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Veröffentlicht am 24.08.2025

Der Weltraum öffnet sich für Frauen

Atmosphere
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An Taylor Jenkins Read‘s neuestem Buch „Atmosphere“ bin ich natürlich nicht vorbeigekommen! Das Hörbuch, eingesprochen von Sandra Voss, hat mir sehr gut gefallen.


Worum geht es:

Im Jahr 1980 bewirbt ...

An Taylor Jenkins Read‘s neuestem Buch „Atmosphere“ bin ich natürlich nicht vorbeigekommen! Das Hörbuch, eingesprochen von Sandra Voss, hat mir sehr gut gefallen.


Worum geht es:

Im Jahr 1980 bewirbt sich Joan Goodwin bei der NASA mit dem Ziel Astronautin zu werden, ein Novum in einer noch immer sehr Männer dominierten Welt. Doch so langsam öffnet sich der Weltraum auch dem weiblichen Geschlecht, wie dieses neue Ausbildungsprogramm für Frauen zeigt. Joan wird nach harten Testwochen genommen, mit ihr noch weitere Frauen, unter anderen Vanessa Ford, eine Pilotin, die den ( zugegebenermaßen unrealistischen) Traum hat einmal ein Spaceshuttle zu fliegen.


Als sich Joan und Vanessa ineinander verlieben, wissen beide, dass sie ihre Liebe geheimhalten müssen, wenn sie ihre Jobs behalten möchten. Eine lesbische Beziehung würde die NASA zu der damaligen Zeit nicht tolerieren.

Der Roman springt zwischen der Gegenwart, in der sich im Weltraum gerade eine Katastrophe abzeichnet und der Zeit, in der für Joan das Abenteuer Weltraum beginnt, hin und her. Wir erleben ihre Trainingswochen, die Vorbereitungen auf eine Weltraummission, die Annäherung zwischen Joan und Vanessa und tauchen aber auch ein in Joan‘s Familienleben. Joan‘s Schwester Barbara ist alleinerziehend und nutzt Joan‘s Freundlichkeit gerne mal aus, um ihre Tochter für ein Date bei ihr abzuladen. Joan liebt ihre Nichte und genießt jedes Zusammensein mit der kleinen Francis, aber mit ihrem Arbeitspensum bei der NASA führt das egoistische Verhalten ihrer Schwester zunehmend zu Konflikten.


Fazit:

Wie auch in ihren vorherigen Romanen stehen wieder starke Frauenfiguren im Fokus. Wir bekommen einen Rückblick in eine Zeit, in der das Patriarchat noch stärker ausgeprägt war als heute. Dieser Roman ist eine Liebesgeschichte, aber auch ein Drama und auch ein Gesellschaftsroman.

Ich mochte die komplexen Charaktere, besonders Joan und Vanessa waren sehr interessante Frauen. Barbara hätte ich gerne mal geschüttelt zwischendurch.

Mir gefiel aber auch sehr, mal hinter die Kulissen einer Weltraummission zu schauen. Die Autorin hat offensichtlich gut recherchiert, denn man lernt nebenbei eine Menge. Ich hatte großes Vergnügen bei der Lektüre und kann insbesondere das Hörbuch nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Etwas vorhersehbar

Das Versprechen eines Sommertags
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Isabelle‘s Eltern leben seit sie Rentner sind auf Mallorca und wollen jetzt nach 50 Jahren Ehe ihre Goldhochzeit groß feiern. Natürlich sind Kinder und Enkelkinder eingeladen. Isabelle und ihr Mann machen ...

Isabelle‘s Eltern leben seit sie Rentner sind auf Mallorca und wollen jetzt nach 50 Jahren Ehe ihre Goldhochzeit groß feiern. Natürlich sind Kinder und Enkelkinder eingeladen. Isabelle und ihr Mann machen sich also gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf den Weg, allerdings mit etwas zwiespältigen Gefühlen, denn die eigene Ehe steht kurz vor dem Aus. Während sich Isabelle noch Hoffnungen macht, dass dieser Urlaub das Ruder nochmal herumreißen könnte, ist Stefan schon aus dieser Ehe ausgestiegen. Da man die Jubilare aber nicht vor den Kopf stoßen will, soll das Thema Trennung verschwiegen werden.

Überraschenderweise bringt Isabelle‘s Bruder Daniel noch seinen besten Freund Ben mit zur bevorstehenden Feier. Isabell und Ben waren vor Jahren für einen Sommer ein Paar, bevor sich ihre Lebenswege trennten.


Die Geschichte war mir ein bisschen zu sehr vorhersehbar. Es gab keine großen Überraschungen, keine spannenden Wendungen.

Die Autorin hat jede Menge sympathische Charaktere geschaffen, die man gerne begleitet. Das Urlaubssetting war traumhaft. Man möchte nur zu gern den nächsten Flieger nach Mallorca buchen.. Verstimmungen gab es lediglich, wenn Stefan ( der einzige Unsympath im Buch, zumindest zeitweise) im Urlaub plötzlich arbeiten musste oder eine Salzwasserallergie entwickelte und somit als Spaßvogel für seine Kinder fast permanent ausfiel.

Ansonsten keine Konflikte, keine Katastrophen, fast alles herrlich! Einen kleiner Dämpfer bekommt die fast perfekte Urlaubswelt dann doch noch. Es wird aber frühzeitig angedeutet und ist dann auch nicht allzu überraschend.


Schade! Ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft. Trotzdem liest sich die Geschichte gut weg und hat gute Voraussetzungen für eine Urlaubslektüre, wenn einen die oben aufgeführten Kritikpunkte nicht zu sehr stören.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Elefantös

Das Geschenk
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Als gäbe es nicht schon genug Probleme , etwa die Klimakrise, oder das Erstarken der Rechten, sowie die schlechten Umfragewerte des Kanzlers, da tauchen mitten in Berlin plötzlich jede Menge Elefanten ...

Als gäbe es nicht schon genug Probleme , etwa die Klimakrise, oder das Erstarken der Rechten, sowie die schlechten Umfragewerte des Kanzlers, da tauchen mitten in Berlin plötzlich jede Menge Elefanten auf. Als Reaktion auf ein Gesetz, dass die Einfuhr von Jagdtrophäen verbietet, hat der Präsident von Botswana der Bundesregierung 20000 dieser Großtiere geschenkt. „Viel Spaß damit“!
Diese plantschen jetzt in der Spree, sorgen hier und da für ein Verkehrschaos und produzieren Tonnen von Elefantenhaufen.

Nach dem großen Erfolg ihres Roman‘s „Trophäe“ hat Gaea Schoeters jetzt eine bitter- böse Politsatire nachgelegt, die amüsant zu lesen ist und das politische Tagesgeschäft sehr gut widerspiegelt. Machtspielchen statt konstruktive Lösungen und eine populistische , rechte Opposition, die die Krise gnadenlos für ihre Zwecke ausnutzt, verhindern einige gute Ansätze mit dem Elefantenproblem umzugehen und vielleicht sogar einen Nutzen für Mensch und Natur daraus zu gewinnen.
Genüßlich denkt die Autorin die kuriose Situation bis zum Ende durch.
Die Elefanten sind natürlich auch eine Metapher für unseren Umgang mit Flüchtlingen . Nimmt man die Fremden (Elefanten) als Bedrohung war oder sind sie vielleicht doch auch eine Bereicherung für unsere Gesellschaft?

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich „Trophäe“ noch etwas eindringlicher und spannender fand. Mit seinen 144 Seiten ist die Geschichte ein interessanter Lesesnack für zwischendurch und auch als Hörbuch sehr zu empfehlen.

4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Sprachlich sehr schön aber zu wenig Handlung

Flusslinien
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Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen ...

Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen und sich ein Stück weit seine Selbstständigkeit erhalten. Neben der Seniorin spielen in dem Buch noch deren Enkelin Luzie und ihr Fahrer Arthur eine tragende Rolle.

Um Luzie macht sich Margrit etwas Sorgen, da sie kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen hat und nun als Tatookünstlerin arbeiten möchte. Margrit, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Enkeltochter hat, merkt, dass Luzie etwas Schlimmes erlebt hat, darüber aber nicht sprechen will. Das Verhältnis der beiden fand ich richtig schön zu lesen, auch weil die Oma mit einer besonderen Feinfühligkeit versucht mehr zu erfahren, ohne Luzie ganz direkt auszuquetschen. Eine tolle Idee der Autorin, dass sich Margrit schließlich von der Enkelin tätowieren lässt! Man merkt Luzie die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit an, mit der sie dieses Projekt in Angriff nimmt. Für mich waren diese Stellen auf jeden Fall die Highlights im Buch.

Auch Arthur verbirgt ein Trauma, ist ebenfalls sensibel und aufmerksam und umschifft die Widrigkeiten des Lebens mit viel Humor. Er hat etwas die Orientierung verloren, fährt jetzt also alte Leute durch die Gegend, engagiert sich für den Naturschutz , betätigt sich als Sondensucher und erfindet Fantasiesprachen, die sich ab und zu sogar für Fantasiefilme verkaufen lassen.

Wenn sich Margrit zurückerinnert an ihre Kindheit und Jugend, dann auch immer an Elsa Hoffa, die den römischen Garten, den sie so liebt entworfen hat und die für einige Zeit die intime Freundin ihrer Mutter Johanne war, bis die Kriegszeiten beide trennten.



Sprachlich war das Buch wirklich schön, eine richtige Handlung sucht man allerdings vergeblich. Wie der Fluss, an dem es spielt, der Elbe, mäanderte die Geschichte so vor sich hin. Viele Nebenfiguren tauchen auf, die die Handlung in kleinster Weise voranbringen. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass sich die Sprache der Personen nicht sehr voneinander unterschieden hat. Alle 3 Hauptfiguren hatten irgendwie denselben Humor und Schwierigkeiten sich zu öffnen hatten Luzie und Arthur gleichermaßen. Ich habe das Buch mit Abstrichen ganz gern gelesen. Ich hatte mir allerdings mehr erwartet.

Nach sehr vielen positiven Meinungen, war meine Erwartungshaltung aber vielleicht auch zu hoch.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Die Fremde im Dorf

Schattengrünes Tal
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Was Kristina Hauff wirklich gut kann, ist Zwischenmenschliches in Worte fassen. Sie hat einfach ein perfektes Gespür für psychologische Abgründe und legt in ihren Büchern die Finger ganz tief in die Wunde.

So ...

Was Kristina Hauff wirklich gut kann, ist Zwischenmenschliches in Worte fassen. Sie hat einfach ein perfektes Gespür für psychologische Abgründe und legt in ihren Büchern die Finger ganz tief in die Wunde.

So auch in diesem Buch! Lisa lebt mit ihrem Mann Simon im Schwarzwald, wo er als Förster arbeitet und sie einen Job im Tourismusbüro hat. Lisa‘s Vater hat in der Nähe ein altes, etwas in die Jahre gekommenes Hotel. Es müsste viel gemacht werden, doch Carl verschließt sich allen Neuerungen und guten Ratschlägen, nutzt seine Tochter und seine Angestellten gnadenlos aus. Lisa hilft aus so gut sie kann , doch sie macht es ihrem Vater eigentlich nie recht.

Eines Tages taucht eine Fremde im Hotel auf, Daniela. Sie möchte auch nicht ausziehen als die Heizung ausfällt und alle anderen Hausgäste abreisen. Sie scheint einsam und schutzbedürftig zu sein und Lisa bekommt Mitleid mit ihr. Lisa hat definitiv ein ausgeprägtes Helfersyndrom, ein Vorwurf, den sie auch immer wieder von ihrem Mann zu hören bekommt. Lisa nimmt sich Daniela an und lässt sie ein Stück weit in ihr Leben, indem sie sie z.b zu ihren Chorproben mitnimmt. Daniela kommt überall gut an, fast schon zu gut und man bekommt als Leser ein ganz ungutes Gefühl und fragt sich, welche Absichten diese Frau hat.

Es liest sich wirklich spannend, und die Geschichte entwickelt einen immer größeren Sog. Ich ahnte dann aber recht schnell, was da kommen würde, habe aber trotzdem gerne weitergelesen. Lisa war mir etwas zu naiv für ihr Alter. Das Ende war mir etwas zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir etwas Spektakuläreres mit Knalleffekt gewünscht.

Das Coverbild bringe ich mit dem Roman so gar nicht zusammen. Es wurde wohl eher gewählt, weil es zu vorherigen Buchcovern der Autorin passt.

Für mich war es nicht das beste Buch der Autorin.

Dennoch hat es mich gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Der Roman eignet sich bestens als Urlaubslektüre, insbesondere, wenn man im schönen Schwarzwald unterwegs ist.

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