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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Völlig anders als erwartet

Böser, böser Wolf
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Böser, böser Wolf wird als Thriller bezeichnet und erfüllt auch durchaus die Erwartungen, die ich an einen Thriller habe - es gibt einen gruseligen Mörder, blutige und brutale Tode und eine Ermittlerin, ...

Böser, böser Wolf wird als Thriller bezeichnet und erfüllt auch durchaus die Erwartungen, die ich an einen Thriller habe - es gibt einen gruseligen Mörder, blutige und brutale Tode und eine Ermittlerin, die diese unbedingt aufklären will und mit ihrer eigenen traumatischen Geschichte zutiefst persönlich in den Fall verwickelt ist.
Besonders gut gefällt mir an dem Thriller, wie vor allem die bekannten Märchen der Brüder Grimm eine wichtige Rolle spielen, aber auch viele weitere Details, die besonders Menschen wie ich, die Bücher und Geschichten lieben, wieder erkennen.
Die Entwicklung des Buches erstreckt sich über 3 Teile. Der erste ist ein klassischer Thriller Plot, wie ich ihn erwartet habe und geht über etwa 200 Seiten. Dann kommt es zu einem Plot Twist und einem sehr unerwarteten Teil 2, bei dem mir alles im Kopf durcheinander gewirbelt wurde. Der Schluss gefiel mir dann sehr gut und passte absolut gut zu dem 2. Teil des Buches und wird durch das Nachwort sehr charmant abgerundet.
Ein Buch, das mich überrascht hat - was ein großes Kompliment ist!
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diesen ungewöhnlichen und unerwarteten Thriller, nur ein Punkt Abzug für den sich etwas ziehenden Schluss des ersten Teils.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Gutes Thema, aber mich hat es nicht 100% überzeugt

Witches, Bitches, It-Girls
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Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, das Thema ist aber eines, das mich als Frau und Mutter von Töchtern immer interessiert.
In 9 Kapiteln werden bestimmte Themen in den Fokus gestellt. Das Sachbuch ...

Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, das Thema ist aber eines, das mich als Frau und Mutter von Töchtern immer interessiert.
In 9 Kapiteln werden bestimmte Themen in den Fokus gestellt. Das Sachbuch ist grundsätzlich so weit ich das einschätzen kann, professionell geschrieben. Es gibt einen sehr langen Anhang mit Fußnoten und Quellenverzeichnissen, zudem ständig Sternchen, die jeweils auf den betreffenden Seiten erklärt werden. Das macht den Lesefluss wie bei diesem Genre üblich sehr anstrengend. Damit könnte ich noch einigermaßen leben, aber ich habe einfach mehr Input erwartet. Die Autorin springt ständig zwischen historischen und aktuellen Beispielen hin und her und nimmt sehr oft für sich in Anspruch zu wissen, was "wirklich" war, nur um dann an anderen Stellen darauf hinzuweisen, dass sie ja keine Expertin sei. Ja, was denn nun? Auch verteidigt sie oft im Voraus bestimmte Ansichten oder Herangehensweisen ihrer Arbeit, oft auch etwas zu aggressiv. Sie beschreibt öfter, dass sie bereits bei den Vorträgen zu ihrem ersten Buch aggressiv angegangen wurde und scheint solche Widerworte hier bereits widerlegen zu wollen, was aber oft bei mir so rüberkam, als wolle sie mir, der Leserin, unterstellen, sie angreifen zu wollen. Auch ist ihr Ton nicht konsistent. Einige Stellen wirken wissenschaftlich, rational und nüchtern. Andere dagegen flapsig und aggressiv. Ihre politische Überzeugung ist mir viel zu eindeutig erkennbar und hat, wie ich finde, in einem solchen Sachbuch nichts zu suchen - das hat mich wirklich noch mehr genervt als ihr permanentes Gendersternchen (manchmal war ich verwirrt, ob es sich um ein Gendersternchen handelt oder ein Fußnotensternchen, wenn man halt übertreiben muss...) oder die immer wieder wiederholte Bezeichnung "weiblich gelesene" oder "männlich gelesene" Person. Ihre Abneigung gegen bestimmte Personen ging mir auch zu weit, ebenso wie das Gegenteil, manche Personen (auch durchaus umstrittene!) sind ihr offensichtlich "heilig". Ich würde das Buch nicht meinen Töchtern empfehlen, da es mir zu wenig Tiefgang hat und zu polemisch ist, auch fehlt mir einfach der wirkliche Punkt, den sie vermitteln will.
Von mir nur eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Böse und bissig und sehr gut!

Die Rosenschlacht
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Barbara und Jonathan Rose sind ein amerikanisches Traumpaar - sie sind gutaussehend, wohlhabend, erfolgreich und scheinbar überaus glücklich miteinander. Sie haben die perfekte Anzahl Kinder (2), Mädchen ...

Barbara und Jonathan Rose sind ein amerikanisches Traumpaar - sie sind gutaussehend, wohlhabend, erfolgreich und scheinbar überaus glücklich miteinander. Sie haben die perfekte Anzahl Kinder (2), Mädchen und Junge. Jonathan ist erfolgreicher Anwalt und Barbara, seit die Kinder nicht mehr so viel Arbeit machen, dabei, sich ein erfolgreiches Catering Unternehmen aufzubauen.
Als Jonathan eines Tages bei der Arbeit einen gesundheitlichen Zusammenbruch erleidet, der wie ein Herzinfarkt abläuft (aber keiner ist), besucht ihn Barbara nicht im Krankenhaus. Bei seiner Rückkehr spricht er sie zutiefst verletzt darauf an, woraufhin sie ihm eröffnet, dass es ihr egal war, weil er ihr egal sei - und damit die fast 20 Jahre dauernde Ehe abrupt und für Jonathan vollkommen unerwartet beendet.
Was nun folgt, ist ein Rosenkrieg (so der Name, unter der das Buch bereits verfilmt wurde) - von der heftigsten Sorte. Beide Ehepartner wollen um keinen Preis das Haus, das sie gemeinsam liebevoll mit wertvollen Antiquitäten und Möbeln eingerichtet haben, aufgeben. Als dann die Kinder ins Sommercamp geschickt werden und das Au-Pair-Mädchen ebenfalls das Haus verlässt, sind die Roses allein miteinander und der Krieg artet so schrecklich aus, wie es jeder Krieg leider tut - und wie in jedem Krieg kann es keinen Gewinner geben...

Wie sich die Rosenschlacht, so der Titel des neu aufgelegten Buches, entwickelt, ist wirklich virtuos und so bissig geschrieben, dass ich das Buch einfach nicht weg legen konnte. Immer wieder schwankte ich mit meiner Sympathie zwischen Barbara und Jonathan hin und her - so wie auch die Perspektiven der Erzählung wechselten. Atem- und fassungslos verfolgte ich die sich immer weiter zuspitzende Eskalation bis zum wirklich schlimmsten Tiefpunkt und einem Ende, das so hart und brutal ist, wie die beiden ehemals Liebenden es zueinander waren. Wenn aus Liebe Hass wird, wenn Menschen, die einander so gut kennen wie dieses Ehepaar, sich gegeneinander wenden, dann bleibt im wahrsten Sinn des Wortes kein Stein mehr auf dem anderen...
Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter - es ist so gut und hart und trotz allem sehr, sehr unterhaltsam!!!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

"Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient." (Zitat!)

24 Sekunden ab jetzt
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"Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient." - das Zitat aus der Danksagung des Autoren am Ende des Buches trifft bei mir einen Nerv, genau wie dieses wunderschöne Buch selbst!
Es handelt von ...

"Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient." - das Zitat aus der Danksagung des Autoren am Ende des Buches trifft bei mir einen Nerv, genau wie dieses wunderschöne Buch selbst!
Es handelt von Neon, der verliebt ist in Aria. Sie stehen im Jetzt, als das Buch beginnt, kurz davor, ihr erstes Mal miteinander zu erleben und wir lesen aus Neons Sicht, was 24 Sekunden, Stunde, Tage, Wochen und Monate vorher geschehen ist und erleben so nicht nur die wirklich wunderschön beschriebene Liebesgeschichte von Neon und Aria, sondern lernen auch deren Familien und Freunde kennen. Der Autor schafft es durch seine beobachtende Sprache und den Blickwinkel von Neon dem Lesenden einen sehr konkreten und wirklich liebevollen Blick auf Neons und Arias Umfeld zu geben. Da wird nichts beschönt oder übertrieben harmonisch dargestellt, es gibt durchaus Probleme, Tränen und Ärger, aber es gibt eben auch wirklich viel Liebe und Empathie und Menschen, die ich beim Lesen sofort liebgewonnen habe. Ich habe sogar von den Bingo-Abenden, die Neons Vater hauptberuflich veranstaltet und Neons Beteiligung dabei geträumt!
Im Fokus steht auch natürlich die Situation, in der sich Aria und Neon jetzt befinden. Der Wunsch, die körperlichen Bedürfnisse, die sie haben, auszuleben und ebenso die Angst davor, was das mit ihnen machen wird, wie es generell sein wird. Aus Neons Sicht beschrieben hat mich besonders berührt, wie sehr er sich darum Gedanken macht, dass Aria es genießen wird und wie wichtig es ihm ist, dass es für beide schön wird. Er führt Gespräche mit seinem Vater und seiner Mutter, die mich als Mutter von heranwachsenden Töchtern mehr als mitten ins Herz getroffen haben. Neon ist kein Junge, der vor seinen Freunden mit etwas prahlen möchte, nein, er ist ein Junge, der verliebt ist, der sogar liebt und der sein ganzes Leben lang schon geübt ist darin, zu lieben. Umgeben von Menschen, die ihn lieben, und die er liebt, hat er die Fähigkeit, dies auch zu zeigen und auch aus diesem Grund hat mich die Geschichte der beiden und die Situation, die geschildert wird, wirklich sehr berührt.
Dass alle Protagonisten Schwarz sind, ist auch nicht unwichtig für die Geschichte, die durchaus in einen bestimmten Kontext gebettet ist. Als Beispiel hat mich das Mutter-Sohn-Gespräch fasziniert, in dem Neons Mutter ihn auf das absolut gängige (und widerliche!) Vorurteil bezüglich der Größe des G*teils von Schwarzen Männern anspricht. Darüber habe ich noch nie nachgedacht, es aus dieser Sicht zu betrachten!
Die Geschichte ist zwar kurz, aber wirklich prallvoll mit wirklich tollen Figuren und Szenen und mit Menschen, die lieben und einander diese Liebe auf vielfältige Art und Weise zeigen.
Ein wunderschönes Buch, das ich absolut geliebt habe und uneingeschränkt weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Perfekte Unterhaltung

A Serial Killer’s Guide to Marriage
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Haze und Fox sind sexy, charmant und gefährlich - sie haben jahrelang als Serienkiller Duo Männer getötet, die es verdient hatten, ihrer genauen Recherche nach. Als sie eine Familie gründen, beschließt ...

Haze und Fox sind sexy, charmant und gefährlich - sie haben jahrelang als Serienkiller Duo Männer getötet, die es verdient hatten, ihrer genauen Recherche nach. Als sie eine Familie gründen, beschließt Fox, um ihre Tochter zu schützen, dass sie damit aufhören. Sie lassen sich in einem Londoner Vorort nieder und leben nun ein bürgerliches Leben. Aber - vor allem Haze hadert schrecklich damit, auf einmal "nur noch" Mutter zu sein und ihre dunklen Triebe nicht mehr ausleben zu können, die sie auch und vor allem zu ihren gut verkäuflichen Kunstwerken inspiriert haben...
Der Roman ist absolut gelungen und sehr gute Unterhaltung. Haze und Fox sind alles andere als ein typisches Ehepaar, aber sie schlagen sich dennoch mit den Dingen rum, die jedes Elternteil nur zu gut kennt. Überwiegend aus der weiblichen Perspektive von Haze geschrieben, die mir sehr, sehr sympathisch war, kommt aber auch hin und wieder ihr Ehemann Fox zu Wort - und auch er ist ein absoluter Volltreffer-Protagonist.
Die Geschichte ist temporeich erzählt, voll von teilweise durchaus schwarzem Humor und mit einem sehr, sehr anziehenden Power-Couple im Fokus. Wer Mr und Mrs Smith mochte, wird den Serienkiller Guide lieben! Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen und habe mich wirklich die ganze Lesezeit sehr gut unterhalten.

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