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Veröffentlicht am 13.08.2024

Pip ermittelt weiter

Good Girl, Bad Blood
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Nachdem mir Teil 1 „ A good girl‘s guide to murder“ schon richtig gut gefallen hat, habe ich mir schnell Teil 2 „Good girl, bad blood „ besorgt.

Den 2. Teil rund um Hobbydetektivin Pippa Fitz Amobi fand ...

Nachdem mir Teil 1 „ A good girl‘s guide to murder“ schon richtig gut gefallen hat, habe ich mir schnell Teil 2 „Good girl, bad blood „ besorgt.

Den 2. Teil rund um Hobbydetektivin Pippa Fitz Amobi fand ich sogar noch etwas besser.

Pippa hat eigentlich mit dem Ermitteln abgeschlossen, denn ihr ist durchaus bewusst, dass sie in dem jetzt abgeschlossenen Mordfall Andie Bell große Risiken auch für sich selbst und ihre Familie eingegangen ist und es durchaus anders hätte ausgehen können.

Doch als Jamie, der Bruder ihres Freundes Connor vermisst wird und die Polizei zunächst nichts unternehmen will, schließlich ist Jamie erwachsen, wird Pippa weich und überlegt sich, wie sie helfen kann. Die Erfahrungen ihres 1. Falls hat Pippa in einem Podcast zusammengefasst und so erscheint es sinnvoll dieses Medium auch zu nutzen, um Jamie zu finden.

Den Leser oder Hörer erwartet wieder eine spannende Geschichte mit einigen unerwarteten Wendungen. Protagonistin Pippa ist genauso scharfsinnig wie zuvor. Sie lässt sich nicht durch Vorurteile blenden und vertraut ihrem Bauchgefühl, wenn es darum geht gut von böse zu unterscheiden. Im Vergleich zum 1. Teil erscheint sie mir ein bisschen reifer und weniger naiv zu sein.

Ich bin begeistert und werde mich sicher bald Teil 3 widmen.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Tolles Sommerbuch für den Urlaub in Italien oder auf Balkonien

Die Bucht der Träume
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Eventmanagerin Sara wird vom Tod ihres Vaters, zu dem sie ein äußerst zwiespältiges Verhältnis hatte förmlich überrumpelt. Sie erhält ein Anwaltsschreiben bezüglich seines Testaments und wusste aber gar ...

Eventmanagerin Sara wird vom Tod ihres Vaters, zu dem sie ein äußerst zwiespältiges Verhältnis hatte förmlich überrumpelt. Sie erhält ein Anwaltsschreiben bezüglich seines Testaments und wusste aber gar nichts davon, dass er im fernen Italien an einem Herzinfarkt gestorben ist.

Der Kontakt zwischen beiden war seit Jahren abgebrochen, und jetzt erbt sie sein Haus am Gardasee. Nichts läge Sara ferner, als das letzte Domizil ihres Vaters behalten zu wollen.

Ihre Kollegin organisiert vor Ort einen Makler und Sara macht ihrer Tochter Mimi einen Kurzurlaub in der Sonne Italiens schmackhaft.



Natürlich kommt es anders, als Sara sich das vorher ausgemalt hatte. Warum muß der Makler auch ausgerechnet Matteo , ihre Jugendliebe aus früheren Italienurlauben sein? Und die Menschen aus dem Umfeld ihres Vaters, die Sara‘s Vater fast alle als „Franco“ in ihr Herz geschlossen haben, Haushälterin Sophia, die eigentlich schon im Rentenalter, immer noch täglich nach dem Rechten sieht, sie alle zeigen ein völlig anderes Bild von ihrem Vater, als dass, welches sie, Sara, für sich verinnerlicht hat.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen. Es hatte jede Menge Italien-Vibes, und ich bin Sara wirklich gerne an den Gardasee gefolgt. Es war sehr emotional, aber nicht flach und hatte im letzten Drittel einen Twist, den ich nicht habe kommen sehen.

Es war, wie ich es bei Adriane Popescu ( Elena Sonnberg ist ihr neues Pseudonym) nicht anders erwartet hatte eine herzerwärmende Geschichte über Liebe, Verlust und Neuanfänge mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer Landschaft in der man nur zu gerne mindestens einen Urlaub verbringen möchte.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Unterhaltsamer YA Thriller

A Good Girl’s Guide to Murder
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Pippa Fitz Amobi heißt die etwas nerdige Heldin dieses Jugendthrillers.

Im Rahmen eines Schulabschlussprojektes möchte Pippa sich mit einem Kriminalfall beschäftigen, der die Kleinstadt in der sie lebt ...

Pippa Fitz Amobi heißt die etwas nerdige Heldin dieses Jugendthrillers.

Im Rahmen eines Schulabschlussprojektes möchte Pippa sich mit einem Kriminalfall beschäftigen, der die Kleinstadt in der sie lebt vor 5 Jahren schwer erschüttert hat. Damals wurde der Schüler Sal Singh als Mörder der Schülerin Andie Bell identifiziert, deren Leiche nie gefunden wurde, und nahm sich noch vor seiner Verhaftung das Leben. Da Pippa nie ganz überzeugt war, dass Sal, der Freund des Opfers, der wahre Mädchenmörder war, möchte sie mit ihrer Abschlussarbeit Zweifel an der Beweiskette der Polizei aufwerfen.

Sie ist ein schlaues Köpfchen, so dass sie nach einigen Recherchen und Interviews immer mehr davon überzeugt ist, dass der wirkliche Mörder von Andie Bell noch frei herumläuft. Zusammen mit Sal‘s Bruder Ravi versucht Pippa Sal zu rehabilitieren.

Ravi und seine Familie leiden nach wie vor nicht nur an dem Verlust des Sohns bzw. Bruders, sie werden in der Kleinstadt auch geschnitten und gemobbt seit dem Vorfall.

Pippa wirbelt einigen Staub auf, enthüllt unter anderem auch nicht so liebenswerte Charakterzüge von Andie und begibt sich immer mehr in gefährliches Fahrwasser mit ihren Untersuchungen. Sie und Ravi entdecken dunkle Geheimnisse und es gibt sogar Drohungen, die Pippa aber zunächst nicht ernst nimmt. Die Geschichte spitzt sich immer weiter zu und die Auflösung ist spannend und unerwartet.

Ich mochte Pippa , die „Hermine Granger“ in diesem Jugendthriller sehr. Sie hatte das Herz auf dem rechten Fleck. Mit ihrem starken Verlangen nach Gerechtigkeit , gab sie auch den Bösewichten in der Geschichte immer die Gelegenheiten sich zu erklären, was sie natürlich sehr sympathisch wirken ließ, aber auch ein bisschen naiv.

Auch Ravi war ein sehr liebenswerter Charakter, den Pippa nicht immer in ihre Alleingänge einweiht hat, der dann aber trotzdem spürte, wenn sich der „Sarge“, wie er Pippa gerne nannte, mal wieder in Gefahr begeben hat.



Die Naivität lasse ich Pippa durchgehen, da es sich um einen Jugendthriller handelt. Ich denke, nicht nur für mich, sondern auch besonders für die Zielgruppe, ist der Autorin ein cleverer und unterhaltsamer Jugendthriller gelungen, der einfach Spaß macht. Ob ein solches Schulprojekt realistisch ist, sei mal dahingestellt.

Die Schlussfolgerungen der Teenie- Detektivin wurden zwischendurch immer mal wieder zusammengefasst, so dass sich auch die Verdächtigen-Liste ständig angepasst wurde. Das fand ich richtig klasse.



Wer wie ich Freude an der Jungdetektivin Pippa hatte, kann sich auf eine Fortsetzung freuen, und soweit ich weiß gibt es sogar eine Verfilmung.

Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen und fand es gut gelesen und unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 03.08.2024

Kraftvolles Debüt

Nordstadt
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In nur 128 Seiten erzählt Annika Büsing eine etwas andere Liebesgeschichte, rauh, emotional und ganz ohne Kitsch.

Die Geschichte handelt von Nene und Boris. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und mussten ...

In nur 128 Seiten erzählt Annika Büsing eine etwas andere Liebesgeschichte, rauh, emotional und ganz ohne Kitsch.

Die Geschichte handelt von Nene und Boris. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und mussten in jungen Jahren schon viel Leid erfahren.

Aufgewachsen im sozialen Brennpunkt der Nordstadt, litt Nene vom Kleinkindalter an unter ihrem prügelnden Alkoholiker-Vater. Ihre Mutter verlor sie schon mit 8 Jahren, und das Jugendamt konnte ihr immer nur temporär helfen. Trotzdem schafft sie den Schulabschluss und setzt ihren Traum um, Bademeisterin im örtlichen Schwimmbad zu werden. Dort trifft sie auf Boris, der hier regelmäßig trainiert, einen komischen Gang hat und wunderbare Pumaaugen. Er ist ein wütender junger Mann, der unter den Folgen von Kinderlähmung leidet und das nicht nur körperlich sondern vor allem seelisch, denn er wird übelst gemoppt und hat keinerlei Chancen je eine Ausbildungsstelle zu bekommen.

Die Geschichte wird aus Nene‘s Sicht erzählt. Sie ist eine Kämpferin, die möchte, dass diese Liebe mit Boris funktioniert. Auch wenn die ersten Dates nicht optimal gelaufen sind, man könnte auch sagen katastrophal, glaubt sie fest entschlossen auf ein Happy End für sie beide. Nene’s Sprache ist oft derb, direkt und schonungslos ehrlich, aber hinter ihrer rauhen Fassade verbirgt sich eine zarte Seele und das hat Boris auch ganz schnell erkannt.

Dieses eindrucksvolle Debüt von Annika Büsing, habe ich in kürzester Zeit gelesen und empfehle die Geschichte gerne weiter.

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Den Tod des eigenen Kindes überwinden

Mein drittes Leben
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Daniela Krien hat sich in ihrem neuesten Roman ein schweres Thema gewählt. Ihre Protagonistin Linda, eine Frau im mittleren Alter, hat ihre 17jährige Tochter bei einem tragischen Unfall verloren. Eben ...

Daniela Krien hat sich in ihrem neuesten Roman ein schweres Thema gewählt. Ihre Protagonistin Linda, eine Frau im mittleren Alter, hat ihre 17jährige Tochter bei einem tragischen Unfall verloren. Eben war sie noch da, unbeschwert und fröhlich mit ihrem wippenden Pferdeschwanz. Dann übersieht ein LKW Fahrer die junge Radfahrerin beim Abbiegen und Linda‘s Leben und das ihres Mannes Richard verändert sich grundlegend und wird nie mehr wie vorher sein.

Mit einer feinfühligen und klaren Sprache beschreibt die Autorin wie unterschiedlich das Ehepaar trauert. Linda sieht überhaupt kein Licht am Ende des Tunnels, während Richard irgendwann auch wieder zu leben versucht, sich trotz des Schicksalsschlags nach Lachen und menschlicher Wärme sehnt. Linda zieht aufs Dorf auf einen Bauernhof und lenkt sich mit Hofarbeiten ab, doch die Depression hält sie fest in ihrem Griff. Nur ganz allmählich merkt sie eine Veränderung bei sich und kann sich irgendwann tatsächlich dem Leben wieder zuwenden, ein mühsamer und langwieriger Prozess, den Daniela Krien sehr einfühlsam und nachvollziehbar erzählt.

Alte Freunde passen nicht mehr zu der neuen Linda, doch die Menschen, die sie auf dem Land neu kennenlernt wie Natascha mit ihrer autistischen Tochter Nine oder auch Nachbar Klaus mit seiner herzlichen Frau Bruni, geben Linda Halt und neuen Lebensmut. Auch ihr Mann Richard hat zwar eine Freundin, doch er hält weiterhin Kontakt zu seiner Frau, die er immer noch liebt. So gibt es neben vielen tieftraurigen und deprimierenden Momenten in dieser Geschichte auch immer noch ein Fünkchen Hoffnung. Ich fand die Folgen dieses dramatischen Verlusts, dem Schlimmsten, was einem als Eltern passieren kann sehr realistisch geschildert. Genauso könnte es ablaufen, und die Begleitung Linda‘s auf ihrem Trauerweg hat mich sehr berührt.

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