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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2025

Erschütternd und schwer auszuhalten

Während die Welt schlief
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2010 ist dieser Debütroman von Susan Abulhawa erschienen und 2023 noch mal neu aufgelegt worden. Das Thema, der Nahostkonflikt leider aktueller denn je!

Endlich bekommen wir in diesem Buch die Geschichte ...

2010 ist dieser Debütroman von Susan Abulhawa erschienen und 2023 noch mal neu aufgelegt worden. Das Thema, der Nahostkonflikt leider aktueller denn je!

Endlich bekommen wir in diesem Buch die Geschichte mal aus palästinensischer Sicht erzählt. Amal‘s Familie wurde mit der Gründung des Staates Israel, wie viele andere Familien auch, aus ihrem Haus im Heimatort vertrieben. Amal selbst wurde im Flüchtlingscamp geboren und konnte später dank guter Noten ein Stipendium für ein Studium in den USA ergattern.

In dem Buch erfahren wir ganz konkret, wie die Menschen unter dem Verlust der Heimat leiden, wie der Hass auf beiden Seiten zu einem endlosen Konflikt und einer furchtbaren Gewaltspirale führen.

Trotzdem erlebt Amal im Lager eine relativ glückliche Kindheit und empfindet die schwierigen Gegebenheiten und die Armut als normal. Die Menschen geben aufeinander acht und gehen sehr liebevoll miteinander um. Über vier Generationen verfolgen wir die Geschichte der Familie, die immer wieder Repressalien der Israelis erleben muss. Viele Familienmitglieder werden einfach erschossen, so wie Amal‘s Großvater der sich heimlich zurück in sein Heimatdorf schleicht, um seine Orangenbäume zu besuchen.

Wenn die israelischen Scharfschützen in das Flüchtlingscamp eindringen und wild auf alles schießen was sich bewegt, weil sie sich für Terroranschläge rächen wollen, ist das kaum aushaltbar und einfach nur erschütternd und traurig.

Eine interessante Wendung bekommt das Buch durch ein entführtes arabisches Baby, dass in Israel aufwächst und als junger Mann auf seinen arabischen Bruder trifft.

Ich möchte für keine der beiden Seiten Partei ergreifen, ich denke das steht mir auch nicht zu, aber meine Motivation dieses Buch zu lesen, war den Konflikt ein bißchen besser zu verstehen. Die Berichterstattung findet ja meistens aus der Perspektive Israels statt.

Ich fand die Geschichte unendlich traurig, aber gut erzählt. Ein bißchen hat mich die sehr blumige, ein wenig schwülstige Sprache gestört, deshalb gibt es einen Stern Abzug. Trotzdem ist das Buch eine große Empfehlung und unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Grandios

Der dunkle Sommer
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Sardinien, das Urlaubsparadies wird dem Leser in diesem Thriller mal ganz anders präsentiert, düster und bedrückend!

Die Halbitalienerin Tilda möchte auf Sardinien ein neues Leben beginnen. Durch Zufall ...

Sardinien, das Urlaubsparadies wird dem Leser in diesem Thriller mal ganz anders präsentiert, düster und bedrückend!

Die Halbitalienerin Tilda möchte auf Sardinien ein neues Leben beginnen. Durch Zufall hat sie von dem Geisterdorf Botigalli gehört. Die Regierung möchte den Ort neu beleben und verkauft die verlassenen Häuser für einen symbolischen Euro, mit der Auflage das erworbene Eigentum ordentlich zu renovieren. Als Architektin kann Tilda nicht widerstehen und hat schnell genaue Vorstellungen wie sie aus der Nr 15, dem schönsten und größten Anwesen des Bergdorfes ein Schmuckstück zaubern kann. Die Einsamkeit des verlassenen Dorfes macht ihr nichts aus, bis sie von dem Massaker erfährt, das ausgerechnet in ihrem Haus stattgefunden haben soll. Außerdem ist das Dorf dann doch nicht ganz verlassen. Der einzige Überlebende dieser furchtbaren Bluttat lebt nach wie vor mit seiner Pflegerin im Ort, und ein Journalist besucht diesen regelmäßig aus Recherchegründen. Dann taucht auch noch Tilda’s jüngerer Bruder auf und vorbei ist es mit der Ruhe, denn der ungestüme junge Mann ist der Meinung, das die Geschichte des Ortes seine YouTube Gemeinde begeistern wird.

Auf einer zweiten Zeitebene erfahren wir die Geschichte von Franka, die vor über 40 Jahren in Botigalli aufgewachsen ist. Sie ist zu einer mutigen jungen Frau herangewachsen, die sich gegen die Regeln des Dorfes und gegen das Patriarchat auflehnt und dafür einen hohen Preis zahlen muss. Ihr Schicksal war wirklich sehr berührend.

Es gibt dann noch eine weitere Erzählperspektive, nämlich die des Journalisten Enzo. Hier erfährt man nach und nach von dessen Motivation, dieses Massaker vor so vielen Jahren so dringend aufklären zu wollen, indem er den letzten überlebenden Augenzeugen endlich zum Reden bringt.

Die Geschichte ist inspiriert von wahren Begebenheiten und hat mich von Beginn an gefesselt. Das Hörbuch wurde von mehreren erfahrenen Sprecher*innen wunderbar eingesprochen und ist sehr zu empfehlen.

Am Ende gab es noch eine Überraschung, mit der in nicht gerechnet hatte.



Fazit: Beste Unterhaltung! Spannend bis zum Schluss!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Quälende Schlaflosigkeit

Der Schlaf der Anderen
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Wie der Titel schon sagt, spielt der Schlaf oder besser gesagt die Schlaflosigkeit in diesem Roman eine große Rolle. Sina kann sich kaum mehr erinnern, wann sie das letzte Mal gut geschlafen hat. Mit Schlaftabletten, ...

Wie der Titel schon sagt, spielt der Schlaf oder besser gesagt die Schlaflosigkeit in diesem Roman eine große Rolle. Sina kann sich kaum mehr erinnern, wann sie das letzte Mal gut geschlafen hat. Mit Schlaftabletten, ja, aber die will der Arzt der Lehrerin nicht weiter verschreiben und gibt ihr eine Überweisung für das Schlaflabor. Dort trifft sie auf Jannis, die von Berufs wegen schon nicht gut schläft, wacht sie doch Nacht für Nacht über den Schlaf des ihr zugewiesenen Patienten. Schichtarbeit ist nicht gut für einen gesunden Schlafrhythmus.

Die Nacht in der die Frauen sich begegnen, wird ein Wendepunkt im Leben beider werden, weil Grenzen überschritten werden und es Zeit wird für grundlegende Veränderungen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd mal aus der Sicht von Sina, mal aus der von Jannis. Mit der Zeit entsteht ein zartes Freundschaftsband zwischen beiden. Es war eine leise, feinfühlig erzählte Geschichte von zwei Frauen, die letztendlich mehr eint als die Schlaflosigkeit, für die die Umwelt nur wenig Verständnis aufbringt.

Hat mir gut gefallen!

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Fein beobachtet

Ja, nein, vielleicht
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Ich mag die lebensklugen Bücher von Doris Knecht. Auch in „Ja, nein, vielleicht“ , bringt die Autorin ihre Gedanken bezüglich Vergänglichkeit und Selbstbestimmung auf den Punkt. Ihre reife Protagonist ...

Ich mag die lebensklugen Bücher von Doris Knecht. Auch in „Ja, nein, vielleicht“ , bringt die Autorin ihre Gedanken bezüglich Vergänglichkeit und Selbstbestimmung auf den Punkt. Ihre reife Protagonist (ü50) hat endlich die eigene Freiheit zurück, nachdem die Kinder ausgezogen sind. Sie ist geschieden und kann selbstbestimmt ihren Alltag gestalten. Macht es da Sinn sich neu zu binden? Diese Frage stellt sie sich kurz, als sie einen alten Jugendfreund zufällig wiedertrifft, bei dem dann aber doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Ich konnte mich auf jeden Fall gut mit der Icherzählerin identifizieren. Es ist interessant, wie sich die Perspektive auf das Leben im Laufe der Jahre verschiebt. Das Buch von Doris Knecht regt zum Nachdenken an und ist zugleich sehr unterhaltsam. Sie schreibt mit einem feinen Humor und gibt ihrer Hauptperson eine gehörige Portion Selbstironie mit auf den Weg. Das gefällt mir sehr. Der Ausgang der Geschichte ließ mich zufrieden und optimistisch zurück, da die Protagonistin nach einer Ausnahmesituation eine gute Entscheidung für ihr Leben treffen konnte.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Flop

Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
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Italien, Sommer, eine Einladung zu einer Hochzeit, das klang nach einer süßen Sommerromanze, einer Urlaubs Rom Com für den Liegestuhl.
Auch das Cover transportierte genau diese Erwartungen.

Maya‘s Bruder ...

Italien, Sommer, eine Einladung zu einer Hochzeit, das klang nach einer süßen Sommerromanze, einer Urlaubs Rom Com für den Liegestuhl.
Auch das Cover transportierte genau diese Erwartungen.

Maya‘s Bruder Eli hat sich für seine bevorstehende Hochzeit mit Rue eine traumhafte Villa auf Sizilien ausgesucht. Das Problem für Maya ist, sie wird dort auf den besten Freund ihres Bruders, Conor, treffen. Er ist 15 Jahre älter als die 23jährige Studentin Maya, und obwohl die gegenseitige Anziehung mehr als offensichtlich ist, verbietet er sich eine Beziehung zu ihr. Er sieht den Altersunterschied und das Machtgefälle ( Er ist stinkreich!) zwischen ihnen als unüberwindlich an. Während die Hochzeitsvorbereitungen unter keinem guten Stern stehen und eine Katastrophe der nächste folgt, erfährt man als Leser in Rückblicken die Vorgeschichte zu dieser problematischen und unmöglichen „Liebe“ oder auch „Nichtliebe“ zwischen dem 38jährigen „Oldie“ und Maya.

Die Geschichte dreht sich im Kreis, immer wieder dieselben Argumente. Auf der anderen Seite lässt er aber auch nicht los, schickt Geschenke, taucht bei Konflikten plötzlich auf oder zeigt sich eifersüchtig, wenn sie vorhat jemanden anderes zu daten. Er behandelt sie wie ein Kind und benimmt sich teilweise wie ein Sugardaddy.

Um mal etwas Positives zu sagen, trifft Ali Hazelwood in der Geschichte wieder absolut meinen Humornerv. Die Dialoge sind wirklich super witzig.

Die Romanze hat mich dagegen gar nicht überzeugt. Das überstürzte Happy End war unglaubwürdig und hat mich regelrecht geärgert.

Es gab reichlich „Spice“, auch das fand ich nicht gut gemacht. Es war mir zu explizit . Das brauche ich nicht.

Mein Fazit: Keine Empfehlung. Leider war dieses Buch eine Enttäuschung für mich.

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