Profilbild von Magnolia

Magnolia

Lesejury Star
offline

Magnolia ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Magnolia über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2020

Hommage an einen großen Künstler

Der letzte Satz
0

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in ...

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in eine warme Decke blickt er hinaus aufs Meer, auf den weiten Horizont. Er blickt zurück auf sein Leben: Gustav Mahler - es ist seine letzte Reise.

Während seine Frau Alma mit Anna, ihrer Tochter, beim Frühstück sitzt, lässt Mahler sein Leben Revue passieren. Schwer krank, dem Tode nah, ist er in seinem Komponierhäuschen in Toblach, schwimmt hinaus mit seiner Tochter Maria, die er später loslassen muss. Er erinnert sich seiner tiefe Liebe zu Alma. Er will keine andere, sie aber hat sich einem anderen zugewandt. Er ist eine Legende, der größte Dirigent seiner Zeit, er reformiert dieses starre Operngebilde, macht es für das Publikum zu einem Erlebnis.

Robert Seethaler ist ein Meister seines Fachs. Er nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers Reise, erzählt sehr poetisch die Stationen seines Lebens, lässt ein wenig tiefer blicken und fesselt ungemein. Dieses schmale Buch ist eine Hommage an den großen Komponisten und Dirigenten, der leidenschaftlich in seinem Lebenswerk aufging, der für seine Arbeit brannte. Eine Reise ins Innerste, er spürt seinem Leben nach, lässt es noch einmal vorüberziehen. Bewegende, traurige, triumphale Momente. Genial und feinsinnig erzählt.

Das Buch klingt noch lange nach, es kann nicht gleich losgelassen werde. Danke, Robert Seethaler, für diesen letzten Satz. Ich lasse diese musikalische letze Reise, die letzen Töne langsam in mir verhallen.

Ein Buch, das gelesen werden sollte. Unbedingt gelesen werden muss, man nimmt viel mit. Fünf Sterne, natürlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2020

Gelungener Auftakt

Die Wunderfrauen
0

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre ...

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre und des gesellschaftlichen Neubeginns.

Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, lernen sich kennen und kommen sich mit der Zeit näher. Louise, die nach dem Tod ihrer Schwiegermutter deren Wohnung in ihren Traum – einen eigenen Laden – verwandelt. Marie, die aus ihrer Heimat vertriebene, die auf dem Hof von Louises Bruder ein neues Zuhause findet. Helga, die Rebellin, flieht förmlich aus ihrem begüterten Elternhaus und Annabel, die Frau Doktor, wie man damals noch ehrfürchtig sagte, obwohl ihr Mann der Arzt war. Diese vier Frauen begleitet der Leser im ersten Teil der Wunderfrauen-Trilogie „Alles, was das Herz begehrt“.

Stephanie Schuster hat diesen ganz und gar unterschiedlichen Frauen viel Leben eingehaucht. Wenn ich da mal die zupackende Louise nehme – wie ein Fels in der Brandung. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, nimmt es an. Und geht weiter ihren Weg. Ihr Mann unterstützt sie, fängt sie in schlechten Momenten auf. Heile Welt – meint man! Jede der vier hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Autorin versteht es, die ganz unterschiedlichen Eigenschaften hervorzuheben, beschreibt sehr anschaulich deren Gefühle, fängt ihre Stimmungen ein und begleitet ihre Figuren ein Stück ihres Weges. Beim Lesen fühlt man sich mittendrin, als ob man direkt dazugehört. Die Wirtschaftswunderjahre, die lieben Mitmenschen – von neugierig, raffsüchtig bis gehässig beschreibt sie sehr treffend diese Starnberger Gemeinschaft.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, einfach mal die Nacht zum Tage erklärt, um diese in sich verwobenen Geschichten dieser vier unterschiedlichen, aber starken Frauen möglichst schnell zu kennen. Eine Zeitreise - beginnend in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Ein starker Auftakt in die Trilogie der Wunderfrauen, den ich sehr gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2020

Hommage an einen großen Künstler

Der letzte Satz
0

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in ...

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in eine warme Decke blickt er hinaus aufs Meer, auf den weiten Horizont. Er blickt zurück auf sein Leben: Gustav Mahler - es ist seine letzte Reise.

Während seine Frau Alma mit Anna, ihrer Tochter, beim Frühstück sitzt, lässt Mahler sein Leben Revue passieren. Schwer krank, dem Tode nah, ist er in seinem Komponierhäuschen in Toblach, schwimmt hinaus mit seiner Tochter Maria, die er später loslassen muss. Er erinnert sich seiner tiefe Liebe zu Alma. Er will keine andere, sie aber hat sich einem anderen zugewandt. Er ist eine Legende, der größte Dirigent seiner Zeit, er reformiert dieses starre Operngebilde, macht es für das Publikum zu einem Erlebnis.

Robert Seethaler ist ein Meister seines Fachs. Er nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers Reise, erzählt sehr poetisch die Stationen seines Lebens, lässt ein wenig tiefer blicken und fesselt ungemein. Dieses schmale Buch ist eine Hommage an den großen Komponisten und Dirigenten, der leidenschaftlich in seinem Lebenswerk aufging, der für seine Arbeit brannte. Eine Reise ins Innerste, er spürt seinem Leben nach, lässt es noch einmal vorüberziehen. Bewegende, traurige, triumphale Momente. Genial und feinsinnig erzählt.

Das Buch klingt noch lange nach, es kann nicht gleich losgelassen werde. Danke, Robert Seethaler, für diesen letzten Satz. Ich lasse diese musikalische letze Reise, die letzen Töne langsam in mir verhallen.

Ein Buch, das gelesen werden sollte. Unbedingt gelesen werden muss, man nimmt viel mit. Fünf Sterne, natürlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2020

Eine starke Persönlichkeit, eindrucksvoll erzählt

Die Dirigentin
0

In „Die Dirigentin“ erzählt Maria Peters die ergreifende Geschichte der ersten Dirigentin auf den Bühnen der Welt.

New York 1926: Antonia, die zu diesem Zeitpunkt noch Willy ist, verdient ihr ...

In „Die Dirigentin“ erzählt Maria Peters die ergreifende Geschichte der ersten Dirigentin auf den Bühnen der Welt.

New York 1926: Antonia, die zu diesem Zeitpunkt noch Willy ist, verdient ihr Geld als Platzanweiserin, außerdem hat sie noch einen Sekretärinnen-Job. Ihr mühsam Verdientes muss sie daheim abliefern, nur hin und wieder kann sie heimlich ein wenig für sich zur Seite legen. Musik ist ihr Leben, sie möchte eines Tages Dirigentin sein. Als Frau in dieser männerdominanten Welt – kann ihr Traum jemals in Erfüllung gehen?

Antonia Brico war eine starke, bewundernswerte Frau. Sie wusste zu jedem Zeitpunkt dass ihr ein sehr steiniger Weg bevorsteht. Viele Männer, aber auch Frauen, wollten sie klein halten, konnten sich eine Dirigentin in ihrer Weltsicht nicht vorstellen. Was noch nie da war, darf es auch nicht geben.
Ihre große Liebe gab sie zugunsten ihres Lebenstraums auf.

Ein Roman vor und in der schillernden Kulisse großer Opernhäuser. Einfühlsam erzählt die Autorin den Kampf einer Frau, die niemals aufgibt. Das Buch habe ich angefangen zu lesen und sofort war ich verzaubert. Ich war zutiefst berührt, tauchte in die Welt der Musik ein, verfolgte gespannt den Werdegang dieser starken Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht abbringen ließ, ihrem Ziel näherzukommen. Es ist ein Buch voller Musik, sehr behutsam, ja poetisch geschrieben.

Die jeweiligen Kapitel werden aus den Sichtweisen von Antonia, Robin und Frank erzählt. Der Leser begleitet Antonia zu ihrer Arbeit als Platzanweiserin und geht mit auf die Suche nach ihren Wurzeln, erlebt mit ihr ihre große Liebe, die sie schließlich der Musik opfert, durchleidet ihre Niederlagen und feiert ihre triumphalen Erfolge.

Maria Peters ist Rex Brico, dem Cousin von Antonia Brico, bei der Arbeit an einem Spielfilm über sie begegnet und seine detaillierten Nachforschungen haben dieses Buch enorm bereichert. Er hat seine Cousine gut gekannt, sie teilten die Leidenschaft für klassische Musik. So hatte die Autorin neben der eigenen Recherche genug detailreiches Material an der Hand und hat es genutzt für diese wundervoll erzählte Geschichte. Das wahre Leben hat sie geschickt mit fiktivem vermengt und entstanden ist dieses bezaubernde Stück Zeitgeschichte. Das Nachwort enthält nochmal ihr Leben in Kurzform – sehr informativ und äußerst interessant. Sie ließ sich nie vom Kurs abbringen, war immer sie selbst. Eine großartige Frau.

Eine hinreißend erzählte Lebensgeschichte einer starken Frau. Das Buch verdient es, gelesen zu werden, ich kann nur sagen: Lesen – es lohnt sich. Dafür gebe ich 5 von 5 möglichen Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2020

Finstere Zeiten

Die Festung (Finsterzeit 2)
0

„Die Festung“ von Sandra Toth ist nach „Das Dorf“ der zweite Teil der Finsterzeit-Trilogie

Kurz zusammengefasst handelt „Das Dorf“ aufgrund der verordneten Energiewende vom Zusammenbruch des Stromnetzes. ...

„Die Festung“ von Sandra Toth ist nach „Das Dorf“ der zweite Teil der Finsterzeit-Trilogie

Kurz zusammengefasst handelt „Das Dorf“ aufgrund der verordneten Energiewende vom Zusammenbruch des Stromnetzes. Es wird alles unerschwinglich, Gewalt ist an der Tagesordnung. Die Menschen sind auf der Flucht – aber wohin?

Mit dem Plan, Friedrich zu entmachten, machen sich Thomas, Lara und Viktor auf Richtung der Festung. Dort angelangt, werden sie zunächst gefangen genommen. Friedrich, Thomas Großvater und hier Alleinherrscher lässt sie jedoch flugs zu sich kommen und schnell sind alle drei Mitglieder der Obrigkeit. In der Festung herrscht eine strenge Trennung zwischen oben und unten. Es passiert viel, sie müssen sich so manches Mal zurücknehmen, um ans Ziel zu kommen.

Da ich „Das Dorf“ schon verschlungen habe, musste ich natürlich dieses Nachfolgebuch lesen. Es knüpft direkt an die Story an und geht beklemmend, aber auch mal hoffnungsvoll, auf jeden Fall spannungsreich weiter. Endlich – habe ich mir gedacht, als ich angefangen habe zu lesen. Viel passiert, ich habe oft mitgelitten mit unseren drei Protagonisten. Aber auch alle anderen sind so gut und nachvollziehbar beschrieben und so mancher ist mir ans Herz gewachsen ist. Es gibt Gut und Böse, wie es halt so ist, wenn ganz verschiedene Charaktere plötzlich zusammenleben müssen, miteinander auskommen sollten. Friedrich habe ich gehasst und von Anfang an gehofft, dass er – auf welche Weise auch immer – verschwinden mag. Der Familie von Thomas dagegen wünschte ich ein harmonisches Miteinander.

Das Cover ist unverwechselbar – diese zwei Gestalten, die düstere Atmosphäre - passt perfekt zur Story.

Viel ist wieder passiert, ich war zu jeder Zeit im Geschehen, habe der Aura, der Stimmung nachgespürt und mich gut unterhalten gefühlt. Und nun fiebere ich dem dritten Teil entgegen.

Gerne empfehle ich dieses spannungsgeladene Buch weiter und vergebe natürlich 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere