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Veröffentlicht am 11.01.2026

Antiker Mithraskult und seine Mysterien

Die Gesichter des Mithras
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In seinem Romandebüt „Die Gesichter des Mithras“ verwebt der Autor Sami Eriksson, ein okkultes Historiendrama auf zwei Zeitebenen miteinander.

Inhalt:
Rom im Jahr 190 nach Christi Geburt. Das Weltreich ...

In seinem Romandebüt „Die Gesichter des Mithras“ verwebt der Autor Sami Eriksson, ein okkultes Historiendrama auf zwei Zeitebenen miteinander.

Inhalt:
Rom im Jahr 190 nach Christi Geburt. Das Weltreich ist gezeichnet von religiösen und gesellschaftlichen Gegensätzen, die sich unter Kaiser Commodus weiter zuspitzen. Im fernen Dalmatien verliebt sich der Sklave Lucius in die Tochter eines alten Adelsgeschlechts. Als das unwahrscheinliche Paar ein Kind erwartet, gerät ihre Romanze unter den Einfluss einer uralten Macht aus dem Orient. Zwei Jahrtausende später macht die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora während einer Ausgrabung auf dem Balkan eine sensationelle Entdeckung. Sie stößt auf ein verborgenes Mithras-Heiligtum und erweckt dadurch das tödliche Grauen aufs Neue, das Lucius' und ihr Schicksal miteinander verbindet.

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und mit seinen kurzen Kapiteln im Wechsel der beiden Zeitebenen, bringt eine angenehme Spannung in die Erzählung.

Lucius gerät in der Verganenheit im Jahr 190 n. Chr., immer mehr unter den Einfluss des Mithraskultes und merkt zu spät, wie stark er manipuliert wurde und in welche Gefahr er sich und seine Familie gebracht hat.

Ein sehr interessanter Handelsstrang, der sehr mysthisch endet.

Zwei Jahrtausende später entdeckt die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora durch Zufall einen Mithrastempel und plötzlich begleiten sie nächtliche Visionen, die ihr die Augen für die Vergangenheit, öffnen. Sie ist ihrem Chef und ihren Kollegen immer einen Schritt voraus und gewinnt die Aufmerksamkeit eines Kunsthändlers, der ihr eine Stelle an der Universität in Chicago, anbietet.

Zwischen Lucius und Nora ergeben sich immer mehr Parallelen aber wie sich ihr Schicksal letztendlich miteinander verbindet, muss jeder selbst lesen …

Besonders Interessant und lesenswert finde ich das ausführliche Nachwort des Autors.

Fazit:
Dem Autor gelingt es hervorragend seine persönliche Leidenschaft, die römische Antike und sein Verständnis für archäologische Grabungen, an denen er auch selbst teilgenommen hat, glaubwürdig und lebendig in seinem Romandebüt, darzustellen. Für mich war es sehr Interessant etwas über die Lebensweise aus der Antike und über den Mithraskult zu lesen.
Von mir 4 von 5 Sternen und gerne eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Schmerzhafte Erinnerungen

Die Insel meiner Schwester
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„Die Insel meiner Schwester“ ist ein außergewöhnliches Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren. Neben ihren international erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern, schreibt die mehrfach ...

„Die Insel meiner Schwester“ ist ein außergewöhnliches Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren. Neben ihren international erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern, schreibt die mehrfach ausgezeichnete Autorin u.a. für Theater, Oper, Radio und Film. Sie war bereits für den August-Preis und den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.

Mit psychologischem Gespür erzählt Sara B. Elfgren ein packendes Drama inmitten der rauen Landschaft der Stockholmer Schären.

Inhalt:
Mirjam leidet noch unter der Trennung von ihrem langjährigen Freund, als ihre Schwester Nia sie zum ersten Mal nach langer Zeit kontaktiert. Sie lädt sie zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Schäreninsel ein, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Auf Tallholmen waren sie unzertrennlich. Aber das ist lange her. Mirjam entscheidet sich, der Einladung zu folgen und zurückzukehren – an den Ort, der einst ihr gemeinsames Paradies war. Doch sie ahnt nicht, was hier vor sich geht. Als die Nacht hereinbricht und ein Sturm aufzieht, muss Mirjam eine Entscheidung treffen: Ist sie bereit, bedingungslos an der Seite ihrer Schwester zu stehen?

Meine Meinung:
Das wunderschöne Cover konnte mich von Anfang an begeistern, denn es ist sehr stimmungsvoll und zeigt die Insel Tallholmen, dazu noch ein Bestseller aus Stockholm, das musste ich lesen.

Die Ich-Erzählerin Mirjam erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und immer wieder schweift sie plötzlich ab in ihre Erinnerungen aus ihrer Kindheit und wie sie Nia ihre Halbschwester kennenlernte und was sie zusammen erlebten. Diese Rückblicke passieren recht abrupt und machten mich oft stutzig, wo und in welcher Zeit, ich gerade bin. Eine geschmeidige Verknüpfung beider Ebenen hätte mir durchaus besser gefallen.

Mirjams Erzählungen deuten daraufhin, dass sie krankhaft auf ihre Schwester fixiert ist, während Nia zwar auch an ihrer Halbschwester hängt aber scheinbar nicht so krankhaft besessen. Schade finde ich, dass Nia nicht zu Wort gekommen ist und ihre Ansichten hier geteilt hat. Oft hatte ich den Eindruck, dass Mirjam das Zepter in der Hand hielt und die Richtung vorgab oder wollte sie Nia nur schützen ...

Nach langer Zeit stehen sich Mirjam und Nia auf der einsamen Schäreninsel wieder gegenüber und eine geheimnisvolle Spannung breitet sich aus. Unerwartet treffen zum Geburtstagsdinner nicht nur Nias Freundinnen ein sondern auch Knut, der nicht locker lässt und sich beharrlich nach Nias Ehemann Konrad, erkundigt.
Und während draußen ein Sturm aufzieht, braut sich drinnen eine Katastrophe zusammen ...

Fazit:
Die Geschichte ist zwar flüssig geschrieben aber die einseitige Erzählung der Ich-Erzählerin, brachte aus meiner Sicht keinen lebhaften Schwung in die ganze Handlung. Selbst das Drama zum Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Miriam, die junge jüdische Medica

Hiobs Tochter
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Das wunderschöne Cover wirkt schlicht mit seinem dunklen Blauton aber dafür sehr edel mit seiner hervorgehobenen goldenen Schrift.

In seinem neuen Roman „Hiobs Tochter - Schatten des Verrats“ erzählt ...

Das wunderschöne Cover wirkt schlicht mit seinem dunklen Blauton aber dafür sehr edel mit seiner hervorgehobenen goldenen Schrift.

In seinem neuen Roman „Hiobs Tochter - Schatten des Verrats“ erzählt der Autor Peter Orontes, eine detailreiche und gut recherchierte Geschichte über den historisch nachgewiesenen Pogrom an der jüdischen Bevölkerung der niederbayerischen Stadt Deggendorf am 30. September 1338.

Inhalt:
Deggenfeld im Jahre 1338. Die junge Miriam, eine ausgebildete Medica und Jüdin, stürzt in ein Netz aus Intrigen und Gefahr, als sie zufällig eine Verschwörung belauscht. Im Schatten wachsender Spannungen und angesichts einer drohenden Attacke auf die jüdische Gemeinde, muss Miriam Mut, Klugheit und Tatkraft beweisen, um ihre Liebsten zu beschützen und Gerechtigkeit zu suchen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn Miriams eigenes Leben und dass ihrer Tochter Rebecca ist, eng mit der Verschwörung verknüpft. Und auch wenn Miriam als Ärztin einiges an Ansehen genießt und so an manche Information gelangt, bleiben ihr als Frau und Jüdin viele Privilegien verwehrt.

Hauptprotagonistin ist die junge Jüdin Miriam, die nach ihrem Studium in Salerno als ausgebildete Medica, sich auf den Weg in ihre Heimat macht. Unterwegs in Koblenz beobachtet Miriam zwei Mönche, die scheinbar einen Mord begehen. Nachdem sie verschwunden sind, nähert sich Miriam dem Sterbenden und erkennt in ihm eine Freundschaft aus Kindertagen. Er drückt ihr eine abgebrochene Gänsefeder in die Hand und stammelt ihr noch ein paar Wortfetzen ins Ohr, die Miriam erschauern lassen. Schnell macht sie sich aus dem Staub, denn einer Jüdin, schenkt man keinen Glauben.

Miriam möchte so schnell wie möglich zu ihren Großeltern nach Deggenfeld und dort erfährt sie, dass ihre zwölfjährige Tochter verschwunden ist.

Im Schatten wachsender Spannungen und angesichts einer drohenden Attacke auf die jüdische Gemeinde und einer gewaltigen Heuschreckenplage, beschließt Miriam nach ihrer Tochter zu suchen und stößt auf eine perfide Intrige, die in die höchsten Kreise aus Politik und Klerus bis an den päpstlichen Hof in Avignon zu reichen scheint. Dabei gerät sie selbst ins Visier der Verschwörer und muss um ihr eigenes Leben und dass ihrer Tochter Rebecca fürchten.

Fazit:
Dem Autor gelingt es in „Hiobs Tochter“, eine vergangene Epoche von fiktiven Charakteren mit realen historischen Ereignissen und einer authentischen Atmosphäre, lebendig werden zu lassen. Eine verzweigte Spannung wird zwar stetig aufgebaut aber das Ende kommt dann doch ziemlich abrupt daher und lässt einiges offen, wohl bis zur Fortsetzung. Der Schreibstil von Peter Orontes ist flüssig und gut verständlich. Einige vielleicht unbekannte Begriffe werden am Ende in einem Glossar erklärt.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die historische Romane lieben.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Ein neuer Blickwinkel auf die griechische Mythologie

Medea
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Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin ...

Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin der griechischen Mythologie, gelungen.

Medea sehnt sich nach einem anderen Leben, denn seit ihrer Kindheit wird sie meistens von ihrer Schwester getrennt, von ihrer Mutter gemieden und von ihrem Bruder und Vater verfolgt und gequält. Und das alles wegen eines einzigartigen und gefährlichen Talents: der Hexerei. Medeas Tante Circe reist sogar an um sie zu unterrichten, bis diese eines Tages, spurlos verschwindet und nicht mehr auftaucht. Medea füllt sich von ihrer Tante verlassen und lässt sich von ihrem Vater zu ausgefallenen Zaubereien erpressen. Ihr Vater nutzt ihre Magie schamlos aus und hält sie gefangen, ja er sieht sie als sein Eigentum an.

Als eines Tages der tollkühne junge Held, Jason, auftaucht, um das berühmte Goldene Vlies einzufordern, das ihr Vater so vehement beschützt, sieht Medea ihre Chance zur Flucht. Sie macht Jason ein Angebot, ihm bei der Überwindung der von ihrem Vater auferlegten Prüfungen zu helfen und setzt damit eine Reise in Gang, die jedes Quäntchen ihrer Stärke, Magie und Loyalität auf die Probe stellt; eine Reise, auf der sie gegen Monster kämpfen, Könige entthronen und sich verlieben wird.

Aber als Medea mit dem ultimativen Verrat konfrontiert wird, wird sie zu einer Verzweiflungstat getrieben, die so brutal ist, dass sie das Leben aller Beteiligten zerreißt...

Bei manchen Entscheidungen von Medea musste ich schon schwer durchatmen aber letztendlich passten sie zu ihrem Leben.

Fazit:
Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ schildert die Autorin in ihrer Neuinterpretation den Anfang von Medeas Geschichte als junges verletzliches Mädchen, bis zu ihrem berüchtigten Ende. Eine atmosphärische, kraftvolle Neuerzählung, bei der ich tief in die griechische Mythologie eintauchen konnte. Mir hat in diesem Roman der flüssige und packende Schreibstil richtig gut gefallen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Deutsche Geschichte lebendig erzählt

Der Silberbaum. Das Ende der Welt
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„Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ist der 2. Band der historischen Mittelalter-Saga “Der Silberbaum“ der Autorin Sabine Ebert, die uns hervorragend weiter auf die Reise durch das Leben von Heinrich ...

„Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ist der 2. Band der historischen Mittelalter-Saga “Der Silberbaum“ der Autorin Sabine Ebert, die uns hervorragend weiter auf die Reise durch das Leben von Heinrich dem Erlauchten, dem Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen, führt.


Heinrich und Konstanze von Babenberg, Tochter des Herzogs Leopold VI von Österreich, könnten nicht glücklicher sein, denn sie führen eine Ehe auf Augenhöhe und haben zwei gesunde Söhne Albrecht und Dietrich.

Wäre da auf der anderen Seite nicht die drohene Gefahr, dass die Tataren nur wenige Tagesritte vor Meißen stehen und die Menschen um ihr Leben bangen. Heinrich muss sich der nie da gewesenen Bedrohung stellen, doch dann drehen die Tataren ab und greifen Ungarn an, nachdem sie weite Teile des Landes verwüstet haben. Alles geschieht so plötzlich und unerwartet.


Als endlich bessere Zeiten anbrechen, Heinrich glänzende Turniere veranstaltet, sogar die Aussicht bekommt, Thüringen zu erben und seinen Sohn mit einer Kaisertochter zu vermählen, trifft ihn ein schmerzlicher Verlust ...


Papst Gregor IX setzt den Stauferkaiser Friedrich II. ab und verlangt eine Neuwahl zu Gunsten der Kirche doch Heinrich steht fest auf der Seite des legitimen Herrschers Friedrich. Heinrich muss viele Stufen von Verrat miterleben, als sogar enge Verwandte die Seiten wechseln. In diesen dunklen Zeiten stehen ihm vor allem Marthes Sohn Thomas, ihr Enkel Christian und ihre Enkelin Änne zur Seite. Die Dichterin Milena wird nicht nur zur Chronistin der Ereignisse, sie beweist auch die Kraft von erzählter Geschichte.


Heinrich der Erlauchte gilt bis heute als Herrscher mit glanzvoller Hofhaltung und Förderer der Städte. Er zählt auch zu den bekanntesten Minnesängern seiner Zeit. Sabine Eberts „Silberbaum“-Trilogie schlägt den Bogen zu ihrer beliebten Bestseller-Reihe um die Hebamme Marthe.

Auf den 3. Band bin ich schon sehr gespannt.


Fazit:

„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“ ist eine fesselnde Erzählung, die historische Gegebenheiten mit einer packenden fiktiven Handlung rund um den Markgrafen Heinrich von Meißen und Lausitz verwebt.

Besonders gut gefällt mir das Cover und die Gestaltung des Buches, mit den wunderschönen Landkarten, Personenverzeichnis und dem ausführlichen Anhang. Mit ihrem flüssigen Schreibstil und ihrer hervorragenden Recherche, gelingt es der Autorin, eine glaubhafte Atmosphäre zu schaffen. Wer sich für deutsche Geschichte interessiert, findet auch in diesem Roman wieder einen guten und lebendigen Einblick in die damalige Zeit.

Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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