Neuanfang in Finschhafen
Unter fremden HimmelnNachdem ich den „Aufbruch ins Paradies“, den ersten Teil der großen Neuguinea-Saga aus der Feder von Tara Haigh, vor nicht allzu langer Zeit gelesen habe, wollte ich natürlich wissen, wie es der Familie ...
Nachdem ich den „Aufbruch ins Paradies“, den ersten Teil der großen Neuguinea-Saga aus der Feder von Tara Haigh, vor nicht allzu langer Zeit gelesen habe, wollte ich natürlich wissen, wie es der Familie Berger in ihrer neuen Heimat in Finschhafen weiterhin ergeht, ob sie sich nach ihrer Ankunft gut einleben.
Wie der Buchtitel schon vermuten lässt, ist ihr Neuanfang „Unter fremden Himmeln“ alles andere als einfach, weil total fremd. Sie sind nicht nur der brütenden Hitze ausgesetzt, auch die allgegenwärtigen Stechmücken sind eine ernst zu nehmende Plage. Dazu die Einheimischen, deren Leben so ganz anders als das ihre in ihrer Karlsruher Villa verläuft. Sie werden sich den Gegebenheiten hier, in Neuguinea, anpassen müssen, zunächst jedoch gilt es, sich ein Heim zu erschaffen, denn noch sind Gustav mit seinen Töchtern Hedwig und Anna sowie Sohn Ludwig mit Ehefrau Clara bei Gustavs Bruder Friedrich untergekommen. Er war es auch, der ihnen einst die Insel in den schillerndsten Farben beschrieben hat.
Und nun sind sie hier. Herrmann Vogt, der launenhafte Verwalter, verlässt die Neuguinea-Kompanie, an seiner Stelle sind es nun die Soldaten unter Frohnhofs Kommando, die einen scharfen Ton anschlagen. Anna verliert ihr Ziel der Kokosplantagen nicht aus den Augen, dabei ist ihr Raba, der ihre Sprache spricht, ein guter Vermittler, ein Freund und noch mehr. Ihre Schwester Hedwig kommt Max, den sie auf der Überfahrt kennengelernt hat, sehr nahe und ihr Bruder Ludwig nimmt seine missionarische Tätigkeit sehr ernst, seine Frau Klara ist als Krankenschwester unverzichtbar.
Das Wagnis, alles zurückzulassen und in fernen, unbekannten Gefilden ganz neu anzufangen, erfordert sehr viel Mut, den jeder einzelne von ihnen besitzt. Tara Haigh beschreibt dies alles so anschaulich, sie gibt jeder Figur ihre ganz besondere Note, wobei ich nicht nur Hedwig und Max sowie Anna und Raba sofort ins Herz geschlossen und mit ihnen gebangt und gehadert, mich mit ihnen gefreut, mit ihnen gelacht und geweint habe, auch Clara folge ich gebannt. Sie teilt ihr Wissen mit den Einheimischen und diese bringen ihr Heilkräuter, beides zusammen ergänzt sich wunderbar. Doch nicht immer geht es friedlich zu, es gibt genug Konflikte, die von einer Seite nochmal so richtig befeuert werden. Die raue Wirklichkeit droht sie immer wieder einzuholen – können sie diese Rückschläge überwinden?
Dieser zweite Band der Neuguinea-Saga steht dem ersten Buch in nichts nach, er ist mitreißend erzählt, er nimmt mich mit in den Dschungel mit all seinen Gefahren, von den Giftschlangen bis hin zu den uns fremden Ritualen der indigenen Stämme und deren Lebensweise, erzählt von der Kolonialisierung der Deutschen ab 1884, schon der Name Finschhafen lässt darauf schließen. Und – so manch gut gehütetes Geheimnis kommt letztendlich ans Licht, ich war darüber doch sehr überrascht. Nun heißt es wieder warten, denn noch ist die Saga nicht auserzählt, ich freu mich auf ein Wiedersehen und auf so manch Neuigkeiten, die es bestimmt auch geben wird.