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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2026

Spannender Kriminalfall im Berlin von 1936

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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Regina Stürickow hat mich mit ihrem großartigen Kriminalroman ‘Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm‘ in Atem gehalten durch ihre fesselnde Art eine Geschichte zu präsentieren, die einer historischen ...

Regina Stürickow hat mich mit ihrem großartigen Kriminalroman ‘Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm‘ in Atem gehalten durch ihre fesselnde Art eine Geschichte zu präsentieren, die einer historischen polizeilichen Akte entstammt und fiktional erzählt wird. Den Protagonisten, ein sympathischer, dem Zeitgeist entsprechend gezeichneter Kommissar, hat es tatsächlich gegeben. Auf seinen Spuren zu wandeln und dabei Einblicke in das historische Berlin zu bekommen, hat mir sehr großen Spaß gemacht. Immer wieder habe ich recherchiert, welche Veränderungen es zum heutigen Stadtbild gibt und wie es sich einst präsentiert hat. Auch die gesellschaftspolitischen Darstellungen ließen mich tief eintauchen in die Geschichte der Stadt Berlin, in der ich lebe.
Es ist eine Fortsetzungsreihe, die allerdings unabhängig voneinander gelesen werden kann. Es wird nicht mein letzter Roman aus dieser Serie sein, der mich in seinen Bann ziehen wird, denn ich bin neugierig geworden auf mehr.
Wer gern auf den Spuren vergangener Zeiten wandelt, spannende Unterhaltung zum Miträtseln sucht und dabei historisch fundierte Fakten schriftstellerisch gekonnt verarbeitet mag, ist hier bestens aufgehoben und erhält garantierten Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Gefährliche Farben

Die Farbe des Bösen
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Ralf H. Dorweiler hat mich mit seinem Kriminalroman ‘Die Farbe des Bösen‘ mächtig in Atem gehalten. Bereits im Prolog, in dem Bente um ihr Leben rennt und vor ihrem gewalttätigen Ehemann flüchtet, betritt ...

Ralf H. Dorweiler hat mich mit seinem Kriminalroman ‘Die Farbe des Bösen‘ mächtig in Atem gehalten. Bereits im Prolog, in dem Bente um ihr Leben rennt und vor ihrem gewalttätigen Ehemann flüchtet, betritt ein fürchterlich zugerichtetes Opfer die Bühne des Geschehens. Hier beginnt das große Rätselraten um eine Serie von Morden, wobei es dem Autor vortrefflich gelingt, unverhoffte Details ins Spiel zu bringen, die mich immer wieder aufforderten, neu zu denken. Es ist eine atmosphärisch sehr dichte Geschichte, die in das politische und industrielle Geschehen Hamburgs im Jahre 1887 eintaucht. Sozialdemokratischen Bestrebungen in der Stadt werden verfolgt und unterdrückt, der Kampf um menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen im Keim erstickt. Doch das Volk begehrt auf und seine Forderungen nach rechtswirksamen Arbeitsverträgen bekommen einen unüberhörbaren Ton der Dringlichkeit.
Während Kommissar Hermann Rieker sich diesem Fall nur mit sehr deutlichen Worten gegenüber seinem Vorgesetzten annehmen darf, ermittelt die Tochter des Richters Johanna Ahrens in äußerst gefährlicher Mission und bringt dabei sich und andere in ungeahnte Gefahr, in eine brisante Lange, die scheinbar aussichtslos scheint.
Mir gefällt der lebendige Schreibstil mit einer unglaublichen Sogwirkung, der den Zeitgeist für mich sehr authentisch wiedergibt. Schon der Gebrauch und die Schreibweise der Berufsbezeichnungen führte mich automatisch in eine vergangene Welt, die in ihrer Komplexität der Alltagsgeschehnisse wirkungsvoll in Szene gesetzt ist. Es macht einfach Spaß den Protagonisten zu folgen, mit ihnen zu ermitteln und dabei in ein Wechselbad der Gefühle zu geraten.
Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Fortsetzungsreihe um Rieker und Ahrens, kann jedoch ohne Kenntnis der vorangegangenen Geschichte gelesen werden. Zum Schluss lässt es sich der Autor jedoch nicht nehmen, neugierig auf das weitere Geschehen zu machen durch Andeutungen, die spannende Entwicklungen um die Protagonisten versprechen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Zeit des Abschieds

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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‘Wenn die Kraniche nach Süden ziehen‘ von Lisa Ridzén erzählt die unglaublich bewegende Geschichte von Bosse Anderson, einem Mann von 89 Jahren, der seine an Demenz erkrankte Frau Fredrika in ein Pflegeheim ...

‘Wenn die Kraniche nach Süden ziehen‘ von Lisa Ridzén erzählt die unglaublich bewegende Geschichte von Bosse Anderson, einem Mann von 89 Jahren, der seine an Demenz erkrankte Frau Fredrika in ein Pflegeheim geben musste, weil er selbst nicht mehr ohne Hilfe seinen Alltag bewältigen kann. Hans, sein Sohn, versucht ihm das Leben so angenehm wie nur irgend möglich zu gestalten, besucht seinen Vater mehrfach in der Woche, versorgt ihn mit Lebensmitteln. Engagierte Pflegkräfte kümmern sich mehrmals am Tag um sein leibliches Wohl, die Hygiene und natürlich auch um den Haushalt. Doch Bo erkennt nur schwerlich die Zeichen der Zeit, vergräbt sich hinter seinen Erinnerungen aus der Vergangenheit seines Lebens, reagiert mit Unverständnis auf die helfenden Hände.
Die Autorin gibt ein herzzerreißendes Zeugnis der letzten Tage und Wochen eines Mannes wieder, der seine Gefühle in der ihm eigenen Gedankenwelt zum täglichen Geschehen und den Erinnerungen an sein gelebtes Leben zum Ausdruck bringt, in seiner ihm ganz allein gehörenden Welt verweilt. Es ist tief berührend diesen Emotionen zu folgen und im Gegensatz dazu die kurzen medizinischen Berichte einzuordnen. Ehrlich und schmerzlich zugleich ist die Zeit des Abschiednehmens dargestellt, vermittelt in ihrer Intensität eine Sogwirkung beim Lesen und dem anschließenden Verarbeiten.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Suche nach der Wahrheit

Der unsichtbare Elefant
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Mich hat zunächst das auffallend minimalistische Cover angesprochen und die Leseprobe machte mich schließlich neugierig.
Mit dem Freitod des Anwalts einer renommierten international tätigen Kanzlei Thomas ...

Mich hat zunächst das auffallend minimalistische Cover angesprochen und die Leseprobe machte mich schließlich neugierig.
Mit dem Freitod des Anwalts einer renommierten international tätigen Kanzlei Thomas Siebenmorgen, der vor den Augen seiner schockierten Kollegin Maria geschieht, entwickelt sich mit der Untersuchung des tragischen Unglücksfalles durch Simon aus der Chefetage und Victor vom Kriseninterventionsteam eine vielschichtige Geschichte, die sich durch überraschende Wendungen, eine dynamische Erzählweise und einen sehr interessanten Hintergrund auszeichnet. Die Auswirkungen generationsübergreifender Geschehnisse, deren Ursprung in der Zeit des Nationalsozialismus zu finden ist, zeigen welche verheerenden Folgen sich daraus entwickeln können, die eine psychische Belastung nachfolgender Familienmitglieder hervorruft, unaushaltbar erscheinen lässt und welche ungeahnten persönlichen Zusammenhänge der Darsteller im Laufe der Ermittlungen ans Licht gebracht werden.
Die Charaktere der drei Protagonisten sind detailreich ausgearbeitet, der Schreibstil leicht und flüssig, so dass man eine regelrechte Sogwirkung beim Lesen des Romans ‘Der unsichtbare Elefant‘ von Max A. Edelmann verspürt und gern tiefer in die Erzählung hineintaucht. Es werden wichtige Themen wie Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, psychische Belastung, Darstellung menschlicher Abgründe und die Suche nach einer erklärenden Wahrheit aufgegriffen, unterhaltsam verarbeitet.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Familienbande

Die verlassene Tochter
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Soraya Lane präsentiert mit ‘Die verlassene Tochter‘ einen weiteren berührenden, herzergreifenden Roman aus ihrer Bestseller-Serie ‘Die verlorenen Töchter‘. Ich konnte tief eintauchen in eine Geschichte, ...

Soraya Lane präsentiert mit ‘Die verlassene Tochter‘ einen weiteren berührenden, herzergreifenden Roman aus ihrer Bestseller-Serie ‘Die verlorenen Töchter‘. Ich konnte tief eintauchen in eine Geschichte, die über drei Generationen hinweg erzählt wird und mich in fesselnder Spannung gehalten hat. In zwei Erzählsträngen verfolgen wir die Schicksale der ihrer Familientradition verbundenen Valentina, die eine Ranch in Argentinien besitzt und von Rose, die gerade ihre Mutter verloren hatte, in London lebt und nun ein sonderbares Erbe antreten soll. Unsicher, ob sie diesem Angebot nachgehen soll, berät sich Rose zunächst mit ihrer besten Freundin und beschließt doch zu erkunden, was sie erwartet. In einer ihr völlig fremden Welt begegnet sie Benjamin, einem jungen attraktiven Mann, dessen Familie schon über Generationen auf der Farm als Verwalter lebt.
Es ist spannend und gleichzeitig sehr berührend mit den Protagonisten eine Familiengeschichte zu verfolgen, die ihre tragischen Zeiten überstehen musste und mit viel Mut und innerer Stärke ihre Rechte erkämpfte. Dabei werden gesellschaftliche Regeln in den Mittelpunkt der Handlung gestellt, die ein vielschichtiges Bild widerspiegeln.
Das Buch kann unabhängig von den anderen der Serie gelesen werden, da es in sich abgeschlossene Geschichten sind.

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