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Veröffentlicht am 06.06.2025

Ein Roadtrip der besonderen Art

Tage wie Salzwasser
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Die Autorin Sita Maria Frey, erzählt in ihrem Debütroman „Tage wie Salzwasser“, eine Geschichte über Liebe, Verlust und den Zusammenhalt zweier Frauen – Atlanta und Enza -.

Die Geschichte beginnt mit ...

Die Autorin Sita Maria Frey, erzählt in ihrem Debütroman „Tage wie Salzwasser“, eine Geschichte über Liebe, Verlust und den Zusammenhalt zweier Frauen – Atlanta und Enza -.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog und einer ungewöhnlichen Geburt in Sizilien. Nur um Haaresbreite hat die Gebärende das Krankenhaus auf dem Rücksitz eines Motorrades erreicht ...

Fünf Monate zuvor. Fast eine ganz normale Beziehung zwischen der Mathematikerin Atlanta und Malte, bis zu dem Tag an dem sie trotz Pille, schwanger wird. Während bei Atlanta ein Chaos ihrer Gefühlswelt ausbricht, verhält sich Malte beängstigend ruhig, fast zu ruhig. Beide führen eine Fernbeziehung und durch ihre Schwangerschaft hofft Atlanta auf ein gemeinsames Leben, wäre da nicht die Angst, Mutter zu werden! Und dann verlässt Malte sie wortlos. Atlanta hat keine Vermutung weshalb und ist fast am Verzweifeln bis sie ein paar Notizen mit vier Namen unter Maltes Sachen findet. Sie ist sich Sicher, vielleicht eine Erklärung bei jener Adresse auf Sizilien, die ihr Malte in seinem Notizbuch zurückgelassen hat zu finden.

Völlig kopflos irrt Atlanta durch die Straßen und läuft dabei Enza vor das Fahrrad. Enza besitzt ein Fahrradgeschäft und führt dies mit Leidenschaft, denn Freunde hat sie keine. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters haben sich Mutter und Tochter noch einmal enger zusammengeschlossen und die Außenwelt, ausgeschlossen. Erst als Enzas Mutter schwer erkrank, versucht sie ihre Tochter auf ihren eigenen Weg zu lenken und bittet sie, ihre Verwandten väterlicherseits in Noto an der sizilianischen Ostküste zu besuchen. Ausgerechnet einer der Orte, die auch in Maltes Notizbuch stehen. Im strömenden Regen und auf einer alten Honda Rebel machen sich die beiden ungleichen Frauen gemeinsam auf die Reise nach Sizilien. Voller Turbulenzen und unvorhersehbarer Zwischenfälle erreichen sie ihr Ziel.

Besonders beeindruckt hat mich der Epilog, der nochmal an den Prolog anknüpft und versöhnlich, die Geschichte beendet.

Der Zusammenhalt und die Entwicklung der beiden ungleichen Frauen und die daraus langsam wachsende Freundschaft, wird mit einer Leichtigkeit und in einem flüssigen Schreibstil erzählt, die mir sehr gut gefallen hat. Ein durchaus lesenswertes Debüt mit dem ich viele schöne Lesestunden hatte.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Trauma anstatt Erholung

Am Meer ist es schön
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In ihrem neuen Roman “Am Meer ist es schön” erzählt die Autorin Barbara Leciejewskis die berührende Geschichte von Susanne, die als Kind zur Kur in ein Kinderkurheim nach St. Peter-Ording verschickt wird ...

In ihrem neuen Roman “Am Meer ist es schön” erzählt die Autorin Barbara Leciejewskis die berührende Geschichte von Susanne, die als Kind zur Kur in ein Kinderkurheim nach St. Peter-Ording verschickt wird – ein Aufenthalt, der ihr Leben nachhaltig prägt.

Kurz vor der Einschulung wird Susanne vom Amtsarzt untersucht, der sie zu schmächtig findet und sie nach zwei Jahren noch einmal ansehen will. Die lispelnde und immer noch schmächtige Susanne, wird kurz entschlossen vom Amtsarzt zur Kur geschickt, denn schließlich übernimmt die Krankenkasse ja die Kosten. Sechs Wochen an der Nordsee zur Kinderkur, soll für Susanne zur schönsten Zeit ihres Lebens werden, das erhoffen und versprechen ihre Eltern. Die achtjährige Susanne landet im Jahr 1969 schließlich im Haus "Morgentau" in Sankt Peter-Ording an der Nordsee und der Alptraum ihres Lebens nimmt seinen Lauf.

Im Haus „Morgentau“ werden als erstes die Koffer der Kinder verwahrt und als Susanne selbst noch ihre Puppe abgeben muss, ahnt sie langsam, dass sie alle den „Tanten“ ausgeliefert sind. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den „Tanten“ hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert und müssen so lange nachgebessert werden, bis die „Tanten“ zufrieden sind. Es galt die Devise, den Willen der Kinder zu brechen und sich gehorsam unterzuordnen. Nur allein der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung unter den Kindern, hilft ihnen diese schrecklichen Grausamkeiten zu ertragen.

Als im Jahr 2018 Susannes dementkranke Mutter Luise im Sterben liegt und sich in einem wachen Moment bei ihr entschuldigt, ist ihr sorfort klar, dass ihre Mutter ihr endlich glaubt, was damals in „Morgentau“ passiert ist. Susanne beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen, denn da gab es noch diesen einen Vorfall, der sie die ganzen vergangenen Jahrzehnte in ihren Alpträumen verfolgt hat …

Geschickt erzählt die Autorin auf zwei Zeitebenen Susannes Geschichte und verknüpft zum Ende, welche Ereignisse Jahrzehntelang hinter dem Trauma gelauert haben.

Fazit:
Ein wunderschönes Cover und ein toller Titel, hinter denen aber letztendlich traurige Kinderschicksale stecken, die die Autorin berührend erzählt hat. Für mich war dieses Thema „Leid der Verschickungskinder“ bisher weitgehend unbekannt und konnte mich mit dieser Geschichte, zur eigenen Recherche, aufrütteln.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Eine packende Geschichte über Liebe, Verlust und einer zweiten Chance

Wie Risse in der Erde
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Die Autorin Clare Leslie Hall erzählt in ihrem Roman "Wie Risse in der Erde" eine packende und geheimnisvolle Geschichte über eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die am Ende mit einem spannenden ...

Die Autorin Clare Leslie Hall erzählt in ihrem Roman "Wie Risse in der Erde" eine packende und geheimnisvolle Geschichte über eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die am Ende mit einem spannenden Todesfall, einem Prozess und einer Verurteilung verknüpft ist.

Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen aus der Perspektive von Beth in kurzen und geheimnisvollen Kapiteln aufgebaut während dazwischen immer wieder kurze und knappe Kapitel über einen Prozess protokollartig, einfließen. Auf eine angenehme und stilvolle Weise wird eine tolle Spannung aufgebaut, die einfach fesselt, weiter zu lesen.

Im Jahr 1955 verliebt sich die 17jährige Beth in den schönen und klugen Gabriel, der aus einem reichen Haus stammt. Beths Vater freut sich für seine Tochter während Gabriels Mutter versucht, Beth in ihre Schranken zu weisen. Am Ende jenes leidenschaftlichen Sommers zerbricht unverhofft das Glück der beiden.
Im Jahr 1968 ist Beth glücklich verheiratet mit ihrem Mann Frank. Er hat sie bereits in der Schule angehimmelt und Beth nach der Trennung von Gabriel aufgefangen. Gemeinsam mit ihm, dessen Bruder Jimmy und deren Vater David, lebt sie auf einer Schaffarm abseits des kleinen Ortes Hamston in Dorset. Ihr Leben hat sich in eine völlig andere Richtung entwickelt, als sie es sich als Siebzehnjährige erträumt hat. Sie und Frank kümmern sich aufopferungsvoll um Land und Tiere und genießen ihre noch immer große Liebe.

Als Gabriel mit seinem Sohn Leo nach Meadowland, dem Herrenhaus seiner Eltern, zurückkehrt, kommen bei Beth Erinnerungen hoch und sie merkt, dass ihre Wunden nie wirklich verheilt sind. Beth hat ihren Sohn verloren, der so alt war wie Leo jetzt und ihre Gefühle brechen wie ein Sturm auf sie ein. Sie trifft eine schwierige Entscheidung, die verheerende Folgen für alle hat, die ihr am Herzen liegen. Ein Unglück passiert und wer die Schuld daran hat, bleibt bis zum Ende ein großes Geheimnis.

Erst zum Ende offenbaren sich die tatsächlichen Zusammenhänge und das ganze Ausmaß der tragischen Wahrheit, die ich vorher so nicht mal erahnt habe.

Fazit:
Die Autorin rollt emotional die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander und miteinander Stück für Stück auf, und offenbart eine Realität, die mich total überrascht hat. Und der Erzählstil mit seinen vielen Ereignissen und unerwarteten Wendungen, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ein wunderbares Buch, mit dem ich viele schöne und intensive Lesestunden hatte.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Sehnsuchtsort Wien

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Die Autorin Beate Maly erzählt in ihrem ersten Band einer Dilogie „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, die Geschichte einer mutigen jungen Frau, angelehnt an die Lebensgeschichte der realen Stella ...

Die Autorin Beate Maly erzählt in ihrem ersten Band einer Dilogie „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, die Geschichte einer mutigen jungen Frau, angelehnt an die Lebensgeschichte der realen Stella Klein-Löw (1904-1986), die im Wien der Nachkriegszeit für ein besseres Morgen kämpft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hält die jüdische Lehrerin Stella nichts mehr auf, in ihre zerstörte Heimat Wien zurückzukehren. In London versuchen ihre Freunde sie noch zu überreden zu bleiben, doch wie soll Stella ihnen ihre Sehnsucht nach ihrem geliebten Wien, erklären! Sie hat einfach nur Heimweh …

Wien 1946: Stella ist erschüttert, nach ihrer 8jährigen Flucht aus London, in ihre zerstörte Heimat Wien, zu kommen und zu sehen. Der einzige Lichtblick zwischen den Trümmern, ist ihre Freundin Feli, die sie vom Bahnhof abholt und bei der Stella wohnen wird. Zum Glück findet Stella schnell eine Anstellung am Lindengymnasium, doch mit ihrer fortschrittlichen Art zu unterrichten eckt sie bei ihren Kollegen und den Eltern der Kinder, an. So manche Hürde gilt es für Stella zu bewältigen. Besonders das Wohl der Kinder liegt ihr am Herzen, denn es fehlt an allem was Kinder so brauchen, Essen, Kleidung, Zuwendung und Liebe. Schnell schließen ihre Schüler sie in ihr Herz, denn Stella versteht es auch, die Kinder vor den strengen Maßregelungen ihrer Kollegen zu verteidigen und oft zu schützen.

Zwischendurch wird Stella immer wieder von ihren eigenen Erinnerungen eingeholt und vergießt so manche Tränen, doch als ihr ein Mann begegnet, der neue Hoffnung in ihr weckt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen. Wird sie den Mut für eine neue Liebe finden …

Wie wird es in der Fortsetzung für Stella, weitergehen?

Fazit:
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen und finde ihr Talent, historische Fakten mit fiktiven oder realen Handlungen auf eine leichte Art zu vermitteln, ausgesprochen angenehm aber in dieser Geschichte fehlte mir auf beiden Seiten etwas mehr Tiefe. Ansonsten ist die Geschichte flüssig erzählt und lässt die Seiten nur so dahinfliegen.
Von mir 4 Sterne

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Blick hinter die Fassade

Coast Road
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In seinem aufwühlenden und spannenden Debüt „Coast Road“ erzählt der Autor Alan Murrin, von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreißig Jahren bestimmten ...

In seinem aufwühlenden und spannenden Debüt „Coast Road“ erzählt der Autor Alan Murrin, von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreißig Jahren bestimmten – kurz bevor Scheidung in einem Referendum mit knapper Mehrheit legalisiert wurde – und beleuchtet dabei subtil, was Frauen überall auf der Welt auch heute noch davon abhält, ihre Partner zu verlassen.

Das Cover mit der aufgerissenen Tapete, gewährt einen Blick hinter die Fassade des irischen Küstenstädtchens Ardglas, einem kleinen Ort Mitte der 90er Jahre.

Im Herbst 1994 kehrt Colette Crowley, Dichterin, Bohemienne, die Frau, die ihre Familie verlassen hat, um in Dublin ihr Glück zu finden zurück nach Ardglas und wohnt in einem kleinen Cottage an der Coast Road. Es hat Colette schon einige Mühe gekostet, Dolores davon zu überzeugen, ihr das Cottage zu vermieten. Das Dolores‘ Mann Donal ein notorischer Fremdgänger ist, der trotz Frau und wachsender Kinderschar ein Auge auf Colette geworfen hat, konnte sie vorher nicht ahnen.

Colette ist noch verheiratet aber ihr Mann zahlt ihr keinen Unterhalt und untersagt ihr den Kontakt zu ihren Kindern. Die meisten Menschen in Ardglas meiden sie und gehen ihr aus dem Weg. Colette gründet einen Workshop für Schreiben, denn das kann sie und ein bisschen Geld verdienen, hat sie bitter nötig. Hier lernt sie Izzy Keaveney, Hausfrau und Mutter, in einer unglaublichen Ehe mit einem Lokalpolitiker, der sich ausgerechnet für die Legalisierung der Scheidung im Land einsetzt, näher kennen. Mit Izzys Unterstützung gelingt es Colette, sich mit ihrem Sohn Carl, heimlich zu treffen. Zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen entsteht eine freundschaftliche Bindung, die ihre Leben in ungeahnte Bahnen lenkt.

Dann kommt es zu einem tragischen Vorfall, der die Schicksale der drei Frauen, geschickt miteinander verbindet …

Fazit:
Zum Teil konnte ich Colettes Verhalten nicht ganz nachvollziehen, dafür aber ihre Wut und ihre Hoffnungslosigkeit.
Sprachlich und inhaltlich ist dieser Roman ein ganz besonderes Werk, dem ich sehr gern meine Zeit geschenkt habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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