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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2017

Man muss die Personen einfach ins Herz schließen

Der letzte erste Blick
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„Es ist nicht gerade die feine Art, das erste Semester damit zu beginnen, jemanden die Nase zu brechen, Miss Lance.“

So beginnt „Der letzte erste Blick“. Emery lernt ihren Mitbewohner gerade erst kennen ...

„Es ist nicht gerade die feine Art, das erste Semester damit zu beginnen, jemanden die Nase zu brechen, Miss Lance.“

So beginnt „Der letzte erste Blick“. Emery lernt ihren Mitbewohner gerade erst kennen und schlägt ihm direkt die Nase blutig. Bereits bei diesem ersten Satz hatte ich ein Lächeln im Gesicht und war von dem Buch begeistert. Im weiteren Verlauf musste ich auch immer wieder lachen. Es werden Streiche gespielt, gibt spannende Wortgefechte und komische Situationen. Die lockere Atmosphäre in dem Buch hat mir besonders gut gefallen.

Ein weiterer Pluspunkt sind Emery und Dylan. Sie wirken authentisch und sind einfach nur liebenswert. Beide haben Geheimnisse und Probleme, sodass sie keine perfekten Charaktere sind. Außerdem haben sie einen großen, abwechslungsreichen Freundeskreis. Selbst bei diesen Personen hat die Autorin ausgefeilte, vielschichtige Charaktere entworfen. In einem weiteren Buch, dass dieses Jahr noch erscheinen wird, hat der Leser noch zwei weitere Personen aus dem Freundeskreis näher kennenzulernen.

Auch die Sprache ist angenehm und bildlich. Ich konnte mir das Leben am College sehr gut vorstellen. Kleinigkeiten und Details werden durchaus beschrieben ohne dass die Beschreibungen zäh oder zu viel sind. Es ist ein perfektes Verhältnis.

Der einzige Minuspunkt, den es für mich gab, ist der Umgang mit Geheimnissen in der Geschichte. Dylan und Emery haben beide Geheimnisse, die sie quälen und die sie sehr lange geheim halten. Als Leser rätselt man die ganze Zeit, was dies sein könnte und wie dies später im Buch aufgelöst werden soll. Hier war ich etwas enttäuscht, da mir die Geheimnisse nicht groß genug erschienen. Es wären nicht unbedingt Sachverhalte, die ich so stark verschweigen würde. Das war für mich etwas unschlüssig und unlogisch.

Insgesamt war „Der letzte erste Blick“ ein amüsantes, lockeres Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Wenn im Herbst das nächste Buch der Autorin erscheinen wird, dann werde ich dieses mit Sicherheit auch lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 06.05.2017

Die Suche nach dem perfekten Apfelkuchen

Die Zutaten zum Glück
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Wie für einen Apfelkuchen benötigt man auch im wahren Leben die richtigen Zutaten für ein glückliches Ende. Die richtigen Menschen im Leben, ein Zuhause und einen Job, der einen begeistert. Olivia sucht ...

Wie für einen Apfelkuchen benötigt man auch im wahren Leben die richtigen Zutaten für ein glückliches Ende. Die richtigen Menschen im Leben, ein Zuhause und einen Job, der einen begeistert. Olivia sucht in dieser Geschichte die richtigen Zutaten. Die Zutaten zum Glück muss der Leser selber zwischen den Zeilen finden, aber die Zutaten für Vermonts besten Apfelkuchen bekommt er beinahe in jedem Kapitel präsentiert.

Das Buch lebt vom Backen, von den Beschreibungen von Desserts und Plätzchen sowie von der Vorstellung von warmen, duftenden Apfelkuchen frisch aus dem Ofen. Man kann sich die Torten bildlich vorstellen und bildet sich vielleicht manchmal sogar ein einen leichten Duft von Zimt und Kardamom zu riechen. Diese Ausführungen waren für mich mein Highlight in dem Buch. Ich hatte die ganze Woche Appetit auf Apfelkuchen und kam nicht drum herum mir heute einen zu backen.

Neben den Beschreibungen des Backens bekommt der Leser einen guten Eindruck vom Kleinstadtleben. In Vermont leben so viele nette Menschen. Einige davon sind der Autorin sehr gut gelungen und mir direkt ans Herz gewachsen. Da ist es sehr schade, dass die Hauptperson selber ziemlich schwach ist. Olivia ist eigentlich Anfang dreißig, aber wirkt eher wie ein Teenager. Sie übernimmt für ihre Handlungen keine Verantwortung und hofft darauf, dass andere sie unterstützen. Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass sie in den Tag hineinlebt, und sich im Verlauf der Geschichte nicht weiterentwickelt.

Wie sollte es anders sein, enthält das Buch natürlich auch eine Liebesgeschichte. Für mich war sie nur leider nicht sonderlich nachvollziehbar. Es gibt kaum Romantik oder Spannung, die in der Luft liegt. Kein Funke, der überspringt. Somit war für mich die Handlung auch etwas dürftig.

Insgesamt war das Buch ganz nett zu lesen, aber es hatte leider einige Schwächen. Die Idee war gut, aber die Umsetzung war ziemlich dürftig. Ich hätte mir etwas mehr erhofft. Wer das Buch liest, sollte auch jeden Fall etwas Süßes griffbereit haben.

Veröffentlicht am 06.05.2017

Wäre es doch nur ein Einzelband geworden

Hard Rules - Dein Verlangen
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Das Buch wurde mit einer Warnung angepriesen, dass es einen „schroffen, schmutzig redenden Alpha-Mann im maßgeschneiderten Anzug und eine willensstarke Frau, die ihn in die Knie zu zwingen droht“ enthält. ...

Das Buch wurde mit einer Warnung angepriesen, dass es einen „schroffen, schmutzig redenden Alpha-Mann im maßgeschneiderten Anzug und eine willensstarke Frau, die ihn in die Knie zu zwingen droht“ enthält. Das klang für mich ziemlich interessant. Nur leider habe ich in der Geschichte selber bis auf den maßgeschneiderten Anzug nichts wiedergefunden.

Shane mag auf den ersten Blick ein großer Moralapostel sein, der das Familienunternehmen legalisieren möchte. Leider ist dies nur Schein. Viele unmoralische Handlungen rechtfertigt er mit der Notwendigkeit, um seine Ziele zu erreichen. Damit gehört er für mich nicht zu den Guten, da er eher in einer dunklen Grauzone lebt. Im Vergleich zu seinem Vater scheint er auch kein Alpha-Mann zu sein, da er sich eindeutig unterordnet. Aber selbst er ist damit noch dominanter als Emily. Die willensstarke Frau habe ich in ihr nicht gesehen. Sie ist zwar intelligent und gut organisiert, aber auch sie scheint auch nur um ihr Überleben zu kämpfen. Insgesamt waren die Charaktere nicht das, was ich erwartet hatte.

Der Schreibstil ist wirklich gut. Das Buch ist fesselnd und sehr bildlich geschrieben. Innerhalb kürzester Zeit bin ich in die Geschichte eingetaucht und mochte dann wissen, wie es weitergeht. Ich hatte eigentlich ein schönes Kopfkino, wenn da dann nur mehr Handlung gewesen wäre. Im Klappentext wurde bereits angekündigt, dass Emily ein Geheimnis hat, dass den Zielen von Shane im Wege stehen würde. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt und es eine Konfrontation geben wird. Wie sich herausgestellt hat, ist dieses Buch eher als Appetithappen zu sehen. Die eigentliche Handlung scheint in einem der folgenden Bände zu kommen. Hier wurden nur viele Fragen und Probleme aufgeschmissen, aber nicht geklärt. Ansonsten gab es viele Geheimnisse, Skandale und zwielichtige Gestalten. Damit hat mich das Buch manches Mal an „Bourbon Kings“ erinnert.

Die Grundidee für das Buch war sehr gut, aber es hat in dem Auftakt eindeutig an Handlung gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass hier mehr Probleme geklärt werden. Eine Lösung wäre wohl gewesen, die Geschichte nicht als Trilogie, sondern als einzelnes Buch zu konstruieren. So gibt es nur schöne Beschreibungen, aber kaum Handlung und flache Charaktere. Ich kann diese Reihe leider nicht empfehlen und werde die folgenden Bände nicht lesen.

Veröffentlicht am 01.05.2017

Anders als erwartet, aber sehr gelungen

Der Kuss der Lüge
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Auf dem Rücken des Buches heißt es: „Ein Befehl, und das Licht gehorcht. Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder.“ Das hat sich für mich nach einem grandiosen ...

Auf dem Rücken des Buches heißt es: „Ein Befehl, und das Licht gehorcht. Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder.“ Das hat sich für mich nach einem grandiosen Fantasy-Roman angehört. Ich hatte mich auf Magie und die Beherrschung der Elemente eingestellt. Hierbei wurde ich jedoch leider ein bisschen enttäuscht. Wer hier ebenfalls einen solchen fantastischen Roman erwartet, sollte lieber nach einem anderen Buch greifen. Wer jedoch auch gerne einen historischen Roman in einer erfundenen Welt lesen möchte, der wird hiervon begeistert sein.

Lia ist zwar eine Prinzessin, die jedoch nicht die typischen Allüren hat. Sie möchte nicht einen Prinzen heiraten ohne ihn vorher kennenzulernen. Sie glaubt an die große Liebe, aber ist dennoch unabhängig und selbstständig. Zu ihren Fähigkeiten gehören das Fährtenlesen, Messerwerfen und nach ein bisschen Übung auch das Servieren in einem Gasthaus. Somit sie nicht die klassische Prinzessin aus einem Disney-Film. Für mich war dies ein sehr schöner Kontrast. Sie ist komplex gestaltet und durchlebt im Laufe des Romans auch noch eine Wandlung. Für mich eine grandiose Person.

Das Buch hat ansonsten eine relativ ruhige Atmosphäre und ist sehr bildlich geschrieben. Die ein oder andere Passage hätte ich mir kürzer oder handlungsreicher gewünscht, aber ansonsten war es sehr angenehm zu lesen. Die Seiten sind nur so dahingeflogen. Auch wenn es nicht der Fantasy-Roman war, den ich erwartet hatte, hat mir Lias Geschichte sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich auch schon darauf im zweiten Teil zu erfahren, wie es mit Lia weitergeht. Ich hoffe nur, dass ich dann mehr von der Gabe erfahre, die auf dem Klappentext angedeutet wird.

Veröffentlicht am 30.04.2017

Preppy – Ein in sich widersprüchlicher, gewalttätiger Charakter

Preppy - Er wird dich verraten
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Aus der King-Reihe kannte ich jetzt nur Bears Geschichte. Darüber habe ich jedoch auch King und seine Vorgeschichte indirekt kennen gelernt. Mein Gefühl ist, dass man die Vorgeschichte nicht kennen musst, ...

Aus der King-Reihe kannte ich jetzt nur Bears Geschichte. Darüber habe ich jedoch auch King und seine Vorgeschichte indirekt kennen gelernt. Mein Gefühl ist, dass man die Vorgeschichte nicht kennen musst, um Preppys Geschichte zu verstehen, es macht jedoch mehr Spaß, wenn man bereits die anderen Charaktere kennt.

Preppy ist ein sehr gewalttätiger Charakter. Er liebt es sie auszuüben und hat auch gerne die Kontrolle über alle Situationen. Zu den Menschen, die ihm am Herzen liegen, kann er jedoch auch sehr freundlich und loyal sein. Er hat also durchaus Gemeinsamkeiten mit den anderen Charakteren der Reihe. Der Unterschied und für mich auch das größte Manko bei diesem Buch ist, dass man ihn nicht immer versteht. Auf eine verquere Art und Weise habe ich in Baers Handlungen eine Logik gesehen, bei Preppy habe ich häufig nicht verstanden warum, er etwas macht. Noch widersprüchlicher wurden seine Handlungen in Kombination mit Dre. Bis zur letzten Seite habe ich nicht verstanden, warum die beiden sich anziehend finden.

Die Sprache ist (wieder) sehr direkt und brutal. Die Gewaltszenen werden nicht beschönigt oder nur angedeutet. Drogen, Misshandlungen und Morde sind gängige Themen in der Geschichte. Mit der ziemlich derben Sprache hatte ich überhaupt kein Problem – von T. M. Frazier ist man dies ja gewohnt.

Die Seiten sind zwar auch wieder bei diesem Buch nur so dahin geflogen, ich hatte aber deutlich mehr erwartet. Neben dem teilweise unlogischen Verhalten, hätte ich auch gerne mehr Handlung in der Geschichte gehabt. Hätte ich dieses Buch als erstes aus der Reihe gelesen, dann würde ich diese Reihe nicht weiterlesen. Da ich schon Bears Geschichte kenne, möchte ich demnächst auch noch Kings Geschichte lesen und werde schauen, welche Bücher in Zukunft erscheinen werden.