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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Abgründiger und komplexer Kriminalroman

Waldmann
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Kommissar Hannes Waldmann hat noch immer nicht sein traumatisches Ereignis von vor sieben Jahren verarbeitet, wo seine Ehefrau auf einem Basar in Lagos spurlos verschwunden ist. Immer wieder bekommt er ...

Kommissar Hannes Waldmann hat noch immer nicht sein traumatisches Ereignis von vor sieben Jahren verarbeitet, wo seine Ehefrau auf einem Basar in Lagos spurlos verschwunden ist. Immer wieder bekommt er es mit Panikattacken zu tun, die ihn in schwierige Situationen bringen. Sein neuer Fall verlangt aber seinen vollen Einsatz. Eine spurlos verschwundene Ukrainerin führt ihn bei seinen Recherchen auf die Spur eines Menschenhändler-Rings, der skrupel- und erbarmungslos die Schwachen und auf Hilfe angewiesenen Personen mit Zwangsprostitution ausbeutet. Für alle Beteiligten steigt die Gefahr für das eigene Leben, je tiefer sie in den Morast der Verbrechen eintauchen...

Der deutsche Autor Thomas Ziebula konnte mich mit seinen Romanen bisher immer wieder begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk "Waldmann" gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in einem ansprechenden und bildreichen Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird mit dem traurigen Schicksal der ukrainischen Flüchtlinge sehr gut aufgebaut und über die nicht ganz einfachen und authentisch geschilderten Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die Hauptprotagonisten, in erster Linie Hannes Waldmann selber, werden sehr interessant gezeichnet und geben dem Buch neben dem brisanten Thema des Menschenhandels eine besondere Tiefe. Das fulminante Finale rundet den Fall mit einer nachvollziehbaren Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist Thoms Ziebula mit "Waldmann" ein außergewöhnlicher und intensiver Kriminalroman gelungen, der mich in erster Linie mit der in aller Klarheit und Härte aufgezeigten Thematik des Menschenhandels, den handelnden Personen und dem Erzähltalent des Autors überzeugen konnte. Ich würde mich über ein Weidersehen mit Hannes Waldmann freuen, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Beste Krimunterhaltung

Letzter Landler
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Im idyllischen Bad Aussee gastiert das Wiener Staatsopernballett und ausgerechnet zu diesem Anlass bekommt Gasperlmaier Besuch aus Kanada - die Schwiegereltern seines Sohnes sind angereist. Während er ...

Im idyllischen Bad Aussee gastiert das Wiener Staatsopernballett und ausgerechnet zu diesem Anlass bekommt Gasperlmaier Besuch aus Kanada - die Schwiegereltern seines Sohnes sind angereist. Während er noch mit seinen dürftigen Englischkenntnissen kämpft, wird die Harmonie abrupt gestört. Eine junge Musikerin wird nach der Aufführung tot aufgefunden. Dem Ermittlerteam offenbart sich zwischen Eitelkeiten, heimlichen Affären und möglichen Drogengeschäften so mancher Abgrund menschlicher Bestrebungen. Gasperlmaier, Emima und Dr. Kohlross müssen sich einem verzwickten Fall stellen, bei dem der hitzköpfige Kollege Kevin eher hinderlich wirkt...

"Letzter Landler" ist mittlerweile der dreizehnte Band um den unbeschwerten und mehr als sympathischen Ermittler Franz Gasperlmaier. Nachdem mich vorherige Fälle immer wieder begeistern konnten, bin ich mit einer hohen Erwartungshaltung in das neue Werk des österreichischen Autors Herbert Dutzler gestartet. Er erzählt die Geschichte in seinem gewohnt sehr harmonischen Mix aus Spannung und Humor, der weniger auf Dramatik, als auf ruhige Beobachtung und Dialogwitz setzt. Dabei verbindet er seinen feinsinnigen Humor und regionale Bodenständigkeit mit Gesellschaftskritik. Themen wie Frauenfeindlichkeit, Leistungsdruck und Drogenmissbrauch werden subtil, aber spürbar eingeflochten. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod der jungen Musikerin direkt zu beginn des Buches aufgebaut und über die lebendigen und auch ereignisreichen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht stets hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein sehr clever inszenierter Kriminalfall, der mich bis zum gut nachvollziehbaren Finale in den Bann ziehen konnte. Sehr gut gefallen hat mir auch die Weiterentwicklung der Protagonisten, die mit ihrer interessanten Charakterisierung zum Gelingen des Kriminalromans beitragen.

Insgesamt ist "Letzter Landler" für mich die gelungene Fortsetzung einer mehr als unterhaltsamen Krimireihe, die mit liebgewonnenen Protagonisten, verzwickten Fällen, Humor und Spannung, sowie dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig auch mit den vollen fünf von fünf Sternen

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Fesselnde Reise in die Nachkriegszeit

Im Schatten der Ruinen
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Berlin steht noch in der Schockstarre des beendeten Weltkriegs. Die Bevölkerung kämpft in den Ruinen der Stadt ums Überleben, was aufgrund des Schwarzmarktes und den damit einhergehenden Wucherpreisen ...

Berlin steht noch in der Schockstarre des beendeten Weltkriegs. Die Bevölkerung kämpft in den Ruinen der Stadt ums Überleben, was aufgrund des Schwarzmarktes und den damit einhergehenden Wucherpreisen für Lebensmittel immer herausfordernder wird. Eine ehemalige Wehrmachtseinheit geht hier immer skrupelloser vor, um scheinbar die Vorherrschaft an dem lukrativen Markt zu gewinnen. Der amerikanische Captain Matthew Wallet wurde abberufen, die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Er nutzt die Ortskenntnis und den Mut des zwölfjährigen Heiner für seine Zwecke und kann erste Erfolge feiern, aber Heiner ist plötzlich untergetaucht und sowohl Matthew, als auch die Mutter Klara machen sich große Sorgen...

Ich mag spannende Geschichte mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund, so dass ich mich sehr auf den Thriller "Im Schatten der Ruinen" vom deutschen Autor Peter Klisa gefreut habe. Er erzählt die Geschichte in einem temporeichen und sehr bildreichen Schreibstil, der die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führt. Der Spannungsbogen wird über die Ereignisse der besonderen Zeit und den Ermittlungen am pulsierenden Schwarzmarkt sehr gut aufgebaut und über die packenden Ermittlungsarbeiten stets auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein sehr spannendes und immer komplexer erscheinendes Szenario, welches das Buch für mich zu einem echten Page-Turner machte. Die historischen Fakten wirken sehr gut recherchiert und Peter Klosa gelingt es aus meiner Sicht hervorragend, die Angst und Verzweiflung der Zeit einzufangen und in die Story zu integrieren. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale, welches durchaus die Hoffnung auf einen möglichen Nachfolger weckt, in den Bann ziehen.

Insgesamt bietet "Im Schatten der Ruinen" für mich ein aufregendes Abtauchen in die dunkle Zeit Deutschlands, wobei mich die interessant gezeichneten Protagonisten, die clever aufgebaute Story und das Erzähltalent des Autors in erster Linie überzeugen konnten. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Gruppentherapie

Narbenmädchen
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Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für ...

Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für Heilung sorgen. Lara hat aber auch schon gleich neue Klingen mitgebracht und ist wenig überzeugt von dieser Therapie. Die Psychologin dringt nicht zu ihr durch und so steht sie kurz vor der Einlieferung in eine geschlossene Anstalt. Da lernt sie Neo und Finn kennen, zwei Jungs in ähnlichem Alter, nur mit anderen Problemen. Untereinander entstehen tiefgehendere Gespräche und Lara fühlt sich erstmals verstanden...

Die deutsche Autorin Lilly Bogenberger hat mit "Narbenmädchen" einen ehrlichen und bewegenden Jugend-Roman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte von Lara in einem bildreichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der sehr passend zum Thema wirkt. In den sehr authentisch geschilderten Erlebnissen begegnet der Leser mehreren Jugendlichen mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen und deren Versuch, diese in den Griff zu bekommen. Der psychologische Ansatz der Klinik ist eher die Hilfe zur Selbsthilfe, was manche Jugendliche überfordert und so nicht zum Ziel führt. Bei anderen aber wirkt gerade das gemeinsame Erleben der neuen Situation und der fortlaufende Austausch mit Höhen und Tiefen zum gewünschten Effekt zur möglichen Bewältigung der persönlichen Krise. Lilly Bogenberger gelingt es aus meiner Sicht dabei sehr gut, die verschiedenen Probleme der Protagonisten in den Fokus zu stellen, ohne Effekthascherei zu betreiben und gleichzeitig den steinigen Weg aufzuzeigen, der notwendig ist, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Insgesamt ist "Narbenmädchen" ein für mich gelungener Jugend-Roman, der gerade auch jüngeren Lesern Mut machen soll, über eigene Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Als sehr gut empfand ich die Auflistung unterschiedlicher Anlaufstellen für psychische Probleme Jugendlicher im Anhang des Buches, der mir zeigt, dass das Thema für die Autorin wichtig ist und sie gerne auch Hilfestellung geben will. Für mich ist der Roman daher auch lesenswert, so dass ich ihn gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Tolle Idee, aber sehr langatmig erzählt

Die Geister von La Spezia
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Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so ...

Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so besessen von der See gewesen sein, obwohl er gar nicht schwimmen konnte? Pat versucht die Fragezeichen um den rätselhaften Tod zu lüften, indem sie mit den Menschen aus dem näheren Umfeld gemeinsam in die Vergangenheit abtaucht und so zur Zeugin der damaligen Geschehnisse wird. Dabei stößt sie auf interessante Details, die nach und nach Licht ins Dunkel bringen...

Das aus meiner Sicht sehr gelungene Cover hat meine Aufmerksamkeit geweckt und der verheißungsvolle Klappentext ließ mich gespannt in das fantastische Abenteuer vom deutschen Autor Oliver Plaschka starten. Er erzählt die Geschichte in einem literarisch ansprechenden Schreibstil, der mir mit vielen Bildern seine spezielle Welt lebendig vor Augen führt. Probleme hatte ich allerdings zunächst mit den vielen Protagonisten und deren Verbindungen. Die zusätzlichen Zeitsprünge machten es mir nicht einfacher dem Geschehen zu folgen, so dass gerade zu Anfang ein gewisses Durchhaltevermögen gefragt war, das Buch nicht zur Seite zu legen. Die Charaktere wurden im Verlauf vertrauter, aber die eher ruhig verlaufenden Ereignisse, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, ließen bei mir nie so richtig die Funken überspringen. So konnte mich die sicherlich clever inszenierte Story bis zum Finale nie so richtig packen und das große Lesevergnügen blieb aus.

Insgesamt kann "Die Geister von La Spezia" sicherlich mit dem Erzählstil von Oliver Plaschka als wertvoll betrachtet werden, aber ich hatte mir einen fesselnderen Verlauf erhofft. Es handelt sich sicherlich nicht um einen schlechten Fantasy-Roman, nur kann ich ihn aufgrund meiner Leseerfahrung nicht wirklich weiterempfehlen und bewerte ihn daher mit drei von fünf Sternen.

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