Profilbild von MEERBLICK

MEERBLICK

Lesejury Star
offline

MEERBLICK ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MEERBLICK über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

Verzwickte Ermittlungen

Die Meranerin
0

Von den beiden Ermittlern Lukas Farner und Giovanni Terranostra kann man nicht gerade behaupten das sie sich besonders sympathisch finden, ganz im Gegenteil. So kommt es bei der Arbeit immer wieder zu ...

Von den beiden Ermittlern Lukas Farner und Giovanni Terranostra kann man nicht gerade behaupten das sie sich besonders sympathisch finden, ganz im Gegenteil. So kommt es bei der Arbeit immer wieder zu unliebsamen Spannungen. Doch es hilft alles nichts, der aktuelle Mordfall um die Schauspielerin Silvia Berger erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit und die von beiden Seiten verhasste Zusammenarbeit. Während die Untersuchungen mit dem noch fehlenden Tatmotiv beginnen, gibt es immer mehr Tatverdächtige und der Fall gestaltet sich äußerst schwierig, herausfordernd.
Im vierten Fall der Meran-Krimi-Serie präsentiert Siegfried Schneider in gewohnt ruhiger, unterhaltender aber trotzdem spannender Art eine Geschichte mit Sogwirkung in der immer wieder spektakulär in Szene gesetzten Meraner Kulisse. Die Polizeiarbeit wirkt professionell mit authentischen Charakteren und unverhofften Wendungen. Bis zum Schluss bleibt es eine Geschichte, die fesselt und mich gepackt hat.
Es ist überhaupt kein Problem mit diesem Band ins Geschehen einzusteigen. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen. Außerdem enthält das Buch ein gut sortiertes Namenregister und hilfreiche Anmerkungen einerseits zum besseren Verständnis des Geschehens andererseits zu erwähnten Personen und Sachverhalten.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

Typisch irisch

Der Junge aus dem Meer
0

Ambros, der Fischer, und seine Frau Christine leben an der Nordwestküste Irlands in Donegal, was soviel wie ‘Die Festung der Fremden‘ bedeutet. Sie führen ein bescheidenes Leben, welches ihnen der Fischfang ...

Ambros, der Fischer, und seine Frau Christine leben an der Nordwestküste Irlands in Donegal, was soviel wie ‘Die Festung der Fremden‘ bedeutet. Sie führen ein bescheidenes Leben, welches ihnen der Fischfang mit einem kleinen Boot ermöglicht. Als Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts an der Küste in einem Fass ein Findelkind aufgefunden wird, nehmen sich die beiden des Babys an, nennen es Brendan. Declan, ihr eigener zweijähriger Sohn reagiert eifersüchtig auf den Eindringling und lässt ihn seine Abneigung jahrelang spüren.
Garret Carr stellt in seinem Roman ‘Der Junge aus dem Meer‘ das entbehrungsreiche, harte Leben einer irischen Gemeinde, deren Familien größtenteils vom Meer leben, in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Neben familiären Zwistigkeiten wird der gesellschaftliche Wandel betrachtet, der durch die europäische Vereinigung die Fischfanggebiete öffnet und die Menschen damit in arge finanzielle Bedrängnis und Not wirft. Der Autor gibt den wortkargen, naturverbundenen Menschen abseits der industriell hochentwickelten Regionen Europas eine Stimme, macht ihre Lebenssituation im Kampf ums tägliche Überleben deutlich und beschreibt den immerwährenden Kampf mit den Naturgewalten sehr eindrücklich.
Für alle Irlandfans und solche, die es werden wollen, ist dieser Roman ein großes Lesevergnügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

Auf den Spuren einer deutsch-italienischen Familiengeschichte

Amore in italiano
0

Tabea Koenig präsentiert in ‘Amore in italiano‘ eine ergreifende Geschichte, die sowohl die Einsamkeit im Herzen durch Ausgrenzung aber auch den Verlust durch den Tod und schließlich den Weg zurück in ...

Tabea Koenig präsentiert in ‘Amore in italiano‘ eine ergreifende Geschichte, die sowohl die Einsamkeit im Herzen durch Ausgrenzung aber auch den Verlust durch den Tod und schließlich den Weg zurück in die Normalität des Lebens widerspiegelt. Authentische Charaktere zeichnen ein Bild des Alltagslebens um die Jahrtausendwende mit geschickt eingebauten Rückblenden in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, in der die Autorin die schmerzliche Lebensgeschichte eines jungen Mannes, dem Großvater der Familie, unterhaltend in bewegender Weise gespickt mit sehr interessanten Details vorherrschender gesellschaftlicher Normen erzählt.
Lucia, Mutter zweier Töchter im Teenageralter, steht kurz vor der Scheidung und hat vor knapp einem Jahr ihre warmherzige, geduldige Mutter Christina verloren. Alberto, ihr Vater und ihr Bruder leben gemeinsam mit Lucias Familie in einem Haushalt. Die Gefühlslage ist äußerst angespannt und so kommt es nach einer wortgewaltigen Auseinandersetzung bezüglich der geplanten Urlaubsreise nach Italien zu einer kurzentschlossenen Handlungsweise, die für alle Familienmitglieder einschneidende Veränderungen in ihrer Verhaltens- und Gedankenstruktur untereinander haben wird. Alberto begibt sich mit seinem Sohn allein auf Reisen ins Bella Italia, so wie er es seiner Frau auf dem Sterbebett versprochen hat, bricht auf, um auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln. Lucia ist außer sich und folgt mit ihren Kindern, in der Hoffnung die Beiden zu finden. Für alle beginnt nun eine unverhoffte Tour unglaublicher Erkenntnisse.
Es ist eine Familiengeschichte, die für viele Gastarbeiter in Deutschland jener Zeit steht, die schmerzliche Themen aufgreift, sie verarbeitet und optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Eine Geschichte, die die Schönheit der italienischen Landschaften, ihre Kultur und die Menschen in den Mittelpunkt stellt und trotz aller Tragik eine lesenswerte Sommerlektüre der besonderen Art bereithält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2025

Eine Geschichte, die Mut macht

Alice und das Blau des Wassers
0

Ausgerechnet an ihrem neunundvierzigsten Geburtstag, der auch gleichzeitig ihr Hochzeitstag ist, muss Alice eine schreckliche Wahrheit schmerzlich erfahren. Ihr Mann Michael hat ein Verhältnis mit ihrer ...

Ausgerechnet an ihrem neunundvierzigsten Geburtstag, der auch gleichzeitig ihr Hochzeitstag ist, muss Alice eine schreckliche Wahrheit schmerzlich erfahren. Ihr Mann Michael hat ein Verhältnis mit ihrer Kollegin und die erwartet ein Kind von ihm. Völlig geschockt von dieser Tatsache, die sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft, zieht sie sich in sich zurück und lässt das Leben ungelebt an sich vorbeiziehen. Einsam verbringt sie ihre Tage im Schockzustand in ihrem Einfamilienhaus in Hamburg, aus dem Michael noch am gleichen Tag ausgezogen ist, bis ihre Tochter sie auf die Idee bringt durch einen Haustausch und dem damit verbundenen Luftwechsel, neue Kraft zu schöpfen. Und so verbringt Alice ein halbes Jahr auf einer Kanalinsel, lernt Menschen kennen, die ihr eine andere Sicht auf das Leben vermitteln und bekommt neuen Lebensmut und Abstand zu den frustrierenden Geschehnissen, macht sich Gedanken über sich und ihr vergangenes Leben, übernimmt Verantwortung.
‘Alice und das Blau des Wassers‘ von Katja Keweritsch ist ein Roman, der lebensnah mit authentischen Charakteren eine Geschichte erzählt, wie sie des Öfteren in unserer Gesellschaft passiert. Sie setzt sich auseinander mit verantwortlichem Handeln in einer Ehe, mit dem Abhängigkeitsverhältnis in einer Partnerschaft und dem Neuanfang nach dem Scheitern. Das sind schwere Themen, die die Autorin in eine lesenswerte, berührende Geschichte gepackt hat und Mut macht, hoffnungsvoll in eine erfüllte Zukunft zu blicken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2025

Auf der Suche nach Antworten

Tage wie Salzwasser
0

Atlanta ist eine sehr rationale Frau, die mitten im Leben steht und die sich ihre Welt mit Hilfe ihrer mathematischen Begabung und der Vorliebe für Zahlenreihen erklärt. In einen alarmierenden Schockzustand ...

Atlanta ist eine sehr rationale Frau, die mitten im Leben steht und die sich ihre Welt mit Hilfe ihrer mathematischen Begabung und der Vorliebe für Zahlenreihen erklärt. In einen alarmierenden Schockzustand versetzt sie die Nachricht vom Tod, einem Suizid, ihres stets fröhlichen Lebensgefährten Malte, während sie am Bahngleis stehend ihn im einfahrenden ICE erwartet. Sie bricht zusammen, muss versorgt werden. Auf dem Nachhauseweg kollidiert sie mit Enza. Aufopferungsvoll kümmert sich Enza um die Gestürzte, bemüht sich, ihr die notwendige Hilfe zu geben, denn Atlanta ist schwanger, erwartet ein Kind von Malte und befindet sich in einer verzweifelten Situation.
Enza wird ihrer schwerkranken Mutter einen Wunsch erfüllen und macht sich auf den Weg nach Sizilien, zu den Wurzeln ihrer Familie. In einer Art Kurzschlussreaktion schließt sich Atlanta ihr an. Es beginnt eine Reise für zwei Menschen, die sich völlig fremd sind und die sich erhoffen, Antworten auf wesentliche Fragen, die die Ereignisse des Alltags ihnen stellte, zu bekommen.
Sita Maria Frey erzählt in ihrem Roman ‘Tage wie Salzwasser‘ eine zu Herzen gehende Geschichte, die vom Chaos bohrender Gedanken bestimmt ist und gleichzeitig zwei völlig verschiedene Charaktere auf eine Tour schickt, die Wege für sich suchen, dem Leben einen Sinn zu geben und verloren gegangene Ideale zu hinterfragen. Sie werden vertraut gemacht mit sehr verschiedenen Lebensmodellen, die die Vielfalt von Lebensträumen widerspiegelt.
Lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere