Ein zauberhaftes Kinderbuch mit tollen Illustrationen
Franz und die Puppe auf ReisenMeine Zusammenfassung
Die kleine Lilli hat ihre Puppe Pauline im Stadtpark Steglitz verloren. Sie ist deswegen sehr traurig. Dies fällt auch Franz Kafka auf und er möchte das Mädchen trösten. Deswegen ...
Meine Zusammenfassung
Die kleine Lilli hat ihre Puppe Pauline im Stadtpark Steglitz verloren. Sie ist deswegen sehr traurig. Dies fällt auch Franz Kafka auf und er möchte das Mädchen trösten. Deswegen behauptet er die Puppe ist nur auf einer Reise. Um Lilli das glaubhaft zu vermitteln, schreibt Franz in Paulines Namen Briefe. Lilli ist sehr erstaunt was Pauline auf ihrer Reise erlebt und kann es kaum abwarten selbst die Briefe einmal lesen zu können. Aber das muss Lilli erst lernen, wie gut, dass sie bald in die Schule kommt.
Dem Buch liegen noch zwei Urkunden zum selbst ausfüllen bei. Es gibt eine „Hurra, ich kann schon lesen“ und eine „Hurra, ich komme in die Schule“ – Urkunde.
Zusätzlich findet man eine Sammlung von Zitaten aus Franz Kafkas Briefen, Vita zu der Autorin und des Illustrators sowie drei weitere Literaturvorstellungen zu den Werken der Autorin.
Meine Bewertung
Als erstes Mal muss ich sagen – ich liebe Graham Rust als Illustrator total. Sein klassischer Zeichenstil ist einfach unglaublich schön. Wenn man seine Bilder betrachtet, fühlt man sich sofort in die Zeit zurückgesetzt. Ich habe auch „Prinzessin Sarah“ und „Der geheime Garten“ mit den Illustrationen von ihm und ich liebe diese Bücher. Dass er jetzt dieses Buch illustriert hat, passt sehr gut. Es spielt in den 1920ern und seine Bilder sind dazu so wunderschön. Das Buch ist wie eine zauberhafte Zeitreise. Die Geschichte hält sich im groben an die Briefe, die Franz Kafka tatsächlich an ein Mädchen geschrieben hat. Dass ein wahrer Kern in der Geschichte steckt, macht sie gleich umso spannender. Natürlich musste die Autorin hier und da etwas dazufügen, aber ich finde es ist ihr gelungen. Den letzten Teil von Paulines Abenteuern fand ich jedoch nicht so toll. Allerdings ist der Abschluss realistisch, auch wenn es total kitschig ist (man muss aber dazu die Zeit, in der es spielt, bedenken).
Ganz am Ende gibt es den Hinweis für Kinder und Eltern, das man heute natürlich nicht mehr so einfach mit fremden Leuten mitgehen darf. Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Hinweis in diesem Buch und wirkt im Rahmen der Geschichte angemessen. Die Geschichte spielt vor 100 Jahren und auch wenn Kafka hier natürlich nur das Wohl des Mädchens im Auge hatte, kann es nicht immer so unschuldig verlaufen. Daher bringt uns das Buch nach dem Ausflug in die Vergangenheit ins hier und jetzt zurück.
Kreativ finde ich auch die beiden Urkunden, die dem Buch beiliegen. Das ist eine süße Idee und passt recht gut, denn Lilli freut sich ja auch schon darauf lesen zu lernen. Sie sind sogar auf richtig guten Papier gedruckt.
Der Text wechselt sich mit Bildern gut ab. Es gibt aber für ein Kinderbuch recht viel Text daher passt die Altersangabe gut. Die Texte können von geübten Grundschüler ab der zweiten Klasse selbst gelesen werden.
Ich freue mich auf jeden Fall dieses Buch in meiner Sammlung zu haben. Es ist wirklich ein tolles Geschenk für Kinder, sowie auch für Erwachsene, die den Illustrator mögen oder einfach die Zeit in der es spielt.