Zwei ungleiche Schwestern
Evie ist die jüngere Schwester von Liv. Die Mädchen sind langersehnte Wunschkinder des Ehepaars Muir. Doch Liv zeigt von Beginn ihres Lebens an sehr eigenwillige, distanzierende Verhaltensweisen, die sich ...
Evie ist die jüngere Schwester von Liv. Die Mädchen sind langersehnte Wunschkinder des Ehepaars Muir. Doch Liv zeigt von Beginn ihres Lebens an sehr eigenwillige, distanzierende Verhaltensweisen, die sich im Laufe der Zeit immer stärker ausprägen. Sie ist eifersüchtig auf Evie, weil sie sich von den Eltern zu wenig beachtet fühlt. Leider vermögen es sowohl die Mutter als auch der Vater nicht, in diese charakterlichen Entwicklungen ihrer ältesten Tochter regulierend einzugreifen, um frühzeitig Dissonanzen auszuschalten und ein gesundes geschwisterliches Verhältnis aufzubauen. Schließlich kommt es zu einer riesigen Katastrophe mit verheerenden Folgen, die das Zusammenleben entscheidend verändern. Evie entflieht mit gerade einmal achtzehn Jahren diesen für sie untragbaren Verhältnissen und kehrt erst nach zwei Jahrzehnten als der Vater im Sterben lag zurück in ihre Heimat, zurück auf die Orkneyinseln, wo jede Menge Klärungsbedarf aufkommt.
Lorraine Kelly vermag es in ‘Die Inselschwimmerin‘ eine Familientragödie spannend und unterhaltsam zugleich in Szene zu setzen, die mich sehr fasziniert hat. Neben den wunderschönen bildhaften Landschaftsbeschreibungen gibt sie ihren Charakteren eine große Intensität und Ausdrucksstarke. Freundschaftlicher Zusammenhalt verweist auf eine liebenswerte Wesensart der einheimischen Bevölkerung. Die Autorin reißt wichtige Themen an, wie Neid, Hass, Verlogenheit aber auch Homosexualität, Alkoholismus und Drogensucht die einen gewaltigen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen im alltäglichen Leben haben können.