Alleswürde
Die schönste VersionJella und Yannick führen scheinbar eine glückliche Beziehung und es kommt plötzlich zu einer Explosion. Nachdem Yannick sie gewürgt hat, zeigt Jella ihn an und flüchtet zu ihrem Vater. In Rückblicken wird ...
Jella und Yannick führen scheinbar eine glückliche Beziehung und es kommt plötzlich zu einer Explosion. Nachdem Yannick sie gewürgt hat, zeigt Jella ihn an und flüchtet zu ihrem Vater. In Rückblicken wird deutlich, dass die Beziehung schon länger nicht mehr gut war sondern von Auseinandersetzungen geprägt. Jella zweifelt immer wieder, ob die Anzeige richtig war, hat Mitleid mit Yannick und denkt, dass sie übertreibt und ihr eigenes Verhalten für die Eskalation gesorgt hat. Das ist manchmal schwer auszuhalten, weil es von außen völlig klar ist, dass sein Verhalten falsch war - egal was vorher passiert ist, was Jella gesagt oder gemacht hat. Es ist aber sehr realistisch, dass die Frau Fehler und Verantwortung bei sich sucht. Sehr anschaulich schildert die Autorin, dass Jella sich auch früher schon so verhalten hat, wie Männer es sich wünschen oder erwarten würden. Es werden eindrückliche Beispiele dafür geschildert und es macht wütend zu wissen, wie häufig solche Situationen leider immer noch vorkommen, weil (vor allem) Männer geschickt manipulieren. Jella schämt sich, deshalb verkriecht sie sich zunächst und spricht nicht darüber, was passiert ist. Irgendwann kämpft sie aber doch für ihre Alleswürde. Es ist ein schwieriger Weg und braucht Zeit. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Buch viele Leser*innen zum Nachdenken anregt und dafür sorgt, dass man mehr auf sein Bauchgefühl hört und genauer hinsieht. Vielleicht hilft es auch, endlich für sich selbst einzustehen und sich nicht ständig für andere zu verbiegen.