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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein Miteinander voller Wärme und Zusammenhalt

Pina fällt aus
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Für Leo ist es eine Tragödie, als Pina ausfällt, auch wenn er diesen Schicksalsschlag so nicht erfassen kann. Leo ist Autist, er ist zwanzig, er braucht feste Strukturen, braucht die Lavalampe, um morgens ...

Für Leo ist es eine Tragödie, als Pina ausfällt, auch wenn er diesen Schicksalsschlag so nicht erfassen kann. Leo ist Autist, er ist zwanzig, er braucht feste Strukturen, braucht die Lavalampe, um morgens aus dem Bett zu steigen und seine ganz bestimmte Schrittfolge, um über die Treppe herunter zum Bus zu kommen, der ihn in die Behindertenwerkstätte fährt. In der Zeit, in der Leo dort ist, erledigt Pina, seine Mutter, all das, was sie ohne ihn schaffen kann.

Als sie dann eines Tages mitten auf der Straße zusammenbricht, weiß zunächst keiner, wo sie ist. Leo hat sie bei ihrer 86jährigen Nachbarin Inge gelassen, dafür nimmt sie Einkäufe für Inge mit. Eigentlich müsste sie schon wieder zurück sein, aber Pina kommt nicht. Leo ist außer sich, er schlägt um sich, räumt Inges Schränke aus. Die Polizei fühlt sich als nicht zuständig, Inge ist vollkommen überfordert. Und da sind noch Zola, die junge Schulabbrecherin, die mit ihrem Leben nichts anzufangen weiß und Wojtek, der sich hinter seinen Computer vergräbt.

Es sind ganz und gar unterschiedliche Menschen, die nichts miteinander zu tun haben. Und doch kommen sie sich näher, fühlen sich mehr und mehr verantwortlich für Leo, den sie zuvor eher gemieden haben. Sie wissen mittlerweile, dass Pina im Koma liegt und auch, wenn es schwer fällt, sehen sie ein, dass Leo auf ihre Hilfe angewiesen ist.

Mehr und mehr wachsen sie zusammen, es ist ein Miteinander, ganz im Gegensatz zu vorher. Sie können sich aufeinander verlassen, jeder übernimmt Verantwortung für Leo, ihre Hausgemeinschaft beginnt ziemlich holprig, sie funktioniert mit der Zeit jedoch immer besser. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihren Leo fördert und ihn bei Bedarf verteidigt.

Es ist ein Buch, das berührt. Auch wenn es im wirklichen Leben nicht immer so solidarisch zugeht, man von vielen keinerlei Hilfe erwarten kann, so ist es doch herzerwärmend, dass es diese Hilfsbereitschaft doch gibt. Eine Geschichte voller Wärme und Zusammenhalt, sehr lesenswert, wundervoll erzählt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Annie lässt nicht locker

Annie Knows Everything
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„Ich glaube, du bist der nervigste Mensch, den ich je getroffen habe“ sagt er. Um sie dann auf seine ureigene Weise zum Schweigen zu bringen.

Aber da sind wir schon mittendrin, ich beginne mal mit dem ...

„Ich glaube, du bist der nervigste Mensch, den ich je getroffen habe“ sagt er. Um sie dann auf seine ureigene Weise zum Schweigen zu bringen.

Aber da sind wir schon mittendrin, ich beginne mal mit dem Anfang, als Annies Schlüsselkarte nicht mehr funktioniert, sie also nicht mehr ins Büro kommt. Natürlich findet sie Mittel und Wege, zu ihrer Freundin Carrie in die Personalabteilung zu gelangen, um von dieser zu erfahren, dass sie nicht die einzige ist, die ihren Job in diesem New Yorker TechStartUp los ist. Annie ist hartnäckig und so erfährt sie von einer vakanten Stelle im Haus, für die sie allerdings nicht die geringste Qualifikation aufweisen kann. Was Annie jedoch nicht anficht. Sie steuert direkt auf diese Abteilung zu, bequatscht Connor, den hier zuständigen Chef, bis er ihr einen Eignungstest anbietet. Zwar hat sie keine Ahnung von Datenstrategie, was auch ihm nicht verborgen bleibt, und doch ergattert sie den Job. Annie knows everything, ja. Sie weiß alles, weiß alles besser, redet überall mit, sie lässt nicht locker.

Und ja – Annie nervt zuweilen gewaltig. Sie kann aber auch anders, vor allem wenn es um ihren Vorgesetzten geht, mit dem sie sich so manchen Schlagabtausch liefert. Connor ist aber auch ein heißer Typ. Bevor sie aber so richtig loslegt, muss sie noch schnell heimfliegen, in Kanada ist ihre Schwester dabei, ihre Hochzeit vorzubereiten. Wieder mal! Denn schon einmal wollte Shannon ihren Dan ehelichen, er aber hat es gründlich vermasselt. Was liegt für Annie also näher, als ihre Schwester vor diesem Kerl zu warnen. Überhaupt mischt Annie kräftig mit – bei allem und bei jedem. Dabei meint sie es nur gut.

Der Roman versprüht eine lockere, witzig-spritzige Atmosphäre mit einer impulsiven Hauptfigur, sie ist schlagfertig und auch nervig, was man bei ihr aber gut wegstecken kann. Auch deshalb, weil sie es gut meint mit den anderen, wenngleich gut gemeint nicht immer gut gemacht ist und gut ankommt. Sie hat aber dennoch ein Gespür dafür, wenn sie mal wieder zu weit geht. Connor passt perfekt zu ihr, auch wenn sie beide (meist ist es aber Annie) das gelegentlich vergessen.

Annie mochte ich von Anfang an und nachdem ich mich eingelesen habe, konnte ich diese Liebesgeschichte so richtig genießen. Was mich selber gewundert hat, denn eigentlich umgehe ich dieses Genre. Rachel Wood hat mir mit ihrer Annie locker-leichte, kurzweilige, amüsante Lesestunden beschert. Ja, „Annie Knows Everything“ ist ein Roman, den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wendungsreiche Story, absolut fesselnder Psychothriller

Der Fjord
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Nachdem ich mich vor ziemlich genau einem Jahr auf DIE YACHT begeben habe, habe ich mich nun auf einen weiteren Psychothriller von Sarah Goodwin eingelassen. DER FJORD hat mit noch mehr an menschlichen ...

Nachdem ich mich vor ziemlich genau einem Jahr auf DIE YACHT begeben habe, habe ich mich nun auf einen weiteren Psychothriller von Sarah Goodwin eingelassen. DER FJORD hat mit noch mehr an menschlichen Abgründen aufzuwarten, wie ich finde.

Der Prolog bietet einen ersten Einblick auf die begehrten Einladungen zu der alljährlich stattfindenden Sommerparty auf dem mondänen Anwesen der Fowleys. Ein Jahr später dann ist es wieder so weit. Amelia reist nach Norwegen, sie ist ganz offiziell eingeladen. Was keiner weiß – sie sucht nach ihrer Schwester Rose, deren Spur sich seit dem letzten Sommerfest der Familie Fowley verliert.

Die Autorin versteht es, ab sofort Spannung zu erzeugen und diese durchgehend aufrecht zu erhalten. Erzählt wird hauptsächlich aus Amelias Sicht und sie ist es auch, um die ich bange. Ihr Plan, wie sie sich in die Party drängt, ist so genial wie gefährlich. Inmitten der illustren Gäste, die sich in den stilvollen Außenanlagen inklusive der extra für dieses Spektakel aufgebauten Hütten, Bars und dergleichen bis hin zum Strand bestens amüsieren, ist sie auf der Suche nach dem Verbleib ihrer Schwester. Sie sucht den Kontakt zu dem Fowleys, zu Lawrence und James, zu Sam und Ford und noch so einigen mehr. Jeder einzelne scheint einiges zu verbergen zu haben, wobei ich mein Urteil über sie mehrmals infrage stelle. Die Fassaden bröckeln, um sich dann doch wieder ins Gegenteil zu verkehren.

Sarah Goodwin ist eine Meisterin darin, ihre Figuren vielschichtig und undurchdringlich zu präsentieren. Bis zum bitteren Ende, denn schon vorher meine ich, dem Satan höchstpersönlich begegnet zu sein. Ein Trugschluss? Nur so viel: DER FJORD hat mich von Anfang bis Ende absolut gefesselt, die wendungs- und temporeiche Story mochte ich nicht weglegen, das Buch habe ich in zwei kurzen Nächten verschlungen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wendungsreicher Thriller

Party of Liars
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„Über hundert Jahre lag das Haus im Dornröschenschlaf. Bis es eines Sommertags 2010 von jemand Neuem gekauft wurde…“ Sind es diese hundert Jahre, die die Leute zu den wildesten Spekulationen antreiben? ...

„Über hundert Jahre lag das Haus im Dornröschenschlaf. Bis es eines Sommertags 2010 von jemand Neuem gekauft wurde…“ Sind es diese hundert Jahre, die die Leute zu den wildesten Spekulationen antreiben? „Dort spukt es“ sagen sie.

Der Blick aufs Cover vermittelt einen ersten, sehr prägenden Eindruck auf diese extravagante Villa – einen Traum aus Glas, ausgestattet mit allen Annehmlichkeiten. Ein sechzehnter Geburtstag ist für so manchen Anlass genug, dieses wie ein lebensgroßes Puppenhaus wirkende Gebäude nicht nur zu bestaunen, sondern auch von innen zu erkunden. Die gesamte Rückwand wurde zugunsten einer Glaswand ersetzt, man konnte vom weiter unten liegenden Ort direkt ins Innere blicken. Und wäre das nicht genug an Mondänem, ist auch der großzügig bemessene Balkon vollständig aus Glas.

In den kurzen Kapiteln sind es hauptsächlich vier Frauen, aus deren Blickwinkel vom Abend davor, direkt während der Party und dann danach erzählt wird. Dani ist mit Mann und Baby glücklich, wenngleich überfordert. Ihr fürsorglicher Ehemann ist es, der ihr eine Nanny besorgt, die eher im Hintergrund bleibt, die genau hinschaut, die vieles sieht. Zu diesem Fest ist neben so etlichen anderen auch Kim geladen, die ganz gerne mal ein Gläschen trinkt und sich schon auch mal zu mehr überreden lässt.

The Party of Liars beginnt mit eher Belanglosem wie etwa einem beschmutzten Kleid, das beinahe für eine Tragödie sorgt, letztendlich aber doch auf elegante Weise gelöst wird. Alles scheint perfekt, die Idylle jedoch trügt, wie sich allmählich zeigt und immer mehr herauskristallisiert. Dass es am Morgen danach eine Leiche gibt, ist von vornherein klar und genau deshalb stellt sich die Frage, wer denn von den Anwesenden zu Tode gekommen ist und auch wer dahintersteckt. Auch steht das Warum im Raum.

Bald verfestigt sich mein Bild von ihnen, jeder einzelne präsentiert sich mir mit all seinen Eigenheiten. Je mehr ich jedoch abtauche, je weiter der Abend und die Nacht voranschreiten, desto mehr zweifle ich an meiner Einschätzung ihnen gegenüber, da neue Kenntnisse meine Eindrücke infrage stellen. Und das nicht nur einmal. Es ist ein subtiles Spiel, das die Autorin mit ihren Lesern treibt. Sind ihre Figuren manipulativ? Ist es Rache, gar Besessenheit?

Die Story baut sich langsam auf, zunächst kommt sie mir zu langatmig, zu belanglos vor. Es wird zunehmend intensiver, Anschuldigungen wabern nach oben, die Gerüchteküche brodelt. Ich beobachte genau, seziere jeden einzelnen Charakter, bin mir dabei jedoch nie ganz sicher, ob ich sie richtig einschätze und weiß erst ziemlich dem Ende zu, wie sich alles verhält und zusammenfügt. Die Spannung zieht an, je mehr ich von ihnen weiß, die Lügen dieser Party werden sichtbar - ein Thriller, der zu guter Letzt auch das letzte Geheimnis enthüllt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Für zwischendurch ganz nett

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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„Ich werde ihn umbringen.“ Wenn das mal keine Aussage ist! Sie – das ist die Bestsellerautorin Eleanor Dash. Und auf ihn, Connor Smith, der in doppelter Ausführung um sie herumschwirrt, hat sie es abgesehen. ...

„Ich werde ihn umbringen.“ Wenn das mal keine Aussage ist! Sie – das ist die Bestsellerautorin Eleanor Dash. Und auf ihn, Connor Smith, der in doppelter Ausführung um sie herumschwirrt, hat sie es abgesehen. Doppelt, ja. Das sollte schon näher ausgeführt werden, denn Connor ist sehr lebendig, mit ihm verbindet Eleanor so einiges im wahren Leben und auch als Romanfigur ist er nicht mehr wegzudenken. Zumindest bis jetzt, denn sie will ihn killen. Ihr zehnter Band um Connor, ihren Romanhelden, sollte ihr letzter sein. Genug ist genug, wie sie findet. Ihre Pläne sehen eine neue Romanreihe vor, in dem für Connor kein Platz ist. Zunächst jedoch hat ihr Verlag eine Italienreise vorbereitet - von LA nach Rom, Pompeji, Capri bis hin zur Amalfiküste mit all ihren bezaubernden Orten.

Als Italien- und Krimifan hat mich hier alles angezogen, angefangen von dem einladenden Cover über den aussagekräftigen Titel bis hin zur Buchbeschreibung. Alles passt. Zumindest auf den ersten Blick. Denn kaum angefangen, war ich ernüchtert ob der nicht enden wollenden Fußnoten, die mehrfach auf gefühlt jeder Seite den Lesefluss stoppen. Dabei sind es eher Belanglosigkeiten ohne Mehrwert für die Story, weder witzig-spritzig noch vergnüglich. Diese Einwürfe, so sie denn aus Autorensicht sein müssen, wären direkt im Text besser aufgehoben. Man könnte schriftbildlich variieren, sodass diese Infos ein flüssiges Lesen gewährleisten. Gut, dem ist nicht so, also habe ich diese insgesamt 234 Randnotizen überflogen, quergelesen, ignoriert. Je nachdem, wie die Story an sich mich angesprochen hat. Im ersten Drittel des Buches denkt sie sich aus, wie sie ihn um die Ecke bringt, um ihre neue Heldin einzuführen, denn es sollte eine Polizistin sein, die idealerweise den Mord dann aufklärt. Ein durchaus hoffnungsvoller Gedanke, aber es kommt anders…

Meine Erwartungen waren zu hoch geschraubt, nicht nur wegen den zuvor beschriebenen Details. Auch habe ich es vermisst, von all den kurz angerissenen Reisezielen von Rom bis zur Amalfiküste, ein wenig mehr zu erfahren. Da ist schon Sylvie, die von der Agentur gebuchte Reiseleiterin, die ihren spärlichen Text herunterleiert – das wars dann aber auch schon. Die mitreisende Fangruppe, die BookFace Ladys, kommen zwischendurch zum Zuge, es geschieht ein Mord und dann noch einer, ein Banküberfall wird erwähnt, die Verwirrung ist groß, verdächtigt ist jeder, allen voran einer der Hauptakteure, die örtliche Polizei spielt ihre Rolle und – der Alkohol ist allgegenwärtig. Am Morgen, am Mittag, am Abend und zwischendurch. Es wird gebechert, was das Zeug hält. Dass dabei die Ermittlungen, die selbstredend die Autorin anführt, arg vernebelt daherkommen, ist klar, auch wenn es ihre Sinne so gar nicht klar sind.

Gut, ein Cosy Crime lebt auch von Überspitzungen, das schon. Und doch sollte es ein wenig mehr als das Stochern im Nebel sein, angereichert mit Mord und Mordversuchen und solch Situationen, die den Anschein einer Straftat vermitteln. Gar chaotisch geht es zu bei der ganzen Truppe um die Autorin, die dann zu guter Letzt dann doch den Durchblick hat. Die anfangs zähe Erzählweise hat sich gegen Ende dann schon gebessert. Ein Buch - für zwischendurch ganz nett, mehr aber auch nicht.

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