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Veröffentlicht am 20.07.2025

Nichts ist so wie es scheint

Wohin du auch gehst
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Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie ...

Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie die Geschichte der beiden unterschiedlichen Frauen Mira und Bjoux und deren Leben zwischen dem Kongo und London.

Der Einstieg in die Geschichte mit den vielen afrikanischen Begriffen und der oft wechselnden Handelstränge, ist schon gewöhnungsbedürftig und verlangt eine Menge Aufmerksamkeit.

Kinshasa, 80er-Jahre: Mira und Ya Eugénies sind die Töchter einer aufstrebenden Familie. Während Mira sehr lebensfroh ist und gerne auch mal die Regeln bricht, wird ihre Schwester schon bald als Ärztin in einem Krankenhaus arbeiten. Als Mira sich in einen mittellosen Musiker verliebt, sind ihre Eltern davon gar nicht begeistert und verbieten ihr den Umgang mit ihm. Miras weiteres Leben gestaltet sich ziemlich kompliziert und auf Umwegen gelangt sie nach London, lebt ärmlich und wird zu einer sehr religiösen Frau. Selbst ihr Verhalten wird noch immer sehr stark von ihrer Herkunft geprägt.

Nach Unruhen in Kinshasa wird die 12jährige Bijoux aus ihrem Geburtsort nach London zu ihrer strengen, religiösen Tante Mirelle gebracht. In London fehlen ihr ihre Heimat und ihre Eltern; ihre Tante kennt sie überhaupt nicht. Das Leben ist geprägt von Armut, Einsamkeit und den strengen Regeln der evangelikalen Kirchengemeinde „The Mountain“, zu der ihre Tante sie ständig mitschleppt. Zwischen ihr und ihrer Tante Mirelle scheinen trotz gleicher Wurzeln Welten zu liegen.

2004 ist Bijoux ist Mitte zwanzig und verliebt sich zum ersten Mal - in eine Frau. Das darf ihre religiöse Tante unter keinen Umständen erfahren. Sie ahnt ja nicht, dass auch diese ein Geheimnis vor ihr hat: Den wahren Grund dafür, dass sie vor vielen Jahren von Afrika nach Europa kam, wo sie sich immer noch nicht zu Hause fühlt. So wie ihre Tante möchte Bioux nicht enden und trifft ihre eigene Entscheidung: „Wohin du auch gehst, dahin gehe ich auch“.

Fazit:
Auf zwei wechselnden Zeitebenen und aus den unterschiedlichen Perspektiven von Mira und Bijoux, erzählen sie ihre Lebensgeschichte und dabei rücken die Geheimnisse aus der Vergangenheit, immer mehr ins Licht. Die Figuren sind nahbar, ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar, aber am Ende löst sich alles schlüssig auf. Dabei sind einige Überraschungen nicht ausgeschlossen!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Auftakt einer gelungenen Trilogie zur Zeit Dschingis Khans

Die Truhe der Schamanin
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Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens ...

Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens zur Zeit Dschingis Khans.

Im Jahr der Schlange 1209 wächst das Reich Dschingis Khans unaufhaltsam. Zur Hochzeit seiner Tochter mit dem Fürsten der Uiguren strömen Stämme, Händler, Pilger, Krieger und Gesandte aus allen Richtungen entlang der Seidenstraße nach Karakorum.

Am Rande der Wüste Gobi ist der Mongole Khünbish auf der Suche nach dem Mädchen, dass ihm das Gesicht zerschnitten hat und nicht weit entfernt lehnt Asena an der Wand einer Höhle, die von außen kaum erkennbar ist. Der Mongole reitet weg und Asena will gerade die Höhle erkunden als sie gedämpfte Stimmen hört …

Rana, die temperamentvolle Heilerin, Schamanin – und bei Bedarf auch Hexe – ist mit ihrer schwangeren Tochter Ak-Su auf der Flucht vor einer rachsüchtigen Fürstin. Rana kennt die abgelegene Höhle und bringt sich und ihre Tochter erstmal in Sicherheit. Die Anwesenheit von Asena bleibt Rana nicht verborgen und so helfen beide der Schwangeren ihr Kind zur Welt zu bringen und das verbindet die Frauen.

Währenddessen entdeckt der Mongole Khünbish Ranas Wagen und raubt ihre Truhe – ein wertvolles Erbstück voller ritueller Gegenstände und geheimer Manuskripte. Als Rana den Diebstahl bemerkt, nimmt sie mit ihrer Tochter AK-Su, deren Tochter Su und Asena, die Verfolgung quer durch die Steppe auf. Aber sie sind nicht alleine unterwegs …

Den der irische Spion Lewellyn, als Derwisch verkleidet und mit dem sprechenden Schädel seines verstorbenen Druiden-Großvaters im Gepäck, ist ebenfalls unterwegs. Lewellyns Gespräche mit dem sprechenden Schädel seines Großvaters, konnten mich herrlich unterhalten und haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.
Dann ist da noch aus dem fernen Tibet der gelehrte Mönch und Kämpfer Dawa Rinpoche auf dem Weg – konfrontiert mit alten Gefühlen und Rivalitäten.
Die Wege der Männer kreuzen sich, beide kennen Rana und fühlen sich unweigerlich zu ihr hingezogen. Ihre Erinnerungen an Rana kommen nur bruchstückartig zum Vorschein und lassen noch viel Raum für weitere tiefe Einblicke in diese lebhafte Geschichte.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und lockeren Schreibstil ein schöner Auftakt über Macht, Herkunft und das Ringen zwischen Spiritualität und Weltlichkeit – mit feinem Humor, mystischen Elementen und einem tiefen Einblick in eine faszinierende Epoche, hervorragend gelungen. Hilfreich und besonders gut gefallen hat mir auch der ausführliche Anhang, in dem ich unbekanntes, leicht nachschlagen konnte. Gespannt warte ich auf die Fortsetzung, denn es gibt noch viel zu erzählen …

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Die Welt der Chemie

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Die Autorin Austin Taylor, geboren 1999 in Maine, USA, hat Chemie und Englisch an der Harvard University studiert. Ihr Debütroman „Das Gefühl von Unendlichkeit“ erzählt die Geschichte von Zoe und Jack ...

Die Autorin Austin Taylor, geboren 1999 in Maine, USA, hat Chemie und Englisch an der Harvard University studiert. Ihr Debütroman „Das Gefühl von Unendlichkeit“ erzählt die Geschichte von Zoe und Jack – zwei außergewöhnlich begabte junge Menschen, deren Begegnung an der Harvard-Universität einem Urknall gleicht.

Zoe kommt aus einem gutbürgerlichen Haushalt, in dem die Physik eine zentrale Rolle spielt und sie sich gerne an wissenschaftlichen Diskussionen beteiligt hat, während Jack sich allein hochgearbeitet hat. Zoe und Jack führen tagsüber einen spielerischen Wettkampf um die Anerkennung ihrer Professoren, aber nachts diskutieren sie in tiefgehenden Gesprächen über ihre Ideen und Träume. Schnell entwickeln sie Gefühle füreinander.
Als sie eine Entdeckung machen, die nicht nur die Welt der Chemie, sondern auch das ganze Land in Aufruhr versetzt und sie erste Erfolge erzielen, gründen sie ein Startup, damit eventuelle Patente nicht an die Uni übergehen. Sie suchen sich immer wieder neue Investoren und Zoe wird die Geschäftsführerin, das Gesicht der Firma und Jack der wissenschaftliche Leiter des Labors. An dem Tag, an dem sie eigentlich das College abgeschlossen hätten, haben sie bereits eigene Mitarbeiter, entwickeln ein Medikament gegen die Alterung des Menschen und jonglieren mit Millionen. Doch dann werden erste Gerüchte laut, dass Jacks Testreihen nicht stimmen. Zoe kann und will das nicht glauben, denn sie vertraut ihm, obwohl sie schon lange nicht mehr in die Forschung involviert ist.
Der steigende Druck stellt jedoch ihre Liebe auf eine harte Probe.

Die Autorin bringt ihre Fachkenntnisse in Chemie hier stark zum Ausdruck und mit ihren wissenschaftlichen Fachdialogen und Laborszenen, kostet es schon einige Mühe, durchzuhalten. Das Thema des Buches ist recht interessant, wäre die Handlung, stellenweise nicht so in die Länge gezogen worden. Erst die überraschende Wendung im letzten Drittel der Geschichte, konnte mich mit diesem Debüt, versöhnen.

Fazit: „Das Gefühl von Unendlichkeit“ hat ein interessantes Thema, aber ein Vorteil wäre es schon, mehr Kenntnisse in Chemie, zu haben. Auch die detaillierten Einblicke, auf den unterschiedlichen Zeitebenen, empfand ich streckenweise viel zu umfangreich und eher verwirrend. Die Tragik der Geschichte ist emotional bei mir leider nicht rübergekommen und konnte mich nicht ganz überzeugen.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Eine tragikomische Familiengeschichte

Frau im Mond
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Der Autor Pierre Jarawan erzählt in seinem Roman „Frau im Mond“ eine fiktive tragikomische Familiengeschichte zwischen Kanada und dem Nahen Osten, die in historische Ereignisse eingebettet ist.

Inhalt:
»Es ...

Der Autor Pierre Jarawan erzählt in seinem Roman „Frau im Mond“ eine fiktive tragikomische Familiengeschichte zwischen Kanada und dem Nahen Osten, die in historische Ereignisse eingebettet ist.

Inhalt:
»Es gibt für den menschlichen Geist kein Niemals.«
Am 4. August 1966 zündet eine Gruppe Studenten – die Lebanese Rocket Society – eine Weltraumrakete, um den Libanon in eine blühende Zukunft zu führen. Auf den Tag genau 54 Jahre später kommt es im Beiruter Hafen zu einer Explosion, die das ganze Land erschüttert. Meisterhaft verknüpft Pierre Jarawan diese beiden historischen Ereignisse zu einer Kontinente verbindenden Familiengeschichte weit über das Schicksal des Nahen Ostens hinaus. Denn im kanadischen Montréal stoßen die Zwillingsschwestern Lilit und Lina auf Spuren ihrer armenischen Großmutter Anoush ...

Auf der einen Seite gibt es die fiktiven Zwillingsschwestern Lilit und Lina el Shami, die Nachfahren libanesischer Auswanderer sind und im kanadischen Montreal aufwachsen. Als sie eines Tages eine alte Postkarte ihrer Großmutter Anoush, die sie nie kennengelernt haben in den Händen halten, macht sich Lilit die Dokumentarfilmerin ist, auf den Weg in den Libanon. Sie möchte die Wurzeln der Familie finden und taucht tief in die Vergangenheit ihrer Großeltern ein. Bei ihrer Suche erfährt sie auch mehr über das Raketenprojekt ihres Großvaters Maroun, der im hohen Alter noch begeistert von der Weltraumforschung ist.

Auf der anderen Seite sind es historische Ereignisse: Am 4. August 1966 zündet eine Gruppe Studenten – die Lebanese Rocket Society – eine Weltraumrakete, um den Libanon in eine blühende Zukunft zu führen. Auf den Tag genau 54 Jahre später kommt es im Beiruter Hafen zu einer Explosion, die das ganze Land erschüttert.

Es sind viele Geschichten und Schicksale unterschiedlicher Figuren, die der Autor während einer großen Zeitspanne konstruiert und dabei ein stimmiges Bild entstehen lässt, indem sich letztendlich alle Fäden miteinander verknüpfen lassen und sich am Ende der Kreis schließt.

Fazit:
Die Handlung springt wechselhaft von der Gegegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt, selbst die Erzählperspektive ändert sich dabei und lässt nicht alle Verbindungen auf den ersten Blick eindeutig erkennen. Der Schreibstil des Autors schildert sehr detailliert und in allen Einzelheiten diese fiktive Familiengeschichte, die mich wegen dem Umfangs, nicht ganz so packen konnte.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Eine Welt zwischen Glanz und Abgrund

Nacht über Soho
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In ihrem neuen Roman „Nacht über Soho“ versammelt die Autorin Kate Atkinson, eine schillernde Schar von Charaktere, in einem Land, das sich noch immer vom Ersten Weltkrieg erholt.

Im Mittelpunkt steht ...

In ihrem neuen Roman „Nacht über Soho“ versammelt die Autorin Kate Atkinson, eine schillernde Schar von Charaktere, in einem Land, das sich noch immer vom Ersten Weltkrieg erholt.

Im Mittelpunkt steht Nellie Coker, die ungekrönte Königin des Nachtlebens. Sie besitzt gleich eine ganze Reihe Clubs. Nellie kontrolliert mit klarem Blick und harter Hand das Nachtleben von Soho und verteidigt ihr Imperium gegen ihre sechs Kinder, die alle eigene Ziele verfolgen, gegen rivalisierende Straßengangs, einem Mafioso mit guten Manieren und schlechten Absichten. Und da ist noch Inspektor John Frobisher, der versucht herauszufinden, was mit den vielen Mädchen geschieht, die im Sohoer Nachtleben spurlos verschwinden. Mithilfe einer jungen Bibliothekarin, die er in Nellies Clubs einschleust, beginnt er, der Königin von Soho das Leben schwer zu machen.

Erstaunlich finde ich, wie Nellie Coker im Jahr 1926, als Alleinerziehende Mutter sich mit ihren Kindern durchgeschlagen hat und sich durch eine unglaubliche List ein Reichtum aneignen konnte. Geschickt versteht sie es jedoch, sich im Laufe der Jahre, von einem Nichts zu einer sehr reichen Frau zu erheben.

In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass die Inspiration für diesen Roman das Leben und die Zeit von Kate Meyrick waren, die für viele Jahre die Königin der Clublandschaft von Soho war.

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte mit den langen und detailreichen Beschreibungen der einzelnen Charaktere, fand ich zum Teil zu ausschweifend und hätte mir hier etwas weniger Informationen, gewünscht. Ansonsten hat die Autorin „Nacht über Soho“ gut recherchiert und viele Begebenheiten zur damaligen Zeit, authentisch dargestellt, aber auch nicht besonders tiefgründig. Ein historischer Roman, den ich trotzdem gerne weiterempfehle.

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