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Veröffentlicht am 01.10.2025

Mein Garten ist zu klein!

Das große Garten-Gemüse-Buch
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Cynthia Nagel merkt man an, welche Liebe sie zu ihrem Garten und dem Kochen verbindet. Ihr Rat, zuerst zu überlegen, was man gerne isst, und den Garten danach zu gestalten, rennt bei mir offene Türen ein. ...

Cynthia Nagel merkt man an, welche Liebe sie zu ihrem Garten und dem Kochen verbindet. Ihr Rat, zuerst zu überlegen, was man gerne isst, und den Garten danach zu gestalten, rennt bei mir offene Türen ein. Ich habe noch nie anders gehandelt! Aber ich packe dazu noch den Rat, nichts anzubauen, das mehr Mühe als Freude macht! Ich liebe Salat, aber Schnecken und Blattläuse ärgern mich endlos und dann werden alle Salate auf einmal erntereif. Nein, den hole ich mir lieber vom Markt nach Bedarf! Wie die Autorin weiß auch ich, dass man mit eigenem Anbau selten wirklich spart. Gute Pflanzen oder Samen gehen ins Geld, die Arbeit und die Utensilien gar nicht gerechnet. Aber der Geschmack ist unvergleichlich und eigenes Gemüse zu verarbeiten macht unbeschreiblich viel Freude und Spaß!

Die Informationen rund um Garten, Anbau, Anzucht, Saatgut, Eigenschaften der unterschiedlichen Gemüsesorten, Lagerung und was man wie verwenden kann, sind kurz gefasst, aber reichlich und sehr hilfreich. Hier hat man zwar keinen Almanach für Gemüseanbau in Händen, aber ein Buch, das das wichtigste Wissen von Anfang an vermittelt. Die Pflanzenportraits sind immer von alten Sorten, die so nicht im Handel zu bekommen sind. Da bekommt man natürlich Lust, diese ausgefallenen Gemüsesorten bzw. Gemüsearten selbst gedeihen zu lassen! Vor allem aber kann man wirklich staunen, was es so alles gibt, das man noch gar nicht kennt. Hier lernt man sehr viel dazu.

Zwischen den Gemüsearten und ihrer Beschreibung sind dann die Rezepte eingestreut. Es sind nicht viele, aber sie sind überraschend und hoch interessant. Der Aufbau ist strukturiert und übersichtlich gestaltet. Nach dem Namen des Gerichtes folgen eine kleine Beschreibung, die Zutaten gelistet, die Garzeit und die Arbeitsschritte. Auch weitere Hinweise, Tipps, Variationen und ähnliches sind immer wieder zu finden. Dazu ein Foto des fertigen Gerichtes, was mir persönlich immer sehr wichtig ist. Das Auge isst eben mit! Auch wenn es sehr wenig Rezepte sind, so sind sie doch eine Bereicherung unseres Speiseplans. Die Gemüse-Crostata ist eine echte Alternative zur Pizza.

Mich hat das Buch kalt erwischt. Jetzt merke ich, dass mein Garten viel zu klein ist, um all die tollen Gemüse anzupflanzen, die ich darin entdeckt habe! Nächstes Frühjahr werden meine freien Flächen nicht mehr frei sein. Überall Gemüse, wohin das Auge reicht! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Henssler eben!

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
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Das Buch würde man völlig ohne Namensnennung und Fotos als eins von Steffen Henssler erkennen. Schon die Aufmachung und die Seiten vor den Rezepten zu den jeweiligen Kapiteln sind unverkennbar. Aber auch ...

Das Buch würde man völlig ohne Namensnennung und Fotos als eins von Steffen Henssler erkennen. Schon die Aufmachung und die Seiten vor den Rezepten zu den jeweiligen Kapiteln sind unverkennbar. Aber auch gleich das erste Rezept verrät ihn. Ganz im Ernst jetzt, braucht man tatsächlich ein Rezept für Brot mit Spiegelei? Und ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich mag keinen flüssigen Dotter. Für mich ist das perfekte Spiegelei eben Sunny Side Down! Ätsch!

Das eine oder andere Rezept ist dann auch mal etwas arg abgehoben. Die Schlemmerschnitte mit Kaviar muss jetzt echt nicht sein, weder zum Frühstück, noch sonst wann. Okay, liegt an meinem persönlichen Geschmack, ich mag kein rohes Fleisch, auch nicht, wenn es Tartar aus Rumpsteak ist. Ja, ich mag vieles nicht, auch keine Avocado, keine Oliven, kein Schweinefleisch. Und auch diese Lebensmittel tauchen im Buch auf. Das ist soweit nicht dramatisch, ich muss ja nicht jedes Rezept nachmachen. Und ja, auch wenn das gerade nicht so klingt, auch für mich sind hier Highlights zu finden und neue Anregungen. Außerdem kann man Zutaten ja auch prima austauschen oder weglassen. Das Rezept für den Spitzkohl gefällt mir sehr gut, ist echt einfach, aber ich hätte da dann schon gern noch etwas dazu. Nur der Kohl ist mir zu wenig.

Ich liebe es, wenn Rezepte mit Fotos versehen sind. Hier bekomme ich riesige Fotos und daneben eine Seite mit zumeist sehr wenig Text. Die Zutatenliste befindet sich links, daneben findet man direkt die Zubereitungsschritte, die knapp, aber verständlich gehalten sind. Gelegentlich findet sich in einer Sprechblase, über der „Steffen sagt“ steht, ein Tipp zum Rezept. Alle Rezepte sind mit Symbolen versehen, die anzeigen, für welche Tageszeit das Rezept gedacht ist, wie viel Zeit benötigt wird, für wie viele Personen/Portionen es ist und ob es vegetarisch ist. Diese Kennzeichnung hätte ich mir auch im Rezeptregister und Inhaltsverzeichnis gewünscht. Nährwertangaben findet man hier keine. Das wird bei einigen Kochfans für Unmut sorgen.

Die Zutaten sind vielleicht nicht immer das, was man so vorrätig hat, aber auch nicht exotisch. Man bekommt alles im Supermarkt, ohne extra im Internet bestellen zu müssen. Regional sind sie nicht immer, das sei Henssler verziehen. Auch, dass manch schnelle Nummer dann doch fast eine Stunde Arbeit bedeutet, und die ganz fixen Rezepte auch nur so schnell fertig werden, wenn man sich echt beeilt oder alles schon vorgeschnibbelt ist. Bei Brot und Brötchen ist ihm verziehen, da ist schnell immer schwierig.

Insgesamt aber ein witzig gestaltetes Kochbuch mit einem bunten Reigen an Rezepten, die eigentlich wirklich jeder nachkochen können sollte. Küchenprofis sowieso. Aber schön ist eben auch, dass dieses Buch nicht nur für Eilige, sondern auch für Kochanfänger geeignet ist. Zumindest zum größten Teil. Ein wenig arg gepimpt, viel Papier für wenig Text, aber rundum typisch Henssler. Macht mal eben vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Japan-Bildband mit ein paar Rezepten

Oishii!
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Dieses Buch ist mehr, als ein Kochbuch. Es lädt zwar ein, die Rezepte nachzukochen, doch legt es den Fokus doch stark auf die Lebensweise der Japaner und darauf, wie sie sich im Laufe der Jahre verändert ...

Dieses Buch ist mehr, als ein Kochbuch. Es lädt zwar ein, die Rezepte nachzukochen, doch legt es den Fokus doch stark auf die Lebensweise der Japaner und darauf, wie sie sich im Laufe der Jahre verändert hat. Das macht sich am meisten beim Frühstück bemerkbar, doch auch in allen anderen Lebensbereichen. Dennoch fühlt man sich nach der Lektüre einfach ein wenig entschleunigt und freut sich darauf, immer mal wieder eines der Rezepte nachzukochen.

Natürlich sind die Zutaten ein wenig exotischer, als man sie üblicherweise im Vorratsschrank hat. Jedoch sind sie bestens im gut sortierten Lebensmittelhandel in der asiatischen Abteilung zu finden oder man geht gleich in einen Asia-Laden. Das ist sowieso ein tolles Erlebnis und lohnt sich immer! Die Rezepte kommen mit Foto, der Bezeichnung in japanischen Schriftzeichen und übersetzt, dazu ein paar erklärende Worte und die Angabe, für wie viele Personen es reicht und welchen Zeitbedarf man einrechnen sollte. Danach sind die Zutaten gelistet und die Arbeitsschritte kurz und bündig erklärt.

Das Buch sprudelt über vor Eindrücken des japanischen Alltags und Essens. Die Fotos sind tolle Momentaufnahmen, völlig ungestellt und ungeschönt. Man sieht, was gegessen wird und wie und wo, ob im Restaurant oder mitten im Trubel oder gar am Arbeitsplatz. Allerdings fällt mir auch auf, dass Frauen in der Minderheit sind und zumeist in den Restaurants arbeiten, weniger dort essen. Auch ist alles etwas abgelebt, etwas verbraucht, alt, nicht neu und glänzend. Das macht mich nachdenklich.

Insgesamt also ein ausgefallenes Buch, das kein reines Kochbuch sein möchte und das auch nicht ist. Dazu sind es zu wenige Rezepte. Aber es ist ein Bildband über Japan, mit Informationen und eben ein paar Rezepten. Drei Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Pasta und Sauce vom Aostatal bis Sizilien

Il mondo della Pasta
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Dieses Buch beschäftigt sich mit Pasta, ganz klar. Dabei wird auf die Unterschiede in den einzelnen Regionen Italiens eingegangen. Man erhält Grundrezepte und eine Anleitung, wie der Teig verarbeitet werden ...

Dieses Buch beschäftigt sich mit Pasta, ganz klar. Dabei wird auf die Unterschiede in den einzelnen Regionen Italiens eingegangen. Man erhält Grundrezepte und eine Anleitung, wie der Teig verarbeitet werden muss, um den Gaumen zu erfreuen. Außerdem erfährt man unfassbar viel über die Geschichte der Pasta und die Herstellung, manuell und maschinell. Eine Übersicht über Pastaformen wird auch geliefert. Wer sich voll und ganz ins Thema werfen möchte, bekommt zudem eine Übersicht über die Utensilien, die man haben sollte, wenn man nicht nur hin und wieder, sondern am liebsten immer seine Pasta selbst machen möchte. Da kommt so einiges zusammen!

Schade finde ich, dass auf die Mehlsorten nicht so wirklich intensiv eingegangen wurde. Tipo 00 ist nicht gleich Tipo 00, es kommt auch auf die Weizensorte und den W-Wert an. Bei Semola ist die Beschreibung auch ein klein wenig irreführend. Zumindest für mich und ich habe durch mein Brotbacken meiner Meinung nach einiges an Mehl-Kenntnis. Insgesamt wird mehr auf die Soßenrezepte eingegangen, als auf die Pasta-Herstellung zu Hause. Vollkornpasta fehlt leider komplett. Die Soßenrezepte sind aber schon lecker, das muss man sagen! Hier hätte ich mir aber ein paar mehr ohne (Schweine-)Fleisch gewünscht. Fans von Nährwertangaben werden enttäuscht. Die werden nicht angegeben.

Ein wenig schade finde ich auch, dass es weniger Pasta-Rezepte gibt, als ich erwartet hatte, und auch für mein Verständnis wenige und nicht ganz so ausführliche Anleitungen, wie man sie formt. Bei einigen Saucen-Rezepten stehen weitere Rezepte zu Pasta, bei vielen aber nicht oder es werden gekaufte Nudeln verwendet. Zudem sind die Rezepte oft identisch zu denen vorne im Buch, wobei sich nur die Mengenangaben proportional ändern.

Beim Lasagne-Rezept hat mich schon bei der Beschreibung gewundert, dass drei ganze Eier und drei Eigelbe verwendet werden auf 500g Mehl. Der Teig war total trocken und krümelig und ich musste Wasser, und zwar reichlich, dazugeben. Mit den Eiweißen wäre das vermutlich nicht nötig gewesen. Die Teigmenge ergab dann auch noch viermal so viele Platten, wie laut Rezept benötigt werden. Das war schon heftig für mein Verständnis. Aber wichtig ist hier noch zu sagen, dass die Lasagne einfach köstlich war! Die übrige Teigmenge habe ich zu Farfalle und Garganelli geformt.

Vielleicht hatte ich einfach nur eine falsche Vorstellung vom Buch und zu hohe Erwartungen. Für Anfänger bei der Pasta-Herstellung finde ich es etwas schwierig und nicht so gut geeignet. Der Schwerpunkt liegt auf Wissen rund um die Regionen und ihre Spezialitäten, auf Unterschiede und Besonderheiten. Ich empfinde das Buch auch als etwas unstrukturiert. Für mich daher, obwohl das Buch eindeutig mit Liebe zu Pasta und Italien gemacht wurde, drei Sterne. Gut, aber nicht überragend.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Studentenjob der besonderen Art

Mord im Wattenmeer
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Chefermittler Pannkok macht es sich gern so einfach wie möglich und deshalb ist für ihm der Todesfall im Ferienhaus Wattenmeer kein Mord, sondern ein Unfall. Femke aber, die Reinigungskraft für die Ferienhäuser ...

Chefermittler Pannkok macht es sich gern so einfach wie möglich und deshalb ist für ihm der Todesfall im Ferienhaus Wattenmeer kein Mord, sondern ein Unfall. Femke aber, die Reinigungskraft für die Ferienhäuser in Dangast, kann das nicht glauben. Also beginnt sie, mit Hilfe ihrer Nachbarin, der neuen Gerichtsmedizinerin und ihrem Exfreund auf eigene Faust zu ermitteln. Das wäre doch zu seltsam, wenn die Besitzer des Ferienhauses Wattenmeer und der große Juwelenraub von vor ein paar Jahren nicht mit diesem Todesfall zusammenhingen!

Dieser Cozy Crime ist nicht zuletzt der gelungenen Lesung durch Corinna Dorenkamp ein Ohrenschmaus und gute Unterhaltung. Die Figuren wurden von der Autorin Daniela Gesing gekonnt angelegt und dargestellt. Grete Flottbeek und Ebba auf der sympathischen Seite, Fiete Pannkok auf der Seite der Nervensägen und Narzissten, die dem Buch eine gewisse Würze geben. Die Umgebung sowie die Charaktere kann man sich ohne Schwierigkeiten bildlich vorstellen. Die Handlungen sind stimmig und oft mit einem Augenzwinkern beschrieben. Besonders Femke ist sympathisch und interessant. Das ist prima, denn da dies ein Reihenauftakt ist, wäre das Gegenteil doch sehr kontraproduktiv. Ich kann mir viele weitere Episoden mit ihr und der Entwicklung ihres Privatlebens sehr gut vorstellen.

Natürlich ist dies nicht höchste Krimikunst mit Hochspannung und Blutvergießen, bis es aus dem Buch tropft. Es ist eben Cozy Crime, mit viel Privatleben einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben noch sucht, gerade nicht unbedingt das richtige Studienfach belegt hat, eine Beziehung abgebrochen hat, es allen recht machen möchte und dabei fast sich selbst aus den Augen verliert. Das ist ebenfalls auf seine Weise spannend und liest sich sehr schön. Leichte Kost, aber durchaus genießbar!

Ich wurde schön, humorvoll, gefühlvoll und mit einer Prise Spannung unterhalten. Bei einer weiteren Episode mit den Einwohnern von Dangast bin ich bestimmt wieder dabei. Vier Sterne.

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