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Veröffentlicht am 10.04.2025

Die Revolution und ihr Scheitern

Im Wind der Freiheit
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Tanja Kinkel gehört zu den interessantesten deutschen Unterhaltungsautorinnen. Sie legt sich nicht auf eine historische Epoche fest, sondern lädt dazu ein, an ihrer Seite in die unterschiedlichsten Zeiten ...

Tanja Kinkel gehört zu den interessantesten deutschen Unterhaltungsautorinnen. Sie legt sich nicht auf eine historische Epoche fest, sondern lädt dazu ein, an ihrer Seite in die unterschiedlichsten Zeiten zu reisen und faszinierende Persönlichkeiten kennenzulernen.

Mit diesem historischen Roman entführt die Autorin ins Jahr 1848/1849, als die Menschen im Deutschen Bund gegen die autoritäre Herrschaft der Fürsten und die drückende Zensur revoltieren.

Während Deutschland die Morgendämmerung der Demokratie erlebt, finden in den Wirren der Zeit zwei ungleiche Frauen zueinander:
Die mutige Schriftstellerin und unbeirrbare Demokratin Louise Otto, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit ihren sozialkritischen Schriften für Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen und die arbeits- und mittellose Susanne Grabasch.

Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein, denn Louise Otto, stammt aus einer wohlhabenden Familie, wollte nie heiraten, sondern schon immer Schriftstellerin werden, während Susanne für sich und ihre Mutter ums nackte Überleben kämpfen muss.

Im Rahmen einer ihrer Recherchen trifft Louise auf Susanne, die in dieser Tuchfabrik arbeitet und von deren Besitzer ausgebeutet wird. Als Susanne sich für eine verletzte Freundin einsetzt, gibt sie Louise, die Hinweise, die diese für ihren Artikel benötigt woraufhin Susanne und ihrer Mutter gekündigt wird. Ihr bleibt nichts anderes überig als sich der Prostitution hinzugeben und lernt einen mystheriösen charismatischen Mann kennen, der sie als Spionin anwirbt. Das von diesem Mann nichts Gutes zu erwarten ist, bleibt Susanne vorerst verborgen. Ihr geht es ums Überleben!
Von nun an mischt Susanne in der Bewegung mit und ausgerechnet sie und Luoise kommen sich näher. Ihre Spionagetätigkeit führt sie zu der Frauenrechtlerin Amelie Struwe, doch bald verbindet die beiden Frauen ein enger Umgang miteinander.

Die fiktive Susanne ist interessant und als mutiger Charakter gut ausgearbeitet, obwohl ich oft nicht so recht wusste, auf welcher Seite sie steht. Ihre ständigen Reisen haben wohl dazu beigetragen. Schön fand ich, wie eindrücklich Louise und Amalie, die beiden historischen Persönlichkeiten, dargestellt wurden.
Schon alleine wegen der vielen historischen Persönlichkeiten, hätte ich mir hier ein Personenregister, recht gut gefallen.

Fazit:
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen und finde ihr Talent, historische Fakten gut recherchiert mit fiktiven Handlungen auf eine leichte Art zu vermitteln, ausgesprochen angenehm. In diesem Roman „Im Wind der Freiheit“ wird der geschichtliche Hintergrund zwar anschaulich dargestellt aber irgendwie fehlte mir etwas mehr Tiefe in der ganzen Handlung.
Von mir 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Familiengeheimnisse, die Generationen beeinflussen und bis in die Gegenwart wirken

Wenn die Tage länger werden
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In ihrem neuen Roman „Wenn die Tage länger werden“ erzählt die Autorin Anne Stern, eine leise Geschichte über die alleinerziehende Musiklehrerin Lisa Fischer, die das erste Mal nach sechs Jahren ohne ihren ...

In ihrem neuen Roman „Wenn die Tage länger werden“ erzählt die Autorin Anne Stern, eine leise Geschichte über die alleinerziehende Musiklehrerin Lisa Fischer, die das erste Mal nach sechs Jahren ohne ihren Sohn ihre Sommerferien verbringt.

Lisas Freude auf die lang ersehnte Freiheit lösen in ihr immer mehr Zweifel an sich selbst aus. Ihr Sohn ist mit seinem Vater verreist und Lisa grübelt warum diese Beziehung auseinanderbrach, ja was sie falsch gemacht hat. Schnell erkennt sie selbst, dass sie überfordert war und sich hat gehen lassen aber nur warum, ist ihr unklar. Ihre Gedanken kreisen auch um ihre Mutter, mit der sie ein sehr kühles Verhältnis pflegt. Liegt es an ihrer Kindheit und der Geige ihres Vaters, mit der sie so einige kleine Erfolge hatte! Warm ums Herz wurde es Lisa nie mit der Geige, weiß aber nicht so recht, warum und weshalb ihre Mutter so großen Wert darauf legte, dass Lisa damit Erfolg haben sollte.

Nach all diesen Überlegungen ist Lisa auf der Suche nach einem Geigenbauer, denn warum sollte sie nicht wieder spielen, jetzt wo sie etwas Zeit hat. Letztendlich trifft sie bei ihrer Suche auf die Obstbäuerin Ute in ihrem Kirschgarten, einer Frau, die keine Zeit mehr für Kompromisse hat. Utes Bruder Heinrich ist der Geigenbauer und macht eine Entdeckung, die Lisas Leben verändern wird …

Es braucht Zeit bis Lisa sich bewußt wird, dass ihre Selbstzweifel eng in der Vergangenheit ihrer Familie, liegen. Der frühe Tod des Vaters, der nie ganz geklärt wurde und das schwierige Verhältnis zur Mutter, die selbst mit ihrer Vergangenheit kämpft.

Lisa erlebt einen Sommer zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, findet endlich zu sich selbst und einer ungeahnten Freiheit.

Fazit:
Mit ihrem Schreibstil verbindet die Autorin geschickt ernste Themen mit einer Leichtigkeit, die gut verknüpft sind. Schade fand ich nur, dass manche Handlungsstränge im Sand verlaufen und nicht auserzählt wurden, besonders das Geheimnis um die Geige. Hier wäre ich gerne noch etwas länger in der Vergangenheit geblieben.
Eine ruhige Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart mit der ich schöne Lesestunden hatte.
Von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Die geheimnisvolle Statue

Was ich von ihr weiß
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Dem französischen Autor Jean-Baptiste Andrea, gelingt es mit seinem neuen historischen Roman „Was ich von ihr weiß“ auf eine eindrucksvolle Weise, die Lebensgeschichte von Michelangelo Vitaliani und seiner ...

Dem französischen Autor Jean-Baptiste Andrea, gelingt es mit seinem neuen historischen Roman „Was ich von ihr weiß“ auf eine eindrucksvolle Weise, die Lebensgeschichte von Michelangelo Vitaliani und seiner einzigartigen Liebe zu Viola Orsini, atmoosphärisch dicht zu erzählen.

Im Jahr 1986 liegt der Sterbende 82jährige Mimo – Michelangelo Vitaliani - in der Abtei, ein Bruder der als Einziger kein Gelübde abgelegt hat und trotzdem durfte er vierzig Jahre an dieser Stätte bleiben. Der Sterbende kämpft, öffnet die Augen, schließt sie wieder. Die Brüder, die ihn umgeben sind ratlos und als er sich erneut regt, sind sie sich diesmal alle einig – Er will etwas sagen -.

Alle warten auf Padre Vincenzo. doch bevor er zu dem Sterbenden eilt, steigt er erst hinab in das Gewölbe, denn er möchte vorher die geheimnisvolle Statue sehen, die ihm manchmal einen ungemütlichen Schlaf bereitet.

Eine Frage von Stunden umgibt den 82jährigen Mimo und er denkt, dass ich nicht lache, denn ich bin schon lange tot aber seit wann können Tote ihre Geschichte nicht mehr erzählen und so schaut er rückblickend auf sein Leben und seiner einzigartigen Liebe zu Viola.

Mimo wird 1904 in Frankreich als Kleinwüchsiger in Armut geboren und hat einen schweren Stand im Leben. Als sein Vater ums Leben kommt, schickt seine Mutter den 12jährigen nach Italien in den Ort Pietra d´Alba in Ligurien, zu einem entfernten Onkel, um das Handwerk eines Bildhauers zu erlernen. Nur ist dieser entfernte Onkel nicht gerade von dieser Situation begeistert, nimmt aber das Geld von Mimos Mutter und lässt Mimo dann ohne Lohn in seiner Bildhauerwerkstatt schuften und hungern. Bald zeigt sich Mimos Talent als Bildhauer, aber der angebliche Onkel, setzt seine Signatur unter die Skulpturen und steckt den Lohn dafür in seine Tasche.
In dem kleinen ligurischen Dorf, begegnet Mimo bald Viola, Tochter aus gutem Hause und jüngstes Kind der Orsinis, einer angesehenen Adelsfamilie. Viola ist hochintelligent, vergisst nie etwas Gelesenes und bringt Mimo die Welt der Literatur und der Wissenschaft nahe.
Von ihrer ersten Begegnung an durchleben Viola und Mimo Seite an Seite die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, den Aufstieg des Faschismus und die Unruhen der Weltkriege.

Mimo, der ungewöhnlich kleine Bildhauer, wird ein von der Elite gefeierter Künstler; sie versucht unermüdlich, ihre Träume als emanzipierte Frau zu verfolgen. Beide werden sich immer wieder verlieren und finden, als Verbündete oder Gegner, ohne ihre Freundschaft jemals aufzugeben.

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte ist mir schon etwas schwer gefallen, da es keine Kapitelüberschriften mit Zeitangaben gibt und der Autor im ständigen Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt, springt.
Mit Mimos künstlerischer Entwicklung und Violas Streben nach Unabhängigkeit, hat der Autor seinen Figuren ein Leben eingehaucht, das mich nach der anfänglichen Schwierigkeit, fesseln und emotional berühren konnte.
Von mir 4 Sterne für diese anspruchsvolle Literatur!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Ein Frauenschicksal nach wahren Begebenheiten

Jenseits der Tränen
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Die Autorin Erika Pattis, erzählt in ihrem Debüt „Jenseits der Tränen“ eine Geschichte über ein Frauenschicksal nach wahren Begebenheiten.

Inhalt:
Jenseits der Tränen beschreibt die Geschichte einer Frau, ...

Die Autorin Erika Pattis, erzählt in ihrem Debüt „Jenseits der Tränen“ eine Geschichte über ein Frauenschicksal nach wahren Begebenheiten.

Inhalt:
Jenseits der Tränen beschreibt die Geschichte einer Frau, die es verdient, in Worte gefasst zu werden. Anne war kein Wunschkind. Und das gibt ihr ihre Mutter mit verletzenden Kommentaren immer wieder zu verstehen. Später, als Anne selbst Ehefrau und Mutter ist, erfährt sie von ihren Partnern psychische und sexualisierte Gewalt, bis sie sich schließlich nach Jahren der Unterdrückung befreien kann. Erika Pattis erzählt einfühlsam von Annes jahrzehntelangem Kampf gegen Einsamkeit, Traurigkeit und Verzweiflung und wie Anne es geschafft hat, das alles hinter sich zu lassen. Dieses Buch soll Mut schenken und zeigt, dass es möglich ist, einen Ausweg und gleichzeitig inneren Frieden zu finden. Denn jenseits der Tränen sind auch Freude und Glück zuhause.

Meine Meinung:
Das Cover macht neugierig auf die Geschichte, aber durch den einfach gehaltenen Schreibstil, verlieren sich sämtliche Emotionen.

Es gibt leider keine Zeitangaben über den Kapiteln und so lässt sich dieses Frauenschicksal schlecht zuordnen. Wegen dem Verhalten der Mutter, liegt meine Vermutung der Handlung wahrscheinlich beginnend, in den 70iger Jahren. Damals haben die Frauen früh geheiratet um endlich ihr zu Hause verlassen zu können und da gab es meistens nur die Flucht in eine Ehe und mit einer frühen Geburt ihrer Kinder, waren sie schlichtweg überfordert.

Was Annes Mutter in ihrer Kindheit als Mädchen erlebt hat, wollte sie vielleicht einer Tochter ersparen und sehnte sich deshalb nur nach Jungs! Schade, dass über Annes Mutter so wenig aus deren Kindheit, erzählt wurde.

Anne stürzt sich auch jung in die Ehe um ihrem Elternhaus zu entfliehen und erleidet Schiffbruch. Oft habe ich über Annes Geschichte nur den Kopf geschüttelt, denn sie rennt von einer Ehe in die andere ohne sich zwischendurch Pause zu gönnen. Ein naives Denken und Handeln, haben Anne scheinbar die ganzen Jahre über begleitet.

Nachdem Annes Kinder aus dem Haus sind, ist sie endlich frei und auch bereit auf ein neues Leben, vielleicht auch mit einem neuen Partner.

Fazit:
Ein Frauenschicksal, das im wahren Leben sicher ganz andere Auswirkungen hatte, wurde hier nicht richtig in Szene gesetzt. Mich konnte Annes Schicksal nicht berühren.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Die Kraft der Musik

Für Polina
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Der AutorTakis Würger erzählt in seinem neuen Roman „Für Polina“, die berührende Geschichte von Hannes und Polina.

Die Geschichte beginnt mit Hannes Mutter Fritzi Prager, die in den Sommerferien vor ihrem ...

Der AutorTakis Würger erzählt in seinem neuen Roman „Für Polina“, die berührende Geschichte von Hannes und Polina.

Die Geschichte beginnt mit Hannes Mutter Fritzi Prager, die in den Sommerferien vor ihrem Abitur in die Toscana nach Lucca reist und einen Marmorverkäufer kennenlernt, der zu viel redet, aber etwas weckt ihr Mitgefühl und so geht sie mit ihm und wird ungewollt schwanger. Fritzi Prager scheint nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, denn sie umgibt eine Leichtigkeit und durch nichts lässt sie sich aus dem Gleichgewicht, bringen.

Fritzie enbindet ihren Sohn Hannes und ihr ist sorfort klar, dass er das wunderbarste Missgeschick ist, das ihr hatte passieren können. Güneş, die mit Fritzi im selben Krankenhauszimmer liegt, hat Polina entbunden und beide Frauen wissen, sie werden ihre Kinder ohne Vater aufziehen und das verbindet sie. Nicht nur sie werden engste Freundinnen sondern auch ihre Kinder. Polina ist aufgeweckt, hat ein helles Köpfchen aber schnell unruhig ist und oft unbequeme Fragen stellt, während Hannes ein sehr ruhiges Kind ist und oft sehr verträumt in seinen Gedanken versinkt.

Der alte Heinrich lebt in einer alten Villa mitten in einem Naturschutzgebiet und sucht einen Untermieter und dann kommt Fritzi mit ihrer Hartnäckigkeit daher, die ihn schwach werden lässt. Was soll er mit einer Mutter mit Kind! Bald jedoch hat er beide ins Herz geschlossen und bemerkt Hannes Talent am Klavier und unterrichtet ihn. Mit vierzehn Jahren verliebt sich Hannes in Polina und um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert er für sie eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst.

Nach dem unerwarteten Tod seiner Mutter Fritzi, muss Hannes zu seinem ungeliebten Vater nach Hamburg. Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Erst viele Jahren später, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie.

Fazit:
Dem Autor ist es hervorragend gelungen, eine wunderbare und lesenswerte Geschichte über die Kraft der Musik und den Wert tiefer Freundschaft, zu erzählen. Mit seiner flüssigen und klaren Sprache, hat der Autor die Charaktereigenschaften und Entwicklungen der Protagonisten, hervorragend ausgearbeitet.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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