Cover-Bild Kalmann
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22,00
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  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 26.08.2020
  • ISBN: 9783257071382
Joachim B. Schmidt

Kalmann

Er ist der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn. Er hat alles im Griff. Kein Grund zur Sorge. Tag für Tag wandert er über die weiten Ebene um das beinahe ausgestorbene Dorf, jagt Polarfüchse und legt Haiköder im Meer aus, um den Fang zu Gammelhai zu verarbeiten. Doch in Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal rückwärts. Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2020

Gefährliches Island

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Kalmann - Ein Island-Roman mit 352 Seiten von Joachim B. Schmidt, erschienen am 26.08.2020 per HC im Diogenes-Verlag

Mit dem Haifischfänger und Dorfsheriff Kalmann ist es dem Schweizer Autor Joachim B. ...

Kalmann - Ein Island-Roman mit 352 Seiten von Joachim B. Schmidt, erschienen am 26.08.2020 per HC im Diogenes-Verlag

Mit dem Haifischfänger und Dorfsheriff Kalmann ist es dem Schweizer Autor Joachim B. Schmidt gelungen, uns in seiner isländischen Wahlheimat einen eigensinnigen aber sehr sympathischen Ermittler zu präsentieren...

Fazit:
Atmosphärisch, düster, dicht, teilweise auch humorvoll kommt der o.ä. Roman daher.

Kalmann, der außergewöhnliche und wunderbar lakonische Protagonist als schlichter ich-Erzähler ist nicht wie Jedermann, aber, das macht ihn ja gerade so Besonders, wartet am Ende noch mit einer besonderen Überraschung auf...mir gefiels!

Danke an Lovelybooks für diese Chance, ich freute mich!

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Kalmann

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Kalmann, der Sheriff von Raufarhöfn, ist ein ganz eigener und beinahe schon abstrakter Protagonist. Die Story wird in der Ich-Perspektive erzählt, als LeserIn muss man sich also auf die Gedankengänge und ...

Kalmann, der Sheriff von Raufarhöfn, ist ein ganz eigener und beinahe schon abstrakter Protagonist. Die Story wird in der Ich-Perspektive erzählt, als LeserIn muss man sich also auf die Gedankengänge und Empfindungen von Kalmann einlassen - was mir zunächst nicht ganz einfach gelang. Mit den Kapiteln habe ich mich jedoch sehr gut an Kalmann gewöhnt und habe seine Perspektive sehr zu schätzen gewusst.
Die Sprache ist ein wenig seltsam - nicht nur, die in meinem Kopf schwer aussprechbaren isländischen Ortschaften, auch der Ausdruck scheint ab und an nicht ganz rund. Dies passt aber hervorragend zum Protagonisten und seiner intellektuellen Entwicklungsverzögerung. Der Schreibstil ist insgesamt sehr flüssig und passt gut zum Setting der Story.
Diese ist nur mäßig spannend, aber dennoch interessant. Kalmann scheint zunächst reinzufällig in einen Vermisstenfall verwickelt - die Ermittlungen nehmen ihren Lauf, Kalmanns Sicht darauf ist eher beobachtend, auch wenn er mittendrin scheint. Spannend für mich als Leserin auf jeden Fall, denn ich wusste nie mehr als Kalmann zu jenem Zeitpunkt auch. Der Fokus des Lesenden wird voll und ganz von Kalmanns Perspektive gelenkt, so dass Nebenschauplätze in diesem Buch eher keine Rolle spielen.
Die Handlung war für mich vor allem im letzten Viertel des Buches spannend, bis dahin etwas zäh. Dennoch habe ich die Lektüre sehr genossen, was alleinig der besonderen Perspektive zuzuschreiben ist.

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Kein Grund zur Sorge

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Kalmann ist fast 34 und der Sheriff von Raufarhöfn. Das kleine Dörfchen mit seinen 173 Einwohnern liegt etwas abgelegen an der Nordostküste Islands. Wirklich viel los ist da eigentlich nicht, umso faszinierender ...

Kalmann ist fast 34 und der Sheriff von Raufarhöfn. Das kleine Dörfchen mit seinen 173 Einwohnern liegt etwas abgelegen an der Nordostküste Islands. Wirklich viel los ist da eigentlich nicht, umso faszinierender finden es die Einwohner, als plötzlich Róbert McKenzie, der Fangquotenkönig des Ortes, verschwindet - und Kalmann eine Blutlache im Schnee entdeckt. Kein Grund zur Sorge, denkt sich Kalmann, doch der Sache wird natürlich auf den Grund gegangen, und so rückt die Polizei an, um den Fall zu untersuchen. Kalmann möchte eigentlich nur in Ruhe weiter Haie fangen, denn er ist der letzte Haifischfänger in der Gegend und macht den zweitbesten Gammelhai Islands, direkt nach seinem Großvater, von dem er alles gelernt hat. Denn Kalmann war schon immer ein bisschen anders als die anderen, ein bisschen spezieller und langsamer, doch er hat sich eine feste Position in der Dorfgemeinschaft erarbeitet und wird für seinen Gammelhai geschätzt. Da er aber nunmal ein wichtiger Zeuge im Fall des Verschwundenen ist, kann er sich den polizeilichen Ermittlungen nicht entziehen, und eigentlich findet er es ja selbst auch spannend. Kein Grund zur Sorge also.

Das Buch ist keine große Kriminalgeschichte, im Mittlepunkt stehen weniger der mögliche Mord an Róbert McKenzie als vielmehr die Natur Islands und die ganz besondere Sichtweise des Protagonisten, auch, wenn die Handlung sich natürlich an den Ermittlungen orientiert. Kalmann ist ein sehr liebenswürdiger Charakter, er kann Vieles nicht nachvollziehen, was die anderen Menschen tun, gibt aber sein bestes. In der Vergangenheit und manchmal auch noch heute hat er mit der Ablehnung anderer zu kämpfen, doch er hat gelernt, dass es das Beste ist, einfach mitzulachen - denn meistens ist es ja auch wirklich lustig. Kalmann akzeptiert, wer er ist und wie er ist und er kann sogar darauf stolz sein, denn wenn er auch in der Schule nicht so gut war wie die anderen Kinder und vieles nicht begreifen kann, so gibt es doch auch andere Dinge, in denen er viel besser ist - er kennt Melrakkaslétta wie seinen Westentasche, weiß sehr viel über die Tiere und die Natur dort und ist ein guter Jäger. Da die Geschichte aus seiner Sicht geschrieben ist erfährt somit auch der Leser Einiges über Island und kann wunderbar eintauchen in diese ganz besondere Amosphäre. Man kann fast den Schnee unter den Schuhen spüren, das Meer in der Ferne erahnen und das kleine Dörfchen unten am Fuß des Hügels, den Fuchs sehen, der gerade auf der Jagd ist...

Das, was Kalmann charakterlich auszeichnet, spiegelt sich auch in der sprachlichen Umsetzung wider. Aus der Ich-Perspektive erzählt sind die Sätze so formuliert, wie Kalmann sie vielleicht denken würde, wir haben also eine beinahe kindliche Sichtweise auf die Dinge, die gelegentlich aber auch sehr ernst werden kann. Anfangs hatte ich noch die Befürchtung, dass dies auf Dauer anstrengend werden könnte, doch im Gegenteil - ich finde den Schreibstil sogar sehr gelungen, er ist angenehm zu lesen und verleiht dem Roman zusätzliche Authentizität.

Kalmann macht sich viele Gedanken, nicht nur um das Verschwinden Róberts und die Natur, sondern auch um seinen Großvater, der seit einer Weile in einem Pflegeheim lebt, und um das, was er von den anderen über die mögliche Zukunft des Dorfes hört. Denn Róbert besaß einige Quoten, die ihm das Fischen erlaubten, doch mit seinem Verschwinden ist die Zukunft des Dorfes ungewiss, da er der wohlhabendste Einwohner des Dorfes war und nicht nur ein Hotel führte, sondern auch an einem Projekt arbeitete, um mehr Touristen anzulocken. Nun besteht die Gefahr, dass Raufarhöfn verarmt, und diese Sorge wird unterschwellig auch im Roman deutlich.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Es sind die ganz besondere Sichtweise des Protagonisten, die eingänge Beschreibung der Umgebung, die teils ein wenig eigentümlichen, aber keinesfalls überzeichneten Charaktere, die ihn auszeichnen. Ich fühlte mich beim Lesen direkt an Kalmanns Seite versetzt und konnte sehr gut eintauchen in diesen ganz besonderen Roman. Also kein Grund zur Sorge, sondern eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Der Sheriff von Raufarhöfn

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Kalmann Óðinnson ist Anfang 30 und lebt in Raufarhöfn, einem kleinen Dorf in Island mit unter 200 Einwohnern im Haus seines Großvaters, bei dem er aufwuchs. Er ist ein Isländer durch und durch, sein IQ ...

Kalmann Óðinnson ist Anfang 30 und lebt in Raufarhöfn, einem kleinen Dorf in Island mit unter 200 Einwohnern im Haus seines Großvaters, bei dem er aufwuchs. Er ist ein Isländer durch und durch, sein IQ ist einem Schaf nicht unähnlich, wie manch einer den Vergleich zieht. Seine Aufgaben in seinem Heimatort sind klar. Zum einen ist er der selbsternannte Sheriff, von seinem amerikanischen Vater hat er einen Sheriffstern, Cowboyhut und eine alte Pistole als einziges Andenken erhalten, außerdem ist er Jäger, alles zur und über die Jagd hat ihm sein Opa beigebracht und natürlich jagt er in erster Linie Grönlandhai um daraus den zweitbesten Gammelhai herzustellen. Bei der Fuchsjagd macht er eine grausige Entdeckung, eine große Blutlache im Schnee und sein Mund ist schneller als sein Gehirn, wie so oft, und er erzählt von dieser Lache im Schnee. In Raufarhöfn bricht das Chaos aus, denn zeitgleich mit der Blutlache ist der ‘König von Raufarhöfn’ verschwunden, Róbert McKenzie. Kalmann gerät in ein großes Durcheinander und mit seiner Naivität und eigensinnigen Lebensklugheit versucht er das Beste daraus zu machen, den Fall zu lösen, große Lebensfragen zu klären, sich eine Frau zu wünschen und an Eisbären zu glauben.

“Aber wer nun glaubt, dass ich eine schwierige Kindheit hatte, weil in meinem Kopf Fischsuppe ist, liegt falsch.”

Kalmann wuchs bei seinem Großvater mütterlicherseits auf und dies war sein Glück, denn seine Mutter hätte ihn andernfalls in eine Behinderteneinrichtung geben müssen und dann wäre Kalmann Óðinnson sicherlich nicht das geworden, was er ist, ein absolutes Original. Der Opa übernahm zur Not auch das Denken für Kalmann und hat ihm alles beigebracht, was er für ein gutes Leben braucht, neben der Gestaltung des Alltags und alles rund um die Jagd sehr viel Lebensweisheit, dass es wichtig ist auf den Bauch zu hören, denn der Kopf hat wenig mit Gefühlen zu tun und daran hält sich Kalmann. So geschieht es halt, dass er ungefiltert seinen Gefühlen und Emotionen verbal Luft macht, denn mit Fischsuppe im Kopf ist der Mund oft schneller als der Kopf. Sicher und wohl fühlt er sich in seiner Rolle als Sheriff, mit Sheriffstern, Cowboyhut und der alten Mauser, alles was er von seinem Vater hat, den er ein einziges Mal in seinem Leben gesehen hat.
Der Großvater ist mittlerweile in einem Pflegeheim, seine Mutter, die Kalmann’s Vormund ist, wohnt weit entfernt, schaut regelmäßig nach dem Rechten, aber lässt ihn in dem Haus des Großvaters ruhigen Gewissens leben. Das klappt auch sehr gut bis kurz vor Kalmann’s 34. Geburtstag, denn da gerät alles durcheinander. Die Entdeckung einer großen Blutlache bei der Fuchsjagd bringt Chaos in sein geordnetes Leben und er selber steckt plötzlich in einem großen Schlamassel.

“Immer zur falschen Zeit am falschen Ort! Wie machst du das nur?”

Kalmann hat ein Talent dafür mit Anlauf in ein Fettnäpfchen oder direkt in ein Wespennest zu treten und findet sich dann plötzlich in einem absoluten Chaos wieder. Sein Lebenschaos voller Naivität und riesigem Herz. Kalmann hat mich und mein Herz erobert, mit leisen und tapsigen Schritten und sich dort eingebrannt. Der Schreibstil ist sehr flüssig, es sind wunderschöne Sätze als Schätze zwischen den Seiten versteckt und ich war in einem absoluten Kalmann-Sog gefangen. Ich bekam überhaupt nicht genug von diesem ungewöhnlichen Helden und seinem Leben, Denken und vor allem Fühlen. Der Geschichte konnte ich gut folgen, sie ist schlüssig und toll, humorvoll auf eine ganz speziell liebenswerte Art, wunderbar und substanzhaltig, die Figur ‘Kalmann’ jedoch großartig. Ein Protagonist, der den absoluten Mittelpunkt bildet, so ausgearbeitet, dass er zum Greifen nah ist und mir die Geschichte fast schon egal war, Hauptsache Kalmann ist da….ja ich habe mich etwas verguckt in diesen urigen Kerl, der nicht allzu viel Glück beim Denken hat.

“Es ist die Unordnung des Lebens. Und wer jetzt denkt, das Leben sei manchmal unordentlich und ungerecht, der hat ganz recht, denn es muss einfach so sein, sonst wäre es nicht das Leben, sondern ein Film.”

“Kalmann” ist eines meiner Jahreshighlights, kein Protagonist hat es dieses Jahr geschafft sich mit solch einer Intensität in mein Bücherherz zu stehlen. Ein kurzweiliger, zaubertoller Roman, eine interessante und gehaltvolle Geschichte und mein persönlicher Romanheld für 2020. Ich denke oft an Kalmann und wie es ihm wohl heute geht.

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Veröffentlicht am 14.10.2020

Überraschende Perspektive

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Kalmann lebt am äußersten Rand von Island, jagt Polarfüchse und fängt Haie, um daraus seinen berühmten Gammelhai zu machen. Dabei ist er, der Sohn eines Amerikaners und einer isländischen Mutter, der Sheriff ...

Kalmann lebt am äußersten Rand von Island, jagt Polarfüchse und fängt Haie, um daraus seinen berühmten Gammelhai zu machen. Dabei ist er, der Sohn eines Amerikaners und einer isländischen Mutter, der Sheriff von Raufarhöfn, mit seinem Hut und seinem Sheriffstern sowie seinem Revolver. Doch obwohl er seit einiger Zeit allein lebt und sein Leben gut meistert, hat er so seine Schwierigkeiten mit dem Kopf, da er manches nicht so gut begreift. Und so ist er etwas überrollt von den Ereignissen, als er eine Blutlache im Schnee findet und kurz darauf ein Mann aus dem Dorf vermisst wird.

Aus Kalmanns Sicht erzählt, entwickelt die Geschichte über das Auffinden der Blutlache und den Ereignissen danach einen ganz eigenen Charme. Mehr als einmal drängt sich bei der Lektüre der Vergleich zu Forest Gump auf, so brillant kann der Autor Joachim B. Schmidt die Perspektive seines Protagonisten beibehalten. Durch den gesamten Roman zieht sich die Frage hindurch, welche Bewandtnis das Auffinden der Blutlache hat und was dabei Kalmanns Rolle ist, so dass die Spannung bis zum Schluss gut erhalten bleibt: ein Krimi, überraschend anders erzählt. Nebenbei erfährt der Leser viel über das karge Leben in einem abgelegenen isländischen Ort.

Diese Geschichte hat mich sehr überrascht, sehr gerne empfehle ich sie weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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