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Veröffentlicht am 04.08.2019

Einfach episch!

Immerwelt - Das Erbe
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Wow! Meine Güte!
Eigentlich weiß ich überhaupt nicht, wie ich diese Rezension anfangen soll.
Doch. Vielleicht so….

Ich möchte mich vor Gena Showalter verneigen!

Dieser dritte Teil ist ein episches Meisterwerk ...

Wow! Meine Güte!
Eigentlich weiß ich überhaupt nicht, wie ich diese Rezension anfangen soll.
Doch. Vielleicht so….

Ich möchte mich vor Gena Showalter verneigen!

Dieser dritte Teil ist ein episches Meisterwerk und es hat mir den Boden
unter den Füßen weg gezogen! Hallelujah!

Wisst ihr, ich war ja schon in den ersten beiden Bänden der Reihe ernsthaft begeistert. Die Ausmaße der Verstrickungen nehmen aber erst im letzten Buch ihre wirkliche Größe an und nachdem man dann auf den letzten Seiten angekommen ist, macht es peng und jedes Puzzleteil fällt an den richtigen Platz. Was wir zu sehen bekommen, ist ultimativ genial!
Also was kann ich überhaupt verraten?

Tenley und Killian wollen den Bund schließen, doch welche fatalen Auswirkungen das auf ihren Plan hat, kann sich keiner im Voraus denken und plötzlich steht Ten wieder am Anfang dieser verrückten Beziehung.

Wie soll man seinen Feind, der eigentlich dein Ehemann ist, dazu bringen dir zu vertrauen, wenn er sich nicht an dich erinnert?
Ja! Ich bin auch aus allen Wolken gefangen!

Dann ist da noch dieser verrückte Plan, alle Seelen aus “Viele Enden” zu
retten und Ambrosine ans Bein zu pinkeln.
Gena Showalter ist in dieser Reihe bekannt für verrückte Manöver!

Doch Ten, wäre nicht sie selbst, wenn sie das nicht klar vor Augen hätte und eins muss ich euch über dieses Mädchen sagen. Ich bin starr vor lauter Bewunderung für sie! Ich hätte gerne ihr Talent in den besch… eidensten Situationen jedes unnötige (und trotzdem schwerwiegende) Problem, was sie just in dem Moment nicht lösen oder ändern kann, im Kopf in eine Schublade zu packen und sich auf das zu konzentrieren, was gerade vor ihr liegt. Sie bewahrt zu 90% einen kühlen Kopf, entscheidet über ihre Emotionen und hat ihr Ziel immer klar vor Augen.
Es ist der Wahnsinn! Ich liebe diese Protagonistin!!!

Killian hat mich fast genauso beeindruckt. Er ist so ein intelligenter junger Mann und auch wenn er länger braucht um hinter die wahren Dinge zu kommen, ist er nicht weniger wichtig für die Geschichte. Seine temperamentvolle Art, sein witziges Gemüt und sein eigentlich so großes Herz machen ihn unersetzbar. Ich bewundere ihn dafür überhaupt einen Weg zu finden sich gegen das zu stellen, was ihm seit klein auf eingetrichtert wurde.

Außerdem bekommen im dritten Band die Nebencharaktere – die Freunde von Tenley, einen bombastischen Auftritt nach dem anderen. Hier möchte ich aber nicht zu viel verraten, denn das müsst ihr selbst erleben.

Gena Showalter ist für mich eine überaus talentierte Autorin. Sie spielt mit Handlungskonstruktionen, erschafft lebhafte Charaktere mit besonderen Wesenszügen und nebenbei malt sie uns mit Worten ihre neue Welt. Die Emotionen haben mich stark mitgetragen, sodass ich am Ende wie ein Häufchen Elend mit schluchzen musste, weil die Verzweiflung zeitweise so heftig war und dann… ja dann kam der letzte große Knall… aber was das bedeutet… ihr wisst schon, selbst lesen!

Ich kann euch die Reihe nur ans Herz legen. Mir sind die Charaktere an eben dieses gewachsen und ich bin traurig, dass es nun schon vorbei ist. Ich werde “Immerwelt” auf jeden Fall nochmal lesen, weil ich mir sicher bin, immer noch neue Dinge herausfiltern zu können. Ich liebe die schlagfertigen Wortgefechte und die leidenschaftliche Liebes-, wie auch Lebensgeschichte der Protagonisten. Hoffentlich gibt es bald wieder mehr Lesestoff von Gena Showalter.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Ein schönes Buch

Berührt von himmlischen Schwingen (Die Engel-Reihe 1)
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Poliana ist anders, und das nicht nur wegen ihrem offensichtlich verrückten Kleidungsstil. Ihr Bohemian – Look, ihre Art das Leben anzugehen und ihre verrückte Familie machen sie von Haus aus schon zu ...

Poliana ist anders, und das nicht nur wegen ihrem offensichtlich verrückten Kleidungsstil. Ihr Bohemian – Look, ihre Art das Leben anzugehen und ihre verrückte Familie machen sie von Haus aus schon zu einem Außenseiter. Das ändert sich leider auch nicht, als sie endlich auf’s College darf – im Gegenteil. Plötzlich ist ihre heile, fast schon langweilige Welt ziemlich in Aufruhr. Grund dafür ist ein junger Mann mit leuchtenden Flügeln und vielleicht auch ein bisschen das schwarze Lederviech, was sie versucht umzubringen. Der Himmel bittet um Polly’s Unterstützung und sie fällt aus allen Wolken, doch leider merkt sie schnell, das nicht alles Gold ist, was glänzt.
Ein Engel der keine Berührungen mag, eine Aufgabe, die für diese zwei ungleichen Personen fast schon an Blasphemie grenzt, und eine Handvoll verrückter, bunt zusammengewürfelte Charaktere vereint in einer Geschichte….
Ich habe herzlich gelacht!

Polly ist eigentlich ein total liebevoller und empathischer Mensch. Sie versteckt das nur zu gern hinter einer Mauer, weil sie Angst hat verletzt zu werden. Das einzige, was sie sich wünscht, ist Anschluss zu finden. Freunde, die ihr ähnlich sind und wo sie nicht so heraus sticht. Poliana beweist viel Mut und Einfühlungsvermögen für den Kerl, der noch nie auf der Erde war und ich hab sie schnell ins Herz geschlossen. Ihre Andersartigkeit muss man einfach zu Nehmen wissen und ich bin ehrlich begeistert, das sie nicht so ein stereotypischer Charakter ist.

Yashiel ist genau, wie ich mir einen Engel vorgestellt habe – und auch wieder nicht. Er hat echt große Sozialprobleme, brachte mich durch die Anpassungsschwierigkeiten oft zum Schmunzeln und ich bin froh darüber, dass Jennifer Wolf trotz des ernsten und richtig gefährlichen Thema’s ein wenig Humor und ein paar witzige Dialoge einfließen lassen hat. Man kennt es ja auch eigentlich nicht anders von der Autorin. Dadurch wirkt das göttliche Wesen nahbarer und sympathisch, auch wenn er manchmal einfach kalt und abwesend reagiert. Er ist authentisch.

Von der Aufgabe der zwei möchte ich euch nichts erzählen, da es spoilern würde. Es ist auf jeden Fall gefährlich, ein bisschen teuflisch und doch verwirrend, weil nichts so zu sein scheint, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Wo ich mich ein wenig schwer getan habe, dieses Mal, war in das Buch hinein zu finden. Der Anfang hat zwar seinen Grund und doch empfand ich ihn als ein wenig seltsam. Ich hab ein bisschen gebraucht, bis ich in der Geschichte angekommen bin. Spätestens am College aber, schaffte es die Autorin mich zu fesseln und ich hab die Seiten nur noch eingeatmet.

Das neue Buch von Jennifer Wolf ist toll. Die Charaktere sind greifbar, das Setting realistisch gezeichnet und die Handlung mega spannend. Ich konnte mich nicht lösen und habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Was mich ab und zu ein bisschen gestört hat, war der harte Umgang mit den Emotionen. Auch das ist vollkommen verständlich, weil es zum Hergang der Geschichte passt, aber diese Kaltherzigkeit hat mich manchmal etwas abgeschreckt, falls ihr versteht was ich meine, und ich bin dann ein wenig über diese Momente gestolpert.

Alles in Allem tut das “Berührt von himmlischen Schwingen” aber keinen großen Abbruch und ich kann es jedem Fan von Jennifer Wolf und Engelgeschichten-Liebhabern nur empfehlen. Ich kann den zweiten Teil gar nicht erwarten!

Veröffentlicht am 01.08.2019

Das große Finale ist gekommen...

Sternendiamant 4. Die Prinzessin des Lichts
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Fana kann es nicht fassen, das Kian sich urplötzlich auf die Seite des Juwelenkönigs stellt und auch noch Avena vor ihren Augen küsst. Eine Welt bricht für die 16 Jährige zusammen und sie vergräbt sich ...


Fana kann es nicht fassen, das Kian sich urplötzlich auf die Seite des Juwelenkönigs stellt und auch noch Avena vor ihren Augen küsst. Eine Welt bricht für die 16 Jährige zusammen und sie vergräbt sich nur noch auf ihrem Zimmer. Bis… sie die Außenwelt notgedrungen nicht mehr ignorieren kann und der Krieg sich zuspitzt.
Die Sternendiamanten sind weg – kann Fana Patenia retten oder wird es erneut zur Machtübernahme von Kasim kommen?

Zu den einzelnen Situationen möchte ich euch gar nix verraten. Positiv fand ich die aufregenden und vor allem abwechslungsreichen Ereignisse bis zum großen Finalkampf. Immer wieder tauchten Überraschungen auf, die dann zu weiteren Details und zur Aufklärung führten und unseren Charakteren spannende Momente verschafften. Die Erzählweise von Sarah Lilian Waldherr trägt da sehr viel bei und führt uns regelrecht magisch durch das letzte Buch

Was mich enttäuscht hat, war das Finale selbst. Es wurde so lange darauf vorbereitet, wie Fana dann dem legendären Juwelenkönig gegenüber treten muss und dann fühlten sich diese fünf-sieben Seiten an, als wäre es ein Wimpernschlag und schon vorbei. Ich musste sogar einmal zurück blättern und nochmal lesen, damit ich auch sicher sein konnte das richtig verstanden zu haben, was da plötzlich passierte. An und für sich ist diese Reihe wirklich toll. Gut durchdacht, mit vielen neuen Wesen und kreativen Ideen macht jedes Buch Lust auf mehr, aber beim Ende hätte ich mir wirklich noch mehr Ausarbeitung gewünscht. Mir war es, als würde es manchmal nur noch schnell abgefertigt werden müssen. Mir fehlte ein wenig der große Knall!

Ich mag die Charaktere und das wir sie in jedem Buch immer besser kennen lernen, aber Fana hätte gerade im letzten Band ein wenig tougher sein können.
Das machen dann die witzigen Kabbeleien zwischen ihren Freunden wieder wett und ich war sehr froh darüber. Was mir hier auch sehr gut gefallen hat, waren die Zusammenkunft der vielen verschiedenen Völker, aber das müsst ihr echt selbst lesen.

Empfehlen kann ich die Reihe trotzdem sehr gut. Mich hat die Naivität und das typische Gezicke der Teenager manchmal ein wenig genervt, aber dadurch, das Patenia und die Aurion eine wirklich fantastische Welt sind, würde ich wieder dazu greifen. Eine schöne Jugendbuch-Reihe und für ein Debüt definitiv toll!

Veröffentlicht am 30.07.2019

Eine epische Geschichte!

Wüstenruf (Die Wüsten-Serie 1)
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Als Dayana Levenstein erfährt, wer ihr zukünftiger Ehemann werden soll, gibt es nur noch eine Lösung: Flucht! Doch zu ihrer Zeit ist es als junge, ledige Frau nicht einfach und so soll ihr Freund Loran ...

Als Dayana Levenstein erfährt, wer ihr zukünftiger Ehemann werden soll, gibt es nur noch eine Lösung: Flucht! Doch zu ihrer Zeit ist es als junge, ledige Frau nicht einfach und so soll ihr Freund Loran helfen. Der Großmagier bringt ihr haushaltsübliche Dinge bei und nimmt sie bei sich auf. Bis zu dem Tag, an dem ein Unbekannter das Haus stürmt, Loran plötzlich verschwindet und Dayana sich als Quasi-Geisel dem grummeligen Kerl anschließen muss – schließlich will sie nicht das Loran etwas passiert. Doch “Falk” wie er sich nennt, hat einige Geheimnisse zu verbergen und so machen sie sich auf in den Wüstenstaat Sulakan um zu holen was Loran einst Falk nahm.

Falk passt das ganze überhaupt nicht. Keiner soll ihn in dieser Gestalt betrachten und doch kratzt dieses verrückte Mädchen mit ihrer besonderen Ausstrahlung mächtig an “seinem”Herzen…. oder wie auch immer er in seiner verfluchten Gestalt über sich denkt. Dass er eine Lektion zu lernen hat, versteht dieser eingebildete Mensch erst viel später und so kommt es, das wir auf der Suche nach dem Magier eine wahnsinnige Wandlung und Reifung in den Charakteren beobachten können. Ob er zurück bekommt, was ihm genommen wurde und ob er das dann überhaupt noch am meisten begehrt? Lest selbst!

Ich bin großer Fan von Christina M. Fischer’s Büchern. Sie haben einfach alles, was ich mir von guten Geschichten nur wünschen kann:
Ein malerisches, atemberaubendes Setting mit detaillierten, jedoch stets lebhaften Beschreibungen.
Eine langsam anbahnende und dann leidenschaftlich entfachte Liebesgeschichte, voller schlagfertiger Dialoge, emotionalen Diskussionen und einer tiefen Verbindung, die das Herz des Leser’s gefangen nimmt.
Und eine innovative Idee, die man so noch nicht gelesen hat und die mich jedes Mal, wenn ich eins ihrer Bücher in die Hand nehme, ausnahmslos fesseln und begeistern kann. Die Kreativität der Autorin ist von beachtlichem Ausmaß, sodass mir noch nie langweilig wurde.

Ihr Schreibstil ist so leicht und flüssig, das man nur so über die Seiten fliegt. Ihre umfangreichen Handlungsstränge bereiten mir großen Spaß, weil sie so ausgeklügelt sind. Ich bin begeistert, wie am Ende ein großes Ganzes draus wird und feststellt, wie die Puzzleteile ineinander passen. Es wird nie langweilig, weil Frau Fischer Spannungsbögen einbaut, die das Nervenflattern immer wieder auf die Spitze treiben und zwischendurch wird man so heftig von den Emotionen gepackt, das man Gänsehaut bekommt.

Wer also Fan von einer Mischung aus 1001 Nacht, starken Protagonisten, einem fantastischen Setting und einer Liebesgeschichte der etwas anderen Art ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Übrigens gibt es einem zweiten, kleineren Handlungsstrang, der eben zum Ganzen dazu gehört, aber nochmal eine andere Art der Liebe erzählt. Ich war Hin und Weg und brauche dringend mehr Falk!

Von mir gibt es eine dicke Buchempfehlung!

Veröffentlicht am 30.07.2019

Ein schönes Jugendbuch mit kleinen Makeln

Marwani
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“Marwani” von Maren Damman ist ein echter Blickfang. Die mystisch warmen Farben, das weiße Pferd mit den herabblickenden, fast schon verzweifelten Augen, und das vertraute Paar passen so harmonisch zusammen, ...

“Marwani” von Maren Damman ist ein echter Blickfang. Die mystisch warmen Farben, das weiße Pferd mit den herabblickenden, fast schon verzweifelten Augen, und das vertraute Paar passen so harmonisch zusammen, dass selbst ich mal wieder Lust auf ein Buch mit Pferden hatte. Auch der Klappentext versprach vieles, aber ob die Geschichte das auch halten kann?

Ob Mira, die mit ihrem Schicksal zu kämpfen hat, an an den Rollstuhl gefesselt zu sein, oder die verletzte Stute Marwani, deren Schicksal besiegelt scheint – hier prallen Gegensätze aufeinander und doch sind die zwei sich ähnlicher, als man denkt.
Mira verkraftet den Autounfall nur sehr schwer. Sie vegetiert mehr, als das sie lebt und sie sieht auch keinen Sinn mehr in ihrem Dasein. Der Lebensfunke ist weg….
Marwani wurde quasi aussortiert. Ein Springpferd, das nicht springen kann, ist nicht mehr zu viel gut. Der Ausspruch des Besitzers von Gut Falkenthal rüttelt an Mira´s Gerechtigkeitssinn. Sie spürt eine Verbindung, die es so kein zweites Mal gibt und plötzlich will sie kämpfen: Für sich selbst, für Marwani und … lest selbst.


Zwei Seelen, die sich gegenseitig versuchen wieder auf einen
lebensbejahenden Pfad zu helfen…
Aber wird es ein Happy End geben ?

Immer an der Seite von jedem, der ihn braucht, ist Dan – der liebevolle und empathische Stallbursche von Gut Falkenthal. Ich mag seine lockere Art und sein einfaches Wesen. Er ist ein bodenständiger, sympathischer junger Kerl mit dem Herzen am rechten Fleck und so ein großer Gegensatz zu den Kerlen der “alten Clique”. Auch wenn wer mir manchmal zu denken gegeben hat, weil ich ihn nicht immer nachvollziehen konnte, mochte ich seine ruhige Ausstrahlung.

Das Vorwort hat mir zu denken gegeben. Spricht die Autorin doch darüber, das viele Dinge, die im Buch passieren, auch im wahren Leben so vorgekommen sind. Einiges traf mich im Herzen, andere Vorkommnisse erschienen mir unlogisch und da ich nicht unterscheiden kann, zwischen einer wahren Begebenheit und einer erfundenen, erlaube ich mir kein Urteil im Detail.

Fakt ist: Die Charaktere sind wundervoll gestaltet, handeln aber meiner Meinung nach nicht immer völlig logisch. Dafür mag ich ihre natürliche Art, die kleinen Makel, welche sie authentischer machen und ihre unkompliziert liebevolles Verhalten. Ihre Leidenschaft zu Pferden – vor allem auch die von der Schwester Kathi – ist mitreißend.

Es gibt für mich allerdings ein Manko an den Personen. Es fehlt für mich der detaillierte Tiefgang in den Erklärungen. Ich möchte damit sagen, dass jeder Darsteller einen Hintergrund und auch ein paar Erklärungen bekommen hat, aber man merkt einfach, dass nur an der Oberfläche gekratzt wird. Zum Beispiel würde ich gerne mehr über dieses Problem zwischen Kader, dem anderen Hof und den Konkurrenzproblemen lesen. Ich würde auch gerne besser verstehen, warum Dan nicht das tun möchte, wofür sein Chef ihn als perfekt empfindet – oder was in ihm vor geht, wenn er eine bestimmte Person immer wieder von sich stößt. Es gibt viele so Kleinigkeiten. Wir lesen aus der Sicht des Allgemeinerzählers und es ist verwirrend, das man manchmal Gefühle von anderen als Mira lesen kann, aber Dan zum Beispiel bleibt da völlig außen vor. Es ist manchmal etwas holprig im Lesefluss und ich war nicht ganz so zufrieden damit nicht tiefer eintauchen zu können. Auch die kurzen Kontakte zu den Menschen aus dem alten Umfeld fielen eher unbefriedigend aus, da man sich doch eine richtige Konfrontation bzw. einen Abschluss damit wünscht.

Aber das sind wenige kleine Meckereien, die mich nicht daran gestört haben, “Marwani” zu beenden. Zu Beginn tat ich mich schwer, weil die Beziehung zwischen Mira und Marwani so glimpflich und fast schon perfekt erschien. Aber ich bin froh, weiter gelesen zu haben, denn Maren Damman hat ein Händchen für dramatische Situationen und den Leser im Laufe der Handlung voll mitzureißen. Ich war super gespannt und zwischendurch auch echt ergriffen vom Hergang.

Das Ende war unglaublich turbulent, wie auch schön und ich habe es mit einem lachenden und einem weinen Auge zur Seite gelegt. Ich würde es gerne nochmal neu erleben, um diese besonderen Menschen ein weiteres Mal zu treffen.

Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Es hat sich teilweise gelohnt. Ich hatte andere Erwartungen und doch habe ich eine schöne, gefühlvolle Geschichte bekommen. Man erlebt das Buch eher ein klein wenig zu oberflächlich und ich denke man hätte hier einfach noch mehr rausholen können, aber alles in allem ist und bleibt es eine gefühlsbetonte Geschichte mit Situationen, die nahe an der Realität sind.