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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine großartig erzählte Geschichte

Ein weites Leben
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„Ein weites Leben“ von M. L. Stedman ist ein großartiger Roman voller Tragik und Lebenskraft, deren Schönheit man erst dann versteht, wenn man die Geschichte gelesen hat.

Inhalt:
Seit Generationen lebt ...

„Ein weites Leben“ von M. L. Stedman ist ein großartiger Roman voller Tragik und Lebenskraft, deren Schönheit man erst dann versteht, wenn man die Geschichte gelesen hat.

Inhalt:
Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück mit schweren Beeinträchtigungen. Und doch findet er zielstrebig zurück nach Meredith Downs, zurück zu Mutter und Schwester, als das Schicksal ein zweites Mal zuschlägt. Aber diesmal steht nicht nur Matts Leben auf dem Spiel, sondern seine Seele – und zwar auf eine Weise, die kaum jemand vorhersehen, geschweige denn hätte überleben können.

Westaustralien 1958 - Ein Lastwagen, drei Männer, ein Moment der Unachtsamkeit – von einer Sekunde auf die andere ist das Leben der MacBrides ein anderes und hier beginnt die Geschichte …

In unterschiedlichen Handlungssträngen und aus unterschiedlichen Perspektiven werden die einzelnen Charaktere, Stück für Stück, zum Leben erweckt. Besonders gelungen finde ich die Schilderungen über das Leben selbst auf der entlegenen Schaffarm und der wundervollen Landschaftsbeschreibungen. Erst dadurch wird klar, wie einsam und abgeschieden das Leben auf Meredith Downs ist.

Was folgt, ist kein lautes Drama, sondern eine sensible, tiefgehende Erzählung über Trauer, Schuld, Verantwortung und darüber, was Menschen trägt, wenn alles ins Wanken gerät.

Die tragische Lebensgeschichte von Matthew hat mich von Anfang bis zum Ende tief berührt.

Ein trauriges aber versöhnliches Ende.

Fazit:
Die Autorin schafft eine ruhige Atmosphäre, aber oft mit vielen Zeitsprüngen, mitten in einer aktuellen Handlung und schafft damit Längen, die nicht unbedingt sein müssten. Die Entwicklung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen, denn sie fühlen sich dadurch greifbar und authentisch an. Geschickt konnte mich die Autorin mit einigen Wendungen und Entwicklungen überraschen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für alle, die Familiengeschichten lieben

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Interessante Darstellung „Was wäre gewesen, wenn ...“

Die Iden von Rom
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Mit seiner neuen Reihe (Game of History) wagt der Autor Michael Peinkofer, ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn eine einzelne Entscheidung in der Geschichte der Menschheit anders getroffen worden wäre?

Mit ...

Mit seiner neuen Reihe (Game of History) wagt der Autor Michael Peinkofer, ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn eine einzelne Entscheidung in der Geschichte der Menschheit anders getroffen worden wäre?

Mit „Die Iden von Rom“ der über die Verschwörung gegen Julius Caesar erzählt, startet der Autor seine alternativ-historische Romanreihe.

Rom, im Jahr 44 v. Chr.: Der Bürgerkrieg ist zu Ende, Gaius Iulius Caesar hat auf ganzer Linie gesiegt und befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Nicht wenige fürchten, dass er die Römische Republik beenden und sich zum König krönen könnte. Doch wie lässt sich ein Caesar aufhalten? Widerstand formiert sich, unter den Senatoren finden sich Verschwörer zusammen, um Caesar zu ermorden, unter ihnen Marcus Iunius Brutus. Doch an den Iden des März, als Caesar sterben soll, trifft Brutus eine Entscheidung, die nicht nur sein Leben verändert, sondern auch den Lauf der Geschichte, wie wir sie kennen ...

Nach Brutus Entscheidung überschlagen sich die Ereignisse in Rom und die Verfolgung der Verschwörrer, nimmt seinen Lauf.

Die politischen Intrigen der überlebenden Senatoren und die weiteren Machtkämpfe sind fiktiv sorgsam und glaubwürdig dargestellt. Während ich, die große Rolle, die die Frauen in Rom aktiv in Politik und Gesellschaft einnahmen, sehr interessant fand. Selbst Caesar akzeptiert die Frauen als Gegenüber auf Augenhöhe.

Das Ende der Geschichte konnte mich durchaus total überraschen.

Besonders lesenswert finde ich das Nachwort des Autors, worin er ausführlich erklärt – Warum alternative Geschichte -.

Fazit:
Das alternativ-historisch geschriebene Buch entfaltet rasch mit seinem flüssigen Schreibstil eine enorme Sogwirkung. Vorkenntnisse zur römischen Geschichte rund um Caesar wären schon von Vorteil, um diese Alternative interessant zu finden. Der Roman „Die Iden von Rom“ ist eine erfrischende Zeitreise in das alte Rom für alle Interessierten an Geschichte und der Antike.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Die Geister der Vergangenheit

Letzter Akt
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In seinem neuen Roman zeigt der in Berlin lebende Autor Andreas Schäfer, einfühlsam das Zusammenspiel von Leben und Kunst und erzählt feinfühlig von einer Befreiung, die alles verändert.

„Letzter Akt“ ...

In seinem neuen Roman zeigt der in Berlin lebende Autor Andreas Schäfer, einfühlsam das Zusammenspiel von Leben und Kunst und erzählt feinfühlig von einer Befreiung, die alles verändert.

„Letzter Akt“ ist eine stille, intensive Geschichte, die sich langsam aber stetig in drei Handlungssträngen entfaltet.

Der erste Handlungsstrang erzählt die berührende Geschichte des Kennenlernens der beiden Protagonisten.
London, 2005:
Nach vielen Jahren beim Film steht die Schauspielerin Dora wieder auf einer Theaterbühne – mit Anfang vierzig kann sie auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Als sie nach der Premiere in einer Bar auf den Maler Victor trifft, ist sie fasziniert: Wer ist dieser Mann, der noch nie von ihr gehört hat? Dora sieht in diesem Kennenlernen eine Chance, sich zu verstecken: vor ihrer Mutter, die ständig aus Frankfurt anruft, vor ihrer Agentin, die sie überzeugen will, auch mal andere Rollen zu spielen, vielleicht auch vor ihrem unsympathischen Kollegen, der immer wieder ihre Grenzen testet.
Nach einigen gemeinsamen Wochen beschließt Dora, dass Victor sie malen soll – doch als sie das Gemälde sieht, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg und lang vergessene Erinnerungen kehren zurück. Das Bild offenbart etwas über Dora, das Victor nicht wissen konnte.

Im zweiten Handlungsstrang kehren Doras Erinnerungen in die Jahre 1982 ihrer Jugend zurück. In Frankfurt am Main ist sie in einfachen Verhältnissen aufgewachsen aber sie sehnt sich nach Freiheit und auf der Bühne zu stehen. Versprechungen die sie gemacht hat, ignoriert sie. Nach ihrem Abitur kehrt sie ihrer Heimatstadt den Rücken und London wird für sie zu einer Zuflucht, zu einem Ort, an dem sie ihre Herkunft als Dorothea hinter sich lassen und sich als Dora neu erfinden kann. Sie schafft es, eine berühmte Schauspielerin, zu werden.

Im dritten Handlungsstrang im Jahr 2010 findet sie endlich den Mut sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Fazit:
Der Autor erzählt die Liebesbeziehung zwischen Dora und Victor von Anfang an mit Distanz, trotz seines flüssigen und feinfühligen Schreibstils. Mir hat die Geschichte vielleicht gerade deshalb so gut gefallen. Sicher wird „Letzter Akt“ nicht mein erstes und letztes Buch von Andreas Schäfer, bleiben.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Drei Generationen – drei Schicksale

Real Americans
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Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen ...



Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen erzählen aus ihren jeweiligen Perspektiven, Lily, ihr Sohn Nick und ihre Mutter May, ihre Lebensgeschichten.

New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Trotz abgeschlossenem Studium findet sie keinen festen Job und spürt die stetige Enttäuschung ihrer Mutter. Mit ihrem Vter hat sie ein gutes Verhältnis, ist er es doch, der ihr hier und da etwas Geld zusteckt. Auf der Weihnachtsfeier trifft sie Matthew – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums – und sie verlieben sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich. Bald sind beide verheiratet und Sohn Nick kommt zur Welt und dann überschlagen sich die Ereignisse, der Handlungsstrang bricht unvermittelt ab und lässt mich verstört zurück!

Der zweite Handlungsstrang spielt 21 Jahre später. Lily lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Sohn Nick auf einer abgelegenen Insel. Nick spürt das Etwas fehlt aber Lily bleibt eisern und nennt ihm nur den Vornamen seines Vaters. Als Nick nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.

Im dritten Handlungsstrang geht es um May, Nicks Großmutter, die mit allen Mitteln versucht, Kontakt zu ihrer Tochter und zu ihrem Enkel herzustellen. Bei Lily hat sie kein Glück während May auf der anderen Seite, das Herz von Nick gewinnt.
May erzählt ihre Lebensgeschichte und oft habe ich mich gefragt, erzählt sie diese Nick oder erzählt sie nur ihre Erinnerungen? Im kommunistischen System Chinas, war es sicher sehr hart für eine junge ehrgeizige und aufstrebende Wissenschaftlerin. Sie verrät ihre große Liebe um einem Mann in die Freiheit nach Amerika, folgen zu können.

In den drei Handlungssträngen werden jeweils unglaublich viele Themen aufgegriffen, die aber zum Ende der Geschichte, nicht wirklich harmonisch verknüpft sind. Mays Geschichte, hätte mir persönlich besser aufgeteilt am Anfang und zum Ende hin, gefallen.

Fazit:
„Real Americans“ ist sowohl eine Familiengeschichte als auch ein Gesellschaftsroman, der die Handlung teilweise sehr schnell voranschreiten lässt aber wichtige Entwicklungen im Zeitraffer erzählt. Durch die vielen unterschiedlichen Themen und ständig wechselnden Perspektiven gingen leider so manche emotionalen Momente verloren. Diese außergewöhnliche Geschichte mit seinen Protagonisten konnte mich nicht wirklich berühren.


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Veröffentlicht am 07.03.2026

Eine überzeugend aufgebaute Atmosphäre

Moosland
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Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die ...

Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die dem Aufruf der isländischen Bauernpartei gefolgt sind, um dort für ein Jahr auf den Höfen zu arbeiten. Die Bauern hofften nicht nur auf Arbeitskräfte sondern auch auf Heiratskandidatinnen, denn viele Isländerinnen sind in die Städte abgewandert oder nach dem Krieg, den abzieheneden Gls in die USA gefolgt.

Eine von den 300 jungen Frauen ist Elsa, sie hat keine Angehörigen mehr und um der Not im Nachkriegsdeutschland zu entkommen, folgt sie dem Aufruf. Traumatisiert und ohne Sprachkenntnisse kommt sie auf einen Bauernhof. Eine Verständigung mit der Familie und ihren beiden Söhnen, ist nicht möglich aber die Bauersfrau weiß sich zu helfen und zeigt Elsa, ihre Aufgaben, die sie langsam selbständig übernehmen kann. Die Arbeit auf dem abgelegenen Hof ist sehr anstrengend und hart aber dafür kann Elsa sich endlich satt essen. Nicht nur bei der Bäuerin findet sie langsam Anerkennung für ihre Leistung sondern auch bei den Männern, die sie bei anfallenden Arbeiten außerhalb des Hofes unterstützt.

Immer wieder verfolgen Elsa Erinnerungen an ihre Heimat und ihre Trauer um ihre Freundin Sola. Wird sie je ihren Schmerz überwinden …

Mit der Zeit findet der Knecht des Hofes Zugang zu Elsa und versucht ihr langsam aber sicher die Sprache des Landes beizubringen. Elsa ist und bleibt aber trotzdem verschlossen und schweigt weiterhin, dennoch entsteht zwischen Grassodenhaus, leuchtenden Wiesen und endlosem Meer ein Zusammenleben. Ihre Anwesenheit verändert die Dynamik auf dem Hof – besonders die der Bauernsöhne. Jeder der beiden Söhne wirbt auf seine Art um Elsa, doch ob sie die ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten.
Elsa kommt nach und nach hinter ein Geheimnis, das als dunkler Schatten über der Familie hängt.

Zum Ende gelingt der Autorin eine elegante und überraschende Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hätte, mich aber voll überzeugen konnte.

Fazit:
Gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen der Weite und Kargheit Islands und das Leben auf einem abgelegenen Bauernhof. Mit ihrer hervorragenden Recherche, gelingt es der Autorin, eine glaubhafte historische Atmosphäre zu schaffen und Elsas Fremdheitsgefühle überzeugend darzustellen. Ein detailliertes Nachwort rundet die historischen Fakten perfekt ab.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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