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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2025

Der süße Geschmack des Sommers

Erdbeersommer mit Aussicht
3

Anna Bonacina entführt uns in ihrem Roman ‘Erdbeersommer mit Aussicht‘ in das kleine, liebenswerte italienische Dörfchen Tigliobianco und macht uns bekannt mit einer charmanten Gemeinschaft an Bewohnern, ...

Anna Bonacina entführt uns in ihrem Roman ‘Erdbeersommer mit Aussicht‘ in das kleine, liebenswerte italienische Dörfchen Tigliobianco und macht uns bekannt mit einer charmanten Gemeinschaft an Bewohnern, die so manche menschliche Stärke aber auch Schwäche bedienen. Die Charaktere besitzen eine verblüffende Authentizität, die eine starke Sogwirkung beim Lesen erzeugen mitten hinein ins lebhafte Geschehen. Die Geschichte hat mir immer wieder ein Lächern ins Gesicht gezaubert, aber ich musste auch an der ein oder anderen Stelle die Stirn runzeln. Denn wie im richtigen Leben gab es Intrige und Tratsch neben überwiegend freundlichen und hilfsbereiten Mitmenschen.
Im Mittelpunkt der Begebenheit steht die erfolgreiche Schriftstellerin von Liebesromanen Priscilla, die ihren Wohnsitz in Venedig hat und wegen einer Schreibflaute die Ruhe der abgeschiedenen Idylle sucht. Viel zu schnell wissen alle im Dorf Bescheid, welche Berühmtheit hinter den hohen Mauern das herrschaftliche Anwesen bewohnt. Auch Cesare dem Frauenschwarm und Schönheitschirurg entgeht diese Tatsache nicht. Nun wird es verworren, denn Cesare ahnt nicht, dass er eine heimliche Verehrerin hat. Und da gibt es ja auch noch das alljährliche Fest Gara Fragolina, zu dem der beste Erdbeerkuchen prämiert wird. Das gut behütete Rezept allerdings, welches mit dem Ableben der erfolgreichen Bäckerin spurlos verschwunden ist, erhitzt so manches Gemüt, erzeugt schlaflose Nächte auf der Suche nach der heiß begehrten Anleitung zur Zubereitung.
Turbulent und leidenschaftlich geht es zu in diesen Tagen in einer zauberhaften landschaftlichen Kulisse und mit fantastischen Erdenbürgern.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 07.05.2025

Dramatische Herausforderungen

Night Road – Der Sommer unseres Lebens
0

Kristin Hannah spricht in ihrem Roman ‘Night Road – Der Sommer unseres Lebens‘ Themen wie Drogen, Sucht, Alkoholmissbrauch, Tod, Trauer aber auch Freundschaft, Liebe und den Wunsch nach Vergebung an. Dabei ...

Kristin Hannah spricht in ihrem Roman ‘Night Road – Der Sommer unseres Lebens‘ Themen wie Drogen, Sucht, Alkoholmissbrauch, Tod, Trauer aber auch Freundschaft, Liebe und den Wunsch nach Vergebung an. Dabei baut sie in ihrer meisterhaft erzählten Geschichte ihre Charaktere so lebensnah, dass man glaubt Teil des Geschehens zu sein und unweigerlich hineingezogen wird in eine bewegende Tragödie, an denen Herzen zerbrechen.
Es ist der letzte Sommer bevor sich die Wege von Mia, Zach und Lexi nach ihrem Schulabschluss trennen werden. Mia und Zach sind Zwillinge und wachsen wohlbehütet in der Nähe von Seattle auf. Lexi kommt aus problematischen Verhältnissen, freundet sich mit Mia und Zach an und wird liebevoll in der Familie Farraday aufgenommen. Besonders Jude, die Mutter der Zwillinge, ist glücklich über diese Beziehung, da Mia immer Schwierigkeiten hatte Freundschaften zu knüpfen. Nach einer Nacht, in der viel Alkohol geflossen ist, kommt es zu einer folgenschweren Tragödie, die Entscheidungen fordert und den Weg nach Vergebung über die Liebe suchen.
Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Auf der Suche nach dem Glück im Leben

Die Frau hinter der Bühne
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Mairéad Sweeney ist neugierig auf dieses große, faszinierende London. Hier sucht sie ihr ganz privates Glück fernab der Heimat, die in einer kleinen irischen Gemeinde liegt. Um sich ihrem großen Traum ...

Mairéad Sweeney ist neugierig auf dieses große, faszinierende London. Hier sucht sie ihr ganz privates Glück fernab der Heimat, die in einer kleinen irischen Gemeinde liegt. Um sich ihrem großen Traum zu nähern, nimmt sie viele Überstunden, die ständige Angst nicht zu genügen, lange Fahrzeiten zur Arbeit und einen ihr eher unliebsamen Job, der ihr oberflächlich erscheint und keine Erfüllung bringt, in Kauf. Ihr großes Ziel ist es, Regie an einem Theater zu führen, erfolgreiche Stücke publikumswirksam umzusetzen. Im Arbeitsalltag zeigt sich sehr deutlich, wie ihre Träume wahr werden könnten. Doch es widerstrebt ihr ausgenutzt als Frau zu werden, um in ihrer Karriere voranzukommen. Denn genau dieses Gefühl eher als Objekt und nicht als Person behandelt zu werden, diese matriarchalischen Machtansprüche gegenüber Frauen, hat sie fliehen lassen aus ihrem Zuhause. Unterbewusst nimmt sie wahr, dass dieser Generationenkonflikt in ihrer Familie durch traurige Demütigungen belastet ist.
Elaine Garvey zeichnet in ihrem Debütroman ‘Die Frau hinter der Bühne‘ das Bild einer jungen Frau, die klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Laufbahn zu haben scheint. Doch der Alltag lehrt sie die Realität, in der sie steckt, auf schmerzliche Weise. Einfühlsam, mit einem zum Teil sehr rebellischen Schreibstil, nimmt die Autorin gesellschaftskritisch das traditionelle Geschlechterbild unter die Lupe und stellt diesem das Aufbegehren einer neuen Generation entgegen. Dabei werden wir nicht nur mit den traditionellen Verhaltensweisen der irischen Landbevölkerung vertraut gemacht, sondern stoßen auch auf männliches Imponiergehabe.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Verzwickte Ermittlungen

Die Meranerin
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Von den beiden Ermittlern Lukas Farner und Giovanni Terranostra kann man nicht gerade behaupten das sie sich besonders sympathisch finden, ganz im Gegenteil. So kommt es bei der Arbeit immer wieder zu ...

Von den beiden Ermittlern Lukas Farner und Giovanni Terranostra kann man nicht gerade behaupten das sie sich besonders sympathisch finden, ganz im Gegenteil. So kommt es bei der Arbeit immer wieder zu unliebsamen Spannungen. Doch es hilft alles nichts, der aktuelle Mordfall um die Schauspielerin Silvia Berger erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit und die von beiden Seiten verhasste Zusammenarbeit. Während die Untersuchungen mit dem noch fehlenden Tatmotiv beginnen, gibt es immer mehr Tatverdächtige und der Fall gestaltet sich äußerst schwierig, herausfordernd.
Im vierten Fall der Meran-Krimi-Serie präsentiert Siegfried Schneider in gewohnt ruhiger, unterhaltender aber trotzdem spannender Art eine Geschichte mit Sogwirkung in der immer wieder spektakulär in Szene gesetzten Meraner Kulisse. Die Polizeiarbeit wirkt professionell mit authentischen Charakteren und unverhofften Wendungen. Bis zum Schluss bleibt es eine Geschichte, die fesselt und mich gepackt hat.
Es ist überhaupt kein Problem mit diesem Band ins Geschehen einzusteigen. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen. Außerdem enthält das Buch ein gut sortiertes Namenregister und hilfreiche Anmerkungen einerseits zum besseren Verständnis des Geschehens andererseits zu erwähnten Personen und Sachverhalten.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Typisch irisch

Der Junge aus dem Meer
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Ambros, der Fischer, und seine Frau Christine leben an der Nordwestküste Irlands in Donegal, was soviel wie ‘Die Festung der Fremden‘ bedeutet. Sie führen ein bescheidenes Leben, welches ihnen der Fischfang ...

Ambros, der Fischer, und seine Frau Christine leben an der Nordwestküste Irlands in Donegal, was soviel wie ‘Die Festung der Fremden‘ bedeutet. Sie führen ein bescheidenes Leben, welches ihnen der Fischfang mit einem kleinen Boot ermöglicht. Als Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts an der Küste in einem Fass ein Findelkind aufgefunden wird, nehmen sich die beiden des Babys an, nennen es Brendan. Declan, ihr eigener zweijähriger Sohn reagiert eifersüchtig auf den Eindringling und lässt ihn seine Abneigung jahrelang spüren.
Garret Carr stellt in seinem Roman ‘Der Junge aus dem Meer‘ das entbehrungsreiche, harte Leben einer irischen Gemeinde, deren Familien größtenteils vom Meer leben, in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Neben familiären Zwistigkeiten wird der gesellschaftliche Wandel betrachtet, der durch die europäische Vereinigung die Fischfanggebiete öffnet und die Menschen damit in arge finanzielle Bedrängnis und Not wirft. Der Autor gibt den wortkargen, naturverbundenen Menschen abseits der industriell hochentwickelten Regionen Europas eine Stimme, macht ihre Lebenssituation im Kampf ums tägliche Überleben deutlich und beschreibt den immerwährenden Kampf mit den Naturgewalten sehr eindrücklich.
Für alle Irlandfans und solche, die es werden wollen, ist dieser Roman ein großes Lesevergnügen.

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