Profilbild von Lyjana

Lyjana

Lesejury Star
offline

Lyjana ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lyjana über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Puh

Threads of Power
0

Cover


Da ich dieses Buch als Blindbook gekauft habe, kann ich wohl ehrlich zugeben, dass ich es so im Laden wohl nicht in die Hand genommen hätte. Ich finde das Cover nicht furchtbar, aber persönlich ...

Cover


Da ich dieses Buch als Blindbook gekauft habe, kann ich wohl ehrlich zugeben, dass ich es so im Laden wohl nicht in die Hand genommen hätte. Ich finde das Cover nicht furchtbar, aber persönlich spricht mich wenig davon an.


Meine Meinung


Nachdem ich in den letzten Wochen sehr viele Liebesromane gelesen habe, war es an der Zeit endlich mal wieder eines der Fantasy-Bücher von meinem Stapel ungelesener Bücher zu befreien. Obwohl die Autorin V. E. Schwab bereits seit einigen Jahren eine bekannte Größe ist, habe ich bisher noch nichts von ihr gelesen. Bevor ich mit diesem Buch angefangen habe, wusste ich, dass es bereits eine Trilogie aus demselben Universum gibt, allerdings habe ich mehrere Beiträge gefunden in denen geschrieben stand, dass "Threads of Power" auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Um auf meinen letzten Satz etwas einzugehen, ich hatte immer wieder den Eindruck, dass es durchaus von Vorteil gewesen wäre die Weltenwanderer-Trilogie zu kennen. Die Gruppe aus Protagonisten ist bunt gemischt, aber offensichtlich kennen sich viele von ihnen untereinander und offensichtlich tue ich das als Neueinsteigerin nicht. Ehrlich gesagt mochte ich die Dynamik sehr gerne und hatte dennoch bis zum Schluss das Gefühl immer ein wenig außenvor zu sein. Dadurch, dass wir vergleichsweise viele Protagonisten haben und sich die Sichtwechsel häufen fiel es mir ab und an schwer mich in den jeweiligen Charakter hineinzuversetzen. Für mich persönlich könnten die tiefergehenden Emotionen und auch die Gedankenwelten aller besser ausgearbeitet sein. Wirklich kennen, tue ich nämlich niemanden - was schade ist, denn die ein oder andere Person bzw. deren Geschichte interessiert mich dann doch.

Mit seinen über 700 Seiten handelt es sich hierbei keineswegs um ein Buch, was man mal so nebenbei weg liest. Ich habe überraschend lange dafür gebraucht, was einerseits an den vielen Längen und anderseits an der mangelnden Spannung lag. Versteht mich nicht falsch, es gab herrlich actionreiche und spannungsgeladene Momente, doch mindestens ebenso viele, wenn nicht sogar noch mehr Augenblicke, die vor sich hingedümpelt und mehr informativ als unbedingt interessant waren.

Grundsätzlich mochte ich den Schreibstil ganz gerne. Wie weiter oben bereits angedeutet fehlt es mir allerdings im Wesentlichen an Spannung, aber auch an Emotionalität. Was ein wenig ironisch ist, denn es gibt durchaus genug Momente um eine gewisse Gefühlstiefe reinzubringen, die dann allerdings zu schnell verstrichen sind.

Trotz der Tatsache, dass ich dieses Buch insgesamt genossen habe, gehe ich nicht davon aus, dass ich die Reihe weiterverfolge. Ich kann verstehen, warum die Autorin über den ganzen Globus verteilt Fans gefunden hat und würde die Geschichte durchaus weiterempfehlen, komplett abgeholt worden bin ich allerdings nicht.


Fazit

Vielleicht hätte ich V. E. Schwab mit einem anderen Buch kennenlernen sollen, denn dieses hier war bis zum Schluss nicht wirklich mein Fall. Gerade durch die Tatsache, dass es bereits andere Bücher dieses Universums gibt, hatte ich immer wieder den Eindruck nicht alles vollständig erfassen zu können.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2025

Klasse für Zwischendurch

A Curse Unbroken
0

Cover

Dieses Cover ist der Grund warum ich das Buch im Laden bemerkt habe. Ich liebe nicht nur die dargestellten Mondphasen, sondern ebenso die Hintergrundfarbe.


Meine Meinung

Da ich gerade erst ...

Cover

Dieses Cover ist der Grund warum ich das Buch im Laden bemerkt habe. Ich liebe nicht nur die dargestellten Mondphasen, sondern ebenso die Hintergrundfarbe.


Meine Meinung

Da ich gerade erst ein anderes Buch derselben Autorin beendet habe, wollte ich die Gelegenheit nutzen, ein weiteres Buch von Yvy Kazi von meinem Stapel ungelesener Bücher zu befreien. Gekauft habe ich es bereits vor einigen Jahren, da die Geschichte vielversprechend klang und ich immer auf der Suche nach dem nächsten guten Buch bin.

Wie ich es mir vorher bereits gedacht habe, erleben wir das komplette Buch aus Sicht unserer weiblichen Protagonistin Gemma, wenn wir von einigen Tagebucheinträgen mal absehen, die Darren verfasst hat. Gemma ist eine kleine Berühmtheit auf TikTok bzw. WitchTok und zeigt ihren Fans den Umgang mit der weißen Magie, unterstützt durch Kräuter, Kristalle und positive Energie. Ich mochte Gemma wirklich gerne. Sowohl ihre Gedanken als auch ihre Gefühle waren nachvollziehbar und verständlich, wenngleich sie dringend lernen muss, dass es nichts Schlimmes ist, wenn andere sich um einen sorgen. Auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint und Gemma sich online anders präsentiert, braucht sie ab und an selbst einen Schubs in Richtung positive Gedanken. Zwar lebt sie selbst anderen die richtige Einstellung vor, doch wir als Leser merken schnell, dass auch eine Online-Berühmtheit wie Gemma nur ein Mensch mit Zweifeln ist.

Darren und Gemma sind schnell auf einer Wellenlänge, und auch ich kann nicht leugnen, dass ich ihn mag. Gerade durch seine erzwungene Geheimniskrämerei, seine Familie aber auch wie die beiden einander kennenlernen konnte ich viele seiner Handlungen nachvollziehen, wollte ihn an manchen Stellen allerdings genauso einfach nur packen und schütteln. Ich persönlich hätte gerne mehr von seiner Seite als Hexer gesehen, denn davon sehen wir bei Gemma bedeutend mehr Inhalt.

Die Beziehung der beiden wirkte auf mich sehr authentisch, nicht perfekt, aber ehrlich und kann durchaus überzeugen. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass ich bisher nicht zu einhundert Prozent abgeholt worden bin. Emotional besteht für mich eindeutig noch Luft nach oben, auch wenn die Autorin definitiv die richtigen Weichen für eine tolle Kombination gelegt hat.

Um ehrlich zu sein, bin ich überrascht worden, wie klein die Rolle der Hexerei hier tatsächlich ist und wie sehr ich diese dennoch genossen habe. Oftmals wirkt die Anwendung von Magie in Büchern dieser Art extrem auffällig, so was wie Feuerbälle oder Drachen beschwören und so ein Kram, doch hier bekommt gerade Gemmas Magie etwas Greifbareres und Vereinfachtes, was ich persönlich sehr gerne mochte. Unter Mithilfe von Kristallen und dergleichen sind es vor allem positive Energien, die Gemma und ihren Fans den Alltag erleichtern und keine großen Kunststücke. Alles wirkt in einem reellen Rahmen, ohne an Überzeugungskraft zu verlieren.

Dazu kommt, dass der Schreibstil mit tollen Dialogen, Leichtig- und Verständlichkeit überzeugt, ohne den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Für mich dürfte es noch emotionaler und dramatischer sein und auch die Spannung dürfte gerne einen Zahn zulegen, ansonsten hatte ich mit diesem Buch einige tolle Lesestunden. Jetzt sofort loslaufen und mir den nächsten Teil kaufen, muss ich zwar nicht, aber vermutlich darf der nächste Teil irgendwann doch bei mir einziehen, damit ich erfahre, wie die Geschichte ausgeht.


Fazit

Ein tolles Buch für Zwischendurch, welches bestimmt auch für den ein oder anderen Einsteiger ins Romantasy-Genre perfekt wäre.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2025

Nett für Zwischendurch

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
0

Cover

Dieses Cover ist wirklich wunderschön! Ich liebe die eher seichten Farben, aber noch mehr liebe ich das Gesamtbild an sich. Trotz all meiner Liebe zu diesem Cover habe ich allerdings dennoch das ...

Cover

Dieses Cover ist wirklich wunderschön! Ich liebe die eher seichten Farben, aber noch mehr liebe ich das Gesamtbild an sich. Trotz all meiner Liebe zu diesem Cover habe ich allerdings dennoch das Gefühl, dass etwas fehlt, auch wenn ich nicht sagen kann was.



Meine Meinung

Während ich vor einiger Zeit mal wieder in der Buchhandlung meines Vertrauens stöbern war, ist mir dieses wunderschöne Buch ins Auge gesprungen. Neben dem Cover konnte mich glücklicherweise auch der Inhalt überzeugen, obwohl ich von dieser Autorin zwar schon Bücher gekauft, aber nicht gelesen habe.

Wir erleben „Goldcrest Manor - Velvet Meadows“ in unregelmäßigem Wechsel zwischen unseren beiden Protagonisten Kenzie und Julian. Wie der Klapptext und auch der Prolog verdeutlichen haben beide eine gemeinsame, vertrauensvolle Vergangenheit, die jäh zerstört wird, als Kenzie an Epilepsie erkrankt.

Kenzie lernen wir als erstes genauer kennen, wobei ich lange gebraucht habe, um richtig mit ihr warm zu werden. Ich hätte mir einen deutlicheren Fokus auf ihrer Krankheit gewünscht, denn neben kurzen Informationsschnipseln und zwei Anfällen – die wir beide nicht unbedingt aus ihrer Sicht sehen – erfahren wir enttäuschend wenig. Dies betrifft auch wie man selbst am besten mit einer Person dieser Krankheit umgeht, was Julian durchaus vorbildlich zeigt, aber für mich war es nicht greifbar genug.

Julian ist ein Perfektionist und Pferdeliebhaber durch und durch, doch meine Sympathie für ihn hat seine Grenzen. Grundsätzlich kann ich ihn und seine Handlungen verstehen, doch der Grund, warum seine und Kenzies Freundschaft von einen Tag auf den anderen zerbrochen ist, war mir zu lasch. Auch das erste Wiedersehen der beiden sprach nicht für ihn, wenngleich ich seinen Freund Archie super gerne mochte. In meinen Augen lief es für ihn ein wenig zu glatt, ich hätte mir eine bessere und schönere Entschuldigung vorstellen können und insgesamt scheint er ein wenig zu perfekt zu sein – was gerade dadurch, dass seine wenigen Zweifel erst gegen Ende des Buches etwas beleuchtet werden umso mehr auffällt.

Beide zusammen ergeben durchaus eine schöne und warmherzige Kombination. Für mich persönlich kam der Aspekt des Geschlechtsverkehrs zu schnell und zu viel. Natürlich ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn zwei Erwachsene in der Lage sind zu kommunizieren und ihre Probleme aus der Welt zu schaffen, doch ich hätte gerne gesehen, dass die körperliche Anziehung nicht ganz so deutlich gezeigt wird, und die Emotionen dafür facettenreicher ausgearbeitet worden wären.

Der Schreibstil als solcher ist wunderbar flüssig und verständlich, neben den verträumten Beschreibungen des Settings glänz der Schreibstil durch eine schöne Leichtigkeit durchbrochen von einigen wichtigen Themen. Sosehr ich das Setting geliebt habe, so sehr habe ich auch darauf gewartet die Charaktere ebenfalls so lieben zu können. Doch weder die Protagonisten noch die Nebencharaktere können mich vollständig von sich überzeugen.

Würde ich zukünftig erneut ein Buch dieser Autorin lesen? Vermutlich schon. Zwar bin ich nicht vollkommen begeistert, doch schlecht fand ich es definitiv auch nicht. Allerdings werde ich diese Reihe wohl nicht weiterverfolgen, da mich die Geschichten zu den anderen Charakteren bisher gar nicht interessieren.



Fazit

Ein netter Liebesroman für Zwischendurch, für mehr reicht es in meinen Augen leider nicht aus. Schade, dass Kenzies Krankheit so wenig zur Sprache kam und Julian mir nicht wirklich sympathisch wurde, aber zum Glück können dafür das Setting und der Schreibstil überzeugen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2025

Highlight

Hell & High Water
0

Cover

Zu meinen Lieblingscovern wird dieses wohl nicht gehören, allerdings kann ich zugeben, dass es sehr gut zum Inhalt passt und ich zudem die kleinen Details wirklich gerne mag.

Meine Meinung

Vor ...

Cover

Zu meinen Lieblingscovern wird dieses wohl nicht gehören, allerdings kann ich zugeben, dass es sehr gut zum Inhalt passt und ich zudem die kleinen Details wirklich gerne mag.

Meine Meinung

Vor vielen Jahren habe ich diese Reihe bzw. dieses Buch schon einmal gelesen und abgöttisch geliebt. Dass der damalige Verlag nach dem zweiten Teil beschlossen hat die Reihe einzustampfen hat mich ehrlich frustriert und ich kann mich sogar daran erinnern, dass ich ein paar der Folgebände dann in Englisch gelesen habe, bis ich die Bücher irgendwann aus den Augen verloren habe. Zu meiner unglaublichen Freude hat sich jetzt der Second Chances Verlag dieser Geschichte angenommen und ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, wieder in diese Welt abtauchen zu dürfen. Natürlich hatte ich Angst, dass ich Dex und Sloane nicht mehr so gerne mag, aber Fehlanzeige, ich liebe die THIRDS genauso sehr wie damals.

Wie ich mich tatsächlich erinnern konnte, lernen wir als erstes Dex kennen. Nachdem er einen seiner Kameraden von der Polizei wegen eines Verbrechens überführt hat, sein Freund mit ihm Schluss macht und er letztlich seinen heißgeliebten Job als Detective verliert, landet er bei den THIRDS. Einer aus Menschen und Gestaltwandlern gleichermaßen bestehenden Organisation, die gegen Verbrechen aller Art in Bezug auf die Wandler agiert. Dex ist superquirlig, extrovertiert, laut und ein wenig schräg. Doch er hat auch ein gigantisches Herz, ist clever und einfallsreich und somit das perfekte Gegenstück zum anfangs mürrischem Sloane.

Sloane Brodie, ist als einer der führenden Gestaltwandler weiß Gott schon einschüchternd genug. Doch seine Freundschaften zu den anderen Mitgliedern der Gruppe, der Verlust seines ehemaligen Freundes und sein verstecktes Nerd-Dasein machen ihn unfassbar liebenswert. Seine Charakterentwicklung, und gerade seine sich wandelnden Gefühle für Dex konnten mich immer wieder begeistern, wie auch frustrieren.

Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, doch ich liebe das Worldbuilding. Gestaltwandler kommen meiner Meinung nach ohnehin in zu wenigen Büchern vor, doch die hier erzählte Geschichte kann mich rundum überzeugen und faszinieren. Die Kombination aus Urban Fantasy und unserer normalen Welt funktioniert in meinen Augen ganz hervorragend, da sie auch reelle Themen, wie offene Anfeindungen, Gott-Komplexe oder Mutter Naturs Launen aufgreift, ohne den Bezug zur Realität aus den Augen zu verlieren.

Der Schreibstil ist nicht nur wunderbar verständlich und flüssig, nein gerade der Humor und die sarkastischen Dialoge konnten mich immer wieder verzaubern. Die Gespräche und dadurch auch die Charaktere sind herrlich lebensecht und authentisch, jeder von ihnen ist facettenreich und liebenswert.

Ich warte bereits jetzt sehnsüchtig auf das Neuerscheinen des zweiten Bandes bzw. Habe darauf gewartet, als ich diese Rezension geschrieben habe, upsi? – selbst, wenn ich diesen bereits kenne. Ich hoffe und bete, dass der jetzige Verlag alle Teile der Reihe übersetzt, denn ich werde wahrscheinlich jedes einzelne kaufen und lieben.


Fazit

Humorvoll, actionreich und mit einem riesigen, verrückten Haufen an liebenswerten Charakteren musste ich dieses Buch einfach lieben. Euch kann ich dieses Buch – und mit Sicherheit ebenso die ganze Reihe aus tiefstem Herzen empfehlen!

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2025

3,5 Sterne - Toller Humor, der Rest geht so

The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy - Wie man sich (nicht) in seinen Erzfeind verliebt
0

Cover

(Bezogen auf die Sonderausgabe der Bücherbüchse)

Ich liebe es! Und ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich mich für diese Sonderedition entschieden habe, denn diese gefällt mir viel besser als ...

Cover

(Bezogen auf die Sonderausgabe der Bücherbüchse)

Ich liebe es! Und ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich mich für diese Sonderedition entschieden habe, denn diese gefällt mir viel besser als die Verlagsausgabe. Gerade die Darstellung der beiden Protagonisten gefällt mir besonders gut.


Meine Meinung

Während ich noch gezögert habe diesem nächsten bekannten Buch eine Chance zu geben, bin ich online bereits auf ganz unterschiedliche Meinungen dazu gestoßen.

Einen Punkt, den ich schon bei vielen anderen Rezensierenden gesehen habe und der mir persönlich aus dem Herzen spricht ist der Schreibstil, mit dem ich bis zum Schluss überhaupt nicht warm geworden bin. Die Mischung aus unaussprechlichen Wörtern, Auriennes hochgestochener Redensart und den vielen, vielen komplizieren Beschreibungen aus Wissenschaft und der Medizin haben mir irgendwann den Rest gegeben. Ich konnte das Buch zu keinem Zeitpunkt wirklich flüssig lesen und habe ziemlich früh aufgegeben jedes Wort richtig aussprechen zu wollen.

Allerdings – und das schafften in den letzten Jahren nicht mehr allzu viele Bücher – gab es ebenso viele Momente, die mich zum Lachen und zum Schmunzeln bringen konnten. Der verbale Schlagabtausch zwischen Aurienne und Osric traf immer wieder genau meinen Humor, war herrlich amüsant und ich weiß schon, dass ich diesen beißenden Sarkasmus in anderen Geschichten vermissen werde.

Ich bin überhaupt kein Fan davon, dass ich mir Informationen zu einem Buch aus einem angehängten Glossar heraussuchen muss. Als Beispiel: Viele der Menschen dieser Welt haben sich freiwillig Orden angeschlossen – warum das so ist, woher diese Orden kommen, die genaue Bedeutung dieser wird im Buch selbst so gut wie gar nicht erklärt. Für mich hat es wenig mit Worldbuilding zu tun, wenn ich meine Leser*innen dazu zwinge sich ihre Informationen selbst zusammen zu suchen, statt diese im geschriebenen Wortlaut selbst und hautnah mitzuerleben. Es gibt durchaus interessante und fesselnde Themen, die allerdings durch das höchst wissenschaftliche Gequassel für mich schlecht, bis gar nicht zu verstehen waren. Ich weiß nicht, ob die Autorin selbst aus dem Bereich der Medizin o. ä. stammt, aber für zukünftige Werke, sollte sie vielleicht bedenken, dass nicht jeder von uns sich auf wissenschaftlichem Terrain bewegt.

Ich fand die beiden Protagonisten ganz in Ordnung. Aurienne war super festgefahren in ihren Verhaltensweisen, supereintönig in ihrem Verhalten und insgesamt für mich einfach zu streif und irgendwie emotionsarm. Gerade ihre Behandlung der erkrankten Kinder, ihr späteres Interesse an Osric oder allgemein an Menschen war furchtbar langatmig zu lesen. Außerdem merkt man sehr schnell, dass sie in Osric nur sehen will, was sie möchte und nicht was tatsächlich da ist. Osric mochte ich einen kleinen Ticken lieber als Aurienne, wenngleich es ihm ebenso an Tiefgang mangelt. Osric ist wunderbar sarkastisch und gemeingefährlich, doch ich hätte mir gewünscht, dass er seine eigenen Intentionen mal hinterfragt. Auch sein eigenes Leben bleibt vergleichsweise flach und unzulänglich dargestellt. Gerade das Voranschreiten seiner Krankheit bot viel Potenzial ihm andere Gefühlsschichten, wie aussagekräftige Verzweiflung und Hoffnung zu geben, die zwar vorhanden waren, aber nicht ausgeprägt genug.

Inhaltich passiert in diesem Buch leider nicht allzu viel. Wir drehen uns thematisch und emotional viel im Kreis. Es gibt wenig echte Spannung, wenig Dramatik, was merkwürdig ist, denn es gäbe durchaus genug Gelegenheiten die Geschichte in Schwung zu bringen. Mich motiviert das Ende gar nicht weiterzulesen und um ehrlich zu sein hätte ich einen guten Cliffhänger sehr gerne gesehen. Ich weiß noch nicht, ob ich diese Reihe weiterverfolge, tendiere aber derzeit eher zu nein.


Fazit

Trotz des herrlichen Humors und einer faszinierenden Grundidee können weder der Schreibstil, die Protagonisten noch das Worldbuilding überzeugen. Wirklich schade.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere