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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Ungewohnt fahle Dystopie des Autors

Ins fahle Herz des Sommers
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Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine ...

Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine Pest dahingerafft, der andere Teil kämpft ums Überleben, während ganze Landstriche mittlerweile unbewohnbar sind. Einer dieser Kämpfer ist Fausto. Sein Leben ist mühsam, schwer und nur von wenigen Nachbarn begleitet. Bis eines Tages Valérie im Haus neben ihm einzieht und mit ihr ein dunkles Geheimnis.

Normalerweise bin ich großer Fan von Andreas Eschbach und hatte mich schon sehr auf sein neues Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ gefreut, zumal es mein erstes Hörbuch von ihm sein sollte. Sprecher Matthias Koeberlin hat seine Sache auch wirklich gut gemacht, so dass es eine Freude und sehr angenehm war seinen Worten zu lauschen. Leider verhielt es sich mit der Story und auch den Protagonisten, für meinen Geschmack, da anders. Diese konnten mich diesmal leider nicht überzeugen. Fausto & Co. erschienen mir nicht greifbar und blass gezeichnet, die Story eindimensional und vorhersehbar. Irgendwie in sich nicht schlüssig, bzw. unfertig, so als sei lediglich ein Kapitel aus einem Buch herausgenommen worden und während Dreiviertel so vor sich hin geplätschert sind, hat das letzte Viertel dann versucht alle „Action“ aufzuholen. Absolut grandios waren jedoch Eschbachs Schilderungen von Klima, Land und Leuten. Hier ist es ihm so meisterhaft gelungen die beklemmende Stimmung und düstere Atmosphäre zu transportieren, dass ich mich beim Hören, am Liebsten meines Shirts und der langen Hose entledigt hätte.

Fazit: Erstmals, dass ich zu einem Eschbach sagen muss - kann man hören/lesen muss man aber nicht. Ein interessantes, jedoch recht fahles Gedankenexperiment.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Solider Thriller mit Herz

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind wie Pech und Schwefel. Nicht nur als beste Freunde gibt es sie nur im Doppelpack, sondern auch in ihrem gemeinsamen Podcast. Bei „This Story Might Save Your Life“ ist der Titel Programm. ...

Joy und Benny sind wie Pech und Schwefel. Nicht nur als beste Freunde gibt es sie nur im Doppelpack, sondern auch in ihrem gemeinsamen Podcast. Bei „This Story Might Save Your Life“ ist der Titel Programm. Bis, die unter Narkolepsie leidende Joy und ihr Ehemann eines Tages spurlos verschwinden und Benny, der am Boden zerstört ist und sich selbst auf die Suche nach seiner besten Freundin macht, plötzlich Hauptverdächtiger der Ermittlungen wird. Als er dann ein Manuskript von Joy findet, offenbaren sich ihm irritierende Wahrheiten.

Mit „This Story Might Save Your Life“ zeigt Autorin Tiffany Crum einmal mehr auf, dass nicht alles so ist, wie es scheint und hat damit einen durchaus fesselnden und clever aufgebauten Thriller verfasst. Dadurch, dass die Story zwischen Joys Manuskript und der gegenwärtigen Handlung hin und her wechselt, bleibt das Buch durchweg spannend und der Leser lange Zeit im Ungewissen. Ich habe das Hörbuch gehört und fand dieses sowohl gut umgesetzt, wie angenehm hörbar, als auch spannend. Die Charaktere empfand ich als gut ausgearbeitet, durchaus authentisch und sympathisch, auch die eingebaute Lovestory hat mir gut gefallen, wie die thematisierte Freundschaft zwischen Joy und Benny insgesamt.

Fazit: Ich würde das Buch jetzt nicht als „den“ reißenden Thriller bezeichnen, der mich in Mark und Bein erschüttert und mir das Fürchten gelehrt hat. Dafür aber als einen überaus unterhaltsamen, der mit reichlich Wendungen trumpfen konnte. Mir hat er jedenfalls gut gefallen und für spannende, sowie rätselhafte Lese- bzw. Hörmomente gesorgt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Unterhaltsam und pfiffig!

Annie Knows Everything
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Mit „Annie knows everything“ lässt Rachel Wood die überaus schlagfertige und gewitzte Annie auf die New Yorker Arbeitswelt los. Als diese ihren Traumjob verliert, sieht sie nur eine Chance, ihr etwas aus ...

Mit „Annie knows everything“ lässt Rachel Wood die überaus schlagfertige und gewitzte Annie auf die New Yorker Arbeitswelt los. Als diese ihren Traumjob verliert, sieht sie nur eine Chance, ihr etwas aus den Fugen geratenes Leben nicht noch schlimmer zu machen, sie muss sich bei Abteilungsleiter Connor in eine offene Stelle tricksen, von der sie nicht die leiseste Ahnung hat.

Davon abgesehen, dass ich nun endlich weiß was eine RomCom ist (Romance ist eigentlich nicht so mein Genre), hat es mir unheimlichen Spaß gemacht das Buch zu lesen. Die Autorin legt einen flotten und flüssig lesbaren Schreibstil an den Tag, eine ebenso zurückhaltende, wie authentische (Love)Story und überaus sympathische Protagonisten, die man einfach mögen muss. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind wirklich erfrischend locker und witzig, so dass man einfach nur so durch die Seiten fliegt. Als Fachinformatikerin hab ich mich in Annies Technik & Datenwelt natürlich auch irgendwie Zuhause gefühlt und mich gleich in den grünen Dino mit seinen Schmetterlingen verliebt

Fazit: Erfrischend, entspannend, witzig, charmant und wahnsinnig unterhaltsam! Auch wenns nicht so mein Genre ist, wäre ich bei Annie Teil 2 sofort mit dabei!

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Zwischen Realität und Sauerteig

Yesteryear
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In “Yesteryear” von Caro Claire Burke bastelt sich Nathalie Heller Mills eine Realität zwischen traditioneller Idylle, Farmleben und sozialen Medien. Zwischen Momfluencerin und TradWife. Ihr Leben, mehr ...

In “Yesteryear” von Caro Claire Burke bastelt sich Nathalie Heller Mills eine Realität zwischen traditioneller Idylle, Farmleben und sozialen Medien. Zwischen Momfluencerin und TradWife. Ihr Leben, mehr Schein als Sein, ihre Familie ein gut florierendes Unternehmen. Bis sie eines Tages, in der von ihr gespielten Rolle als perfekte Ehefrau und Amerikanerin auffliegt und der Alptraum beginnt.

Obwohl ich anfangs eher skeptisch war, hat es dann doch nicht lange gedauert bis mich die Autorin mit ihrem wortgewaltigen, bissigen Schreibstil gepackt und ganz tief in ihre Tasche gesteckt hat. In knapp zwei Tagen hatte ich das Buch durch und das will bei mir wirklich was heißen. Die Story spielt in zwei Zeitebenen, ist einerseits echt skurril und schräg, andererseits aber auch absolut nachvollziehbar und authentisch. Auf jeden Fall ist sie andersartig, ebenso schlagfertig wie scharfsinnig, treffend und entwickelt sich so ganz anders als gedacht. Was sich im Übrigen genau so auch auf die Charaktere beziehen kann. Insgesamt ein genialer Sprung zwischen Tradition, Verblendung, Irrsinn, rotziger Social Media Welt und Abbild unserer heutigen Gesellschaft, die allzu gern vorgibt etwas zu sein, was sie definitiv nicht ist.

Fazit: Auch wenn ich nicht recht weiß, wie und wo ich das Buch einordnen soll, so war es mir dennoch ein großes Vergnügen es zu lesen - auf jeden Fall ein Jahres-Highlight!

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Von willensstarken Aussenseiterinnen und Heimatgefühl

Die Riesinnen
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Wittenmoos im Schwarzwald, dort leben sie, „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner. Drei Generationen dürrer, hochgewachsener, starker Frauen mit kupferrotem Haar. Mütter und Töchter zwischen tiefsitzendem ...

Wittenmoos im Schwarzwald, dort leben sie, „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner. Drei Generationen dürrer, hochgewachsener, starker Frauen mit kupferrotem Haar. Mütter und Töchter zwischen tiefsitzendem Heimatgefühl inmitten eines Dorflebens, in das sie so gar nicht passen wollen, dunklen Wäldern und einem tiefen Wunsch nach Freiheit.

In fesselndem, poetischen und gleichzeitig klarem Schreibstil begleitet die Geschichte drei Generationen Frauen. Angefangen mit Außenseitern Liese, die von Mann und Gesellschaft kleingehalten wird, während sie sich den gesellschaftlichen Zwängen unterwirft, über Tochter Cora mit ihrem tiefsitzenden Wunsch nach Freiheit und Enkelin Eva, die schlussendlich alle Muster der vorigen Generationen durchbricht. Die Protagonistinnen sind so ausdrucksstark und authentisch gezeichnet, dass es die reinste Freude ist, ihre Willensstärke und die, von
Generation zu Generation fortschreitende, Entwicklung mitzuerleben. Die Beschreibungen sind atmosphärisch, fesselnd und voller Gefühl. Lediglich am Ende ist letzteres, für meinen Geschmack, ein wenig zu kurz gekommen.

Fazit: Ein berührender, kraftvoller und ebenso tragischer, wie ehrlicher Roman, der an vielen Stellen zum Innehalten einlädt. Auf jeden Fall lesenswert!

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