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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2019

Ein Blick von oben auf die Menschheit und die Welt auf der wir leben

Ich und die Menschen
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Was wäre, wenn ein Außerirdischer die Erde besuchen würde, was würde er über uns Menschen wohl denken? Nachdem Professor Andrew Martin den Beweis für die letzte mathematische Hypothese gefunden hat, eine ...

Was wäre, wenn ein Außerirdischer die Erde besuchen würde, was würde er über uns Menschen wohl denken? Nachdem Professor Andrew Martin den Beweis für die letzte mathematische Hypothese gefunden hat, eine bahnbrechende Entdeckung für die Menschheit, muss aus Sicht der außerirdischen Lebensform der Vonnadorianer unbedingt die Veröffentlichung und Verbreitung verhindert werden, um Schlimmeres zu verhindern. Der Professor wird eliminiert, und ein Entsandter des Planeten soll in dessen Haut schlüpfen und sowohl alle existierenden Dokumente löschen, als auch alle Personen, denen der Professor von seiner Entdeckung erzählt hat, töten.

Die Gestalt des Professors anzunehmen gelingt vorzüglich, aber Kleider, eine Schutzhülle mit der sich das menschliche Wesen seltsamerweise umhüllt, wurden vergessen. So wird der neue Andrew bei seiner Ankunft auf unserer Erde direkt wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen. Trotzdem gelingt es ihm die Ärzte zu überzeugen, dass er nicht in die geschlossene Psychatrie gehört, sondern einen Schwächeanfall erlitten hat und man entlässt ihn in seine Familie, wo er seinen Auftrag fortsetzen möchte.

Herrlich, zuweilen phylosophisch, waren die vielen Beobachtungen der Menschen und ihrer Verhaltensweisen, die in der Tat für eine fremde Spezie recht befremdlich erscheinen müssen. "Parks sind verhinderte Wälder, so wie Hunde verhinderte Wölfe waren. Die Menschen liebten beides, vielleicht , weil die Menschen auch irgendwie verhindert waren." "Die Erde war ein Planet der verpackten Dinge, Nahrung in Folie, Körper in Kleidung, Verachtung in Lächeln."

Ich habe dieses Buch mit seinem feinen Humor und seinen treffenden, tiefsinnigen Aussagen sehr genossen, wobei ich den Anfang stärker fand, als das Ende. Da wurde es teilweise leider ein bisschen langatmig. Dies ist das 2. Buch, dass ich von Matt Haig lese, und sein Schreibstil gefällt mir wirklich sehr. Ich bin eigentlich gar kein großer Freund von Science Fiction. In diesem Fall wird das Surreale aber als Stilmittel eingesetzt, um philosophische Gedanken in den Ro

Veröffentlicht am 22.09.2019

Das war leider Nichts für mich

Als Luca verschwand
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Ich habe mich selten so durch ein Buch durchgequält , wie durch Dieses. Das ist wirklich schade, denn ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut.

Der Klappentext versprach einen tiefgründigen Spannungsroman. ...

Ich habe mich selten so durch ein Buch durchgequält , wie durch Dieses. Das ist wirklich schade, denn ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut.

Der Klappentext versprach einen tiefgründigen Spannungsroman. Wer das formuliert hat, kann den Roman, den man weder als Thriller noch als Krimi bezeichnen kann, nicht gelesen haben. Von Spannung habe ich auf über 500 Seiten Nichts gemerkt. Deshalb kann man auch nicht von Spannungsbogen sprechen, denn die Geschichte pläschert einfach nüchtern wie ein Polizeibericht daher, ohne das allzu viel passiert.
Der Inhalt ist schnell erzählt. Die junge Mel lässt bei einem Einkauf in einem Drogeriemarkt ihrer Kinderwagen mitsamt ihren 9 Monate alten Baby vor der Türe stehen. Dann ist das Baby plötzlich nicht mehr da und die Polizei wird hinzugerufen und beginnt mit der Spurensuche. Der ermittelnde Kommissar ist mit der Familie bekannt und somit befangen. Trotzdem bemüht er sich im Hintergrund ebenfalls um Aufklärung.
Sehr viele Namen und sehr viele Verwandte machen es manchmal schwierig der Geschichte zu folgen. Der Erzählstil ist absolut zäh und die Geschichte kommt überhaupt nicht in die Gänge. Auch die Auflösung ist jetzt nicht wirklich überraschend.
Nein, das war leider Nichts! Das Buch ist bestenfalls als Einschlafhilfe zu gebrauchen.

Veröffentlicht am 14.09.2019

Im Namen der Achtsamkeit - Entschleunigt auf der Überholspur

Achtsam morden
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Wie hab ich dieses Buch genossen! Wer einen wunderbar sarkstischen Krimi aus dem Mafiamilieu lesen möchten, wird mit dem Debütroman " Achtsam Morden" von Karsten Dusse seine Freude haben. Ich habe das ...

Wie hab ich dieses Buch genossen! Wer einen wunderbar sarkstischen Krimi aus dem Mafiamilieu lesen möchten, wird mit dem Debütroman " Achtsam Morden" von Karsten Dusse seine Freude haben. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und immer noch ein Grinsen im Gesicht.

Björn Diemel sorgt in seiner Kanzlei für gute Umsätze, vertritt er doch den Mafioso Dragan in allen Lebenslagen. Trotzdem hat er sich gleichzeitig alle Chancen in dieser Kanzlei noch etwas zu werden verspielt, denn er gilt als "Bäh Anwalt", mit dem keiner der ehrenwerten Kollegen gesehen werden will. Björn merkt, dass ihn sein Assiklient und seine Schergen stressen. Außerdem droht seine Ehe auseinanderzubrechen und er hat Sorge dadurch auch den Kontakt zu seiner geliebten Tochter Emily zu verlieren. Ein Achtsamkeitscoach ist die Lösung und soll ihm helfen sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Die Regeln von Joschka Breitner, werden zu Björn's Mantra und durch seine eigenwillige Interpretation der Glaubensätze seines Coach's kommen Björn's Probleme eine ganz neue Bewertung zuteil und können "achtsam" gelöst werden.

"Machen Sie folgende Übung: Gehen Sie spazieren. Sowohl körperlich, als auch in Gedanken. Laden Sie Ihr Problem ein, Sie zu begleiten. Warten Sie ab, bis Ihnen das Problem erzählt hat, was es braucht, um zu verschwinden. Bewerten Sie diese Angebote nicht. Jedes dieser Angebote ist eine Lösung.....Am Ende des Spaziergangs werden Sie zu dritt zurückkommen: Sie. Ihr Problem - und die passende Lösung."

Das Buch macht wirklich Spaß. Sehr witzig z.B. auch Herrn Dusses sarkastische Kritik am Kindergartenplatzvergabesystem, ( hier abgekürzt KOTZ), das in den Roman mit einfließt. Ich habe manchmal wirklich schallend gelacht und gebe dem Buch sehr gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Der 2. Teil der Tom Babylon Reihe

Zimmer 19
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Anstelle des Eröffnungsfilms, wird auf der Berlinade vor einem riesigen Publikum ein Snuff Film, nämlich die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau gezeigt. Schnell stellt sich heraus, dass es ...

Anstelle des Eröffnungsfilms, wird auf der Berlinade vor einem riesigen Publikum ein Snuff Film, nämlich die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau gezeigt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem Opfer um die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller handelt. Die Spuren führen zurück in die DDR Vergangenheit.

Tom Babylon vom LKA ermittelt gemeinsam mit der Polizeipsychologin Sita Johanns, von deren schwieriger Vergangenheit immer wieder in Rückblenden erzählt wird. "Zimmer 19" ist der 2. Teil dieser Reihe. Den Vorgänger "Schlüssel 17" habe ich noch nicht gelesen, deshalb kenne ich Tom Babylon's Geschichte natürlich nicht so ausführlich, wie Leser, denen der 1. Band bekannt ist. Auf jeden Fall leidet der Ermittler immer noch darunter, dass seine kleine Schwester Viola vor 20 Jahren verschwunden ist und führt oft Gespräche mit ihrem imanigären Ich.

Der Thriller ist flüssig und spannend geschrieben. Schnell gerät man als Leser in den Sog der Geschichte. Die Zahl 19, die in dem Snuff Film deutlich gezeigt wird, scheint der Schlüssel zur Lösung zu sein, und die Zeit drängt denn weitere Kinder bekannter Persönlichkeiten im Umfeld des Bürgermeisters sind ebenfalls bedroht.

Alles, wirklich Alles scheint miteinander verwoben.Und das ist auch schon mein Kritikpunkt. Die Zufälle häufen sich und machen die Geschichte damit ein Stück weit unglaubwürdig. Davon abgesehen ist dieser Thriller auf jeden Fall ein Lesegenuss, spannend und Einblick gebend über die alten Seilschaften in der DDR. Am Schluss gibt es noch einen kleinen Cliffhanger, so dass ich gespannt einen nächsten Fall von Tom Babylon erwarte.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Poetisch und tiefsinnig, ein absoluter Hörgenuss

Wie man die Zeit anhält
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Tom Hazard ist ein Geschichtslehrer der für seine Schüler Geschichte lebendig werden lässt. Wenn er erzählt, fühlt es sich für sie so an, als wäre er dabei gewesen, und das ist er tatsächlich. Er hat nämlich ...

Tom Hazard ist ein Geschichtslehrer der für seine Schüler Geschichte lebendig werden lässt. Wenn er erzählt, fühlt es sich für sie so an, als wäre er dabei gewesen, und das ist er tatsächlich. Er hat nämlich einen Gendefekt, der sich Anagerie nennt. Dieser lässt ihn nur sehr langsam altern, und so sieht er zwar aus, als wäre er etwa 40 Jahre alt, ist aber tatsächlich vor über 400 Jahren geboren worden im Jahre 1581. Gegenüber anderen Menschen hat er zudem ein stabileres Immunsystem, welches ihn vor Krankheiten schützt. Somit ist er einfach langlebiger, aber nicht unsterblich. Die Menschen in seinem Umfeld macht sein Anderssein natürlich mißtrauisch, und so hat sich Tom vor langer Zeit, als er entdeckt hat nicht der Einzige zu sein, sich einer Gesellschaft angeschlossen, die es sich zum Ziel gemacht hat Ihresgleichen zu schützen. Diese Albatrosgesellschaft sorgt etwa alle 8 Jahre, denn dann wird das "Nichtalternkönnen" offensichtlich, für eine neue Identität und erteilt dem Schützling kleine Aufträge, denn man möchte Menschen, die ebenfalls diesen Gendefekt haben, finden und sie dazu bringen in die Gesellschaft einzutreten.

Es macht großen Spaß mit Tom durch die Jahrhunderte zu reisen. Es gibt immer wieder Rückblicke in seine Kindheit und Jugend.Er hat Berümtheiten wie Shakespeare und Captain Cook kennengelernt. Die Zeiten und Orte wechseln ständig, und Christoph Maria Herbst versteht es als Sprecher, wie kein anderer den Charakteren in diesem Buch eine Stimme zu geben.

Tom ist kein glücklicher Mensch. Er trauert der Liebe seines Lebens seit Jahrhunderten nach, ist seine geliebte Rose doch schon so lange an der Pest gestorben. Der einzige Grund, für den es sich seiner Meinung nach noch zu leben lohnt, ist die Suche nach seiner Tochter, die seinen Gendefekt geerbt hat. Doch dann begegnet er der bezaubernden Camille in der Jetztzeit, in der er Geschichtslehrer in London ist und sie behauptet ihn von irgendwoher zu kennen.

Ich bin total begeistert von dem Buch, dass auch viele philosophische Elemente enthält, tolle Zitate und Weisheiten. Es ist ein wirklich klug gemachter Roman der leisen Töne, der einen über das Leben nachdenken lässt und der als Hörbuch unbedingt zu empfehlen ist.

"Die Menschen, die Du liebst sterben nie."