Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2025

Leider nur Mittelmaß

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
0

Jonathan und Lotta laden die alte Clique zu einem Krimi-Dinner ein. Seit Maria verschwunden ist, haben sie sich nicht mehr getroffen. Schnell werden die Freunde misstrauisch, denn ihre Rollen sind eindeutig ...

Jonathan und Lotta laden die alte Clique zu einem Krimi-Dinner ein. Seit Maria verschwunden ist, haben sie sich nicht mehr getroffen. Schnell werden die Freunde misstrauisch, denn ihre Rollen sind eindeutig an sie selbst angelehnt. Wer hat das eingefädelt und warum? Es kommen Wahrheiten ans Licht, die keiner erwartet hätte. Und die Lage spitzt sich zu.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven von den Protagonisten erzählt. Noch dazu werden unterschiedliche Zeitebenen bedient. Das ergibt ein Mosaik mit groben Formen, da nicht alle die jeweilige Situation gleich sehen und empfinden. Man weiß dadurch aber mehr, als die einzelnen Figuren und vor allem weiß man von den Geheimnissen, die jeder hat. Dabei ist es besonders reizvoll, dass beide Geschlechter gleich suspekt daherkommen. Allerdings birgt das auch eine Schwäche, denn man bekommt alles, wirklich alles, von allen Figuren aus deren Sicht erzählt. Also oft. Zu oft.

Für meinen Geschmack sind Drogen-, Alkohol- und Sexszenen zu häufig und zu detailreich beschrieben. Die Sprache ist dann auch extrem vulgär. Das muss doch nicht sein. Es trägt auch nicht wirklich zum Verständnis oder Vorankommen bei und die Situation hätte man auch mit weniger deftiger Sprache beschreiben können.

Inzwischen habe ich dieses Jahr schon mehrere Krimis und Thriller genossen, die um eine quasi unerklärlich verschwundene Person aufgebaut worden sind und von der alle ausgehen, dass sie noch lebt oder von jemandem aus dem Freundeskreis ermordet wurde. Das ist aktuell wohl Trend, beginnt mich aber wirklich langsam zu langweilen. Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden, aber diese Häufungen wirken immer ein wenig nach Ideenneuverwertung. Die eingebauten Twists sind gut, aber nicht ganz unerwartet.

Die Figuren sind für mich einander etwas arg ähnlich, sodass ich hin und wieder überlegen musste, wer nun was gesagt und getan hat. Sie alle sind problembeladen. Erschreckend ist das Frauenbild, das die Autorin hier zeichnet. Alle weiblichen Figuren sind schwach, devot und für jede Kleinigkeit überaus dankbar. Schlimm! Drogensucht ist ein großer Faktor, ebenso Missbrauch. Die geschilderten Ereignisse und Zusammenhänge sind so gewählt, dass lange Zeit wirklich jeder verdächtig ist. Als dann die schuldige Person identifiziert wurde, fühlte sich das für mich nicht richtig an. Entsprechend ist das Ende dann ein Knaller. Trotzdem hätte ich in der Zeit auch spannendere und interessantere Lektüre genießen können. Für mich ist Das Dinner Mittelmaß. Daher auch drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2025

Hat für mich zu viele Schwachpunkte

Seven Ways to Tell a Lie
0

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem Enya verschwunden ist, taucht ein erschreckendes Video auf und geht viral. Zu sehen ist, wie die ehemalige Clique mit einem Schulbus in eine Schlucht stürzt und in Flammen ...

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem Enya verschwunden ist, taucht ein erschreckendes Video auf und geht viral. Zu sehen ist, wie die ehemalige Clique mit einem Schulbus in eine Schlucht stürzt und in Flammen aufgeht. Schnell ist klar, dass noch weitere Deepfakes auftauchen werden. Die Clique muss zusammenfinden und sich gemeinsam der Vergangenheit stellen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Gut, bei einem Jugendbuch sollte man wohl die eine oder andere Schwäche verzeihen. Dennoch war für mich sehr schnell ein großes Problem so präsent, dass ich das Buch nicht so wirklich genießen konnte. Jedem war doch klar, dass es ein Deepfake ist, denn die gesamten Mitglieder der Clique lebte ja noch und das Busunglück im Film war nicht zu überleben. Warum dann getuschelt und beschuldigt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Da erwarte man doch eher, dass alle hinter jenen stehen, die mit dem Deepfake virtuell getötet wurden. Die weiteren Filme wären viel schwerer als Deepfake zu enttarnen gewesen, hätte es das erste nicht gegeben. Aber die komplette Schule glaubt alles, was in jedem einzelnen Film passiert? Nicht wirklich realistisch!

Die Figuren sind gut gezeichnet und besonders Thea mochte ich sehr. Dass alle ihr Geheimnis haben, dürfte niemanden wundern. Welcher Teenager hat keins! Wie schlimm oder nicht schlimm die sind, ist eine andere Frage. So ganz fürchterlich schrecklich fand ich keinen aus der Clique. Wie die Fäden dann zusammenfanden, war gar nicht so schlecht gelöst. Der Showdown jedoch ist meiner Meinung nach etwas arg überspannt und weniger realistisch. Auch hätte eine ganz bestimmte Aktion nicht wirklich sein müssen, um den Täter dingfest zu machen.

Auch wenn Teenager nicht immer rational handeln, fand ich einige der Aktionen der Cliquenmitglieder reichlich überzogen und unrealistisch. Der Schreibstil ist gut, jedoch verwendet Hadler ein paar Wörter inflationär, was mich stört. Hier ist jedoch das Lektorat gefragt, das solche Schnitzer ausmerzen sollte.

Auch wenn ich aus dem Alter der Zielgruppe längst heraus bin, lese ich gerne Jugendthriller. Dieser hier ist nicht wirklich schlecht, aber die reißerische Werbung von Ursula Poznanski passt nicht wirklich. Für mich ist dies ein drei-Sterne-Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2025

Flexitarier-Rezepte

Ziemlich vegetarisch
0

Seit einigen Jahren reduziere ich meinen Konsum an tierischen Produkten, allem voran Fleisch. Ich habe nicht vor, mich komplett vegetarisch zu ernähren, schon gar nicht vegan. Auch nutze ich keine Ersatz- ...

Seit einigen Jahren reduziere ich meinen Konsum an tierischen Produkten, allem voran Fleisch. Ich habe nicht vor, mich komplett vegetarisch zu ernähren, schon gar nicht vegan. Auch nutze ich keine Ersatz- oder Austauschprodukte, wie Tofu. Dieses Buch passt zur Art des Kochens in der Zeit meiner Kindheit: weniger Fleisch, aber hochwertig. Und noch dazu sind die Rezepte herrlich alltagstauglich und wahnsinnig lecker. Was will man mehr?

Das Buch startet mit einem recht ausführlichen Theorieteil, der seinen Fokus auch auf das Sparen legt, aber den Genuss immer im Vordergrund hat. Viele der Tipps sind simpel, aber sie sind auch effektiv und die Erfahrung lehrt, dass nicht jeder diese Routinen von den Eltern mit auf den Weg bekommen hat. Weiter geht es dann mit den Kapiteln Salate; Suppen; Gemüse mit Hülsenfrüchten; Gemüse mit Getreide, Nudeln & Kartoffeln; Fisch & Meeresfrüchte; Fleisch.

Jedes Kapitel startet dann mit einem dazu passenden Text. Die Rezepte sind zumeist für vier Portionen ausgelegt. Auf Zeitbedarfangaben und Nährwerte wurde verzichtet, was mir persönlich sehr entgegen kommt. Dafür findet sich immer ein Hinweis auf die Verwertung der Reste der benötigten Zutaten, indem die Seiten mit Rezepten dazu aufgeführt sind. Das finde ich eine sehr gute Idee.

Ansonsten wird jedes Rezept mit ein paar Zeilen erst einmal vorgestellt, bevor die Zutatenliste und die kurz, aber verständlich gehaltenen Zubereitungsanweisungen folgen. Die Fotos dazu sind immer sehr schön und anregend. Vor allem aber freut mich enorm, dass sie von der Autorin selbst gemacht wurden, also nicht von einem Foodstylisten.

Einige der Zutaten und Gewürze habe ich nicht im Vorrat oder mag sie nicht. Dazu gehören leider auch Oliven. Die werden hier aber wirklich sehr oft eingesetzt. Für mich sind dennoch sehr schöne Rezepte im Buch, denn ich lasse einfach die Oliven weg! Wirklich exotisch ist nichts davon und man bekommt alles im gut sortierten Lebensmittelhandel, sowie den kleinen Shops, die sich auf Länderspezialitäten spezialisiert haben.

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Die Rezepte werden durch die Farbgestaltung besonders übersichtlich. Zubereitungsschritte, Zutatenliste und Texte haben jeweils eine eigene Farbe. Das gefällt mir sehr. Am Ende des Buches findet sich kein Rezeptregister, sondern ein Zutatenregister. Das finde ich erfrischend anders und wirklich sinnvoll. Insgesamt ist dies ein wunderbares Kochbuch, das auch für weniger Geübte ein schönes Rezepterepertoire bietet. Ich hätte mir allerdings erwartet, dass die Gerichte hin und wieder einen kleinen Fleischanteil haben. Hier sind es rein vegetarische Gerichte und Gerichte mit sehr viel Fleisch. Daher gebe ich vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 01.02.2025

Hüftgold pur!

Dubai-Schokolade
0

Es kommt ja immer wieder ein Hype auf, den man entweder komplett nicht versteht, oder auf den man aufspringt. Dass plötzlich alle so verrückt auf Dubai-Schokolade sind und dafür horrende Preise bezahlen, ...

Es kommt ja immer wieder ein Hype auf, den man entweder komplett nicht versteht, oder auf den man aufspringt. Dass plötzlich alle so verrückt auf Dubai-Schokolade sind und dafür horrende Preise bezahlen, erstaunt mich allerdings wirklich. Die Zutaten dafür kennt man, die Kombination kann man sich vorstellen. Das ist mir den aufgerufenen Preis dann doch nicht wert. Aber ein Rezeptbuch dazu, ja, das muss ich haben!

Antje Watermann und Volker Debus haben hier eine schöne Sammlung an Rezepten rund um die Dubai-Schokolade zusammengestellt. Damit ist nicht nur die Tafelschokolade gemeint, sondern auch Kuchen & Gebäck und Desserts. Dazu kommen die Kapitel Dubais traditionelle Süßspeisen und Impressionen & Short Facts. Hier gibt es leider keine Rezepte, obwohl ich gerne Baklava, Basbousa und die anderen Leckereien gemacht hätte. Für die Tafelschokolade gibt es die Grundrezepte für Pistaziencreme, Sesammus und Kadayif-Teigfäden, wenn man diese Zutaten nicht bekommt oder nicht kaufen möchte. Die Rezepte zu den anderen Kapiteln lehnen sich an die Dubai-Schokolade an. Da gibt es solche Köstlichkeiten wie Dubai-Schokoladen-Torte, Kekse á la Dubai-Schokolade, Dubai-Schokoladeneis und Dubai-Pralinen. Eins köstlicher als das andere!

Zu jedem Rezept gibt es ein äußerst appetitanregendes Foto. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Man sieht sofort die Zubereitungszeit und für welche Menge (Portionen, Glas, Gramm usw.) das Rezept ausgelegt ist. Die Zutaten sind fein säuberlich gelistet. Falls erforderlich, wird auch benötigtes Zubehör, wie z.B. eine Eismaschine, eine Springform, Holzspieße, aufgeführt. Die Zubereitungsschritte sind knapp, aber sehr gut erklärt. Die meisten Rezepte sind ohne große Schwierigkeiten umzusetzen. Auf alle Fälle machen die Ergebnisse Eindruck bei den Gästen!

Mir gefällt das kleine Buch sehr und es wird mir auch in vielen Jahren noch Erinnerungen an diesen Hype hochholen. Auch als Geschenk für alle, die gerne Süßes herstellen oder einfach nur Schokoholic sind, eignet es sich wunderbar. Ein Stern Abzug, da mir echt die Rezepte beim Kapitel Dubais traditionelle Süßspeisen fehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 31.01.2025

Gigantisch!

Udo Lindenberg Posterbuch
0

Eigentlich muss man zu diesem wundervollen Posterbuch gar nicht mehr viel sagen, denn die Buchbeschreibung trifft komplett ins Schwarze!

Der Einband selbst ist schon mal ein Poster, das man aufhängen ...

Eigentlich muss man zu diesem wundervollen Posterbuch gar nicht mehr viel sagen, denn die Buchbeschreibung trifft komplett ins Schwarze!

Der Einband selbst ist schon mal ein Poster, das man aufhängen kann, wenn man möchte. Da ist es echt schade, dass dieser riesige grüne Sticker aufgeklebt wurde. Dafür entschädigt dann das beiliegende Plakat.

Man ist versucht, seine Lieblingsposter oder Lieblingsplakate herauszutrennen und gerahmt aufzuhängen. Ich schwelge in Erinnerungen an meine Teenagerzeit, in der ich mir eine ganze Menge Tourneeplakate von Udo Lindenberg besorgte und fast jedes Poster aus den LPs aufgehängt habe. Auch heute noch trifft dieser vielseitige Künstler den Zeitgeist, doch in meiner Teenagerzeit war das prägend und für mich enorm wichtig.

Nicht nur seine Musik wird hier in Plakaten und Postern festgehalten, auch seine anderen künstlerischen Aktionen kommen zu Ehren. Hier hat man ein Buch mit fast 200 Seiten voller Udo-Power, von seinen Konzerten über seine Malerei bis zu Filmen und Musicals aus den Jahren 1969 – 2022. Da kommt einiges zusammen!

Für Udo-Fans vielleicht nicht zwingend ein Must-Have, aber definitiv ein tolles Buch, ein prima Geschenk, ein ganz besonderes Stück. Ich find’s klasse! Fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover