Langsam führte ich sie Richtung Bühne. "Wenn alles andere versagt, bleibt einem immer noch die Musik. Musik stellt keine Fragen, macht keine dummen Kommentare, gibt keine unerwünschten Ratschläge, sondern ist einfach für dich da. So lange wie nötig."

Alle Teile dieser Buchreihe habe ich mir direkt nach dem Erscheinungsdatum besorgt und gelesen, weil mich die Reihe einfach ungemein gefesselt hatte. Ich mag den Freundeskreis sehr und freue mich bei jedem weiteren Band auch zu erfahren, wie es mit den "alten" Pärchen weitergeht. Der Grund dafür ist, dass die einzelnen Charaktere so unterschiedlich sind, dass jede Geschichte spannend ist, aber auch, dass der Schreibstil so locker und amüsant ist, dass ich gut unterhalten werde. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Handlung ziemlich authentisch ist.

Dieser abschließende Band war hier keine Ausnahme. Grace taucht bereits im ersten Band auf und wird hier als nicht besonders sympathische Person dargestellt. Bis hin zu "Der letzte erste Song" ist sie immer wieder einmal aufgetaucht und ich mochte es sehr ihre Entwicklung mitzuerleben. In dem Buch wird nun endlich deutlich, warum sie teilweise so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Wie so häufig ist ein Charakter tiefgründiger als er zunächst scheint.

Mitzuerleben wie Grace und Mason sich besser kennenlernen und ineinander verlieben, hat viel Spaß gemacht. Im Vergleich zu den anderen Pärchen ist mir dieses jedoch ein kleines bisschen weniger ans Herz gewachsen. Es gibt hier keine große Achterbahn der Gefühle und der Leser fühlt etwas weniger mit den beiden mit. Dafür war ein Highlight mitzuerleben, wie sich die anderen Beziehungen weiterentwickeln und dass manchmal auch nicht alles rosarot ist. Hier ist ein i-Tüpfelchen, dass es am Ende einen Ausblick gibt und der Leser sogar erfährt, wie es Jahre später in dem Freundeskreis ausschaut. Dieser Ausblick hat sehr deutlich gemacht, dass dieses Buch der Abschluss der Reihe ist, aber lässt gleichzeitig auch den Lesen glücklich zurück. Es ist ein schöner (emotionaler) Abschluss.

Die Reihe ist fesselnd, amüsant und ein absolutes Lesevergnügen. Mir hat es Spaß gemacht jeden Charakter im College zu begleiten und verstehen zu lernen. Wer die Again-Reihe von Mona Kasten mochte, der sollte unbedingt auch diese Reihe lesen und wer beide Serien noch nicht kennt, sollte dies schleunigst ändern.