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Veröffentlicht am 29.08.2025

Eine Frau, zwei Lebensentwürfe

Im Leben nebenan 
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Statt kinderlos mit verzweifeltem Kinderwunsch und Jakob an ihrer Seite, erwacht Antonia eines Tages, mit ihrer Jugendliebe Adam verheiratet, als frisch gebackene Mutter mit Baby im Arm. Plötzlich steckt ...

Statt kinderlos mit verzweifeltem Kinderwunsch und Jakob an ihrer Seite, erwacht Antonia eines Tages, mit ihrer Jugendliebe Adam verheiratet, als frisch gebackene Mutter mit Baby im Arm. Plötzlich steckt sie in einem ganz anderen Leben, in dem ihr alles fremd erscheint. Ein Leben, dass in der Vergangenheit andere Lebensentscheidungen verlangt hätte und ihr einen anderen Lebensentwurf offenbart.

Vorab sei erwähnt, dass ich „Im Leben nebenan“ von Anne Sauer als Hörbuch gehört habe, welches von Chantal Busse ganz wundervoll eingesprochen wurde. Mit ihrer angenehmen Stimme hat sie die jeweiligen Situationen, Gedanken und ebenso Gefühle ganz hervorragend transportiert, sodass ich der Story mit der gleichen Leichtigkeit folgen konnte, wie ihren Worten, was mir bei Hörbüchern nicht immer ganz leicht fällt.

Zunächst einmal sollte sich jeder darüber bewusst sein, dass der Roman hauptsächlich das Thema Kinderwunsch behandelt, also schon recht speziell und dadurch vielleicht nicht für jeden geeignet ist. Dies geschieht aus zwei Erzählperspektiven (Antonia und Toni), jedoch ein und derselben Frau, die sich einer was-wäre-wenn Utopie hingibt. Parallel lebt sie das Leben als Mutter und das als Nicht-Mutter. Exakt auf den Punkt gebracht und mit gnadenloser, erfrischender Ehrlichkeit, beschreibt die Autorin (Antonias/Tonis) Gefühle und Überlegungen, wobei sie dabei auch auf das Thema grundsätzliche Thema Partnerschaft eingeht und sich dabei so neutral gibt, wie die Schweiz.Trotzdem hat mich das unklare Ende ein wenig gestört, welches einerseits natürlich viel Raum für eigene Gedanken lässt, mich andererseits aber auch ein wenig, nennen wir es „ratlos“, zurückgelassen hat.

Fazit: Interessante Idee, sprachlich erfrischend und grandios umgesetzt, allerdings muss einem das Thema schon liegen, um sich auf das Buch einlassen zu können. Wenn dem so ist, eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Machtspiel der Götter und ein Funken Hoffnung

To Tempt a God
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In der Zukunft haben Götter die Macht über die Menschheit übernommen. Während sie über Silver City herrschen, ist es für die Menschen zu einer Herausforderung geworden unter ihnen zu überleben. So auch ...

In der Zukunft haben Götter die Macht über die Menschheit übernommen. Während sie über Silver City herrschen, ist es für die Menschen zu einer Herausforderung geworden unter ihnen zu überleben. So auch für Aurora, die eines Tages zu den Göttern berufen wird, um einem von ihnen zu dienen. Es ist Colden, ausgerechnet der Sohn des Herrschergottes, der sie ersteigert und der so ganz anders ist, als die anderen, mit Grausamkeit herrschenden Götter. Langsam nähern sie sich an, doch können sie einander vertrauen?

Bei „To tempt a god“ handelt es sich um den ersten Band der neuen Sonnenlicht Saga von Anna Benning, von der ich allerdings
bisher noch nichts gehört hatte. Vermutlich weil Romantasy normalerweise nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist. Allerdings habe ich eine Schwäche für Mythologie & Göttergeschichten und jede Menge Gutes von dem Buch gehört.

Der Einstieg war für mich, trotz der Komplexität, überraschend einfach. Gleich von den ersten Seiten an hat mich die Autorin mit ihrem bildgewaltigen Schreibstil in den Bann gezogen, mich komplett in die Welt von Silver City eintauchen lassen und mir zudem die Charaktere ans Herz gelegt. Ich habe mit Aurora mitgefühlt, um ihren Bruder Varian gebangt und Göttersohn Colden in mein Herz gelassen. Gerade was die Liebesgeschichte zwischen Aurora und Colden angeht, empfand ich es als sehr angenehm, dass diese nicht pausenlos im Vordergrund stand. Sie kam weder kitschig, noch erzwungen rüber oder „to much“. Der Spannungsbogen baut sich in der Story nach und nach auf, es kommt zu - wie ich finde - unvorhersehbaren Wendungen bis das Buch schließlich mit einem Cliffhanger endet, der mich so sprachlos zurückgelassen hat, dass ich Band 2 kaum abwarten kann.

Fazit: To tempt a god ist eine wirklich fantastische, spannende und in sich schlüssige Göttergeschichte, die mich bis spät in die Nacht (Stichwort: „nur noch ein Kapitel“) wachgehalten hat. Für mich ein absolutes Romantasy-Highlight & eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Die Goldene Mitte für Lavaughn und Page

Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich
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Pearls & Skulls - Unsterblich ist der Auftakt zur neuen Dilogie von Sandra Grauer, in der sie diesmal Vampire und einen Bikerclub, in New Orleans, als Erzfeinde ins Rennen schickt. Nachdem an Mardi Gras ...

Pearls & Skulls - Unsterblich ist der Auftakt zur neuen Dilogie von Sandra Grauer, in der sie diesmal Vampire und einen Bikerclub, in New Orleans, als Erzfeinde ins Rennen schickt. Nachdem an Mardi Gras jedoch ein - für beide Seiten wichtiges - Artefakt gestohlen wird, gilt es eine kollektive Lösung zu finden. Also brechen Blutsauger Lavaughn und Bikerchef-Tochter Page kurzerhand zu einem gemeinsamen Roadtrip auf, bei dem schnell auch knistern in der Luft liegt.

Grundsätzlich fand ich die Idee Vampire gegen Bikerclub echt interessant und neuartig, im Detail dann aber doch leicht „Twilight“ abgeschmackt, dabei jedoch nicht nervig. In die Geschichte hineinzufinden ist mir dann auch, dank des einfachen und legeren Schreibstils der Autorin, sehr leicht gefallen. Zwischendurch bin ich allerdings auch mal ins Schleudern geraten, wenn zunehmend Figuren und Handlungen aus den anderen Dilogien der Autorin ins Spiel kamen und ich der ganzen Sache nicht mehr so recht folgen konnte. Darauf hatte die Autorin allerdings im Vorfeld schon hingewiesen und soll nicht heißen, dass sich dieses Buch nicht ohne die anderen, in der selben Welt spielenden, Dilogien lesen ließ. Es hat nur mich ganz persönlich genervt, nicht alles darüber zu wissen und zu verstehen.

Gefallen hat mir auf jeden Fall das außergewöhnliche Setting, dieses Mardi Gras Gefühl, welches im Buch echt gut transportiert wurde und mich dahingehend auch zum nachschlagen motiviert hat. Trotzdem hat es das Buch leider irgendwie nicht geschafft mich vollends zu fesseln. Dieses „ich muss wissen wie’s weitergeht“ Gefühl wollte sich bis zum Schluss einfach nicht bei mir einstellen, obwohl die Story gut, und die Charaktere echt interessant waren und es zum Ende hin auch recht spannend wurde. Vielleicht habe ich in letzter Zeit auch einfach schon zu viele, echt starke und mich fesselnde, Bücher gelesen.

Fazit: Alles eine Sache des Geschmacks - ich persönlich fand das Buch weder richtig gut, noch richtig schlecht. Wenn es mich auch nicht wirklich in seinen Bann ziehen konnte, so hat es mich „für zwischendurch“ doch durchaus unterhalten. Den zweiten Band werde ich mir bei Erscheinen aber vermutlich nicht mehr holen.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Tolles Ermittler-Duo, spannender Fall, grandioser Auftakt!

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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Am Kreisverkehr der Berliner Siegessäule wird, auf der Ladefläche eines Kleinlasters, die Leiche einer Frau gefunden. Halbnackt, mit einem Schriftzug aus roter Farbe. Schnell wird klar, dass es sich nicht ...

Am Kreisverkehr der Berliner Siegessäule wird, auf der Ladefläche eines Kleinlasters, die Leiche einer Frau gefunden. Halbnackt, mit einem Schriftzug aus roter Farbe. Schnell wird klar, dass es sich nicht nur um irgendeinen Schriftzug handelt. Doch was hat es zu bedeuten, dass auf ihrem halbnackten Körper die Anschrift des Bundeskanzlers prangt? Obwohl Artur Mayer dem Polizeidienst eigentlich abgeschworen hatte, wird der berüchtigte Ermittler um Hilfe gebeten. Kurzerhand bekommt er Kommissar-Anwärterin Nele Tschaikowski zur Seite gestellt und das ungleiche Ermittler-Duo begibt sich auf eine Spurensuche die es in sich hat.

Ich kannte bisher keine Bücher von Marc Raabe, doch mit „Der Morgen“ ist ihm ein wirklich spannender Auftakt zu seiner neuen Thrillerreihe, rund um den eigenwilligen Ermittler Artur Mayer, gelungen. Eigenwillig oder sollte ich besser unkonventionell, unbequem und zudem rau sagen? Auf jeden Fall ist er eine Marke für sich und konnte mich, gemeinsam mit Nele Tschaikowski, direkt für sich einnehmen. Beides spannende Charakter und während man noch verfolgt, wie sich beide problembehaftet annähern, ist eigentlich eins schon klar: ein neues Dreamteam ist geboren - wenn auch beide noch nichts davon ahnen.

Anfangs hatte ich erst so meine Problemchen in die komplexe Geschichte reinzufinden, da die Story u.a. in zwei Zeitebenen spielt und ich den vielen Handlungen nicht gleich folgen konnte, was aber durchaus auch daran gelegen haben kann, dass ich zu Anfang nur das Hörbuch gehört habe.und erst später parallel gelesen habe. By the way, der Sprecher Peter Lontzek hat wirklich einen tollen Job gemacht! Als ich dann einmal drin war, konnte ich die Kopfhörer dann gar nicht mehr weglegen. Die Story hat nicht nur brillant ausgearbeitete Handlungsstränge, sondern ist ebenso spannend, fesselnd und ineinander fein verwoben. 

Fazit: Ein toller Auftakt, mit ganz viel Spannung, interessantem Plot und einem Ermittler-Duo, von dem ich nicht nur wissen möchte wie es privat bei Beiden weitergeht, sondern mit dem ich nur allzu gerne weiter auf Spurensuche gehe. Band 2 liegt schon hier und wartet

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Töchter des Orients

Der Duft der fernen Insel
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1852. Eve, eine junge Lehrerin an einer Liverpooler Blindenschule, bekommt die einmalige Chance Nunu, die blinde Tochter des Sultans von Sansibar, zu unterrichten. Die 9jährige Nunu ist blind zur Welt ...

1852. Eve, eine junge Lehrerin an einer Liverpooler Blindenschule, bekommt die einmalige Chance Nunu, die blinde Tochter des Sultans von Sansibar, zu unterrichten. Die 9jährige Nunu ist blind zur Welt gekommen, ringt mit ihrem Schicksal, wodurch sie immer wieder zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen neigt. Doch Nunu hat auch ein einzigartiges Talent im Umgang mit Aromen und Düften, welches Eve sich zu Nutze macht um das Mädchen zu bändigen. Alles scheint sich zu zum Guten zu fügen, bis sich Eve und Nunu in denselben Mann verlieben und das Schicksal einen unvorhergesehenen Lauf nimmt.

Vor „Der Duft der fernen Insel“ habe ich bislang noch kein Buch der Autorin Christina Rey bzw. Sarah Lark gelesen, vermutlich weil ich mich normalerweise eher in anderen Genres bewege. Um so mehr hat es mich überrascht, wie schnell und intensiv mich das Buch in seinen Bann gezogen hat. Zunächst der atmosphärischen Beschreibungen wegen, die mich sofort mit auf einen Kurzurlaub ins Sansibar des 19. Jahrhunderts genommen haben, dann waren es hinterher die einnehmenden Beschreibungen von Nunu’s Duftkompositionen - ich hätte mir am liebsten auch direkt ein Destilliergerät bestellt und selbst experimentiert

Mir haben sowohl die unterschiedlichen Erzählstränge, die nicht nur von Nunu und Eve berichten, sondern eben auch andere Personen und Themen wie Sklavenhandel und Missionarsarbeit aufgreifen, als auch das exotische Flair, sehr gut gefallen. Besonders beeindruckt hat mich jedoch das Nachwort, welches über die historischen Hintergründe aufklärt und darüber, dass es tatsächlich eine blinde Sultanstochter Nunu gab, welche aber natürlich nichts mit der Nunu im Buch gemein hat. Trotzdem hat es mich dazu bewogen, mir direkt auch noch die im Buch genannte, weiterführende Literatur über das Leben im Sultanspalast zu bestellen.

Fazit: Ein - im wahrsten Sinne des Wortes - absolut dufter Wohlfühl-Roman! Wenn vielleicht auch nicht durchgängig Spannung mit im Spiel war und am Ende alles etwas schnell ging, so habe ich dennoch jedes einzelne Wort und auch die Details genossen.

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