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Veröffentlicht am 06.12.2021

Tierische Unterhaltung

Morgen, Tiere, wird’s was geben!
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Ein Krippenspiel mal anders …. Natürlich gibt es in Tierlingen (liegt das in der Nähe von Stuttgart?) keine Menschen und so müssen sich die Tiere selber behelfen, wenn sie ein menschliches Spiel spielen ...

Ein Krippenspiel mal anders …. Natürlich gibt es in Tierlingen (liegt das in der Nähe von Stuttgart?) keine Menschen und so müssen sich die Tiere selber behelfen, wenn sie ein menschliches Spiel spielen wollen (das sich dann krippen nennt, auch wenn die Tiere nicht ganz wissen wie es geht). Die liebevollen Illustrationen und de nette Text machen das Buch zu einem idealen Vor- und Selberlesebuch, das auch bei Erwachsenen durchaus zu dem einen oder anderen Wortwitz (die eiligen drei Könige …) gelacht werden kann. Liebevoll und nicht langweilig bereiten sich die Tiere auf das Spiel vor, wobei jeder eine Rolle spielen soll und es Elefantin Elfie manchmal schwer fällt, sich zu erinnern. Aber am Ende kommt es zur Aufführung vor ganz Dorflingen, mit einem Elefanten (In welcher Rolle wohl?), einer Kuh in einer Doppelrolle, drei eiligen Königen und vielen Kostümen.
Eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art, aber von der sehr liebevollen. Autorin Gerlis Zillgens und Illustratorin Katja Jäger ist ein kleines Meisterwerk gelungen, dass man sicher über mehrere Generationen gerne zur Vorweihnachtszeit auspackt und den kleinen vorliest oder es ihnen selber zum Lesen gibt … solange sie nicht anfangen das Spiel mit den Haustieren nachzuahmen….

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Veröffentlicht am 24.11.2021

Mehr eine Biografie des Wunderheilers Bruno Gröning

Deutsche Dämonen
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Deutsche Dämonen entpuppte sich für mich als kleine Enttäuschung. Ich hatte andere Erwartungen an das Buch. Vielleicht hatte auch mehr reißerischen Journalismus erwartet, aber es geht auch anders. Für ...

Deutsche Dämonen entpuppte sich für mich als kleine Enttäuschung. Ich hatte andere Erwartungen an das Buch. Vielleicht hatte auch mehr reißerischen Journalismus erwartet, aber es geht auch anders. Für jemanden, der die entsprechende Zeit nicht miterlebt hat ist es auch schwierig, den Zeitgeist zu erfassen, aber ich denke, zumindest das hat Monica Black gut in Szene gebracht, wobei mir vielleicht auch lieber gewesen wäre, wenn ein deutscher Autor sich der Sache angenommen hätte und nicht unbedingt eine Amerikanerin. Sie macht ihre Sache zwar größtenteils gut, aber es besteht ein gewisser Beigeschmack, der durchaus auch von (meinen) Vorurteilen geprägt ist.
Deutsche Dämonen befasst sich größtenteils mit einem einzigen Nachkriegswunderheiler: Bruno Gröning hielt in den 1950er Jahren in der damaligen BRD zahlreiche Geistheilungsvorträge und wurde von seinen Anhängern als Wunderheiler angesehen. Er behauptete, einen von Gott gesandten „Heilstrom“ an Kranke weiterzuleiten. Mehrmals geriet Gröning mit dem Heilpraktikergesetz in Konflikt und wurde in diesem Zusammenhang wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Die Konzentration auf einen "Wunderheiler" ist Stärke und Schwäche zugleich, denn die im Untertitel suggerierten Hexen, Wunderheiler und die Geister der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland kommen dadurch etwas zu kurz. Dafür wird der Fall Gröning sehr detailliert beschrieben. Eine zwanghafte Beschäftigung mit dem Bösen verbindet diese Ereignisse mit den Erlebnissen der Deutschen im zweiten Weltkrieg. Allerdings ergießt sich die Autorin, so genau sie in manchen anderen Dingen recherchiert haben mag, hier auch in Mutmaßungen, die sie nicht eindeutig belegen kann. Von daher muss man oft zwischen Tatsachen und Vermutungen unterscheiden, was dank diverser Quellenangaben gut gelingt. Ein ergänzendes Literaturverzeichnis wäre allerdings auch hilfreich gewesen
Wer sich für die Person des Bruno Grönings und seines Wirkens interessiert, wird in diesem Buch viel Wissenswertes erfahren, auch wenn es sich nicht explizit um eine Biografie des Wunderheilers handelt. Wer allerdings Hexenverfolgungen in der Nachkriegszeit erwartet hat (so wie ich) wird eine Enttäuschung erleben.

Veröffentlicht am 22.11.2021

Lesenswert

Litersum
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Ist es notwendig, die ersten beiden Bücher aus dem Litersum zu kennen? Den Eindruck habe ich nicht, denn ich kenne zwar Musenkuss, aber ich habe nicht das Gefühl die Vorgänger kennen zu müssen (obwohl ...

Ist es notwendig, die ersten beiden Bücher aus dem Litersum zu kennen? Den Eindruck habe ich nicht, denn ich kenne zwar Musenkuss, aber ich habe nicht das Gefühl die Vorgänger kennen zu müssen (obwohl ich den mittleren Band hoffentlich auch bald lesen werde). Eventuelle Wissenslücken werden bei Gelegenheit kurz und knapp erläutert ohne den Lesefluss zu stören. Immerhin kann ich Musenkuss und Musenherz miteinander vergleichen und kann sagen, dass beide Bücher sehr viel Spaß machen.
Beide Bücher ähneln sich und sind doch sehr verschieden. Der Schreibstil von Lisa Rosenbecker ist sehr angenehm: Locker, leicht und sehr humorvoll auf der zwischenmenschlichen Ebene. Die Beschreibungen sind nachvollziehbar und man bekommt fast den Eindruck direkt dabei zu sein (mehr Kino als Buch) sehr, leicht und flüssig zu lesen. Auch in Musenherz gibt es eine unterhaltsame Liebesgeschichte, die nicht übertrieben wirkt und eher nebenbei geschieht. Mit Hamster Hamilton bekommt Musenherz noch einen sympathischen Charakter, der für einige witzige Situationen sorgt. Und wer die vorangegangenen Bücher kennt wird auch auf einige bereits bekannte Personen treffen, auch wenn die Buchgestalten an sich immer noch nebulös bleiben (im Vergleich zu anderen Romanen, die sich mit Buchwelten auseinander setzen).
Der Schauplatz der Geschichte ist die Akademie der Burealkinder (Musen, Antimusen ...), ein Ort, der mir auf den ersten Blick durchaus Augenrollen verursacht hat (immerhin gebe ich Romanen, die auf magischen oder ähnlichen Schulen spielen immer noch eine Chance, obwohl ich immer wieder denke, dass das Thema eigentlich ausgelutscht sein sollte). Aber man findet immer wieder etwas Neues.
Was mich an Musenherz gestört hat (und warum das so ist, kann ich nicht wirklich erklären) war die Einbindung realer Autoren (des Drachenmondverlags) in das Litersum. Irgendwie fand ich das störend und wirkte auf mich sehr nach Werbung/Einschmeichlerei. Das hätte das Buch nicht benötigt (und die erwähnten Autoren auch nicht).
Abgesehen davon wurde ich (wie erwartet) mit einem fesselnden und überraschenden Kriminalfall unterhalten und hoffe auf weitere Bücher aus dem Litersum.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Historischer Krimi mit Überraschungen

Ruf der Rusalka
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Ein Säufer als Ermittler, das ist nicht unbedingt neu, aber das Rad muss ja nicht immer neu erfunden werden. Lewis van Arlington ist ein sympathischer Charaktere, obwohl ich zugebe, dass ich seinen deutschen ...

Ein Säufer als Ermittler, das ist nicht unbedingt neu, aber das Rad muss ja nicht immer neu erfunden werden. Lewis van Arlington ist ein sympathischer Charaktere, obwohl ich zugebe, dass ich seinen deutschen Butler um einiges cooler (und höchst unterhaltsam) finde. Alleine deswegen ist das Buch schon lesenswert. Kate ist ganz nett, aber auf mich wirkte sie wie die stereotype weibliche Reporterin, die versucht in einer Männerdomäne Fuß zu fassen (aber wie man sich doch täuschen kann, zumindest teilweise).
Die Charaktere können auf überzeugen, auch die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf, auch wenn ich zugeben muss, dass ich am Anfang noch nicht ganz überzeugt war und der Roman für mich eher durchschnittliche Ware darstellte: Ein historischer Krimi, wie man ihn kennt und schon dutzendmal gelesen hat. Allerdings ist er dank der Charaktere bereits am Anfang als amüsant und nicht langweilig zu bezeichnen und hat ein überaus überraschendes Ende.
Der flüssige Schreibstil macht aus DER RUF DER RUSALKA ein kurzweiliges (und spannendes) Lesevergnügen, mit einigen Überraschungen zwischendurch. Und nicht nur der Butler sorgt für die eine oder andere witzige (oder peinliche) Szene, ohne dass das ganze in Slapstick ausartet. Eine gelungene Mischung könnte man sagen.
Stephan R. Bellem gelingt es als moderner Autor die klischeehafte historische Londoner Nebel-Atmosphäre in einen ebenso dichten Krimi zu verpacken ... und ich könnte das Buch problemlos jedem freund historischer Krimis ans Herz legen, nur ... man sollte offen für bestimmte Dinge sein (nur will ich nicht verraten, um was es sich handelt, das muss der Leser selbst entdecken)

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Ein Außergewöhnlicher Ermittler in einem durchschnittlichen Kriminalfall

Das Haus in der Half Moon Street
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»Das Haus in der Half Moon Street« ist der Debütroman von Alex Reeve und wurde in der britischen Presse hochgelobt. Es ist der Auftakt einer neuen historischen Krimireihe um Ermittler Leo Stanhope. Und ...

»Das Haus in der Half Moon Street« ist der Debütroman von Alex Reeve und wurde in der britischen Presse hochgelobt. Es ist der Auftakt einer neuen historischen Krimireihe um Ermittler Leo Stanhope. Und soviel kann man sagen: Leo Stanhope ist einer der außergewöhnlichsten Ermittler, die es in der Kriminalliteratur gibt ... jedenfalls ist mir noch niemand untergekommen, der so ungewöhnlich ist. Leider reicht ein außergewöhnlicher, ungewöhnlicher Ermittler nicht aus, wenn die Story nicht überzeugen kann und in diesem Fall muss ich sagen, dass ich nicht überzeugt wurde. Ganz nett, aber es gibt spannendere Fälle und auch wenn man hin und wieder zum Nachdenken angeregt wird ... Ein Hurenmord allein, kann über eine konstruiert wirkende Liebesgeschichte und einen schwachen kriminalfall nicht hinwegtäuschen. und auch was Leo Stanhope anbelangt ... Nun zu seiner Person äußere ich mich nicht, wobei schon viel verraten wird, wenn man sieht, wer das Hörbuch liest.
Viola Müller ist eine in München geborene Schauspielerin und Sprecherin, die schon mehreren Werbespots und Dokumentationen (u. a.) ihre Stimme verliehen hat. Souverän setzt sie den Roman von Alex Reeve um und verleiht ihm die passende Atmosphäre. Warum gerade eine Frau dieses Hörbuch liest mag auf den ersten Blick vielleicht verwundern und den Zuhörer anfangs auch verwirren, aber wenn man etwas nachdenkt wird es verständlich und wer das Buch hört (oder liest) wird den Grund ebenfalls erfahren.
Und schon habe ich das Geheimnis von Leo Stanhope verraten, aber anders geht es nicht. Warum sonst sollte eine Frau einen Krimi dieser Art lesen (es sei denn der Verlag hat niemand anderen griffbereit oder sich keine großen Gedanken gemacht ... was natürlich nicht zutrifft). Aber wie gesagt: Ein außergewöhnlicher Ermittler (und eine geniale Sprecherin) helfen nicht darüber hinweg, dass die Story an sich nicht überzeugen kann.
Vielleicht lese ich aber auch zu viele historische Krimis, so dass ich das wirklich besondere suche (und eine stimmige Geschichte, bei der alles zusammen passt)
Ein Ermittler wie Leo Stanford hätte mehr verdient, wird aber bestimmt (wegen seiner besonderen Stellung damals) seine Fans finden. Ich werde die Reihe aber wohl bei Seite legen und mich interessanteren historischen Krimis hingeben.

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