Die Geister der Vergangenheit
Letzter AktIn seinem neuen Roman zeigt der in Berlin lebende Autor Andreas Schäfer, einfühlsam das Zusammenspiel von Leben und Kunst und erzählt feinfühlig von einer Befreiung, die alles verändert.
„Letzter Akt“ ...
In seinem neuen Roman zeigt der in Berlin lebende Autor Andreas Schäfer, einfühlsam das Zusammenspiel von Leben und Kunst und erzählt feinfühlig von einer Befreiung, die alles verändert.
„Letzter Akt“ ist eine stille, intensive Geschichte, die sich langsam aber stetig in drei Handlungssträngen entfaltet.
Der erste Handlungsstrang erzählt die berührende Geschichte des Kennenlernens der beiden Protagonisten.
London, 2005:
Nach vielen Jahren beim Film steht die Schauspielerin Dora wieder auf einer Theaterbühne – mit Anfang vierzig kann sie auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Als sie nach der Premiere in einer Bar auf den Maler Victor trifft, ist sie fasziniert: Wer ist dieser Mann, der noch nie von ihr gehört hat? Dora sieht in diesem Kennenlernen eine Chance, sich zu verstecken: vor ihrer Mutter, die ständig aus Frankfurt anruft, vor ihrer Agentin, die sie überzeugen will, auch mal andere Rollen zu spielen, vielleicht auch vor ihrem unsympathischen Kollegen, der immer wieder ihre Grenzen testet.
Nach einigen gemeinsamen Wochen beschließt Dora, dass Victor sie malen soll – doch als sie das Gemälde sieht, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg und lang vergessene Erinnerungen kehren zurück. Das Bild offenbart etwas über Dora, das Victor nicht wissen konnte.
Im zweiten Handlungsstrang kehren Doras Erinnerungen in die Jahre 1982 ihrer Jugend zurück. In Frankfurt am Main ist sie in einfachen Verhältnissen aufgewachsen aber sie sehnt sich nach Freiheit und auf der Bühne zu stehen. Versprechungen die sie gemacht hat, ignoriert sie. Nach ihrem Abitur kehrt sie ihrer Heimatstadt den Rücken und London wird für sie zu einer Zuflucht, zu einem Ort, an dem sie ihre Herkunft als Dorothea hinter sich lassen und sich als Dora neu erfinden kann. Sie schafft es, eine berühmte Schauspielerin, zu werden.
Im dritten Handlungsstrang im Jahr 2010 findet sie endlich den Mut sich ihrer Vergangenheit zu stellen.
Fazit:
Der Autor erzählt die Liebesbeziehung zwischen Dora und Victor von Anfang an mit Distanz, trotz seines flüssigen und feinfühligen Schreibstils. Mir hat die Geschichte vielleicht gerade deshalb so gut gefallen. Sicher wird „Letzter Akt“ nicht mein erstes und letztes Buch von Andreas Schäfer, bleiben.