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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Leider nicht ganz mein Geschmack...

Tödliche Nachlese
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Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren ...

Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren eine Mordserie gestoppt haben...?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Autor sehr sympathisch zu sein scheint - er hat einen Instagram Account, auf dem er die Schauplätze des Romans zeigt. Ich wohne in der Gegend, was die Lektüre auf jeden Fall sehr nett gemacht hat - wenn man den IKEA kennt, in dem Tobias mit seiner Tochter einen Schrank kaufen geht z.B.

Auch gab es zu dem Buch einen Aufkleber für Wein dazu mit dem Cover des Buches, eine sehr süße Idee!

Die Geschichte selbst jedoch ist leider nicht ganz nach meinem Geschmack. Für mich war der Schreibstil schwer zu lesen, da es viele Wiederholungen gab und inflationär mit dem Ausrufungszeichen umgegangen wird. Auch die Spannung kam bei mir nicht wirklich auf. Es gibt ein paar Wendungen, aber ich habe nie wirklich gefühlt, dass die Spannung anzieht und das ist für mich bei einem Krimi auf jeden Fall ein Muss, was hier leider fehlte. Auch ist Tödliche Nachlese der zweite Band einer Reihe. Auf die Vorgeschichte wird oft Bezug genommen, mir fehlte jedoch leider das Hintergrundwissen, was vermutlich ebenfalls dazu beigetragen hat, dass die Figuren und der Plot mich nicht abholen konnten.

Alles in allem vergebe ich 3 Sterne für eine Lektüre, die mich persönlich leider nicht begeistern konnte, die aber auf jeden Fall einen atmosphärischen Flair hat für mich als Ortskundige.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Ein Buch, das mich mitten ins Herz getroffen hat!

Mit anderen Augen
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Tilda ist Anfang 50, geschieden, Mutter von Zwillingen, hat wundervolle Freundinnen und ist erfolgreich in ihrem Beruf, als sie eines Tages feststellt, dass sie beginnt unsichtbar zu werden. Die Diagnose ...

Tilda ist Anfang 50, geschieden, Mutter von Zwillingen, hat wundervolle Freundinnen und ist erfolgreich in ihrem Beruf, als sie eines Tages feststellt, dass sie beginnt unsichtbar zu werden. Die Diagnose ist niederschmetternd - sie befindet sich in Phase 2 einer Krankheit, bei deren Verlauf erst einige Körperteile und schließlich die ganze Person unsichtbar werden. Die am häufigsten davon Betroffenen sind Frauen ab 40 Jahren und es gibt laut ihrer Ärztin keine Heilung. 

Tilda weigert sich, diese Diagnose anzunehmen und kämpft dafür, das Unsichtbarwerden aufzuhalten und sogar rückgängig zu machen. 

Der Roman beginnt mit einer Diagnose, die es so nicht gibt, zum Glück. Doch virtuos verwebt die Autorin die Realität (Gender Health Gap) mit einer fiktiven Krankheit, die die Protagonistin zwingt, ihr ganzes Leben, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf den Prüfstand zu stellen. 

Als Leserin bin ich mitten in die Geschichte, mitten in Tildas Leben gezogen worden. Tilda ist eine Frau, die ich auf jeden Fall sofort lieb gewonnen habe, aber auch alle ihre Freundinnen und die Nebenfiguren haben mich begeistert. Die innere Reise, die Tilda durchlebt, das Kennenlernen ihrer meist extrem negativen inneren Stimme PAULA und ihre Versuche, ihr Leben und ihre Krankheit proaktiver anzugehen, haben mich mehr als einmal sehr intensiv auch über mein Leben und meine PAULA nachdenken lassen. Als Frau, die beinah in Tildas Alter ist und mit ebenfalls bereits einem erwachsenen Kind und heranwachsenden jüngeren Kindern, die stark nach ihrer Freiheit suchen, habe ich sie sehr oft sehr stark fühlen können. 

Der Roman hat mich in vieler Hinsicht mitten ins Herz getroffen und behandelt nebenbei viele wichtige Themen, ohne aufgesetzt zu wirken. 

Humor ist ein roter Faden , Sprach- und Wortwitz und absurde Situationen lockern das durchaus ernste und sehr nachdenklich stimmende Thema immer wieder auf und machen die Lektüre zu einem absoluten Genuss und einem Buch, das ich ernsthaft kaum aus der Hand legen konnte. 

Ich empfehle das Buch uneingeschränkt und wirklich von Herzen weiter!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Ein echter Wälzer

Die geheime Geschichte
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Richard kommt aus einfachen Verhältnissen und versucht am fiktiven Hmpden College in Vermont Fuß zu fassen. Besonders fasziniert ihn die sehr exklusive Gruppe um Professor Julian Morrow, die Altgriechisch ...

Richard kommt aus einfachen Verhältnissen und versucht am fiktiven Hmpden College in Vermont Fuß zu fassen. Besonders fasziniert ihn die sehr exklusive Gruppe um Professor Julian Morrow, die Altgriechisch studiert. Als er wider Erwarten in diesen illustren Kreis aufgenommen wird, ändert sich sein (Studenten-)Leben sofort und er wird hineingezogen in einen Strudel der Ereignisse.
Was genau passieren wird, wird bereits im Prolog geschrieben - und damit fiebert man im ersten Teil diesem Moment entgegen. Der zweite Teil des Buches, das mit über 700 Seiten wirklich ein echter Wälzer ist, befasst sich mit dem DANACH der Tat, die Kernstück der "Geheimen Geschichte" ist.
Die Figuren sind wirklich sehr besonders und machen den Reiz der Geschichte aus. Der schüchterne Richard, der charismatisch-geheimnisvolle Henry, der unfassbar blasierte Edmond, genannt Bunny und das Zwillingspaar Charles und Camilla sind eine Gruppe Studenten, die wirklich eine besondere Aura verströmen.
Immer aus Richards Perspektive geschrieben folgen wir ihm in eine Welt, die manchmal roh und brutal ist, voller Drogen und Alkoholmissbrauch und Menschen, die ihren Instinkten folgen und Taten begehen, die absolut unmoralisch erscheinen.
Der Schreibstil ist auf jeden Fall unfassbar gut - und ich liebte die Sprache beim Lesen wirklich sehr!
Einen kleinen Abzug mache ich, weil sich die Geschichte im Mittelteil für mich etwas zu sehr gezogen hat. Aber alles in allem auf jeden Fall ein Buch, das man gelesen haben sollte!

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Packender Krimi mit aktuellem Bezug

Waldmann
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Hannes Waldmann ist Kriminalkommissar, Vater und Großvater. Seit er vor 7 Jahren in Lagos auf einem Basar seine Ehefrau verloren hat, leidet er unter einem PTBS. Als er in einem Mordfall ermittelt, bei ...

Hannes Waldmann ist Kriminalkommissar, Vater und Großvater. Seit er vor 7 Jahren in Lagos auf einem Basar seine Ehefrau verloren hat, leidet er unter einem PTBS. Als er in einem Mordfall ermittelt, bei dem es um ukrainische Flüchtlingsfrauen geht, die von einer kriminellen Mafia-Bande verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden, muss er sich wieder seinen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen, denn die Mafia-Bande hat ihre Wurzeln in Lagos, wo auch seine Frau verschwunden ist...
Der Krimi ist ein echter Pageturner, bei dem der Spannungsbogen nie abfällt. Waldmann ist eine kantige Figur, die mich aber absolut überzeugt hat. Auch die Nebenfiguren, allen voran die geheimnisvolle Suse, sind gut konstruiert und nehmen den Lesenden tief ins Geschehen mit.
Die aktuellen Bezüge zu dem Krieg in der Ukraine und den Schicksalen der ukrainischen Flüchtlingsfrauen, die auch in den Nachrichten immer wieder mal Thema waren, fand ich besonders gelungen.
Ein Krimi, der mich begeistert hat und den ich gerne wärmstens und uneingeschränkt weiterempfehlen kann an alle, die wie ich gerne spannende Krimis lesen (Tatort Fan muss man nicht sein!) im Stil von Andreas Franz.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Feministisch, modern und teilweise etwas mysteriös

Schon schwankte die Welt
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Schon schwankte die Welt ist ein nicht sehr umfangreicher Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Er handelt vor allem von Viktoria, eine Frau in ihren 40er, eine allein erziehende Mutter, deren Tochter ...

Schon schwankte die Welt ist ein nicht sehr umfangreicher Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Er handelt vor allem von Viktoria, eine Frau in ihren 40er, eine allein erziehende Mutter, deren Tochter mit Anfang 20 nun ihre eigenen Wege geht und ausgezogen ist. In dieser Phase ihres Lebens nimmt sie ihr Studium wieder auf, zieht um - und lernt einen Mann kennen, der deutlich jünger ist als sie. Viktorias beste Freundin Helene, Viktorias Tochter Lara und Polly, ihr "Situationship" sind die anderen Protagonisten in dem Roman.
Ungefähr zu der Zeit, als Viktoria Polly kennenlernt, nimmt ein Rabe, den sie mit aufgezogen hat im Verlauf ihrer Dokterarbeit, "Kontakt" zu ihr auf.
Eine große Stärke des Romans ist auf jeden Fall, die Art und Weise, wie die Gedanken und Gefühle der Protagonisten vermittelt werden. Viele, sehr gut geschriebene Dialoge bestimmen den Fortgang der Handlung und die Dialoge werden immer direkt mit Perspektivwechseln und inneren Monologen der Figuren gewissermaßen ergänzt, was dazu führt, dass ich beim Lesen immer wieder mit den Gefühlen hin und her geworfen wurde und jede/n der Figuren sehr gut verstehen konnte.
Die Geschichte selbst ist streckenweise recht mysteriös, wird aber - für meinen Geschmack - am Schluss zufriedenstellend, wenn auch ein bisschen offen, beendet. Ebenfalls sehr gefallen hat mir auf jeden Fall der starke feministische Tenor des Romans. Bei einigen Dialogen und Gedanken musste ich sehr zustimmen und die Geschichten und Lebensentwürfe der Protagonistinnen vor allem sind alles Beispiele dafür, wie Frauen leben können und manchmal müssen und was wir verändern können und sollten.
Ein Roman, der mir sehr gefallen hat und den ich sehr gerne weiterempfehle!

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