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Veröffentlicht am 09.12.2025

Deutsche Geschichte lebendig erzählt

Der Silberbaum. Das Ende der Welt
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„Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ist der 2. Band der historischen Mittelalter-Saga “Der Silberbaum“ der Autorin Sabine Ebert, die uns hervorragend weiter auf die Reise durch das Leben von Heinrich ...

„Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ist der 2. Band der historischen Mittelalter-Saga “Der Silberbaum“ der Autorin Sabine Ebert, die uns hervorragend weiter auf die Reise durch das Leben von Heinrich dem Erlauchten, dem Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen, führt.


Heinrich und Konstanze von Babenberg, Tochter des Herzogs Leopold VI von Österreich, könnten nicht glücklicher sein, denn sie führen eine Ehe auf Augenhöhe und haben zwei gesunde Söhne Albrecht und Dietrich.

Wäre da auf der anderen Seite nicht die drohene Gefahr, dass die Tataren nur wenige Tagesritte vor Meißen stehen und die Menschen um ihr Leben bangen. Heinrich muss sich der nie da gewesenen Bedrohung stellen, doch dann drehen die Tataren ab und greifen Ungarn an, nachdem sie weite Teile des Landes verwüstet haben. Alles geschieht so plötzlich und unerwartet.


Als endlich bessere Zeiten anbrechen, Heinrich glänzende Turniere veranstaltet, sogar die Aussicht bekommt, Thüringen zu erben und seinen Sohn mit einer Kaisertochter zu vermählen, trifft ihn ein schmerzlicher Verlust ...


Papst Gregor IX setzt den Stauferkaiser Friedrich II. ab und verlangt eine Neuwahl zu Gunsten der Kirche doch Heinrich steht fest auf der Seite des legitimen Herrschers Friedrich. Heinrich muss viele Stufen von Verrat miterleben, als sogar enge Verwandte die Seiten wechseln. In diesen dunklen Zeiten stehen ihm vor allem Marthes Sohn Thomas, ihr Enkel Christian und ihre Enkelin Änne zur Seite. Die Dichterin Milena wird nicht nur zur Chronistin der Ereignisse, sie beweist auch die Kraft von erzählter Geschichte.


Heinrich der Erlauchte gilt bis heute als Herrscher mit glanzvoller Hofhaltung und Förderer der Städte. Er zählt auch zu den bekanntesten Minnesängern seiner Zeit. Sabine Eberts „Silberbaum“-Trilogie schlägt den Bogen zu ihrer beliebten Bestseller-Reihe um die Hebamme Marthe.

Auf den 3. Band bin ich schon sehr gespannt.


Fazit:

„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“ ist eine fesselnde Erzählung, die historische Gegebenheiten mit einer packenden fiktiven Handlung rund um den Markgrafen Heinrich von Meißen und Lausitz verwebt.

Besonders gut gefällt mir das Cover und die Gestaltung des Buches, mit den wunderschönen Landkarten, Personenverzeichnis und dem ausführlichen Anhang. Mit ihrem flüssigen Schreibstil und ihrer hervorragenden Recherche, gelingt es der Autorin, eine glaubhafte Atmosphäre zu schaffen. Wer sich für deutsche Geschichte interessiert, findet auch in diesem Roman wieder einen guten und lebendigen Einblick in die damalige Zeit.

Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Das große Schweigen der Generationen

Das Flüstern der Marsch
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In ihrem neuen Roman „Das Flüstern der Marsch“ erzählt die Autorin Katja Keweritsch nicht nur mit leisen Tönen über die Marsch, nördlich von Hamburg an der Elbe sondern auch eine emotionale Familiengeschichte.

Inhalt:
Als ...

In ihrem neuen Roman „Das Flüstern der Marsch“ erzählt die Autorin Katja Keweritsch nicht nur mit leisen Tönen über die Marsch, nördlich von Hamburg an der Elbe sondern auch eine emotionale Familiengeschichte.

Inhalt:
Als Mona in der Marsch eintrifft, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, ist Oma Annemie spurlos verschwunden. Karl macht sich wenig Sorgen, Mona dafür umso mehr. Sie zieht zu ihrem Opa in das reetgedeckte Haus am Rand des kleinen Dorfs in den Weiten der Marsch, wo Monas Mutter Sabine gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Stefan und Sven aufgewachsen ist. Dass Annemie ein schmerzvolles Geheimnis birgt, das das Leben der ganzen Familie schon lange beeinflusst, ahnt niemand. Gemeinsam mit einem alten Freund aus Kindheitstagen macht Mona sich auf die Suche nach ihrer Oma. Im Laufe eines langen Sommers taucht sie tief ein in die Familiengeschichte und stößt auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand weiß. Denn Annemie hat alles dafür gegeben, das Schweigen aufrechtzuerhalten - damit niemand redet, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt.

Die Geschichte ist in vier Handlungssträngen von 1964 bis 2024 aufgebaut und wird aus der Perspektive von Oma Annemarie, der Enkelin Mona, der Schwiegertochter Janne – die mit Sohn Stefan verheiratet und Mutter von drei Kindern ist und von Freya, deren Verhältnis zur Familie lange offen bleibt.

Alles beginnt mit dem spurlosen Verschwinden von Oma Annemarie. Ihre Enkelin Mona macht sich große Sorgen und versucht, ihre Oma zu finden und stößt dabei auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand etwas weiß.

Erst nach und nach offenbart sich, was es mit dem Verschwinden von Annemie auf sich hat und wie sich die Handlungsstänge zum Ende geschickt verknüpfen.

In den 60/70iger Jahren waren Frauen nicht nur aus moralischer und gesellschaftlicher Sicht, sondern auch durch mangelnde Unterstützung innerhalb der Familie, geprägt und in ihren Handlungen total eingeschränkt. Kein Wunder, das es im Laufe mehrerer Generationen zu Geheimnissen und Lügen - überwiegend verursacht durch Schweigen, kam.

Fazit:
„Das Flüstern der Marsch“ ist der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen habe. Mir gefällt ihr Schreibstil und wie sie die unterschiedlichen Generationen der Frauen in den Mittelpunkt stellt. Ein atmosphärisch dichter Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Schatten aus der Vergangenheit

Lebensbande
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Basierend auf realen Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman „Lebensbande“ die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich zwischen ...

Basierend auf realen Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman „Lebensbande“ die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer kreuzen.

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als „Reichsausschusskind“. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert ...

Auf zwei Zeitebenen: 1931 bis 1953 am Niederrhein, in Danzig und Workuta und 1991 in Kühlungsborn, enthüllt die Autorin mit großer Spannung die Lebensgeschichten von Lene, Nora und Lieselotte und wie sich ihre Wege, verknüpfen.

Kurz nach dem Mauerfall erhält die zunächst unbekannte Frau, die in Kühlungsborn an der Ostsee lebt ein Schreiben der Rentenversicherung mit der Aufforderung, ergänzende Angaben zu Zeiten aus den Jahren vor 1953 zu machen. Sie ist völlig aus dem Häuschen, denn ihre lang verdrängte Vergangenheit, wird langsam brüchig und drängt sich an die Oberfläche. Es folgt noch ein Brief eines Neffen, der sie als Tante anschreibt und sie unbedingt besuchen möchte. Jetzt wird ihr klar, sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre Lebensgeschichte von der Seele schreiben, denn nur ihr verstorbener Mann Gustav, kannte sie.

In zwei Schulheften enthüllt sie nach und nach ihren schicksalhaften Lebensweg und die Schuld, die sie auf sich geladen hat.

Fazit:
Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass die Geschichte auf den Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten verschiedener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beruht und von ihr fiktional und literarisch verdichtet, wurde.
Zu ihrem Schreibstil muss man eigentlich nichts mehr sagen, denn der Spannungsbogen ist perfekt aufgebaut und die Erzählstränge souverän aufgeblättert und zusammengeführt. Die Charaktere sind entweder total sympathisch oder einfach nur schrecklich. Der Autorin ist es hervorragend gelungen ein Stück brisante Zeitgeschichte mit großer Spannung zu erzählen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Das Schweigen aus der Vergangenheit

Großmutters Geheimnis
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Der Autor Benjamin Koppel, ist ein international bekannter dänischer Jazzmusiker und Komponist. Er stammt aus einer Musikerfamilie, in der das Geschichtenerzählen beim Abendessen schon immer eine große ...

Der Autor Benjamin Koppel, ist ein international bekannter dänischer Jazzmusiker und Komponist. Er stammt aus einer Musikerfamilie, in der das Geschichtenerzählen beim Abendessen schon immer eine große Rolle gespielt hat.
In seinem neuen Roman „Großmutters Geheimnis“ erzählt der Autor von der Opernsängerin Ruth während der NS-Zeit und ihrem Enkel Alexander, der auf der Suche nach seiner Familiengeschichte, die Kassetten seiner Großmutter, findet.

Im Wechsel von zwei Zeitebenen schildert der Autor über das bewegende Schicksal der Opernsängerin Ruth und über die Bewältigung des Traumatas ihres Enkelsohns, Alexander.

Dänemark, 2015: Alexander kämpft mit seiner Gesangskarriere und dem Druck seiner Frau Gry, endlich mehr für ihren Kinderwunsch, zu unternehmen. Mit halbwegs guter Miene geht er mit ihr zu allen möglichen Untersuchungen, doch nichts scheint zu helfen. Ein ewiger Kreislauf um das Thema Kinderzeugung, zieht sich durch die Geschichte und dann mischt sich seine Mutter noch ständig ein und rät zur Adoption. Alexander ist von allem genervt, kann sich aber dem Einmischen seiner Mutter kaum entziehen. Nur wenn er sie auf ihre eigene Herkunft anspricht, bleibt sie still. Er soll seiner Mutter beim Ausräumen auf dem Dachboden helfen und findet zwei kleine Kassetten, die für ihn bestimmt sind. Es dauert lange, bis er sie abspielt und dann knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen ...

Seine Großmutter Ruth vertraut nach einem halben Jahrhundert einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte an, die sie vorher nie erzählen konnte. Ruth ist wohlbehütet im Kreis ihrer großen jüdischen Familie aufgewachsen und machte ihren Lebenstraum, zur Sängerin wahr, bis sie und ihr Vaterr im 2. Weltkrieg nach Theresienstadt deportiert wurden. Sie erzählt ihrem Enkel von ihrem harten Kampf ums Überleben und ihre Lebensgeschichte.

Zum Ende gibt es einige Ereignisse und Wendungen, die mich durchaus überraschen konnten.

Fazit:
Benjamin Koppel vermischt Fakten und Fiktion, gibt Einblicke in das Zeitgeschehen und in das Leben seiner eigenen jüdischen Familiengeschichte. Der Erzählstil ist geprägt durch den Wechsel zwischen schlichten und sachlichen Passagen. Der Geschichte hätte insgesamt mehr Tiefe, sehr gutgetan. Vielleicht liegt es aber auch an der Übersetzung. Ein durchaus lesenswerter Roman.
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Familie Mann im Exil

Wenn die Sonne untergeht
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Der Autor Florian Illies erzählt in seinem neuen Roman „Wenn die Sonne untergeht“ aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen der Familienmitglieder und verschiedener Persönlichkeiten eine Biografie verknüpft ...

Der Autor Florian Illies erzählt in seinem neuen Roman „Wenn die Sonne untergeht“ aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen der Familienmitglieder und verschiedener Persönlichkeiten eine Biografie verknüpft mit Zeitgeschichte über den großen deutschen Schriftsteller Thomas Mann und seiner Familie, die im Jahr 1933 notgedrungen den Gang ins Exil, ins malerische südfranzösische Fischerdorf Sanary-sur-Mer zwischen Bandol und Toulon, wählte.

Sanary sur Mer wird zum Treffpunkt berühmter Schriftsteller und Künstler doch Thomas Mann will eigentlich sofort wieder zurück in seine edle Münchner Villa. Die Trauer um den Verlust seiner Heimat und der Angst vor den Plünderungen seines Besitzes durch die Nazis, lassen Thomas Mann kaum zur Ruhe kommen. Während sein Bruder Heinrich hingegen die Freiheit des Südens genießt.

Die Manns sind eine interessante Familie, die sich in kein Schema pressen lassen. Thomas Mann, wird von seiner Familie als "der Zauberer " betitelt, während seine Kinder um seine Gunst und Aufmerksamkeit, buhlen und kämpfen.
Seine Tochter Elisabeth, genannt Medi war eindeutig seine Lieblingstochter, der er nichts abschlagen konnte. Michael, genannt Bibi spielt Tag und Nacht Geige. Er will ein großer Musiker werden und kämpft gegen seinen Jähzorn und die hohen Ansprüche der Familie. Erika, die älteste, führt Regie und schmuggelt einen Großteil vom Inventar aus der Villa der Manns aus München über die Grenze. Sie trickst geschickt die Nazis aus aber auf einen Dank ihres Vaters, wartet sie vergebens. Selbst als Golo Geld von den Konten in München abhebt und die literarischen Manuskripte des Vaters ins Exil transferiert, wartet auch er vergebens auf ein Dankeschön und Anerkennung. Der sensible und drogenabhängige Klaus Mann gründet eine Exil-Zeitschrift, steht jedoch im Schatten des Vaters, literarisch und persönlich. Und alle lästern über Monika doch sie bleibt einfach am Strand von Sanary liegen.

Thomas Mann wird in Zürich all seine Bücherkisten und all seine geliebten Dinge wiederfinden. Nur seine Heimat, die hat er verloren.

Fazit:
Dem Autor gelingt es trotz mühseeliger Recherchearbeit, aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen der Familienmitglieder und verschiedener Persönlichkeiten, gekonnt zusammengefast eine wunderbare Biografie. Der Schreibtil passt zur damaligen Zeit, denn er ist distanziert, eher kühl gehalten und manchmal ein wenig ironisch. Es gibt keine durchgehende Handlung, es sind vielmehr aneinandergereihte Szenen und Erlebnisse.
Besonders gut hat mir der Abschnitt „Danach“ gefallen, der diese Biografie hervorragend abrundet.
Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung allen Thomas Mann-Fans!

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