Düsterer, spannend, voller Action
Eisfeld - Fleisch und BlutMara Eisfeld ermittelt ermittelt in „Fleisch und Blut“ zum dritten Mal. Als düsterer Berlin-Krimi wird er beschrieben. Düster, ja - kann ich voll und ganz bestätigen.
Es geht gleich richtig zur Sache. ...
Mara Eisfeld ermittelt ermittelt in „Fleisch und Blut“ zum dritten Mal. Als düsterer Berlin-Krimi wird er beschrieben. Düster, ja - kann ich voll und ganz bestätigen.
Es geht gleich richtig zur Sache. Eine Frau mit Amnesie erwacht in einem ihr fremden Zimmer. Isabel Albrecht sei ihr Name, verheiratet mit Elias. Ob das stimmt? Einen Unfall hatten sie, die Eheleute. Zumindest teilt Elias, der nur leicht verletzt ist, ihr dies mit. Isabel mag dies nicht so recht glauben, sie hat eher Angst vor ihm.
Schon die ersten Seiten ziehen mich ins Buch, auch ich bin skeptisch, möchte wissen, was an der Geschichte um den Unfall dran ist. Noch kann ich mir nicht vorstellen, was dies mit dem Toten, der bald darauf gefunden wird, zu tun hat.
Ausgerechnet an Weihnachten, kurz vor der Bescherung, muss Mara los. Eine Leiche wurde in Friedrichshain gefunden - Verdacht auf Fremdverschulden. Magnus Haub, der Sohn der einflussreichen Fleisch-Dynastie Haub, liegt tot in seinem Badezimmer. Eisfeld und ihr Kollege Blessing durchleuchten die einzelnen Familienmitglieder, keiner von ihnen ist auskunftsfreudig. Zudem werden die Ermittlungen von ganz oben ausgebremst, was Mara jedoch daran hindert, unangenehme Fragen zu stellen und immer weiter nachzubohren. Und - es gibt noch so einiges mehr, deren Spuren sie nachgehen müssen.
LenaByte nennt sich eine Tierschutzaktivistin, die sich in den Schlachthof der Familie Haub eingeschleust hat – sie ist nicht auffindbar. Hat sie mit Magnus Tod zu tun? Auch fällt der Verdacht auf ehemalige Arbeiter, die nach einem schon länger zurückliegenden tödlichen Unfall den Haubs mit „abschlachten“ gedroht haben. Außerdem geht es um eine sehr große Summe, die Rätsel aufgibt, ein schwarzes Auto taucht immer wieder auf – bedrohliche Situationen und auch Verdächtige gibt es zuhauf.
Die Methoden der Fleischindustrie und deren von ihnen propagierten vorschriftsmäßigen Arbeitsweise sind Thema, als Gegenpol ist es die schon genannte Tierschutzbewegung sowie die Familienmitglieder und deren Begehrlichkeiten - menschliche Abgründe werden aufzeigt.
Steffen Weinert versteht es bestens, ab sofort Spannung zu erzeugen und diese bis zuletzt nicht abklingen zu lassen. Seine Charaktere sind – jeder für sich – absolut authentisch und erst spät durchschaubar, die wendungsreiche Story ist durchdacht, die wenigen privaten Momente lockern die doch beklemmende Stimmung zwischendurch auf, der Focus liegt aber schon bei der Aufklärung, was ich gut finde. Absolut empfehlenswert, dieser dritte Krimi um die Berliner Ermittlerin Mara Eisfeld.