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Veröffentlicht am 30.03.2025

Die Kraft der Musik

Für Polina
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Der AutorTakis Würger erzählt in seinem neuen Roman „Für Polina“, die berührende Geschichte von Hannes und Polina.

Die Geschichte beginnt mit Hannes Mutter Fritzi Prager, die in den Sommerferien vor ihrem ...

Der AutorTakis Würger erzählt in seinem neuen Roman „Für Polina“, die berührende Geschichte von Hannes und Polina.

Die Geschichte beginnt mit Hannes Mutter Fritzi Prager, die in den Sommerferien vor ihrem Abitur in die Toscana nach Lucca reist und einen Marmorverkäufer kennenlernt, der zu viel redet, aber etwas weckt ihr Mitgefühl und so geht sie mit ihm und wird ungewollt schwanger. Fritzi Prager scheint nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, denn sie umgibt eine Leichtigkeit und durch nichts lässt sie sich aus dem Gleichgewicht, bringen.

Fritzie enbindet ihren Sohn Hannes und ihr ist sorfort klar, dass er das wunderbarste Missgeschick ist, das ihr hatte passieren können. Güneş, die mit Fritzi im selben Krankenhauszimmer liegt, hat Polina entbunden und beide Frauen wissen, sie werden ihre Kinder ohne Vater aufziehen und das verbindet sie. Nicht nur sie werden engste Freundinnen sondern auch ihre Kinder. Polina ist aufgeweckt, hat ein helles Köpfchen aber schnell unruhig ist und oft unbequeme Fragen stellt, während Hannes ein sehr ruhiges Kind ist und oft sehr verträumt in seinen Gedanken versinkt.

Der alte Heinrich lebt in einer alten Villa mitten in einem Naturschutzgebiet und sucht einen Untermieter und dann kommt Fritzi mit ihrer Hartnäckigkeit daher, die ihn schwach werden lässt. Was soll er mit einer Mutter mit Kind! Bald jedoch hat er beide ins Herz geschlossen und bemerkt Hannes Talent am Klavier und unterrichtet ihn. Mit vierzehn Jahren verliebt sich Hannes in Polina und um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert er für sie eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst.

Nach dem unerwarteten Tod seiner Mutter Fritzi, muss Hannes zu seinem ungeliebten Vater nach Hamburg. Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Erst viele Jahren später, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie.

Fazit:
Dem Autor ist es hervorragend gelungen, eine wunderbare und lesenswerte Geschichte über die Kraft der Musik und den Wert tiefer Freundschaft, zu erzählen. Mit seiner flüssigen und klaren Sprache, hat der Autor die Charaktereigenschaften und Entwicklungen der Protagonisten, hervorragend ausgearbeitet.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Einsamkeit hat viele Gesichter

Die Anatomie der Einsamkeit
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Das neue Buch der Autorin Louise Pelt „Die Anatomie der Einsamkeit“, beginnt mit einem nachdenklichen Kapitel, über Mathilde im März 1950. Die Frage stellt sich schnell, denn wer ist sie und was ist aus ...

Das neue Buch der Autorin Louise Pelt „Die Anatomie der Einsamkeit“, beginnt mit einem nachdenklichen Kapitel, über Mathilde im März 1950. Die Frage stellt sich schnell, denn wer ist sie und was ist aus ihr geworden! Die Spuren verlieren sich im Wellenschlag …

Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Frauen von zwei Kontinenten und getrennt durch Jahrzehnte, die anfangs kaum eine Gemeinsamkeit erkennen lassen.

Im Jahr 2022 lebt die Journalistin Olive einsam von ihrer Familie getrennt in England und träumt von der ganz großen Geschichte - und davon, endlich ein richtiges Zuhause zu finden, denn sie fühlt sich immer ein wenig überflüssig - fast so, als habe sie ihren Platz im Leben noch nicht gefunden. Bevor ihre geliebte Großmutter schwer erkrankt, hat sie ihr Erbe in der Familie verteilt und ausgerechnet Olive einen scheinbar wertlosen Kompass über den sie nicht glücklich ist, geschenkt.
Und ausgerechnet der wertlose Kompass öffnet Olive unerwartet ein Türchen für eine großartige Geschichte, die ihr den Durchbruch im Verlag bringen könnte.

Im Jahre 2000 führt Claire in den USA ein Leben auf der Überholspur aber sie ist keine Träumerin, denn sie ist überzeugt davon, ihr Ziel immer fest im Blick zu haben bis Will in ihr Leben tritt. Als Claire die Nachricht über den Tod ihrer Zwillingsschwester Iris, mit der sie seit langem keinen Kontakt mehr hatte erhält, versucht sie Trost bei Will zu finden und wird fürchterlich enttäuscht. Um Wills Verrat zu entfliehen und um Abstand zu gewinnen, reist Claire auf die einsame Insel, der letzten Wohnstätte ihrer Schwester. Einsam und von der Außenwelt ausgeschlossen, findet sie langsam Zugang zu der Welt ihrer Zwillingsschwester und Zeichnungen, die ihr zum Teil große Rätsel aufgeben. Erst mit Hilfe von Iris Freunden, denen Claire sich langsam öffnet, erhält sie Antworten und kommt ihrem Ziel näher um zu erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist.

Lange Zeit habe ich gerätselt, wie diese drei Frauen in Verbindung stehen könnten und was es mit dem Kompass auf sich hat. Die Autorin hat die einzelnen Puzzlesteinchen nach und nach zusammengeführt und am Ende geschickt ein Gesamtbild erschaffen, der die wichtigsten Fragen beantwortet.

Fazit:
Mit leichter Hand und moderner Sprache hat die Autorin eine einfühlsame Geschichte erzählt, die sich leicht lesen lässt aber doch zum Nachdenken anregt. Auch ist es ihr hervorragend gelungen, die abwechselnd erzählten Handelsstränge in sich chronologisch und die einzelnen Kapitel mit Name, Ort und Datum gekennzeichnet, hervorzuheben.
Eine gelungene Geschichte über die Wucht der Einsamkeit und den Mut, Neuanfänge zu wagen.
Ein 5-Sterne Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Schmerzhafte Kindheitserinnerungen

Die erste halbe Stunde im Paradies
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Als Kinder waren sich Anne und ihr älterer Halbruder Kai sehr nah verbunden und führten mit ihrer alleinerziehenden Mutter, ein von Musik und Gesang fröhliches und erfülltes Familienleben bis zu dem Tag, ...

Als Kinder waren sich Anne und ihr älterer Halbruder Kai sehr nah verbunden und führten mit ihrer alleinerziehenden Mutter, ein von Musik und Gesang fröhliches und erfülltes Familienleben bis zu dem Tag, als alles schließlich an der Krankheit, zerbricht.

Wie konnte die chronisch kranke Mutter, sich nur auf die Hilfe ihrer beiden Kinder, verlassen? Auch wundert es mich, wie sie vor Ärzten und Behörden, ihre Hilflosigkeit verheimlichen konnte! Kai, scheint ein ausgesprochen zartfühliger und vernunftiger Junge zu sein, der sich gemeinsam mit seiner Schwester um die Mutter kümmert. Beide sind viel zu jung und die Mutter uneinsichtig, denn sie nimmt weiterhin keine fremde Hilfe an bzw., kümmert sie sich nicht darum, welche zu erhalten.

Besonders Anne trifft die Soziale Ausgrenzung ihrer Mitschüler sehr hart. Sie findet keine Freundinnen und eine traut sich ihr zu sagen, dass sie stinkt und ungepflegt herumläuft, weshalb keine einen Kontakt zu ihr haben möchte. Schon traurig, denn keiner hat Annes Leid wahrgenommen …

Dann kommt wie es kommt, Kai möchte raus in die Welt und was erleben und lässt seine Mutter und seine Schwester Anne, im Stich. Anne trifft dies mit einer gewaltigen Wucht, denn jetzt ist sie die einzige, die ihre Mutter pflegen muss.

Was hat diese Mutter ihren Kindern nur angetan?

Mittlerweile ist Anne Anfang dreißig und Pharmavertreterin und hat das Ziel, in den Innendienst zu wechseln. Sie will umsteigen, von Beruhigungsmitteln auf das hochwirksame, aber umstrittene Schmerzmittel Fentanyl. Anne lebt sehr zurückgezogen alleine und verhält sich Menschen gegenüber sehr reserviert. Sie scheint in ihrer Welt gefangen zu sein.

Nach Jahren meldet sich auf einmal Kai und bittet Anne, ihn aus einer Entzugsklinik abzuholen. Zwischen den beiden ungleichen Geschwistern kommen nach jahrelangem Schweigen Dinge zur Sprache, die nicht nur die Vergangenheit, sondern auch Annes Traum, den Schmerz zu besiegen, in ein völlig neues Licht rücken.

Kann Anne endlich verzeihen – ihrem Bruder und sich selbst?

Die Autorin Janine Adomeit erzählt in ihrem neuen Roman „Die erste halbe Stunde im Paradies“, eine Geschichte auf zwei Zeitebenen über familiären Zusammenhalt und zeichnet das Leben der beiden Geschwister Anne und Kai, die in ihrer Kindheit viel Verantwortung übernehmen mussten. Der nüchtern und schnörkellos erzählte Roman, lässt mich nachdenklich zurück.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Vivaldi und seine musizierenden Engelchen

Die Melodie der Lagune
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In diesem Debüt handelt es sich um die fiktionale Geschichte eines musikbegabten Waisenmädchens auf ihrem Weg zu einer bewundernswerten Karriere, die schließlich zu internationalem Ruhm als eine der größten ...

In diesem Debüt handelt es sich um die fiktionale Geschichte eines musikbegabten Waisenmädchens auf ihrem Weg zu einer bewundernswerten Karriere, die schließlich zu internationalem Ruhm als eine der größten Violinvirtuosen des 18. Jahrhunderts, gelangte.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts werden in Venedig Waisenhäuser eröffnet, um die Sterblichkeit von Säuglingen zu reduzieren. In einem dieser Häuser, dem Ospedale della Pietà, das Wert auf die musikalische Ausbildung der betreuten Mädchen legt, wurde Anna Maria als Findelkind, abgelegt. Mit fünf Jahren, hält Anna Maria das erste Mal eine Geige in den Händen und weiß sofort, dass dieses Instrument ihr Leben bestimmen wird. Antonio Vivaldi, der im Waisenhaus die Mädchen musikalisch unterrichtet, entdeckt früh Anna Marias herausragendes Talent und fördert sie ganz besonders. Er wurde nicht nur ihr Geigenlehrer sondern mehr als das, fast wie ein Vater.

Zwischen den strengen Regeln der Nonnen lebt Anna Maria nur für die Musik, findet Freundinnen im Waisenhaus, hat aber stets das Ziel vor Augen, Teil des Orchesters zu werden und zu Ruhm zu gelangen. Ein weiter steiniger Weg liegt vor ihr.

Nach einem Vertrauensbruch von Vivaldi wird Anna Maria klar, dass Musik nicht alles ist, denn es gab so Vieles, was sie nicht kannte. Sie wollte raus aus dem Waisenhaus, um alle Facetten des Lebens kennenzulernen. Doch das hätte bedeutet, auf die Musik für immer verzichten zu müssen. Die reiche Elisabetta, fängt die verstörte Anna Maria auf und hilft ihr, sich ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft zu stellen.
Sehr schön ist der innere Konflikt von Anna Maria herausgearbeitet.

Anna Maria della Pietà hat es geschafft, sie ist „Musikdirektor“ und erringt endlich die Anerkennung, die ihr von Antonio Vivaldi, lange vorenthalten hat.

In ihrem Debüt „ Die Melodie der Lagune“, ist der Autorin Harriet Constable eine wunderbare Geschichte inspiriert vom wahren Leben der Anna Maria della Pietà zwischen Fiktion und Realität gelungen, die besonders durch ihre musikalischen Szenen heraussticht und mir sehr gut gefallen hat.

Ein atmosphärischer und bewegender historischer Roman, den ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Eine Liebe jenseits aller Konventionen

Bis unsre Seelen Sterne sind. Rilke und Lou Andreas-Salomé
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In ihrer Romanbiografie „Bis unsere Seelen Sterne sind“ erzählt die Autorin Maxine Wildner über die kurze und heftige Beziehung (eine Amour fou) zwischen dem 21jährigen Studenten Rainer Maria Rilke und ...

In ihrer Romanbiografie „Bis unsere Seelen Sterne sind“ erzählt die Autorin Maxine Wildner über die kurze und heftige Beziehung (eine Amour fou) zwischen dem 21jährigen Studenten Rainer Maria Rilke und der 36jährigen Psychoanalytikerin und selbst erfolgreiche Schriftstellerin Lou Andreas-Salome. Die Autorin konzentriert sich dabei auf die Eigenarten und typischen Verhaltensmuster, die das Leben der beiden prägte.

Für Rilke bedeutete die Begegnung mit der fünfzehn Jahre älteren, verheirateten Lou eine menschliche und künstlerische Herausforderung, denn bald fühlt sich der sensible Dichter ohne ihre Nähe seinem eigenen künstlerischen Anspruch nicht ausreichend gewachsen, was Lou zunächst schmeichelt, dann zunehmend belastet. Rilke, der unselbständige, wesentlich jüngere Dichter frisst nicht nur Lous Herz und Seele auf sondern auch ihre Zeit. Lou kommt weder zu sich selbst noch zu ihrer eigenen Arbeit.
In diesem Zusammenhang macht die Autorin deutlich, wie sehr Rilke seiner großen Liebe Lou seine künstlerische Entwicklung verdankt, denn durch sie findet er zum reinen Kern seiner Dichtung. Nach ihrer gemeinsamen zweiten Russlandreise trennen sie sich und verwandeln ihre Liebe in eine lebenslange Freundschaft.

Die Autorin wechselt gerne und viel zu oft in ihrer Erzählung in die nicht chronologisch geführte Vergangenheit von Rilke und Lou, was den Lesefluss zum Teil erschwert.

Lou wird als Louise von Salomé am 12. Februar 1861 in St. Petersburg geboren. Ihre Familie ist wohlhabend und kulturell vielseitig interessiert. Lou erhält die gleiche Bildung wie ihre älteren Brüder. Da ist natürlich nicht damit zu rechnen, dass aus diesem wachen und kritischen Geist ein fügsames Frauchen wird. Sie will ihre Freiheit und hat keine Lust darauf, sich von einem Ehemann herumkommandieren zu lassen. Sie will reisen, schreiben, geistesverwandte Menschen kennenlernen, mit ihnen zusammen diskutieren und arbeiten.

Die emanzipierte Lou verlässt St. Petersburg und geht nach Berlin. Zwei Jahre lang lebt sie mit dem Philosophen Paul Rée zusammen, ohne dass sie ein Paar sind. Männer wurden von Lou als Objekte betrachtet und entweder geliebt oder von ihr abgelegt. Als der Orientalist [Friedrich] Carl Andreas sie nötigt, ihn zu ihrem eigenen Schutz vor der Außenwelt, zu heiraten, stimmt sie unter der Bedingung zu, keinerlei intime Beziehung mit ihr haben zu dürfen. Als Lou und Rilke sich persönlich kennenlernen, ist sie fasziniert und mitgerissen von der Tiefe seines Gefühls und der Größe seiner dichterischen Begabung. Für beide ist ihre Liebe ein überwältigendes und einzigartiges Ereignis.

Rilke wurde am 04. Dezember 1875 in Prag geboren. Umfangreich wird Rilkes Leben von seinem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter, seiner Prager Kindheit, Schulzeit, Studium, Militärdienst, über die ersten literarischen Arbeiten und sein Versuch ein bürgerliches Leben zu führen, beleuchtet. Rilke, der Übersensible und Labile, ist völlig untauglich für ein langes Eheleben, denn nach seiner Trennung von Lou, heiratet er überraschend die Bildhauerin und Malerin Clara Westhoff, doch diese Ehe endet in einem lebenslangen Nicht-Verhältnis, selbst zu seiner Tochter.

Freunde und Gönner ermöglichen Rilke finanziell seinen Aufenthalt in Paris, wo seine bedeutendsten Werke entstanden sind bis zu seiner Schaffensphase in der Schweiz. Seine schwere Erkrankung endet schließlich mit seinem Tod am 29. Dezember 1926.

Fazit:
Für mich war diese Biografie ein gelungenes Porträt von Rainer Maria Rilke, der als einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts, gilt. Seine Kunst sei "Dinge machen aus Angst", schreibt er im Juli 1903 seiner ehemaligen Geliebten Lou Andreas-Salomé.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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