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Veröffentlicht am 07.03.2025

Unterhaltsamer 3. Teil der Cassie Raven Reihe

Tote klagen an
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Die ersten beiden Bände dieser sehr besonderen Reihe mochte ich sehr. Die Protagonistinnen Cassie Raven, Assistentin der Rechtsmedizin mit provokantem Gothik-Stiling und Polizistin DS Phyllida Flyte sind ...

Die ersten beiden Bände dieser sehr besonderen Reihe mochte ich sehr. Die Protagonistinnen Cassie Raven, Assistentin der Rechtsmedizin mit provokantem Gothik-Stiling und Polizistin DS Phyllida Flyte sind mir schon irgendwie ans Herz gewachsen.So habe ich mich auch sehr gefreut, dass die Geschichte weitergeht.

Cassie steckt zu Beginn des Buches in einer tiefen Krise. Einerseits gibt es familiär und beziehungstechnisch einiges aufzuarbeiten. Andererseits scheint Ihre Gabe, intuitiv einen letzten Gedanken ihrer „Gäste“ in der Leichenhalle zu erahnen, wenn sie mit ihnen spricht, verloren gegangen zu sein. Damit erscheint ihr ihre Profession fast sinnlos, bis eines Tages eine Wasserleiche an ihr Hausboot getrieben wird, um die sie sich kümmern soll. Es macht Cassie zu schaffen, dass der Tote nicht identifiziert werden kann. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Mensch begraben wird, ohne dass sich seine Angehörigen von ihm verabschieden können. Die Autorin beschreibt Cassie‘s gewissenhafte Arbeit in der Pathologie ausführlich und offensichtlich gut recherchiert. Dieser Fall führt Cassie auch wieder mit DS Phyllida Flyte zusammen, der der Tote irgendwie bekannt vorkommt.

Auch Phyllida ist mental etwas angeschlagen, hat sie doch den Tod ihres Baby‘s immer noch nicht verkraftet. Gleichzeitig will sie sich nicht eingestehen, wie anziehend sie Cassie findet. Außerdem ist sie in die Abteilung für Gewaltverbrechen gewechselt und die einzige Frau im Team. Dort herrscht ein anderes Klima und es ist nicht einfach für die leicht spröde aber sensible Phyllida sich zu behaupten.

Dass es in dem Wasserleichen - Fall auch um Homophobie in Polizeikreisen geht, macht es nicht einfacher für sie.

Ich fühlte mich auch in Band 3 wieder bestens unterhalten, fand diesen Teil aber etwas schwächer als die ersten beiden Bücher. Die Handlung trat manchmal etwas auf der Stelle, dafür erfahren wir viel über die einzelnen Charaktere. Ich hatte einen vagen Verdacht, wer der Täter sein könnte und habe dann doch falsch gelegen. Es gab also einen kleinen Überraschungsmoment am Schluss, was mir natürlich gefallen hat.

Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen mit den Protagonistinnen in einem 4.Band, wenn es denn einen geben sollte

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Tolles Debüt

Ava liebt noch
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Keine Frage, Ava liebt ihre 3 Kinder, aber das Muttersein ist so anstrengend. Ihr Mann, Ralf, lebt sein Leben einfach weiter. Als Rechtsanwalt arbeitet er viel und bringt das Geld nach Hause, Ava ist die, ...

Keine Frage, Ava liebt ihre 3 Kinder, aber das Muttersein ist so anstrengend. Ihr Mann, Ralf, lebt sein Leben einfach weiter. Als Rechtsanwalt arbeitet er viel und bringt das Geld nach Hause, Ava ist die, die sich zu Hause kümmert, um alles. Bei diesem Leben ist etwas auf der Strecke geblieben, nämlich sie selbst.

Das merkt sie als sie eines Tages im Supermarkt dem 19 Jahre jüngeren Kieran anschmachtet. In ihn hätte sie sich wohl mit 20 sofort verliebt.

Es dauert eine ganze Weile bis sie ihn dann tatsächlich kennenlernt und zu ihrem eigenen Erstaunen eine Affaire mit ihm beginnt. Aber es bleibt wie es ist, ihre Leben wollen einfach nicht zusammenpassen.

Diese wunderschöne Liebesgeschichte hat eine Frau in den 40ern in ihrem Fokus, die in ihrem Leben feststeckt. Wir begleiten Ava zwei Jahrzehnte lang, und das hat mir großen Spaß gemacht.

Ich konnte mich wunderbar in Ava einfühlen, was nicht zuletzt an der ausdrucksstarken Hörbuchsprecherin Cornelia Waibel gelegen hat. Auch dem männliche Part, gelesen von Jan Langer habe ich total gerne gelauscht. Das Hörbuch hat mir viele schöne Hörstunden geschenkt und besonders die vielen Facetten von Mutterschaft sehr gut beleuchtet.

Unbedingt hören, es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Nordic Noir

Der Polarkreis
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Liza Marklund ist mir schon von ihren Annika Bengtzon Krimis bekannt, die ich vor etlichen Jahren gerne gelesen habe. Jetzt ist etwas Neues von der Autorin herausgekommen, und ich war sehr neugierig, wie ...

Liza Marklund ist mir schon von ihren Annika Bengtzon Krimis bekannt, die ich vor etlichen Jahren gerne gelesen habe. Jetzt ist etwas Neues von der Autorin herausgekommen, und ich war sehr neugierig, wie es mir gefallen würde.

Bei Bauarbeiten an einem Brückenpfeiler wird eine weibliche, kopflose Leiche gefunden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Sofia Hellsten handelt, ein junges Mädchen, dass an einem Abend im Jahr 1980 spurlos verschwand.

Sofia gehörte dem Buchclub „Polarkreis“ an, bei dem sich 5 Schülerinnen regelmäßig trafen und über ihre Lieblingsbücher diskutierten. Das letzte dieser Treffen endete im Streit, und danach wurde Sofia nie wieder gesehen. Die Autorin wechselt in ihrer Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit. 40 Jahre sind inzwischen vergangen und es ist interessant zu sehen, wie sich die früheren Mitschülerinnen weiterentwickelt haben. Interessanterweise ist der heute ermittelnde Polizeichef Wiking früher der Schwarm vieler Mädchen seiner Schule gewesen.

Die Buchclubmädchen sind nicht nur charakterlich sehr unterschiedlich, sie stammen auch aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten. Jedes der Mädchen hat seine Geheimnisse. Die Konflikte die sie miteinander hatten, waren, wie sich herausstellt, dann aber wohl tiefer, als zunächst gedacht.

Das Setting liegt in einer Kleinstadt in Nordschweden. Die Winter sind hart. Das fehlende Licht wirkt sich auf die Psyche der Menschen aus.

Die schwedisch - amerikanische Raketenstation bietet zumindest ein paar zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt ist es recht trostlos hier und nicht wenige der jungen Leute ziehen weg, sobald sie volljährig sind.

Neben einem spannenden, gut strukturierten Kriminalfall mit Überraschungsmoment am Ende, gibt Liza Marklund auch tiefere Einblicke in die Gesellschaftsstruktur. Sie ist selbst in Nordschweden aufgewachsen und weiß wovon sie schreibt.

Ich hatte zu Beginn ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, da es wirklich viele Personen sind , die man erst einmal auseinanderhalten und kennenlernen muß. Dann entwickelte dieser Krimi aber einen Sog, der mich immer wieder schnell zum Buch greifen ließ.

Ich habe diesen ruhigen und dennoch spannenden Krimi wirklich gerne gelesen und freue mich auf die Fortsetzung, denn dies war erst der 1.Teil einer Triologie.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Was man so für Liebe hält

Mein Mann
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Die Protagonistin in dieser Geschichte ist eine Besessene.

Ihr ganzes Leben dreht sich um ihren Mann, dessen Name in dem Roman nicht einmal erwähnt wird. Von morgens bis abends analysiert diese Frau ...

Die Protagonistin in dieser Geschichte ist eine Besessene.

Ihr ganzes Leben dreht sich um ihren Mann, dessen Name in dem Roman nicht einmal erwähnt wird. Von morgens bis abends analysiert diese Frau das Verhalten ihres Mannes, überprüft mit seltsamsten Methoden, ob er sie noch liebt und denkt sich kleine Bestrafungen aus. Alles was ihre Zweisamkeit beeinflusst, ist per se schon mal schlecht, ob es Freunde sind, die sich für einen Spieleabend einfinden möchten, oder schlimmer, die Kinder, die sich eine Gute Nachtgeschichte wünschen. Man möchte diese Frau gerne ab und zu mal schütteln. Sie ist wahrlich keine Sympathieträgerin.

Ihre Besessenheit steigert sich tatsächlich im Laufe des Buches, und es war insgesamt eine interessante psychologische Studie. Es reichte dann aber auch nach über 5 Stunden Hörzeit, dieser gestörten Person zuzuhören. Zum Glück gab es noch einen gänzlich unerwarteten Schluss, der die Geschichte abgerundet hat.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Aus dem Leben einer Strafverteidigerin

Dunkle Momente
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Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof befasst sich in ihrem als Roman betitelten Buch „ Dunkle Momente“ mit den moralischen Dilemmata ihrer Protagonistin, ...

Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof befasst sich in ihrem als Roman betitelten Buch „ Dunkle Momente“ mit den moralischen Dilemmata ihrer Protagonistin, der Strafverteidigerin Eva Herbergen, die nach 30 Jahren im Beruf ihre Anwaltszulassung zurückgibt.

Nachfolgend werden besonders eindrückliche Fälle der Strafverteidigerin geschildert, die zunächst glasklar erscheinen, sich dann aber in eine ganz andere Richtung entwickeln und wesentlich komplexer sind, als ursprünglich gedacht.

Beim Lesen hat man zunächst nicht das Gefühl wirklich einen Roman zu lesen. Die verschiedenen Fälle reihen sich aneinander wie Kurzgeschichten, locker ummantelt mit einer kleinen Rahmenhandlung.

Das Gefühl ändert sich aber zum Ende des Buches, denn das letzte Kapitel liest sich wie ein Finale oder ein Showdown in einem Thriller. Die Juristin hat in ihrer Berufszeit, in dem Glauben das Richtige zu tun, ein paar gravierende Fehler begangen. Diesen letzten Fall im Buch bewertet Eva Herbergen aber tatsächlich als ihren dunkelsten Moment.

Die insgesamt 9 Fälle sind spannend und wendungsreich erzählt und bieten reichlich Stoff zum Nachdenken.

Es werden in dem Roman wirklich die Grenzen der Rechtssprechung ausgelotet. Auf den eigenen moralischen und ethischen Kompass ist wohl leider nicht immer Verlass.

Es geht unter anderem um Notwehr, Vergewaltigung, Kannibalismus, Kindersoldaten, das perfekte Verbrechen und Korruption.

Der Sprachstil war recht nüchtern und sachlich. Jeder neue Fall konnte mich fesseln und überraschen. Die Mischung der Geschichten fand ich sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus für Menschen, die mal einen authentischen Einblick in den Alltag von Strafverteidigern bekommen möchten.



Viele der erzählten Geschichten sind ausdrücklich von wahren Fällen inspiriert.

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