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Veröffentlicht am 22.10.2020

Das Schattentor

Ministry of Souls – Das Schattentor
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Mit „Ministry of Souls – Das Schattentor“ hat der Autor Akram El- Bahay ein Fantasy- Buch geschrieben, in dem Geister und auch das Leben nach dem Tod eine wesentliche Rolle spielen. „Das Schattentor“ ist ...

Mit „Ministry of Souls – Das Schattentor“ hat der Autor Akram El- Bahay ein Fantasy- Buch geschrieben, in dem Geister und auch das Leben nach dem Tod eine wesentliche Rolle spielen. „Das Schattentor“ ist ein Reihenauftakt, in welcher Jack, Oz und Prinzessin Naima im Mittelpunkt stehen.

Klappentext:
London, 1850: Unbemerkt von der Öffentlichkeit sorgt das Ministerium für endgültige Angelegenheiten dafür, die Seelen Verstorbener auf die andere Seite zu befördern. Der angehende Soulman Jack will sich endlich im Außeneinsatz beweisen. Sein erster Auftrag führt ihn ausgerechnet auf das Gelände des Buckingham Palace. Dort wurde eine arabische Gesandtschaft ermordet. Jack soll den Tatort von ihren Geistern befreien — und entdeckt, dass Naima, die Tochter des Emirs, noch lebt. Als er ihr helfen will, wird er von einem schattenartigen Biest angegriffen. Um Naima zu schützen, befördert Jack sie in die Zwischenwelt! Und bricht damit eine der wichtigsten Regeln der Soulmen.

Ich habe aus der Feder von Akram El- Bahay schon einige Bücher gelesen. Ich kenne sowohl einige seiner Kinder- und Jugendbücher, aber besonders seine „Flammenwüste“- Reihe kann ich wärmstens empfehlen. Da ich seine Bücher bisher durchweg gelungen fand und jedes mich auf seine Art begeistern konnte, waren meine Erwartungen an dieses Buch sehr hoch und auch die Leseprobe war sehr vielversprechend.
Wie ich es bereits aus seinen vorherigen Büchern gewohnt war, war auch dieses Mal der Schreibstil wieder ein Genuss. Dieser ist locker, leicht und sehr bildhaft. Gekonnt wird eine Atmosphäre aufgebaut und als Leser fühlt man sich in das London im Jahre 1850 versetzt – man hat das Gefühl, mit den Kutschen durch London zu fahren oder auch beim Bau des Bahnhofes dabei zu sein. Ein wundervolles Setting wird erzeugt. El- Bahay schafft es, dass mir Bilder im Kopf entstanden sind und ich wirklich das Gefühl hatte, mitten in London zu sein und zusammen mit den Charakteren ein spannendes Abenteuer zu bestreiten. Die Gestaltung der Zwischenwelt und auch die Prinzipien dieser Geisterwelt konnten mich überzeugen. Hier zeigt El- Bahay welches Talent er hat. Auf magische Weise hat er eine komplexe und atmosphärische Welt geschaffen, die ihre eigenen Richtlinien hat. Auf vielseitige Weise wird Spannung erzeugt. Ich habe quasi an den Seiten geklebt und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es mit Jack, Oz und Naima weitergeht. Auch wird hier auf unnötige Längen verzichtet. Es gibt knappe Kapitel und auch die Sichtweise der Prinzessin wird beleuchtet, sodass nochmal zusätzliche Spannung erzeugt, auch kann man dadurch auch ihre Sichtweise und Denkweise besser verstehen.
In diesem Reihenauftakt lernt man die Protagonisten besser kennen. Jack ist ein angehender Soulman und man merkt, wie viel es ihm bedeutet, endlich nicht mehr ein Soulman in Ausbildung zu sein. Er hat in seinem Leben schon einiges erleben müssen, hatte nicht immer ein leichtes Leben und kennt auch die Schattenseiten von London. Oftmals hat er einen cleveren Spruch auf den Lippen. Doch leider ist er teilweise etwas hilf- und auch kopflos. Ohne Hilfe von anderen wäre er total aufgeschmissen in der Geschichte gewissen und leider verlässt er sich auch – meiner Meinung nach – viel zu oft auf diese. Er überlässt es einfach anderen und vertraut darauf, dass diese die Situation meistern. Sein weiblicher Gegenpart ist die orientalische Prinzessin Naima. Sie und Jack lernen sich kennen, weil auf ihre Familie ein Mordanschlag im Buckingham Palace verübt wurde, welcher sehr mysteriös ist. Sie wirkte auf mich teilweise noch ein wenig unausgereift. Naima rebelliert gegen ihre Prinzessinnen- Rolle, sie möchte nicht nur als reiche Schönheit angesehen werden, stattdessen interessiert sie sich für Selbstverteidigung und auch so eine starke und selbstbewusste Frau. Dennoch hat sie eher kleinere Passagen, sodass ich mir von ihr kein richtiges Bild machen konnte. Was mir persönlich etwas missfallen hat, ist die Beziehung zwischen Jack und Naima. Ihre Entwicklung zueinander ging mir besonders am Ende der Geschichte etwas zu schnell. Die beiden haben nur kurze Auftritte miteinander und dennoch haben sie eine tiefe Beziehung zueinander. Mein persönlicher Liebling ist Oz. Am Anfang war meine Einstellung zu ihm eher skeptisch, er ist ein etwas überheblicher Nerd, der sich am Anfang ganz schön überschätzt, wobei er hierfür schnell die Quittung bekommt. Aber er hat sich im Verlauf der Story echt zum positiven entwickelt. Er ist humorvoll und clever und dabei hat er immer einen tollen Spruch auf den Lippen. Mit Freude habe ich seine Weiterentwicklung mit verfolgt und besonders sein Charakter hat dieses Buch zu etwas besonderem für mich gemacht. Aber es gibt auch noch weitere Nebencharaktere, die dieses Buch bereichert haben – hier möchte ich Agatha und auch Terry positiv erwähnen.
Der Cliffhanger schafft es dann nochmal, diesem Buch die Krönung aufzusetzen. Zu gerne würde man sofort weiterlesen und erfahren, wie es mit Jack, Naima und Oz weitergeht. Aber jetzt heißt es erstmal warten und hoffen, dass für die Protagonisten alles gut ausgeht.

Insgesamt konnte mich der Autor Akram El- Bahay mit seinem neuen Fantasy- Buch „Ministry of Souls – Das Schattentor“ wieder begeistern. Seine magischen Elemente, wie die Geister, die Soulman oder auch die Zwischenwelt fand ich sehr gelungen. Aber leider konnte mich der Protagonist Jack nicht ganz von sich überzeugen. Dafür fand ich seinen Mitspieler Oz umso gelungener. Dafür möchte ich 4 Sterne vergeben und bin schon auf die Weiterführung der Geschichte gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
Veröffentlicht am 18.10.2020

Der erste König

Der erste König
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Mit dem historischen Roman „Der erste König“ hat die Autorin Sabrina Qunaj sich in das 8. Jahrhundert und damit in eine Epoche begeben, welche eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Jahrhunderten zählt. ...

Mit dem historischen Roman „Der erste König“ hat die Autorin Sabrina Qunaj sich in das 8. Jahrhundert und damit in eine Epoche begeben, welche eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Jahrhunderten zählt. Bisher kann dieses Buch als eigenständiges Werk betrachtet werden. Aber ich hoffe, dass Qunaj diese Zeit und auch diese Charaktere weiterhin verfolgt.

Klappentext:
Britannien im 8. Jahrhundert: Der junge Adlige Offa träumt davon, ein großer Krieger Mercias zu werden und das Land gegen die Waliser zu verteidigen. Doch als der König hinterhältig getötet wird, steht Offa plötzlich vor einer gewaltigen Aufgabe: Er selbst wird zum neuen König ernannt und soll die angelsächsischen Reiche unter Mercia einen. Die Krone verschafft ihm mächtige Feinde. Nicht zuletzt wegen der mysteriösen, schönen Drida, die vom fränkischen König Karl zum Tode verurteilt und auf dem offenen Meer ausgesetzt wurde. Als sie an Britanniens Küste gespült wird, bringt sie nicht nur Offas Herz sondern auch sein Reich in größte Gefahr …

Dies war nicht mein erstes Buch aus der Feder von Sabrina Qunaj. Ich kannte von ihr bereits diverse Fantasy- Bücher, aber auch ihre historischen Romane. Und bisher konnte sie mich immer mit ihren Charakteren, der Handlung und auch ihrem Schreibstil begeistern. Daher waren meine Erwartungen an dieses Werk wirklich sehr hoch. Und auch dieses Mal konnte mich Qunaj wieder begeistern.
Zuerst ist mir die liebevolle Gestaltung aufgefallen. Diesem historischen Roman wurde ein umfangreiches Bonusmaterial beigefügt. Schon die ersten Seiten machen einen positiven Eindruck – die beigefügten Karten sind hilfreich, um einen Überblick beim Lesen zu bewahren. Diese habe ich während des Lesens gerne zu Rate gezogen, damit ich wusste, welche Region sich wo in dem Land befindet. Aber auch der Stammbaum ist hilfreich. Positiv möchte ich auch das Nachwort erwähnen. In diesem geht die Autorin nochmal auf Fakten und Fiktion ein, sodass man nochmal einen Einblick bekommt, welche Szenen der Fantasie der Autorin entspringen.
Der Schreibstil war, wie ich es bereits aus ihren vorherigen Büchern kannte, wieder sehr flüssig und bildhaft. Gekonnt schafft es die Autorin, eine Atmosphäre zu erschaffen. Auch entsteht ganz automatisch ein Bild vor dem geistigen Auge und man fühlt sich in eine andere Zeit und auch in eine ungewohnte Umgebung versetzt. Man hat das Gefühl, dass man als Leser mittendrinne ist, zusammen mit den Charakteren erlebt man Abenteuer und gebannt klebt man quasi an den Seiten. Über die gesamte Länge wird in dem Buch auf unterschiedliche Art und Weise Spannung erzeugt. Auch gibt es viele unerwartete Wendungen, welche mich manchmal echt überrascht haben, sodass ich dieses Buch nicht selten nicht aus der Hand legen wollte, da ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht. Qunaj malt ein lebhaftes Bild des 8. Jahrhunderts, man bekommt einen guten Einblick in das damalige Leben, in ihre Angewohnheiten, Lebensumstände oder auch Ansichten und Traditionen. Auch merkt man diesem historischen Roman die umfangreiche Recherche an. Auf jeder Seite ist spürbar, wie viel Arbeit und auch Liebe zum Detail in dieses Buch gesteckt wurde. Ich persönlich habe viel in diesem Buch über die damalige Zeit gelernt und ich habe die Details quasi wie ein Schwamm aufgesaugt. Gerne hätte ich mehr Hintergrundwissen über die politischen Gegebenheiten gelesen. Manchmal war mir das persönliche Drama zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Auch manche Zeitsprünge haben dafür gesorgt, dass politisch wichtige Schlachten nur kurz erwähnt werden, aber man keine Einzelheiten erfährt. Manchmal war mir der Schwerpunkt auf den falschen Fokus gerückt, aber eigentlich ist dies Jammern auf hohem Niveau. Denn man erfährt schon einiges über diese Zeitepoche und auch von den Umständen in Britannien.
Positiv möchte ich noch die Charaktere erwähnen. Dieser historische Roman hat einen männlichen und auch einen weiblichen Hauptdarsteller. Zuerst lernt man Offa kennen, ein junger Krieger in Britannien. Sein Dorf wird angegriffen, während er gerade in der Nähe ist, sodass er zu Hilfe eilen kann. Seine Entwicklung konnte man von der ersten bis zur letzten Seite mit verfolgen. Gebannt kann man lesen, wie er sich macht – man lernt seine Eigenarten und Eigenschaften besser zu deuten, seine Gedankengänge zu verstehen. Offa muss sich nach außen hin stark, unverwundbar und auch unnahbar geben – aber tief in seinem inneren ist er verletzlich und sehnt sich nach einem sicheren Hafen. Drida kommt ursprünglich aus dem Frankenreich. Sie ist mit Karl – später bekannt als Karl der Große – und seinem Bruder Karlmann aufgewachsen, ist eine enge Vertraute der beiden. Auch ihre Entwicklung hat mir gefallen – zu gerne habe ich ihr Leben mit verfolgt, welche Gefahren sie meistern musste. Drida hat einen tierischen Begleiter – die Wölfin Luna ist an ihrer Seite, seitdem sie sie als kleines hilfloses Bündel gerettet hat. Zum Ende hin fand ich ihren Erzählstrang etwas anstrengend. Es gab Passagen, in denen mich ihre naive Art genervt hat. Aber auch die Nebencharaktere sind umfangreich gestaltet und haben einen lebhaften Eindruck hinterlassen. Sowohl die Protagonisten als auch die Nebenfiguren waren für mich glaubwürdig und haben die Geschichte sehr lebendig gemacht.

Insgesamt habe ich jede Seite von „Der Erste König“ von der Autorin Sabrina Qunaj genossen – ich habe das Setting und auch die Geschichte im 8. Jahrhundert sehr genossen und auch die Charaktere habe ich in mein Herz geschlossen. Mir hat dieser historische Roman wieder sehr gefallen und ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird. Ich möchte diesem Buch 5 Sterne vergeben. Auch kann ich dieses Buch wärmstens an Liebhaber von historischen Romanen empfehlen.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Die Magierin

Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
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Die Autorin Samantha Shannon hat mit „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ den Auftakt einer geplanten Dilogie geschrieben. Die englische Originalausgabe von diesem Fantasy- Buch wurde für die ...

Die Autorin Samantha Shannon hat mit „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ den Auftakt einer geplanten Dilogie geschrieben. Die englische Originalausgabe von diesem Fantasy- Buch wurde für die deutsche Übersetzung in zwei Teile gesplittet.

Klappentext:
Eine Welt voller Drachen, starker Frauenfiguren und politischer Intrigen – umwerfender Fantasy-Stoff grandios erzählt! In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten… In diesen Momenten – wenn Glaubenssysteme kollidieren und eine detailreiche Welt entsteht – ist Samantha Shannon in Bestform.

Dieses Buch wurde im englischsprachigen Raum gehypt. Daher war ich schon sehr auf den Inhalt des Buches gespannt. Der Klappentext klang wirklich vielversprechend – ein Fantasywerk voller Drachen und Magie. Daher habe ich mich voller Vorfreude in dieses Buch gewagt, war bereit Abenteuer zu bestreiten, der Bestie ins Maul zu schauen. Und ich habe etwas anderes bekommen, als ich erwartet hätte. Aber dennoch konnte es mich auf seine Art überzeugen.
Die Aufmachung von diesem High Fantasy Buch ist voller liebevoller Zugaben. Es gibt detailreiche Karten und ein umfangreiches Personenverzeichnis, welches wirklich aus vielen Seiten besteht. Auch ein Glossar wurde beigefügt. Besonders zu Beginn habe ich die Karte gerne zu Rate gezogen, wobei die Darstellung von dieser leider in meinem Kindle unvorteilhaft ist.
Auf den ersten Seiten hatte ich ganz schon zu kämpfen. Ich wurde quasi mit Namen und auch Informationen überflutet und musste erst lernen, mich zu orientieren. Es gab viele Namen, welche auch alle sehr ungewöhnlich waren. Diese musste ich erst einmal sortieren und auch in die verschiedenen Lager einsortieren, auch in welcher Beziehung diese zueinander standen, war nicht immer einfach zu erfassen. Aber auch die Menge an Informationen, zum Beispiel in Bezug auf die Religion oder die Vergangenheit, die Geschichte eines Reiches, muss man erst einmal sortieren. Man muss sich wirklich sehr konzentrieren, damit man all dies aufnehmen und verarbeiten kann. Daher kommen einen die ersten Seiten recht langwierig vor. Ich musste mich durch diese ersten Seiten hindurch beißen, aber dies hat sich gelohnt.
Auch braucht dieser Reihenauftakt einige Seiten, bis Spannung aufgebaut wird. Zu Beginn plätschert die Story recht langsam vor sich hin – man lernt die Welt und die darin wandelnden Personen erst einmal besser kennen. Langsam aber stetig steigt die Spannung und am Ende kann man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Welt ist ziemlich komplex. Shannon hat viele Legenden und auch mythologische Erzählungen in diese Geschichte einfließen lassen. Es gibt vielseitige Länder, welche alle eine unterschiedliche Geschichte haben, andere Glaubensfassungen oder Interpretationen der Legenden. Es macht Spaß, diese zu entdecken und die Zusammenhänge zu erkennen. Auch ist dieses Buch mit Magie und auch Drachen ausgestattet. Nicht jeder Drache ist gleich, es gibt verschiedene Unterkategorien. Auch Magie wird nicht in jeder Region gleich behandelt. Es gibt welche, in dem diese Personen als Hexen beschimpft werden. Auch ist diese Welt geprägt von starken Frauen. Die Rollenverteilung ist hier nicht so männerdominant, wie man es aus anderen Büchern gewohnt ist.
Auch die Charakterdarstellung war einfallsreich und komplex. Es gibt mehrere Protagonisten, sodass dieses Buch aus verschiedenen Handlungssträngen erzählt wird. Dadurch bekommt man einen vielseitigeren Einblick in das Geschehen. Ist an mehreren Enden dieser Welt aktiv dabei und kann erfahren, was bei diesen verschiedenen Ecken so los ist. Ead ist eine Kammerzofe am Hofe von Königin Sabran, auch beschützt sie diese heimlich und birgt noch das ein oder andere Geheimnis. Sabran hat ein schweres Schicksal, auf ihren Schultern muss sie ein frauendominierendes Königreich tragen. Sie hat es nicht immer leicht und muss einige Probleme bewältigen. Dann ist da noch Tané, sie wohnt in einem entfernteren Land und ist in einer Ausbildung zur Drachenreiterin. Ihr Schicksal ist noch nicht besiegelt, sie muss sich erst noch beweisen, dass sie die Ehre haben wird, um eine Drachenreiterin zu werden. Und dann gibt es noch Niclay, er lebt im Exil und ist ein Alchimist, welcher früher auch am Hofe von Königin Sabran gelebt hat. Auch sein Part ist für den Verlauf der Geschichte bedeutend, auch wenn man dies zuerst nicht vermuten würde. Loth ist ein weiterer wichtiger Part dieser Story, auch er ist ein Vertrauter der Königin. Er muss einen schweren Weg gehen und dabei seine Grenzen überschreiten.
Dadurch, dass die deutsche Übersetzung gesplittet wurde, ist das Ende ziemlich offen. Daher würde man nur zu gerne sofort weiter lesen. Aber schon bald soll der zweite Teil erscheinen, man muss nicht zu lange warten.

Insgesamt konnte mich Samantha Shannon mit ihrem High- Fantasy- Buch „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ ein eher ruhiger Auftakt. Man muss erst einmal die komplexe Welt und auch die vielschichtigen Charaktere kennen lernen. Der Einstieg in dieses Werk ist mir nicht so leicht gefallen, aber es hat sich gelohnt, sich durch diese ersten Seiten durchzukämpfen. Danach war ich von der Handlung gebannt und wollte einfach nur noch wissen, wie es weitergeht. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.09.2020

Jigsaw Man

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Die Autorin Nadine Matheson hat mit dem Thriller „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt in London und die Ermittlerin Anjelica Henley ist darin die tragende Hauptrolle.

Klappentext:
Der ...

Die Autorin Nadine Matheson hat mit dem Thriller „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt in London und die Ermittlerin Anjelica Henley ist darin die tragende Hauptrolle.

Klappentext:
Der menschliche Körper ist ein wunderbares Puzzle, einzigartig in seiner Präzision und seiner aufeinander abgestimmten Perfektion! Der Jigsaw Man liebt Puzzles über alles. Doch ein perfektes Puzzle ist nur eines, das in seine Einzelteile zerlegt ist. Nur so kann er die wahre Schönheit erkennen - indem er jedes Teil für sich betrachtet. Hände, Füße, Beine, Arme, Köpfe. Welche Freude! Und wahre Freude muss man teilen, nicht wahr? In der ganzen Stadt...

Nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, waren meine Erwartungen an dieses Buch doch relativ hoch. Ich habe mir einen blutigen und zugleich nervenaufreibenden Thriller erhofft, gespickt mit spannenden Details und vielseitigen Einblicken in den Täter. Doch leider wurden diese Hoffnungen nicht vollständig erfüllt, sodass ich doch ein bisschen enttäuscht wurde.
Der Einstieg hat mir auf der einen Seite recht gut gefallen. Man wird sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Es werden an unterschiedlichen Orten innerhalb Londons Leichenteile gefunden und die Ermittlerin Anjelica Henley wird aus einer Sondereinheit für Serienmörder auf diesen Fall eingesetzt. Es beginnt eine Suche nach ersten Hinweisen, was es mit diesen Leichenteilen auf sich hat, wer hinter diesem Verbrechen steckt. Eine gewisse Vorfreude auf den weiteren Verlauf der Story stellte sich bei mir ein – ich freute mich auf Ermittlungsarbeiten und eine spannenden Jagd nach dem Mörder. Auf der anderen Seite hatte ich zu Beginn ein paar Schwierigkeiten in das Buch herein zu finden. Dies lag zum einen daran, dass die Personen in der Regel nur mit Nachnamen und vielleicht noch ihrem Rang innerhalb der englischen Polizei erwähnt werden. Daher hatte ich leider Probleme, die Charaktere zuzuordnen oder auch beim Wiedererkennen der Namen. Auf den ersten Seiten musste ich mich sehr konzentrieren, damit ich die jeweiligen Personen zuordnen konnte. Aber dann wurden mir zu Beginn des Thrillers zu viele Andeutungen auf die Vergangenheit gemacht. Oftmals wird angesprochen, was Henley bereits durchmachen musste oder auch, dass der damalige Chef dieser Sondereinheit ein tragisches Schicksal erleiden musste. Dies hat bei mir den Eindruck erweckt, dass ich einen Vorgängerband nicht gelesen habe. Doch „Jigsaw Man“ ist ein Debüt, sodass diese Andeutungen bei mir nur für Verwirrungen gesorgt haben. Dies hätte man meiner Meinung nach besser lesen können.
Der Schreibstil ist leicht gehalten. Die Sätze sind kurz und prägnant, auch die Kapitel sind eher knapp und bündig und sorgen dabei für ein höheres Tempo. Allgemein ist der Stil eher arm an Ausschmückungen – prägnant werden die Szenen geschildert, sodass man in das Geschehen hineingeworfen wird. Dafür hat für mich persönlich ein bisschen die Atmosphäre gelitten – ich hatte nicht zwingend das Gefühl, dass dieser Thriller in London spielt, er hätte auch an einem anderen Ort stattfinden können.
Die Charakterdarstellung konnte mich leider auch nicht hundertprozentig überzeugen. Mit der Protagonistin Henley hatte ich meine Probleme, mit ihr bin ich über die komplette Handlung nicht warm geworden, sie ist mir nicht ans Herz gewachsen. Sie hat ihre Ecken und Kanten und lebt diese meiner Meinung nach zu sehr aus. Sie wirkte auf mich einfach zu ruppig und unsympathisch, aber dennoch nicht wirklich realistisch, eher starr. Auch ihr Privatleben konnte mich nicht begeistern oder von ihrer Art überzeugen, dies hat sie nur noch unsympathischer gemacht. Dafür fand ich ihren Partner Ramouter umso gelungener. Er ist der Neuling in dieser Sondereinheit und muss sich erst noch behaupten. Auch er hat so seine privaten Probleme, ist dennoch konzentriert bei der Arbeit. Manchmal hat man den Eindruck, dass er der einzige ist, der logisch kombinieren oder auch Zusammenhänge erkennen kann.
Der Schwerpunkt in diesem Thriller lag mir zu sehr auf dem Privatleben der Ermittler, besonders das von Henley wird mir zu sehr in den Fokus gerückt. Und dies, obwohl es für den Fall nur selten relevant ist. Hier hätte man Kürzungen vornehmen können. Unnötige Passagen aus dem Privatleben werden detailliert erzählt, dabei gelangen die Ermittlungsarbeiten in den Hintergrund. Ich hätte mir mehr Einblicke in die Psyche oder auch in den Täter allgemein gewünscht. Stattdessen wurden Einsichten in die Problemwelt von Henley zelebriert. Auch hat der Spannungsbogen darunter gelitten. Da der Schwerpunkt für mich falsch gelegt wurde, empfand ich das Buch nicht permanent als spannend – es gab schleppende Passagen, durch die ich mich durchkämpfen musste.
Allgemein hatte ich andere Erwartungen an diesen Thriller – ich hätte mir mehr Thrill und weniger persönliches Drama gewünscht. Hier wurde meines Erachtens nach Potential verschenkt.
Der Showdown ist dann nochmal spannend, auch wenn die große Überraschung ausbleibt. Meine Vermutungen in Bezug auf den Täter werden bestätigt. Ein paar Fragen bleiben auch unbeantwortet, sodass man sich offen hält, ob ein weiterer Teil folgen wird.

Insgesamt konnte mich das Debüt „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ von Nadine Matheson nicht vollständig überzeugen. Ich hatte leider mit der Protagonistin Henley meine Probleme. Auch ist mir der Schwerpunkt zu sehr auf ihr Privatleben gelegt wurden, dabei hätte ich mir mehr Einblicke in die Ermittlungsarbeiten oder auch in die Psyche des Täters gewünscht. Es gibt interessante Ansätze, welche nicht konsequent durchgezogen wurden sind. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 07.09.2020

Ostfriesische Mission

Rupert undercover - Ostfriesische Mission
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Der bekannte Krimiautor Klaus- Peter Wolf hat mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ den Auftakt seiner Reihe rund um Rupert geschrieben. Dieser Charakter ist bereits aus vorherigen Büchern aus ...

Der bekannte Krimiautor Klaus- Peter Wolf hat mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ den Auftakt seiner Reihe rund um Rupert geschrieben. Dieser Charakter ist bereits aus vorherigen Büchern aus der Feder von Wolf bekannt- ist er doch im Team von Ann Kathrin Klaasen. Dennoch lässt sich dieser Kriminalroman auch sehr gut ohne Vorkenntnisse aus der anderen Reihe lesen.

Klappentext:
Schon immer wollte Rupert zum BKA. Doch die haben ihn nie genommen. Jetzt aber brauchen sie ihn, denn er sieht einem internationalen Drogenboss zum Verwechseln ähnlich. Für Rupert ist das die Chance seines Lebens: Endlich kann er beweisen, was in ihm steckt. Eine gefährliche Undercover-Mission beginnt. Ganz auf sich allein gestellt merkt er schnell, dass nichts so ist, wie es scheint und die Sache gefährlicher als gedacht. Kann er ohne seine ostfriesischen Kollegen überhaupt überleben?

Ich habe bereits andere Bücher von Klaus Peter Wolf gelesen und auch mit Rupert habe ich bereits erste Bekanntschaft gemacht. Bisher war mir dieser Charakter nicht immer ganz sympathisch, seine Art ist halt schon recht speziell. Daher war ich sehr darauf gespannt, wie ich dieses Buch finden werde, in dem er den Hauptpart übernehmen wird – auch ob er in der Lage sein wird, einen wesentlichen Part in der Aufklärung eines Kriminalfalls zu übernehmen.
Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder sehr angenehm, dieser ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Auch hat man das Gefühl, dass man an die Nordseeküste versetzt wird, dass einem selber der Wind die Haare zerzaust und man kann das Meer quasi spüren. Aber dennoch hat mir ein bisschen die friesische Atmosphäre gefehlt, wie ich es z.B. aus Ostfriesennacht kannte. Typische Orte werden auch angesprochen, aber irgendwie ist der bekannte Funke dabei nicht übergesprungen. Was mir persönlich auch gefehlt hat: meiner Meinung nach konnte die Spannung nicht permanent aufrecht erhalten werden. Es gibt spannende Passagen, bei denen man mit fiebert, wo man auch überrascht wird und die Wendung so nicht vorhergesehen hat. Aber es gibt auch Szenen, die sich ein wenig in die Länge ziehen, welche teilweise den Lesefluss stören. Hier hätte man ein wenig kürzen können, manche waren nach meiner Meinung sogar überflüssig. Dafür hat mir der Witz im Wesentlichen in diesem Buch zugesagt. Wobei es auch hier wieder Szenen gab, da war es mir einfach zu viel, da hat Wolf einfach zu übertrieben.
Mir persönlich hat leider auch die Charaktertiefe gefehlt. In „Rupert Undercover“ steht – wie es der Titel schon vermuten lässt, Rupert im Vordergrund. Dies ist quasi sein Fall, hier spielt er die Hauptrolle und kann Entscheidungen treffen. Man lernt ihn dabei besser kennen. Rupert kennt man bereits aus den Büchern rund um Ann Kathrin Klaasen. Er übertreibt gerne und spielt sich auf. Auch hat er immer gerne einen Machospruch auf den Lippen, welche sehr oft klischeebehaftet sind. Dies macht ihn oftmals ziemlich nervig erscheinen, nicht immer ist seine Art sympathisch. Manchmal ist es auch einfach zu viel, seine rückständige Art kann einen schon mal gegen ihn aufbringen. In diesem Krimi lernt man ihn ein bisschen besser kennen. Zwar ist es keine vollständige Kehrtwende, diese wäre auch nicht realistisch. Aber man kann seine Gedankengänge besser verstehen oder man bekommt auch einen Einblick in sein Leben, welche Ereignisse ihn geprägt haben, was für ihn wichtig ist. Dennoch nervte mich seine Art hin und wieder. Manchmal wäre einfach weniger Rupert besser gewesen. Die Nebencharaktere in diesem Buch blieben recht blass. Sie haben eine gewisse Rolle, die sie in der Handlung erfüllen müssen und nicht mehr. Sie werden nicht intensiv beleuchtet oder bekommen Tiefe. Dies hat mir gefehlt. Allgemein fehlte mir die Tiefgründigkeit. Wie wurde Rupert von seinem neuen Umfeld wahrgenommen? Es fehlten Vergleiche zu seiner Vorlage und seinem Wesen. Auch wurde der Mafiaboss, den Rupert darstellen soll, zwar kurz näher erwähnt. Zu Beginn nimmt seine Rolle noch einen gewissen Raum ein, aber schnell verschwindet dieser in der Versenkung. Auch andere fehlende Details sind mir aufgefallen – hier hätte man mehr aus der Geschichte rausholen können.
Leider konnte mich das Ende überhaupt nicht überzeugen. Dies war mir einfach zu abrupt – da hat einfach die Hälfte gefehlt. Auch wenn dies der Auftakt zu einer Reihe rund um Rupert ist, ich habe mich von dieser Auflösung überrumpelt gefühlt. Das Buch ist nur zur Hälfte erzählt wurden. Ich dachte erst, dass mir ein paar Seiten fehlen – was aber nicht der Fall war.

Insgesamt hat Klaus- Peter Wolf mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ einen leichten und witzigen Auftakt geschrieben. Jedoch konnte mich dieses Buch nicht vollständig überzeugen. Mir fehlte es hier an Tiefgründigkeit, Charaktertiefe und auch der Protagonist war mir teilweise zu überspitzt dargestellt. Dennoch gab es gelungene Passagen, die mich an das Buch gefesselt haben. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.