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Veröffentlicht am 27.11.2020

Die Kraft der Liebe

Wenn du mich heute wieder fragen würdest
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"Wenn Du mich heute wieder fragen würdest" von Mary Beth Keane ist, soviel sage ich schon einmal vorneweg, für mich ein Jahreshighlight. Erschienen ist diese wunderbare Romeo und Julia Adaption im sehr ...



"Wenn Du mich heute wieder fragen würdest" von Mary Beth Keane ist, soviel sage ich schon einmal vorneweg, für mich ein Jahreshighlight. Erschienen ist diese wunderbare Romeo und Julia Adaption im sehr besonderen Eisele Verlag, der nur wenige sehr ausgesuchte Bücher pro Jahr produziert.

Es geht um 2 Familien, die Gleesons und die Stanhopes, die man als Leser über 40 Jahre ihres Lebens begleiten darf. Francis Gleeson und Brian Stanhope sind Kollegen bei der New Yorker Polizei. Sie gehen gemeinsam auf Streife , und haben ähnliche Träume, wie sich ihr Leben entwickeln sollte. Beide wünschen sich ein Haus in einem bezahlbaren Vorort, wo sie eine Familie gründen können und ein zufriedenes Leben mit einer Frau und Kindern. Für Francis läuft erst einmal alles wunschgemäß. Er heiratet seine Fraundin Lena, sie ziehen in ein Häuschen in den Vorort Gillam, von dem Brian ihm immer erzählt hat, und er wird Vater von 3 Töchtern. Als Brian in das Haus gegenüber zieht, macht sich Lena Hoffnung, sich mit Brian's Frau Anne schnell anzufreunden, doch Anne lässt sie nicht an sich heran. Mehrere Fehlgeburten haben ihr zugesetzt. Auch wenn ihr einziges Kind Peter im Alter ihrer jüngsten Tochter Kate ist, wünscht sie keinen Kontakt und hat offenbar psychische Probleme. Auch die Ehe von Anne und Brian macht keinen glücklichen Eindruck. Kate und Peter freunden sich dennoch an und sind von Beginn an unzertrennlich, bis eine furchtbare Tragödie passiert.

Erst als Erwachsene finden Kate und Peter wieder zueinander, doch die Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen.

Dieser wunderbare Roman ist wirklich ein Genußbuch, dass mich von Anfang an begeistern konnte und das in mir die unterschiedlichsten Emotionen hervorgerufen hat. Ja, ich musste tatsächlich auch weinen, was mir bei Büchern nicht sehr oft passiert, aber ein Indiz dafür ist, dass die Autorin es geschafft hat mich aufs Innerste zu berühren. Die Charaktere sind absolut authentisch beschrieben und dadurch, dass die Autorin abwechselnd die Perspektiven ihrer Hauptakteure einnimmt, kann man sich wunderbar in sie hineinversetzen. Trotz vieler Schicksalschläge ist der Grundtenor in diesem Buch immer optimistisch, und das hat mir sehr gefallen. Mary Beth Keane schreibt tiefsinnig, ohne jemals ins Kitschige abzugleiten. Sie hat einen ruhigen aber dennoch sehr lebendigen Schreibstil. Die Familien müssen so einige Schicksalsschläge verarbeiten, aber auch das hat Keane toll gemacht, sie wachsen daran.

Wieviel Romeo und Julia in der Geschichte steckt, muss jeder für dich selbst entscheiden. Ich kann diesen tollen Roman auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 24.11.2020

Rache ist ein Gericht das am besten kalt serviert wird

No Mercy. Rache ist weiblich
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Den Schreibstil von Camilla Läckberg mag ich einfach, und "No mercy- Rache ist weiblich" ist auch nicht der 1. Rachekrimi, den diese Dame geschrieben hat.

Allerdings sollte man bedenken, dass es sich ...

Den Schreibstil von Camilla Läckberg mag ich einfach, und "No mercy- Rache ist weiblich" ist auch nicht der 1. Rachekrimi, den diese Dame geschrieben hat.

Allerdings sollte man bedenken, dass es sich bei diesem Buch, auch wenn Roman drauf steht wohl eher um einen Kurzroman bzw. eine Kurzgeschichte handelt. Man darf in den gerade einmal 142 Seiten keine bis aufs Detail ausgearbeiteten Charaktere erwarten, auch keine riesen Überraschungen.

Es geht um 3 Frauen, die allesamt in unglücklichem Ehen gefangen stecken und deren einziger Ausweg aus ihrem Dilemma für den jeweiligen Mann den Tod bedeutet. Genüßlich rächt sich eine jede für die ihr angetane Schmach und der Leser empfindet eine unmoralische Genugtuung bei der Rache des weiblichen Geschlechts, ohne sich die Finger schmutzig zu machen.

Auch mal ganz schön!

Das Buch lässt sich problemlos in wenigen Stunden durchschmökern und ist durchaus unterhaltsam. Allerdings finde ich den Preis von 15€ schon etwas hoch.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Ansprechender Debütauftakt

Mord auf Vlieland
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"Mord auf Vlieland" ist der Auftakt einer neuen regionalen Krimiserie, die zur Abwechslung mal in unserem sympathischen Nachbarland Holland spielt. Dass auch der Autor Jan Jacobs sich dort gerne aufhält, ...

"Mord auf Vlieland" ist der Auftakt einer neuen regionalen Krimiserie, die zur Abwechslung mal in unserem sympathischen Nachbarland Holland spielt. Dass auch der Autor Jan Jacobs sich dort gerne aufhält, merkt man sofort. Mit viel Liebe zum Detail entwickelt er die Geschichte rund um Griet Gerritsen und ihr Ermittlerteam.

Griet Gerritsen ist mit ganzem Herzen Polizistin, was sie zuletzt ihre Karriere gekostet hat, denn bei ihrem Alleingang, wo es darum ging einen Schleuserring auszuheben, hat sie nicht auf Verstärkung gewartet und ist unter Beschuss geraten. Zwar konnten die Menschen, die in einem Container versteckt waren gerettet werden, aber der Kollege, der ihr zur Hilfe eilte, wurde tötlich verletzt.

Bei der Disrictrecherche Fryslân bekommt Griet noch eine Chance und darf zusammen mit einem kleinen Ermittlungsteam die Ermittlungen zu dem Todesfall auf der Insel Vlieland leiten. Ihr werden die Kollegen Pieter de Vries und Noemi Bogaard zur Unterstützung an die Seite gestellt. Pieter ist eher der gemütliche Typ, Noemi das etwas sehr forsche Küken. In der Kombination könnte viel Konfliktpotenzial sein, das Team wächst aber recht konfliktfrei schnell zusammen. Es handelt sich wirklich um einen Feel-good Krimi.

So richtig zu trauern scheint auf der Insel keiner, der vom Tod des bekannten Hoteliers Vincent Bakker erfährt. Kein Wunder, denn so nach und nach erfährt der Leser immer mehr über dessen Persönlichkeit und damit steigt auch die Anzahl der Verdächtigen. Das Miträtseln hat richtig Spaß gemacht. So manches Mal hatte ich den richtigen Riecher, aber der Autor hat trotzdem genug falsche Fährten gelegt, und mich als Leser noch überrascht. Der Schreibstil war flott und angenehm. Die holländische Sprache ist immer wieder eingeschnipselt und trägt zum Holland-Feeling bei. Auch die Landschaftsbeschreibungen und die Idee, die Protagonistin auf einem Plattbodenschiff wohnen zu lassen wecken die Sehnsucht nach einem Hollandurlaub. Der Anteil an Privatem, was über die Protagonisten verraten wurde, hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas größer sein dürfen, aber da es noch Nachfolgebände gibt, wird man dort sicher nach und nach noch mehr erfahren.

Mir hat der 1. Hollandkrimi von Jan Jacobs gut gefallen und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Griet in Band 2.

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Neue Geschmackserfahrungen

Zufällig vegan – International
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Ein bisschen skeptisch (als Fleischesser!) und sehr gespannt ,habe ich dieses tolle Kochbuch in den Händen gehalten, dass sich zunehmend mit Post its gefüllt hat, bei Gerichten , die ich unbedingt alle ...

Ein bisschen skeptisch (als Fleischesser!) und sehr gespannt ,habe ich dieses tolle Kochbuch in den Händen gehalten, dass sich zunehmend mit Post its gefüllt hat, bei Gerichten , die ich unbedingt alle noch ausprobieren wollte. Was soll ich sagen: Die Rezepte, die ich bisher nachgekocht und nachgebacken habe, waren allesamt sehr schmackhaft und werden es sicher in meine Alltagsküche schaffen. Ich fremdel lediglich mit den Maßeinheiten, die ganz amerikanisch in Cups angegeben sind. Wenn man sich die entsprechenden Meßlöffel anschaffen möchte, macht das sie Sache auf jeden Fall einfacher. Ich habe sie bisher nicht im Haus und habe die Umrechnung für ml auf S35 genutzt und für eine Umrechnung in Gramm noch das Internet bemüht.

Das ist aber schon mein einziger Kritikpunkt. Die polnische Köchin Marta Dymek hat wunderbare internationale, vegane Rezepte zusammengetragen, die mich wirklich überzeugen. Nachdem ich mein Gewürzregal erst einmal ergänzt hatte, warteten ganz neue, spannende Geschmackserlebnisse auf mich, und auch die eher skeptische Familie war begeistert, z.B von der wunderbar scharfen spanischen Kichererbsensuppe oder dem schokoladigen Zucchinikuchen.

Nach der Einleitung folgt das Kapitel Frühstück mit verschiedenen Brotaufstrichen aber auch internationalen Alternativen zum klassischen Müsli, wie z.B das Rote Bete Granola oder ein dänischer Haferbrei mit Datteln und Erdnussbutter.

Es gibt die Rubriken Kleiner Hunger und Großer Hunger, Suppen, Nachtisch, Getränke und Grundrezepte. Das sind so viele Rezepte, dass ich bisher wirklich nur einen Bruchteil testen konnte. Ergänzt wird dieses tolle Kochbuch mit schönen Bildern, die Lust aufs Nachkochen machen.

"International zufällig vegan" wird mein Kochbuchregal auf jeden Fall bereichern, auch wenn ich sicherlich kein Vollzeitveganer werde.

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Veröffentlicht am 09.11.2020

Für Sinnsucher und Glücksjäger

Die Farbe von Glück
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Es war einmal...... wäre wohl der richtige Anfang für dieses märchenhafte Buch von Clara Maria Bagus gewesen. Im Wesentlichen erzählt "Die Farbe von Glück" davon, wie eine einzige Entscheidung das Leben ...

Es war einmal...... wäre wohl der richtige Anfang für dieses märchenhafte Buch von Clara Maria Bagus gewesen. Im Wesentlichen erzählt "Die Farbe von Glück" davon, wie eine einzige Entscheidung das Leben von ganz vielen Menschen beeinflusst und verändert.

Es ist wohl die nackte Verzweiflung, die den Richter Jules dazu bringt, die Kinderkrankenschwester Charlotte zu zwingen das neugeborene, kränkliche Kind seiner Frau mit einem am gleichen Tag geborenen kräftigen, gesunden Kind zu tauschen. Nach vielen Fehl- und Totgeburten so meint er, würde seine Frau an einem weiteren kranken Baby zerbrechen. Charlotte ist erpressbar, denn sie hat ein Kind bei sich aufgenommen, ohne es ordnungsgemäß adoptiert zu haben und hat Angst den kleinen Antoine, den sie über alles liebt wieder zu verlieren.

So nimmt das Unheil mit all seinen vorher nicht bedachten Konsequenzen seinen Lauf. Trotz der Dramatik ist der Roman vorwiegend positiv, was auch daran liegt, wie die involvierten Personen mit ihrem Schicksal umgehen. Dieser Roman ist auch ein Stück weit ein Lebensratgeber nur halt nicht in einem Sachbuch verpackt. Er enthält Weisheiten, Gleichnisse und Ratschläge zur Selbstfindung und zum Glücklichsein und das in einer wunderschönen poetischen Sprache, die sehr berührend ist.

Man darf jedoch keine realistische, logische Geschichte erwarten. Nur in einer märchenhaften Erzählung sieht man darüber hinweg, dass ein asiatisches und ein westliches Kind vertauscht werden und Keiner bemerkt den Unterschied. Nur in einer märchenhaften Erzählung reisen die Protagonisten von West nach Ost und landen auf wundersame Weise am richtigen Ort und kommunizieren überall auf der Welt in einer für alle verständlichen Sprache. Auch wird der Zufall recht häufig bemüht, um die Geschichte letzendlich einem versöhnlichen Ende zuführen zu können.

Mein Fazit ist deshalb verhalten positiv. Die mystischen und esoterischen Momente, die es auch noch gibt, waren dann doch zuviel des Guten. Genauso wie die Weisheiten mir zwar durchaus gefallen haben, aber wenn sie quasi mit der Gießkanne über dem Leser ausgeschüttet werden, ist es einfach zu viel. Wohl dosiert hätte es mir viel besser gefallen.

Hervorheben kann man auf jeden Fall den tollen Sprachstil, bildhaft, poetisch und philosophisch. Viele kluge Sätze werden im Gedächnis bleiben, und ich nehme durchaus einige Anregungen zum Nachdenken für mich mit.





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