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Veröffentlicht am 19.10.2022

Wunderbar, aber zu wenige Fotos

Ich helf dir backen
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Mir ist das Standardwerk leider erst jetzt aufgefallen. Die ursprüngliche Version kenne ich also nicht. Dafür bekomme ich also 50 neue Rezepte und einen erweiterten (und vermutlich der Zeit angepassten) ...

Mir ist das Standardwerk leider erst jetzt aufgefallen. Die ursprüngliche Version kenne ich also nicht. Dafür bekomme ich also 50 neue Rezepte und einen erweiterten (und vermutlich der Zeit angepassten) Grundlagenteil. Mehr als 400 Rezepte – das ist mal eine Ansage und sorgt dafür, dass die Kaffeetafel immer gut gedeckt ist. Wie im Vorwort zu lesen ist: hier hat man nicht einfach nur ein „Update“, sondern ein Buch, das enorm viel Wissen rund ums Backen vermittelt und von einfachen Rührkuchen über Tartes und Torten auch zu Broten und Snacks vieles zu bieten hat.

Das Kapitel „Grundlagen“ gefällt mir sehr. Auch wenn ich viel und gern (und meiner Meinung nach auch gut) backe, lerne ich noch immer dazu. Hier findet man Wissen zu Backzutaten, Zubehör, Grundtechniken, Pannenhilfe und „Tauschbörse“, mit deren Hilfe man die Rezepte glutenfrei, zuckerfrei und/oder vegan umstellen kann. Super!

Die Rezepte sind knackig kurz beschrieben und die Zutaten gut gelistet. Leider finden sich nicht immer Fotos zu den Rezepten. Das ist mir immer super wichtig, da ich sehen möchte, was ich am Ende geschaffen haben soll. Zudem lasse ich mich gern von Fotos zum Nachbacken inspirieren, weniger vom Text. Teilweise fehlen mir genauere Angaben, so beispielsweise bei den Amerikanern. Hier finde ich weder Angaben dazu, wie viele es werden, noch wie groß „genügend großer Abstand“ genau ist.

Die Rezepte decken einfach alles ab, was mir wichtig ist. Nicht alle sind nach meinem Geschmack (bei der schieren Anzahl schon gar nicht möglich), aber selbst, wenn ich nur ein Viertel davon ins Repertoire übernehme, bin ich wohl das ganze Jahr über Anlaufstelle für alle Kuchenfans im Bekanntenkreis! Trotz meiner Kritikpunkte habe ich viel Neues gelernt und traue mich mehr in meiner kleinen persönlichen Backstube. Auch weiß ich, dass ich künftig öfter hier nachschlagen werde, wenn ich bei einem Rezept unsicher bin.

Eins meiner liebsten und ältesten Kochbücher ist ähnlich aufgebaut und hat ebenfalls nicht für jedes Rezept Fotos. Das scheint typisch für „Standardwerke“ zu sein, muss mir dennoch nicht gefallen. Für mehr Fotos (die ja dann auch mehr Seiten bedeuten) würde ich ohne mit der Wimper zu zucken auch einen Zehner mehr ausgeben und fünf Sterne geben. So bewerte ich das Buch mit vier Sternen.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Rosa in ihrem Element

Rosa kocht vegan
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Rosa Roderigo ist die Verkörperung der 2020er: Jung, energiegeladen, Influencerin mit Instgram-Kanal, mehreren Ausbildungen rund ums Thema Lebensmittel (Praktikum in der Küche, Konditorausbildung, Produktentwicklung, ...

Rosa Roderigo ist die Verkörperung der 2020er: Jung, energiegeladen, Influencerin mit Instgram-Kanal, mehreren Ausbildungen rund ums Thema Lebensmittel (Praktikum in der Küche, Konditorausbildung, Produktentwicklung, Meisterschule) und nun ein Buch – und das über vegane Küche. Puh! Viel auf einmal! Und diese Frau steckt so voller Energie, dass einem beim Lesen echt schwindlig wird. Ich selbst bin keine Veganerin, bin aber gern für Gäste gerüstet und interessiere mich prinzipiell für alles, das schmeckt. Für mich selbst kommen Tofu & Co nicht infrage, womit also auch recht wenige Rezepte für meinen Gaumen übrig bleiben. Also ran ans Buch und „studiert“!

Gestutzt habe ich bei einigen Stellen dann schnell. Ich kann ja verstehen, wenn jemand komplett auf tierische Erzeugnisse verzichten möchte. Aber dann Produkte feiern, die weder wirklich gesund noch umweltfreundlich sein können (Aromen – ich möchte doch bitte auf künstliche Aromen verzichten und mir keine Chemiekeule reinziehen; gehärtete Fette – echt jetzt?; Instantgemüsebrühe – ohne Worte!). Dazu kommt die „Jugendsprache“. Ja, Rosa ist jung. Aber irgendwie fallen mir die Ausdrücke doch schnell auf den Wecker. Da kann man noch so positiv gestimmt ans Werk gehen, irgendwann ist es schlicht zu viel. Spätestens nach dem ersten Drittel fand ich auch die Selbstinszenierung ein wenig zu heftig. Das ist schade, denn im Grunde ist das Buch gelungen – vor allem für „ernsthafte“ Veganer, aber auch für Leute wie mich, die Veganer-Gästen eine Freude machen möchten.

Momentan ist es ja hipp, mit Listen zu beginnen. Hier sind es „Geschmackskicks“ und Küchenutensilien (neudeutsch: Gadgets). Die Rezepte sind dann klassisch aufgebaut mit Zutatenliste, Zubereitungsanleitung und hier und da Tipps und immer wieder Jugendsprache. Muss man wirklich die Gemüsetaler in die Pfanne „schmeißen“? Auf Hinweise, bei Schokolade usw. darauf zu achten, dass nicht jede vegan ist, wurde verzichtet. Dafür findet man Angaben zu Nährwerten und Kalorien, sowie der Zubereitungszeit und der Menge. Dass man für die vegane Küche ein paar besondere Zutaten benötigt, ist auch klar.

Die Rezepte (Frühstück, Snacks, Suppen/Salate, Defitges, Picknick/Party, Süßes) sind durchweg simpel und können von Kochanfängern bewältigt werden. Besondere Überraschungen fand ich jetzt keine. Vom Hocker haut mich das Buch also nicht. Das „witzige Mätt-Igelchen“ hat mich aber echt den Kopf schütteln lassen. Mein Fazit ist insgesamt also, dass dieses Buch echt nur dann zum Einsatz kommt, wenn ich vegane Gäste verwöhnen möchte. Für mich selbst fand ich keine neuen Ideen oder Ansätze. Rosa ist ein Kind ihrer Zeit und sowohl erfrischend, als auch anstrengend. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Kraft sind bewundernswert. Aber ihr Buch bekommt von mir leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Salat ist lecker und kein bisschen langweilig!

Die 100 besten Salate
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Braucht man ein Buch für Salate? Ich finde: ja! Auch wenn man es kaum glauben mag, auch der Salat hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Einst einfach nur Beilage, hat er sich bis heute zu einer ...

Braucht man ein Buch für Salate? Ich finde: ja! Auch wenn man es kaum glauben mag, auch der Salat hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Einst einfach nur Beilage, hat er sich bis heute zu einer Hauptmahlzeit entwickelt. Und da gibt es so viele Ideen und Möglichkeiten, dass eine so gut gemachte Zusammenstellung unterschiedlicher Salate äußerst anregend und inspirierend ist.

Sehr gut gefällt mir, dass es eine ausführliche und sehr gut verständliche Einführung mit „Warenkunde“ und „Erster Hilfe“ bei Pannen gibt. Das Register ist wie die Rezepte nach den Überbegriffen/Hauptzutaten sortiert. Das ist okay, dennoch wäre eine andere Listung zusätzlich auch nicht schlecht, um die Rezepte schnell zu finden. Die Rezepte haben nämlich keinen Namen, sondern Zutaten als Schlagworte. Das ist gewöhnungsbedürftig, klappt aber gar nicht so schlecht.

Basic-Salatsaucen, Salat-Baukasten und Saisonkalender runden das Ganze sehr gut ab, bevor es mit den Rezepten losgeht. Und hier staunt man! Ja, klar, nicht jedes Rezept trifft den persönlichen Geschmack. Bei mir fällt alles mit Tofu raus und Oliven lasse ich auch weg, weil ich die einfach nicht mag. Dennoch bleiben enorm viele Rezepte übrig, die genau meinen Geschmack treffen und die auch immer mal wieder zubereitet werden, ob nun als Partysalat oder gesunde und leckere Mahlzeit. Einige der Zutaten sind nicht ganz so leicht aufzutreiben und ein bisschen exotisch, aber die Menge dieser Zutaten hält sich sehr in Grenzen. Auch Rezepte für Bowls und Obstsalate sind integriert.

Bei allen Rezepten ist angegeben, ob sie vegetarisch, glutenfrei oder vegan sind. Nährwertangaben werden nicht angegeben. Die Zutaten für Salat und Vinaigrette/Dressing sind in einem Kasten jeweils einzeln gelistet. Die Arbeitsschritte sind gut und einfach verständlich erklärt. Auch finden sich immer tolle Fotos zu den Rezepten. Teils wird mir schon fast zu viel Platz verschwendet. Da freuen mich die Seiten, auf denen zwei Rezepte stehen und daneben beide Salate auf einem Foto zu sehen sind, besonders.

Dies ist ein modernes Rezeptbuch, das in meiner Sammlung eine Lücke schließt und sie ergänzt. Es ist mit Liebe und Sorgfalt zusammengestellt worden und macht schon beim Durchblättern Appetit und Freude. Ganz klar – fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 13.10.2022

Überzeugt mich keineswegs

Die Filiale
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Laura Jacobs arbeitet bei einer Bank und ist quasi die Heldin des Tages, als sie dafür sorgt, dass ein Banküberfall nicht böse endet. Doch dann hält sie die Kündigung ihrer Wohnung in den Händen – die ...

Laura Jacobs arbeitet bei einer Bank und ist quasi die Heldin des Tages, als sie dafür sorgt, dass ein Banküberfall nicht böse endet. Doch dann hält sie die Kündigung ihrer Wohnung in den Händen – die Wohnung, die sie teuer renoviert hat und nicht verlieren möchte. Die Wohnung, die der Bank gehört. Zusammen mit ihrem Mann will sie ihr Vorkaufsrecht nutzen, doch der hat sich verspekuliert und das Eigenkapital reicht nicht mehr aus. Auf der Suche nach einer Lösung gerät Laura in Machenschaften rund um Immobilien, das Darknet, Aktien und Cryptowährung.

Hier handelt es sich schon um einen Thriller – auch mit Mord und allen Faktoren, die dazu gehören. Jedoch eben um einen Thriller im Finanzwesen. Das ist nicht jedermanns Metier und dürfte einige abschrecken. Für mich bestand das größte Problem darin, dass ich Laura Jacobs, die eigentlich sehr intelligent sein müsste, für reichlich naiv halte. Was sie nicht wusste ist ein bisschen viel für eine Bankangestellte, die eine leitende Position bekommen soll. Das kommt mir nicht sehr realitätsnah vor. Auch ihr soziales Verhalten und ihre Beziehung zu ihrem Mann sind mir fremd. Ich habe deshalb nur bedingt mit ihr mitfühlen können. Dennoch wollte ich wissen, was hinter all dem steckt und so habe ich bis zum Ende durchgehalten.

Leider bin ich nur mittelstark beeindruckt von der Story und dem Verlauf. Und leider ist mir das schon bei anderen Versuchen mit Büchern dieses Autors so gegangen. Ich stelle also fest, dass Veit Etzold leider nichts für mich ist und ich künftig wohl keine weiteren Bücher von ihm lesen werde.

Zugute halten möchte ich ihm aber, dass er hier eindeutig viel Recherche hat reinstecken müssen, um die Zusammenhänge halbwegs laientauglich zu schildern. Der Spannungsbogen bleibt mir zu flach und die „Highlights“ reißen es nicht mehr raus. Dazu gab es zu viele Längen für mich. Dass dies ein Auftakt zu einer Reihe um Laura Jacobs sein soll, verwirrt mich dann doch noch zusätzlich. Noch mehr „Bankenthriller“ brauche ich nicht, zumal mir Laura ein bisschen zu emotionslos an alles herangeht und keine Ermittlerin ist. Schade, aber mehr als drei Sterne sind definitiv nicht drin.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Frau Merkel, die Eisbachwelle und die Ostsee

Fischkatz
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Der auf der Eisbachwelle surfende Tote ist nicht nur völlig surreal, sondern leider auch Magnet für Schaulustige. Steinböck und sein Team, natürlich allen voran Frau Merkel, haben eine harte Nuss zu knacken, ...

Der auf der Eisbachwelle surfende Tote ist nicht nur völlig surreal, sondern leider auch Magnet für Schaulustige. Steinböck und sein Team, natürlich allen voran Frau Merkel, haben eine harte Nuss zu knacken, zumal auch Bayerische Politiker involviert sind. Zwischen Verschwörungsanhängern und Reichsbürgern muss Steinböck auch noch an der Ostsee die Sünden der Machthaber der damaligen DDR aufdecken. Es ist verzwickt, verworren und sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt!

In gewohnter Weise führt uns Kaspar Panizza einige unbequeme Themen vor Augen und zwingt uns auf charmante Art, uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Er erinnert an Dinge, die andere vergessen lassen wollen, ohne zu laut zu poltern. Nein, er lässt hier und da eine Bemerkung fallen, die der Leser dann willig aufhebt und schon hat er Material, über das er einfach nachdenken muss. Aufgelockert wird das Ganze mit vielen herrlich schrägen Sprüchen der Katze Frau Merkel und selbstironischen Szenen. Ich finde das immer wieder erfrischend und urkomisch. Das kommt so locker und unerwartet, dass man laut auflachen muss. Es sieht so leicht aus, doch dahinter steckt eindeutig viel Arbeit.

Die Entwicklung der Protagonisten schreitet auch im siebten Band voran. Kleine graue Mäuse werden zu selbstbewussten und taffen Ermittlerinnen, die sich dennoch nicht zu schade sind, dem Chef mit einer Butterbrezen eine kleine (oder riesige) Freude zu machen. Beziehungen entstehen und andere gehen auseinander und immer wieder menschelt es gewaltig. Das ist so wunderbar aus dem Leben gegriffen, dass man die Kapitel nur so durchsuchtet.

Auch wenn es sich um Cosy Crime handelt, steckt doch eine Menge Raffinesse und Können darin. Verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse und eine Menge Spuren verwirren schon mal, werden aber am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst. Mit dem Ende konnte man so nicht rechnen, dennoch ist es absolut stimmig.

Für Neueinsteiger gibt es einen wunderbaren Überblick über die Personen der Serie und einen zweiten über jene im vorliegenden Band. Man kann die Bücher problemlos einzeln lesen, aber ich lege jedem ans Herz, die Reihe von Band eins an zu lesen. Es lohnt sich! Außerdem macht es riesige Freude, die Entwicklung der einzelnen Figuren zu verfolgen.

Ja, ich wurde mal wieder bestens unterhalten, sowohl mit Spannung, als auch mit wunderbar bissigem Humor. Fünf Sterne!

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