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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2018

Sei freundlich, sei mutig und gib niemals auf!

Prinzessin undercover – Geheimnisse
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„Ich kann gar nicht sagen, wie wichtig es ist, dass ihr jungen Frauen alles tut, um einander zu unterstützen. Ihr lebt in einer Welt, die euch nur allzu gern herabsetzen und kleinhalten möchte. Doch wenn ...

„Ich kann gar nicht sagen, wie wichtig es ist, dass ihr jungen Frauen alles tut, um einander zu unterstützen. Ihr lebt in einer Welt, die euch nur allzu gern herabsetzen und kleinhalten möchte. Doch wenn ihr zusammenhaltet, könnt ihr Großes erreichen.“

Wahrscheinlich bin ich eigentlich aus dem Alter raus, in dem man heimlich davon träumt eines Tages eine Prinzessin zu sein. Aber auch, wenn ich eben schon im richtigen Leben angekommen bin, habe ich diese romantische Ader noch nicht verloren. Die kleine Prinzessin in mir ist eben noch nicht vollständig erwachsen geworden und liebt Prinzessinnengeschichte.

Lottie, die Hauptperson, ist eigentlich gar keine Prinzessin. Bevor ihre Mutter gestorben ist, hat sie ihr jedoch die Eigenschaften einer Prinzessin beigebracht. So lebt Lottie genau nach dem Motto „Sei freundlich, sein mutig und gib niemals auf!“ Außerdem erfüllt sie den Wunsch ihrer Mutter, indem sie alles tut, um an dem Rosewood Hall Internat angenommen zu werden. Dort staunt sie nicht schlecht, als sie erfährt, dass ihre Zimmermitbewohnerin Ellie tatsächlich eine Prinzessin ist und undercover an der Schule ist. Da eine Geheimorganisation es auf die Prinzessin abgesehen hat, tauschen beide ihre Rollen.

„Prinzessin undercover“ ist ein wahres Kinder- und Jugendbuch. Daher finde ich so schön, dass hier sehr viele gute Botschaften enthalten sind. Es zeigt, dass man Träumen darf und für seine Ziele arbeiten soll. Lottie und Ellie sind auch ein Beispiel, dass man gemeinsam mehr erreichen kann, als alleine und ebenfalls, dass man als Mädchen eine stimme hat, die man für sich einsetzen sollte. Es gibt so viele Bücher, in denen Frauen unterdrückt und klein gehalten werden, dass ich es sehr erfrischend fand, dass dieses Buch einmal anders ist – vor allem, da es wahrscheinlich eher für ein jüngeres Publikum ist.

An der ein oder anderen Stelle ist die Geschichte ein bisschen überzogen. Ein Beispiel: Lottie schlüpft in Ellies Rolle, fährt in den Ferien nicht mehr nach Hause und bricht den Kontakt zu einem Freund daheim ab ohne das einmal zu hinterfragen, traurig zu sein oder zu überlegen, was sie eigentlich in ihrem Leben machen möchte. Von einem auf den anderen Moment geht sie vollkommen in Ellies Leben auf. Dieser Reaktion fand ich ein bisschen extrem.

Ansonsten ist das Buch sehr gut geschrieben. Zwischendurch gibt es ein paar Elemente aus diverse Märchen, die mir gefallen haben. Es hat mich gefesselt und unterhalten. Ich denke, wenn nächstes Jahr die Fortsetzung herauskommt, möchte ich gerne wissen, wie es mit den beiden Prinzessinnen weiter geht. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 09.08.2018

Gork der Enttäuschende

Gork der Schreckliche
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„Mein Name ist Gork der Schreckliche und ich bin ein Drache. Und hier beginnt die Geschichte, wie ich mich auf die Suche nach meiner wahren Liebe begab und sie zu meiner Königin machte. Und ich sollte ...

„Mein Name ist Gork der Schreckliche und ich bin ein Drache. Und hier beginnt die Geschichte, wie ich mich auf die Suche nach meiner wahren Liebe begab und sie zu meiner Königin machte. Und ich sollte dich warnen, dass von allen Drachenliebesgeschichten meine die schrecklichste ist.“

Bevor ich mit einem Buch beginne lese ich meist keine Leseprobe. Bei „Gork der Schreckliche“ habe ich sogar vorab eine Leseprobe gelesen und habe den außergewöhnlichen Schreibstil kennengelernt. Gork erzählt dem Leser seine Liebesgeschichte und an vielen Stellen redet er tatsächlich mit dem Leser. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass Gork nicht ein Drache wie Smaug oder Saphira ist. Er ist klein, schwächlich und ein Romantiker. Das klang für mich einmal abwechslungsreich und spannend.

Nach wenigen Kapiteln hat mich das Buch bereits überrascht. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, in der Drachen die modernste Technik nutzen und sich im ganzen Weltall ausbreiten, um einzelne Planeten einzunehmen. Gork soll am letzten Tag seiner Kadettenausbildung eine Frau finden, um mit ihr einen neuen Planten zu bevölkern. Genau von diesem letzten Schultag handelt das ganze Buch.

Durch den Klappentext war ich nicht auf die Kombination von Fantasy mit Science-Fiction eingestellt. Daran musste ich mich zunächst gewöhnen, aber irgendwie ist diese Verknüpfung auch erfrischend. Die vielen technischen Elemente sind zudem notwendig, damit die Geschichte funktioniert. Letztendlich ist dieser Aspekt für mich mit das Beste aus dem Buch.

Was mich bis zum Ende gestört hat, ist der Erzählstil und Gork als Person. Die ganze Geschichte umfasst keine große Zeitspanne und viel Handlung gibt es auch nicht. Was die Seite jedoch füllt sind Gorks ganzen Randbemerkungen und Ausschweifungen. Zunächst waren diese noch amüsant, aber nach hundert Seiten ohne richtige Handlung nerven sie einfach nur noch. Außerdem ist Gork keine spannende Figur. Sein Spitzname ist Weichei und das beschreibt sein Verhalten sowie seinen Charakter ziemlich gut. Er ersäuft häufig im Selbstmitleid und wiederholt sich dabei immer wieder.

So neuartig auch die Leseprobe klang, so wenig konnte das restliche Buch überzeugen. Ich kann noch nicht einmal sagen, wem ich das Buch guten Gewissens empfehlen könnte. Eine andere Geschichte in der Art kenne ich definitiv nicht. Wahrscheinlich kann man Gork nur abgöttisch lieben oder hassen. Ich befinde mich leider im zweiten Lager und bin froh, dass ich es nun zu Ende gelesen habe.

Veröffentlicht am 31.07.2018

So viele, ergreifende Emotionen!

Raw Need - Gegen den Verstand
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„Dich umgibt ein verlorener Zauber. Ich kann den Menschen sehen, der du mal gewesen bist. Den Menschen, der du bist, und den, der du sein wirst. Aber du steckst in einem Kokon.“

Nach dem Tod ihres Mannes ...

„Dich umgibt ein verlorener Zauber. Ich kann den Menschen sehen, der du mal gewesen bist. Den Menschen, der du bist, und den, der du sein wirst. Aber du steckst in einem Kokon.“

Nach dem Tod ihres Mannes hat Rowan entdeckt, dass sie schwanger ist. Während sie noch versucht mit ihrer Trauer fertig zu werden, lernt sie den Sänger Zane kennen. Zane hatte schon viele Frauen und ebenso viele Probleme. Die Musik ist für ihn sein einziger Zufluchtsort geworden. Doch als er Rowan kennenlernt, ist er sich da nicht mehr so sicher. Mit ihr kann er stundenlang reden und denkt immerzu an ihn. Doch als schwangere Witwe ist sie für ihn tabu, oder?

Rowan und Zane sind beide bereits „Raw Deal“, dem Auftakt der Serie, bekannt. Da findet bereits das erste Treffen statt und die ersten Funken fliegen zwischen den beiden. Der Leser spürt direkt, dass sich die beiden gut verstehen. In „Raw Need“ geht es quasi nahtlos weiter. Rowan fühlt sich von der Familie ihres verstorbenen Ehemanns eingeengt und die Gespräche mit Zane bieten ihr da eine gute Abwechslung. Nur leider ist das Timing eigentlich sehr schlecht.

Wann ist nach einem Tod eines geliebten Menschen der Zeitpunkt gekommen, wieder nach vorne zu schauen? Rowan möchte nicht vergessen, aber auch nicht immerzu traurig sein. Es ist ein höchst sensibles Thema, mit dem hier in meinen Augen sehr gut umgegangen wird. Ich konnte Rowans Zwiespalt gut nachempfinden. Sie möchte ihre Schwiegereltern nicht enttäuschen, möchte ihrer zukünftigen Mutterrolle gerecht werden und zeitgleich möchte sie auch selber ein eigenes Leben haben.

Im ersten Teil war mir Rowan noch zu passiv und nicht sonderlich sympathisch. Nun kann ich sie viel besser versehen und sie ist mir ans Herz gewachsen. Ich bewundere ihre Stärke und ihre Kraft nach ihrem Verlust sich wieder ein Leben aufzubauen. Außerdem finde ich die Freundschaft und Beziehung, die sie zu Zane führt einfach so toll. Die beiden sind so ein tolles Paar. Hier ist es fantastisch, dass beide Sichten erzählt werden. Zanes Geschichte ist nämlich nicht weniger spannend, als die von Rowan.

Für mich war der Auftakt noch ein ganz kleines bisschen stärker, aber der zweite Teil steht dem ersten kaum hinterher. Es war wieder eine sehr emotionale, bewegende und wunderschöne Geschichte. Ich mag die Reihe einfach und hoffe bald noch die Geschichte des dritten Bruders zu lesen.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Indianer Jones trifft auf These broken Stars

Undying – Das Vermächtnis
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„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch ...

„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch eines Tages wird eine Spezies die von uns hinterlassene Macht entdecken – und sie wird geprüft werden, denn manchen Dinge sollten verborgen bleiben. Manche Geschichten unausgesprochen. Manche Worte ungesagt.“

Auf einem verlassenen Planeten begegnen sich Jules und Amelia. Er ist doch als Forscher und sie als Plünderin. Überall sonst hätten sie sich gehasst, aber hier sind sie aufeinander angewiesen. Zusammen beginnen sie die Reise zu einem Tempel, um dort eine vergessene Technologie zu finden. Beide haben unterschiedliche Missionen und Ziele. Können sie einander in dieser Zweckgemeinschaft trauen?

Von dem Autorenduo habe ich bereits „These broken Stars“ gelesen. Das Buch fand ich ganz nett, aber hier konnte ich nicht sonderlich den Hype verstehen. Hier hat mir irgendwie die Handlung gefehlt. Da der Klappentext von „Undying – Das Vermächtnis“ spannend klang, wollte ich den Autorinnen gerne noch eine Chance geben. Die Geschichte beginnt zunächst recht ähnlich. Wieder sind zwei Personen – ein Junge und ein Mädchen – alleine auf einem verlassenen Planeten. Einer kennt sich mit den Begebenheiten besser aus und ist gut im Überlebenstraining.

Als die beiden zu dem Tempel finden erinnert die Geschichte eher an Indianer Jones. Der Zugang ist voller Rätsel und Fallen. Dieser Aspekt ist zwar eine schöne Abwechslung, jedoch machen diese Rätsel über die Hälfte des Buches aus. So unterschiedlich sie auch sind, wurden sie mir irgendwann langweilig. Ich hätte gerne noch irgendetwas anderes gehabt. So hat für mich die Spannungskurve recht bald angenommen und konnte auch nur zum Ende hin leicht gesteigert werden.

Wer vom Stil her „These broken Stars” mochte, der wird auch dieses Buch mögen. Einige Parallelen gibt es zwischen beiden Reihen, jedoch sind auch einige neue Aspekte dazugekommen. Für mich war zwar der Schreibstil und die Charaktere angenehm, jedoch war mir die Handlung zu dürftig.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Verdient jeder eine zweite Chance?

Rich
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„Rich“ ist der zweite Teil einer Reihe, der jedoch auch ohne den Vorgänger zu kennen gelesen werden kann. Die Hauptperson Rich hat bis dato nur im Moment gelebt, das Geld seines Vaters ausgegeben und ist ...

„Rich“ ist der zweite Teil einer Reihe, der jedoch auch ohne den Vorgänger zu kennen gelesen werden kann. Die Hauptperson Rich hat bis dato nur im Moment gelebt, das Geld seines Vaters ausgegeben und ist mit vielen Frauen ausgegangen. Nun setzt sein Vater ihm ein Ultimatum und lässt ihn in seiner Firma arbeiten. Hier wird er der Chef von Jazemine. Sie plant mit ihrem Lebensgefährten Curtis das Unternehmen zu Fall zu bringen. Dabei hat sie jedoch nicht bedacht, dass ihr neuer Chef Rich wahnsinnig gut aussieht und ein unerwartetes Interesse bei ihr weckt.

Das Buch hat sehr spannend und vielversprechend begonnen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man findet ziemlich schnell in die Geschichte. Anfangs habe ich mich ein bisschen schwer getan mit den Hauptpersonen, weil ich ihre Motive nicht verstehen konnte. Da habe ich mir noch gedacht, dass es ja nicht schlimm ist, weil es ja noch der Anfang des Buches ist und ich die Charaktere ja noch besser kennen lernen werde.

Für mich war Rich ein großer Womanizer, der nun ins Berufsleben einsteigen muss. Da Jazemine ihm zwar unterstellt ist, aber ihn auch gleichzeitig einarbeiten soll, scheint er eine Abneigung ihr gegenüber zu haben. Er findet sie zwar attraktiv, aber benimmt sich in ihrer Anwesenheit nicht sonderlich freundlich. Von einen auf den anderen Moment ändert sich das jedoch. Das war für mich der Punkt, ab dem sein Verhalten für mich nicht mehr schlüssig war. Was genau findet er an ihr und was bewegt ihn seine Meinung zu ändern?

Jazemine war mir eigentlich sympathischer. Sie möchte die Beziehung zu Curtis retten und nimmt daher den Job bei Rich an. Schnell merkt sie, dass sie für Curtis nicht mehr das gleiche empfindet wie vor sechs Jahren. Dieser emotionale Übergang war ausgesprochen gut beschrieben. Ich konnte nachempfinden, wie sie anfängt vergleiche zwischen Rich und Curtis zu ziehen und sich nach mehr zu sehnen. Bei ihr kam jedoch im Verlauf der Handlung ein Moment, bei dem ihr Verhalten für mich nicht mehr verständlich war. Sie versucht ein Unternehmen durch illegale Methoden zu Fall zu bringen und hinterfragt dies nie. Es fällt mir schwer zu glauben, dass einem hier nie moralische Zweifel kommen. Neben der mangelnden Reflektion war sie mir häufig zu passiv. Eigentlich hat jeder Mensch eine Wahl, wie er gerne handeln möchte, aber sie lässt sich mehrfach fremdbestimmen. Da hätte ich sie am liebsten gründlich durchgeschüttelt.

Schön ist, dass im Verlauf der Geschichte immer wieder das Thema der zweiten Chance aufgegriffen wird. Der Spruch heißt ja, dass jeder eine zweite Chance verdient. Hier werden auch ein paar Beispiele für eine verdiente zweite Chance aufgezeigt, aber es wird auch einmal verdeutlicht, dass manchmal jemand auch keine zweite Chance verdient. Dieser Aspekt hat mir gut gefallen.

Es fällt mir schwer hier eine klare Meinung zu dem Buch zu schreiben, da ich es zwar fesselnd fand und die Geschichte zwischendrin immer wieder sehr spannend wurde, aber ich mich mit den Charakteren häufig überhaupt nicht identifizieren konnte. Sie sind für mich häufig nicht greifbar gewesen. Von mir bekommt das Buch dennoch drei Sterne, da ich mich überwiegend gut unterhalten gefühlt habe und Spaß beim Lesen hatte.