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Veröffentlicht am 10.10.2020

Engagement für unsere Erde

Greta Thunberg
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In der wunderbaren Kinderbuchreihe Little, People, Big Dreams porträtiert die Spanierin Maria Isabel Sánchez Vegara eindrucksvoll mit einfachen Worten Menschen, die als Vorbilder taugen, die Beeindruckendes ...

In der wunderbaren Kinderbuchreihe Little, People, Big Dreams porträtiert die Spanierin Maria Isabel Sánchez Vegara eindrucksvoll mit einfachen Worten Menschen, die als Vorbilder taugen, die Beeindruckendes geschafft haben, und die ihrer Zeit immer ein Stückchen voraus waren. Zunächst beinhaltete die beliebte Serie nur Frauen, doch inzwischen sind auch Männerporträts hinzugekommen. Ganz aktuell ist jetzt ein Buch über Greta Thunberg erschienen, die die Welt mit ihren Klimastreiks "Fridays for Future" und ihren eindringlichen Worten zur weltweiten Klimaerwärmung aufgerüttelt hat.

Gerade sie ist sicher für viele Jugendliche ein Vorbild, aber auch die Kleineren bekommen mit diesem Kinderbuch schon ein paar gute Anregungen, was jeder Einzelne tun kann, damit es auch für die nächsten Generationen noch eine Zukunft gibt. "Licht ausschalten, Waserhahn zudrehen, kein Essen verschwenden", damit fängt der bewusste, nachhaltige Umgang mit den Ressourcen auf unserem Planeten an. Die älteren Kinder interessieren sich vielleicht mehr für die Entwicklung , die Greta gemacht hat hin zur Fürsprecherin ihrer Generation. Illustriert wurde das Buch von Anke Weckmann, die den einfachen Text von 2- 3 Sätzen pro Seite erst richtig in Szene setzt. Am Ende des Buches gibt es wie in jedem Buch der Reihe noch eine Timeline, die bis ins Jahr 2020 reicht mit Fotos, Daten und Informationen zu Greta Thunberg, die 2003 in Stockholm geboren wurde. Wurden bisher immer Menschen vorgestellt, die längst verstorben sind, ist dies meines Wissens das erste Buch einer noch lebenden Persönlichkeit, die zudem noch so jung ist, dass man sicher noch viel von ihr hören wird,

Zusammenfassend hat mir das Buch über Greta Thunberg richtig gut gefallen. Es hat für kleine und größere Kinder etwas zu bieten und widmet sich dem elementarsten Thema unsere Zeit. Ich empfehle es uneingeschränkt weiter, wie bisher alle Bücher dieser Reihe, die ich kenne.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Die besondere Beziehung zwischen Oma und Enkelin

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Nach Beth O'Leary's Highlight-Liebesroman "Love to share" war ich sehr gespannt auf den Nachfolger "Time to love", der aber trotz ähnlichem Cover gar nichts mit der Vorgängergeschichte gemein hat. Ich ...

Nach Beth O'Leary's Highlight-Liebesroman "Love to share" war ich sehr gespannt auf den Nachfolger "Time to love", der aber trotz ähnlichem Cover gar nichts mit der Vorgängergeschichte gemein hat. Ich würde sogar sagen, der Titel ist etwas mißverständlich, weil man zunächst eine Liebesgeschichte erwartet, der Fokus des Roman's aber doch ein anderer ist.

Die Hauptpersonen dieses zauberhaften Romans sind die junge, ergeizige und erfolgreiche Leena Cotton und ihre 79jährige Großmutter Eileen, die trotz ihres Alters noch wunderbar agil ist. Nachdem Leena bei ihrer Arbeit quasi einen Zusammenbruch erlebt und eine Präsentation dermaßen versemmelt, dass sie schon ihren Rauswurf befürchtet, wird sie von ihrem Arbeitgeber zu einem Zwangs-Sabbatical genötigt, was ihr als Workaholic so überhaupt nicht passt. Sie fährt von London aufs Land in ein kleines Dorf in Yorkshire zu ihrer Großmutter Eileen, zu der sie ein liebesvolles Verhältnis hat, um ihre Auszeit vielleicht dort zu verbringen und etwas Ruhe in ihr Leben zu bringen. Ein bisschen hat sie das Dorf wohl auch gemieden, weil hier ihre Schwester an Krebs verstorben ist und sie deren Tod noch überhaupt nicht verarbeitet hat.

Die Großmutter ist im Dorf eine Person, auf die Jeder zählen kann. Sie pflegt regen Nachbarschaftskontakt und organisiert Alles, angefangen von der Nachbarschaftswache bis zu diversen Festlichkeiten. Dass ihr Ehemann Wade sie in hohem Alter einfach verlassen hat, nagt an ihr, nicht weil er ein so toller Ehemann gewesen wäre, sondern weil sie jetzt im Alter keinen Partner mehr an ihrer Seite hat. Leider ist die Auswahl an geeigneten Männern im Dorf doch sehr begrenzt, und so hat Leena die Idee, dass Oma und Enkelin ihre Leben für die Dauer des Sabbaticals einfach tauschen könnten, mit allen Verpflichtungen natürlich. Die Mitbewohner von Leena's WG würden Eileen schon mit London's Dating Szene vertraut machen, zumal eine Freundin von Leena gerade selber in einer Dating App auf der Suche ist.

Eine aberwitzige Idee, die mich sofort angesprochen hat. Aber das Buch ist nicht nur witzig, es wird auch sehr emotional, da insbesondere das Thema Trauerverarbeitung eine große Rolle in dem Roman spielt. Es geht aber auch um Einsamkeit im Alter, Liebe, und unterschiedliche Lebensentwürfe. Die Charaktere sind durchweg liebenswert, wenn sie auch ihre besonderen Eigenheiten besitzen. Es macht Spaß den beiden Frauen in ihre Abenteuer zu folgen, und ich hatte den Roman in wenigen Tagen ausgelesen. Trotzdem kommt er meiner Meinung nach nicht ganz an das Debüt heran, wobei man sagen muss mit "Love to share" lag die Latte der Erwartung auch ziemlich hoch. Das Buch ist aber auf jeden Fall lesenswert und diesen seltsamen Rollentausch zu lesen, sollte man nicht verpassen.

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Ein starkes Jugendbuch

14 Minuten gelogene Wahrheit
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14 Minuten Gelogene Wahrheit“ von Sarah Lyu ist ein packendes Jugendbuch, dass mich sehr berührt hat.
Die Geschichte wird aus Sicht der 17jährigen Remy erzählt, die gleich zu Beginn erleben muß, wie ihre ...

14 Minuten Gelogene Wahrheit“ von Sarah Lyu ist ein packendes Jugendbuch, dass mich sehr berührt hat.
Die Geschichte wird aus Sicht der 17jährigen Remy erzählt, die gleich zu Beginn erleben muß, wie ihre erste große Liebe, Jack ausgerechnet von ihrer besten Freundin Elise erschossen worden ist. Remy kann sich nur bruchstückhaft erinnern, wie das Unfassbare passieren konnte.

Sie muss sich erinnern, doch 14 entscheidene Minuten fehlen ihr,und so springen wir als Leser mit Remy in der Zeit hin und her und auch zurück zu dem Zeitpunkt an dem sie als trauriger Teenager auf die starke, selbstbewusste Elise trifft und sich nach langer Zeit endlich so angenommen fühlt, wie sie ist. Elise versteht sie, bestärkt sie und ist immer für sie da, sorgt bei Ungerechtigkeiten für Gerechtigkeit. In Remy‘s Zuhause tobt ein Rosenkrieg, bei dem das junge Mädchen ständig versucht nicht zwischen die Fronten zu geraten.Auch bei Elise zu Hause läuft es alles andere als harmonisch.
Sind die Beiden eine Schicksalsgemeinschaft wie es Elise Remy glauben machen möchte, und können sie einander Familie sein, wenn die eigene Familie so gar nicht funktioniert? Die beiden Mädchen wachsen immer enger zusammen, wobei Remy gar nicht merkt, wie sie nach und nach immer mehr von Elise vereinnahmt und emotional unter Druck gesetzt wird.
Als Remy eines Tages Jack auf einer Party kennenlernt und sich verliebt, verändert sich die Beziehung zu Elise und sie sieht ihre Freundschaft erstmals kritisch.

Auch wenn man ahnt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, ist es superspannend den Fortgang dieser toxischen Beziehung zu erleben. Elise‘s Glaubenssätze haben sich nach und nach so tief in Remy‘s Bewusstsein gegraben, dass es einen gruselt. Die Autorin versteht es wunderbar Remy‘s Zerissenheit zu schildern. Fast spürt man selbst diesen inneren Konflikt und die ständigen Gewissensbisse von Remy, die sich schämt die Freundin in schwierigen Situationen im Stich zu lassen. Besonders im letzten Abschnitt des Buches wird es nochmal sehr emotional. Man leidet mit der Protagonistin mit, ist aber gleichzeitig beeindruckt von der Entwicklung, die sie gemacht hat, hin zu einem starken, gereiften Charakter.
Ich kann diesen tollen Jugendroman mit Tiefgang nur wärmsten empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.09.2020

Guter Feierabendkrimi

Abgetaucht
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Der ehemalige Wirtschaftsjurist und Strafverteidiger David Baldacci schreibt Bestseller, die in 37 Sprachen übersetzt und in 80 Länder verkauft werden.

Ein Krimi oder Thriller von ihm ist Garant für spannende ...

Der ehemalige Wirtschaftsjurist und Strafverteidiger David Baldacci schreibt Bestseller, die in 37 Sprachen übersetzt und in 80 Länder verkauft werden.

Ein Krimi oder Thriller von ihm ist Garant für spannende und solide Unterhaltung." Abgetaucht "ist der 2. Band seiner Atlee Pine Reihe. Der 1. Band, "Ausgezählt" erschien 2018.

Ich habe "Abgetaucht" gelesen, ohne den Vorgängerband zu kennen und hatte keinerlei Verständnisprobleme.

Zum Inhalt:

Die FBI Ermittlerin Atlee Pine entgeht nur knapp einem Disziplinarverfahren, nachdem sie bei einem Einsatz Grenzen überschreitet, weil ihre eigene Vergangenheit sie offenbar eingeholt hat. Sie wird beurlaubt und reist zusammen mit ihrer Assistentin Carol Blum in ihren Heimatort Andersonville in Georgia, um sich ihrem Kindheitstrauma zu stellen. Vor 30 Jahren war ein Fremder in ihr Elternhaus eingedrungen und hatte , ohne das die Eltern etwas mitbekommen haben, ihre Zwillingsschwester Mercy entführt und sie selbst lebensbedrohlich verletzt. Die Familie ist an dem Drama zerbrochen.

Atlee und Carol beginnen mit ihren Nachforschungen, in der Hoffnung das Schicksal der verschwundenen Zwillingsschwester aufklären zu können, als ein Mord die Kleinstadt erschüttert, der nicht der einzige Todesfall bleiben soll. Hängen die Morde mit Mercy's Entführung zusammen? Kann Atlee ihren Erinnerungen trauen?

Mein Fazit:

Der Schreibstil von David Baldacci ist gewohnt mitreißend und spannend. Es gibt viele spritzige Dialoge, die die Geschichte lebendig machen. Für einen Thriller fehlte ein bisschen das Gänsehautfeeling. Deshalb würde ich "Abgetaucht" eher als Krimi bezeichnen. Mir haben auch die Protagonisten gefallen. Die taffe Atllee Pine, die wohl durch den erlittenen Schicksalsschlag erst auf die Idee gekommen ist, Ermittlerin zu werden. Sie wird von ihrer sympathischen Assistentin Carol Blum unterstützt, die auch die Rolle einer mütterlichen Freundin übernommen hat. Endlich mal keine durchgeknallten Kommissare mit Drogenproblemen oder ähnlichen Highlights, sondern Frauenpower vom Feinsten! Die mysteriöse Vergangenheit von Atlee ist sehr interessant und geschickt verwoben mit den Morden in der Jetztzeit, die auf einen Serientäter schließen lassen. Es gibt auch so einige Finten und Überraschungen und das Erzähtempo und die Spannung nehmen im letzten Drittel deutlich zu, ganz so wie man es als treuer Leser von Baldacci erwartet. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der Lust auf die Forsetzung und damit auf den letzten Teil der Reihe macht.

Ich wurde wirklich gut unterhalten. David Baldacci hat mit "Abgetaucht" einen soliden Krimi geschrieben, keinen Thriller allerdings wie es der Titel verspricht. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und bin gespannt auf das Finale im letzten Teil.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Reden ist Silber, schweigen ist Gold?

Still!
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Wenn Leute reden, ohne etwas zu sagen, bin ich auch der Meinung, dass sie besser schweigen sollten. Aber so konsequent wie Mariella macht das wohl kaum einer.

Seit der Scheidung ihrer Eltern schweigt ...

Wenn Leute reden, ohne etwas zu sagen, bin ich auch der Meinung, dass sie besser schweigen sollten. Aber so konsequent wie Mariella macht das wohl kaum einer.

Seit der Scheidung ihrer Eltern schweigt Mariella. Sie schweigt zu Hause, in der Schule überall. Die Konsequenzen ihres "Nichtredens" sind für sie nicht angenehm, denn ihre Umwelt bringt ihr keinerlei Verständnis entgegen. Ihre Mutter reagiert hilflos, schreit sie an und schenkt ihr Goldfische, die genauso stumm sind wie sie. Der Vater möchte sich eigentlich gar nicht mit dem Problem befassen. Er hat jetzt ein neues Leben.

Treffend resümiert Mariella: " Sorgerecht heißt nicht immer, dass man sich darüber streitet, wer sich um das Kind kümmern darf, sondern, wer sich zu kümmern hat."

In der Schule wird sie gemobbt. Selbst die meisten Lehrer schauen lieber weg, als ihr zur Seite zu stehen. Einzig der gehörlose Stan, den sie zufällig kennenlernt, akzeptiert Mariella wie sie ist.

"Still" von Dirk Pope ist auf jeden Fall ein besonderes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt. Wird unsere Welt immer lauter? Muss man überall seinen Senf dazugeben? Es gibt so viele hohle Phrasen. Versprechen, die gebrochen werden. Ist es da nicht manchmal besser zu schweigen?

Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Die Charaktere waren mir nicht vielschichtig genug. Ich hätte gerne mehr HIntergrundwissen über die Nebenfiguren, auch über Stan gehabt. Den Sprachstil mochte ich auf jeden Fall. Mariella ist ein kluger Kopf, sie hat viele sehr treffende Gedanken, die ich mit ihr teile. Und sie analysiert ihre Situation auf den Punkt wie ich finde.

" Es gibt unterschiedliche Arten zu schweigen. Man kann beispielsweise ernst dabei sein - oder verbittert. Dann hat das Schweigen etwas Agressives, Trotziges, was es zu einem lauten Schweigen macht. Wahrscheinlich war es das, was ich bislang getan hatte und was die anderen derart provozierte."

Vielleicht hätten dem Buch ein paar Seiten mehr ganz gut getan.

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