Profilbild von Luna0501

Luna0501

Lesejury Star
online

Luna0501 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Luna0501 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2021

So niedlich!

Rosalie & Trüffelchen - Zusammensein ist schön!
0

Rosalie und Trüffelchen sind zwei sehr niedliche, kleine Schweinchen. Von beiden wird eine gewisse Geselligkeit erwartet, doch weder das rosa Schweinchen Rosalie, dass eher verängstigt wirkt, noch das ...

Rosalie und Trüffelchen sind zwei sehr niedliche, kleine Schweinchen. Von beiden wird eine gewisse Geselligkeit erwartet, doch weder das rosa Schweinchen Rosalie, dass eher verängstigt wirkt, noch das Wildschweinchen Trüffelchen, welches eher uninteressiert wirkt, wollen sich auf die Freizeitbeschäftigungen ihrer Eltern einlassen. Bis sie aufeinander treffen und feststellen, dass man nur die richtige Person im Leben braucht, um sich wohl zu fühlen und eigene Interessen zu finden.

Katja Reider hat ein putzigen Buch geschaffen, dass man von zwei Seiten und somit aus Sicht beider Schweinchen lesen kann. Grundsätzlich bin ich total begeistert von den Illustrationen von Jutta Bücker, denn die großen, farbenfrohen Bilder und die Art Malerei, die Kinderaugen einfach magisch anzieht, hat uns sehr gefallen.

Auch die Seite von Trüffelchen, der das Ganze zwar mit anderen Augen sieht, als seine Familie, es aber relativ gelassen nimmt, hat uns super gefallen. Die Seite mit Rosalie ging uns – vor allem meiner sensiblen Lesemaustochter – dann schon etwas nahe. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass auch Kinder schon dramatischere Emotionen kennen lernen. Auf der anderen empfand auch ich Rosalie als derart verschreckt und hyperängstlich in absolut jeder Alltagssituation – außer dem Treffen mit Trüffelchen – dass man sich schon Gedanken um das Schweinchen macht. Ist man dann noch ein kleines, mitfühlendes Mädchen, ist der Redebedarf groß. Es ist in dem Sinne natürlich nichts Schlimmes. Ich setze mich auch gern mal mit Situationen auseinander, in denen man erklären muss, dass auch Menschen unterschiedlich sein können und es welche gibt, die genauso Angst haben können, wie Rosalie. Allerdings suggeriert das Buch Kindern eben auch, dass man vor diesen ganzen neuen Situationen Angst haben muss. Ich hätte es dann doch schön gefunden am Ende mit Trüffelchen eine Situation neu zu erschließen, um dem Ganzen die Schärfe zu nehmen.

Rundherum hat uns “Rosalie und Trüffelchen- Zusammensein ist schön!” aber gut gefallen. Es ließ sich leicht und schnell lesen, ist für die Altersangabe gut verständlich. Ich denke aber aufgrund der angesprochenen Ängste sollte man es eher schon 5 Jährigen vorlesen um es angehenden Kindergartenkindern nicht noch schwerer zu machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Wunderschön!

Take Me Home
0

Maddie Clark lebt im Schatten ihrer großen Schwester, und das nicht erst seit sie zurück in Hartson’s Creek ist. Als Kellnerin des örtlichen Diners verdient sie sich ihren Lebensunterhalt und kümmert sich ...

Maddie Clark lebt im Schatten ihrer großen Schwester, und das nicht erst seit sie zurück in Hartson’s Creek ist. Als Kellnerin des örtlichen Diners verdient sie sich ihren Lebensunterhalt und kümmert sich die restliche Zeit um ihre Mum. Das beschauliche Leben im kleinen Ort wird ordentlich auf den Kopf gestellt, weil kein geringerer als Gray Hartson zurück kommt. Auch Maddies Kopf schwebt plötzlich wieder in den Wolken. Blöd nur, dass der sexy Rockstar der Ex ihrer schönen Schwester ist und sicher keinen zweiten Blick für sie haben wird. Oder?

Gray braucht eine Pause. Ruhm, Reichtum und eine Tour nach der anderen haben den jungen Rockmusiker ziemlich ausgelaugt. Die Partys sind nicht mehr das, was sie mal waren und Gray will die Pause nutzen um Songs zu schreiben und sich um seinen kranken Vater zu kümmern. Seine Schwester und drei Brüder hat er die letzten 10 Jahre nur sporadisch gesehen und er freut sich auf Zuhause, selbst wenn die Erinnerungen seine Kehle eng werden lassen.

“Take me Home” ist ein idyllischer, mit einer Prise Humor versetzter Wohlfühlroman im typischen Kleinstadtsetting. Ein Hauch Drama, ausdrucksstarke Charaktere und eine knisternde Liebesgeschichte schenken dem Ganzen die gewisse Note.

Die Protagonisten sind sympathisch gezeichnet und verzeichnen beide sehr authentische Eigenschaften. Ich mochte sowohl Maddie als auch Gray sofort, vor allem weil die beiden so bodenständig und erwachsen reagieren. Gerade deshalb wirkt das Umfeld sehr harmonisch. Ich empfinde auch die aufkommenden Gefühle und die Liebesgeschichte als sehr schön, weil diese grundsätzlich ohne dieses Überdrama auskommt, das in anderen Büchern so oft erschaffen wird.

Hier und da waren ein paar Seiten, die ein wenig langwierig wirkten, aber alles in allem konnte mich Carrie Elks mit ihrer leichten Schreibweise ganz gut mitreißen. “Take me Home” war schnell gelesen und eine süsse Unterhaltung für Zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Das war mir zu trocken

Shadowscent - Die Krone des Lichts
0

Dass Rakels Mutter noch lebt und ihre Tochter als Baby zurück gelassen haben soll, lässt sich nur schwer verdauen. Dachte die junge Frau doch immer Schuld am Tod ihrer Mutter zu sein. Jetzt kämpft Rakel ...

Dass Rakels Mutter noch lebt und ihre Tochter als Baby zurück gelassen haben soll, lässt sich nur schwer verdauen. Dachte die junge Frau doch immer Schuld am Tod ihrer Mutter zu sein. Jetzt kämpft Rakel mit den Gedanken Ash zurück gelassen zu haben. Ist er tot? Ist er am Leben? Kann sie etwas für Nisai, den ersten Prinzen tun und wie soll es mit dem Kaiserreich weiter gehen? Da liegt viel Verantwortung auf ihren Schultern.

P. M. Freestone hat ein unglaublich tolles, authentisches Setting geschaffen. Ich mochte die Anekdoten zu den Düften und auch, dass Sprichwörter eher auf das Riechen geprägt waren. Das hat mich sehr zum schmunzeln gebracht. Womit ich mich einfach schwer getan habe, waren die ganzen politischen Verbindungen. Wer da mit wem warum verwandt und dann doch jemand anderem loyal gegenüber war, fand ich sehr kompliziert. Auch so manche kritische Szene, die spannend hätte werden können, war am Ende so langezogen voller Gedanken und Erklärungen, dass ich wenig Spannung empfand. Es fehlte etwas.

Das Buch und der Hergang zogen sich teilweise so hin, dass es schwer war dran zu bleiben und dem Abenteuer zu folgen. Ich wollte ja gerne erfahren, wer nun von wem in die Enge getrieben wird und was es mit den Schattenkriegern auf sich hat. Allerdings muss ich für mich gestehen, dass sich das nicht so richtig gelohnt hat, da das Ende dann auch sehr trocken erzählt wurde und die Emotionen komplett gefehlt haben.

Da kam einfach nichts wirklich bei mir an und ich spreche hier nicht nur von Liebe. Auch Freundschaft, Sehnsucht, Trauer oder Wiedersehensfreude. Sogar Verzweiflung drang fast gar nicht in mein Herz. Das war unfassbar schade und hat mir einfach den Spaß genommen.

Der Schreibstil ist flüssig und das Setting eine richtig coole Idee, aber der Rest hat mich leider enttäuscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Wahnsinnig emotional

Immer noch wir
0

Noch nie habe ich ein Buch gelesen, in dem eine Autorin Angststörungen so hart und gleichzeitig so poetisch liebevoll verpacken konnte.

Carolina und Johannes. Für andere Caro und Hannes.
Für die Zwei? ...

Noch nie habe ich ein Buch gelesen, in dem eine Autorin Angststörungen so hart und gleichzeitig so poetisch liebevoll verpacken konnte.

Carolina und Johannes. Für andere Caro und Hannes.
Für die Zwei? Lina und Joe, der Weisheit zweier 9 Jähriger entsprungen, weil der andere Teil des Namens sich sonst vernachlässigt fühlen könnte.
Mein Herz begann schon da zu schmelzen.

Ich wünschte mir die ganze Zeit, auch für Lina und Joe wäre es so einfach, wie für andere Menschen. Man verliebt sich. Die Liebe wird erwidert.
Man ist glücklich zusammen bis an sein Lebensende.
Aber was tust du, wenn ein “glücklich bis an sein Ende” zu groß für dich ist? Der mögliche Verlust schmerzt bevor er eintritt und diese Möglichkeit deiner Angst den Zündstoff gibt? Sabotage, und zwar an seinem eigenen Glück. Es ist schlimmer, als jemanden zu verlassen, weil es eben nicht funktioniert.

Lina ist der Sonnenschein an einem warmen Tag im erwachenden Frühling. Sie ist so voller Leben, voller Farbe, dass sogar ich den Wunsch verspüre mich in ihren Strahlen räkeln. Ich liebe ihre Aufmerksamkeit, ihr Feingefühl und dieses intuitive Reagieren auf ihr Umfeld. Lina muss man einfach lieben und ihre kleinen Unsicherheiten machen sie nur umso authentischer.

Ich liebe auch Joe auf seine ganz eigene Art. Er hat zwar lange Scheuklappen auf, benötigt seine Zeit sich zu erkennen und vor allem zu sortieren, aber er tut das nicht böswillig. Seine Gefühle sind so offensichtlich für alle außer ihm selbst, das es als Leser richtig weh tut, den 34 Jährigen dabei zu beobachten. Es ist ein verdammter Kampf und Joe muss ganz schön wachsen.

Auch die Nebencharaktere sind mir ans Herz gewachsen. Es sind nur vier wichtige Personen, aber diese geben uns bedeutungsvolle Schlüsselmomente mit und bereichern die Handlung sehr. Trotzdem liegt das Augenmerk auf dem Paar, was mich in “Immer noch wir” absolut zufrieden gestellt hat. Mehr als das sogar.

Man merkt hier und da schon, dass es sich um das Debüt von Elja Janus handelt, aber nur weil ich die älteren Bücher vorher gelesen habe. Ihr Stil war zu der Zeit schon außergewöhnlich eloquent und vor allem emotional. Die Worte der Autorin reißen einen auf, um nach und nach heilen zu lassen, um alles in neuer Reihenfolge zu platzieren und ein neues, besseres großes Ganzes daraus zu schaffen. Ich habe Tränen vergossen und gelitten ohne Ende, und am Ende hab ich Rotz und Wasser geheult, während ich lächeln musste.

Verdammt, ist diese Schriftstellerin gut! Alle ihre Bücher sind
Must-Reads und ich möchte sie nicht missen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Mal was anderes

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
0

Die junge Rakel muss mit ihrem feinen Näschen und dem Talent für Düfte versuchen Geld ran zu schaffen um die Medizin ihres Vaters bezahlen zu können. Der Traum nach einem besser entlohnten Beruf lässt ...

Die junge Rakel muss mit ihrem feinen Näschen und dem Talent für Düfte versuchen Geld ran zu schaffen um die Medizin ihres Vaters bezahlen zu können. Der Traum nach einem besser entlohnten Beruf lässt sie einen Deal abschließen, der ihren weiteren Weg bestimmen soll. An anderer Stelle reist der erste Prinz Nisai mit seiner Leibwache Ash nach Aphrodai um dem Blütenmond bei zu wohnen – einem Blumenfest von ungeheurer Wichtigkeit. Seinen ersten Ausflug in sein zukünftiges Reich hat sich Nisai sicher anders vor gestellt. Leider treffen alle aus verheerenden Gründen aufeinander und das Drama ist perfekt.

Rakel ist sehr stark und selbstbewusst. Ich mag ihre freche Art und wie sie sich durchs Leben schlägt. Vor allem ihr Pferd ist sowas von cool. Rakel kennt sich in der Welt aus, weiß sich zu helfen und muss Ash ganz schön unter die Arme greifen. Der Leibwächter, der die meiste Zeit seines Lebens im Palast verbracht, ist zwar unfassbar gut trainiert, aber er hat keine Ahnung vom Leben da draußen. Ich mag beide und ihr Abenteuer ist so unheimlich spannend und intensiv, dass man die Freundschaft, die sich da entwickelt förmlich greifen kann. Ob sich da jedoch entwickeln, müsst ihr selbst lesen. Auf jeden Fall ist er dem zukünftigen Kaiser tief verbunden. Nisai ist mir wahnsinnig sympathisch und ich habe ihn und seine warmherzige, kluge Art total ins Herz geschlossen. Ich habe so mit gefiebert.

Das Setting ist unfassbar toll beschrieben. Die malerischen Landschaften, aber vor allem die unterschiedlichen Dufteindrücke sind so detailliert beschrieben, dass man sich beim Lesen umhüllt von bekannteren Gerüchen fühlt und die exotischeren herbei sehnt. Ich war beeindruckt. Auch welche Wege die zwei ungleichen Gefährten auf sich nehmen, was sie alles erleben – es fühlt sich so magisch an und hat mich zum Staunen gebracht. Ich liebe übrigens diese Belesenheit eines armen Bauernmädchens und eines Leibwächters. Die zwei sind so klug!

Die Schreibweise von P. M. Freestone ist leicht und locker, was den Lesefluss angeht. Die komplexeren Begriffe fügen sich relativ einfach in ihre Welt ein. Oft erklärt sich einiges von selbst, aber manches Mal musste man eben auch mitdenken, was gemeint war. Vor allem die Redewendungen und duftbezogenen Flüche von Rakel haben mich anfangs zum Lachen gebracht. Ich musste mich dran gewöhnen. Ich liebe den leicht orientalisch angehauchten Sprachgebrauch und das die Autorin sich hier eine ganze Welt aufgebaut hat voller individuellem Glauben, Göttern und sehr interessanten Herangehensweisen und war hin und weg.

Die Emotionen können im nächsten Band noch ein bisschen mehr heraus kommen, aber das ist nicht weiter wild. Das Abenteuer war so groß und fesselnd, die Wendungen so überraschend, dass man einfach in den Sog gezogen wurde. Ich konnte es nicht aus der Hand legen.

Ein Fantasybuchtipp!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere