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Veröffentlicht am 27.03.2022

Mord im Wiener Opernhaus

Wiener Totenlieder (Ein Carlotta-Fiore-Krimi 1)
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In ihrem Krimidebüt entführt die Autorin Theresa Prammer ihre Leser ins bekannte Opernhaus nach Wien, dies bildet eine ungewöhnliche Kulisse für die Morde mit sehr ausgefallenen Mordinstrumenten.

Der ...

In ihrem Krimidebüt entführt die Autorin Theresa Prammer ihre Leser ins bekannte Opernhaus nach Wien, dies bildet eine ungewöhnliche Kulisse für die Morde mit sehr ausgefallenen Mordinstrumenten.

Der Tenor Wilhelm Neumann ist überglücklich als Monostatos in einer modernen Fassung der Zauberflöte singen zu können. Doch sein Kostüm macht beim Anziehen Probleme, seinen Garderobier findet er eingesperrt auf der Toilette, doch die Zeit reicht nicht mehr sich vollständig umzuziehen und so betritt er die Bühne in Unterhose und einen schnell übergeworfenen Bademantel. Er verspürt einen plötzlichen Schmerz und stürzt in den Orchestergraben, durchbohrt von einer Metallplatte aus seinem Kostüm.

Hannes Fischer von der Polizei bittet Lotta Fiore, eine Kaufhausdetektivin um Hilfe, da dieses bereits der zweite Mord an der Wiener Oper war, denn bereits vorher kam eine Soubrette ums Leben, als sie unter einem Kulissenteil begraben wurde. Er will Lotta als Statistin einschleusen, denn ihr würde man mehr anvertrauen, als der Polizei, da ihre verstorbene Mutter eine bekannte Operndiva war und sie sich im Opernhaus auskennt. Doch ihre Undercovertätigkeit soll Lotta nicht allein durchführen, Clown Foxi mit richtigem Namen Konrad Fürst, ein ehemaliger Ermittler, soll ihr zur Seite stehen. Konrad Fürst, wurde vor mehr als zwanzig Jahren aus dem Polizeidienst entlassen, als ihn ein Schicksalsschlag traf. Seine damals vierjährige Tochter verschwand spurlos auf einem Parkfest. In einem Fluss fand man den Rucksack des Mädchens und es wurde vermutet, dass das Kind ertrunken ist. Doch die Leiche wurde nie gefunden Die Ermittlungen wurden eingestellt und Konrad ist fest überzeugt, dass seine Tochter noch lebt.
Die beiden ungewöhnlichen Ermittler nehmen an den Proben und Vorstellungen teil, doch sie haben das Gefühl den Mörder nicht näher zu kommen. Obwohl weitere Morde geschehen, wird das Wiener Opernhaus nicht geschlossen, denn die Vorstellungen sind komplett ausgebucht.

Schon nach den ersten Seiten wird klar, dass es sich bei diesem Buch um einen abwechslungsreichen Krimi handelt, der nicht nur wegen den Morden das Interesse weckt, sondern man ist auch auf die ungewöhnlichen Undercoverermittler gespannt und möchte Näheres über ihren Hintergrund erfahren. Die Ermittlungen werden durch kurze Einschübe unterbrochen, die von einem Mädchen handeln, die unter Albträumen leidet. Erst am Schluss wird klar, wer dieses Mädchen ist.
Die Charaktere der Protagonisten sind gut und authentisch gezeichnet. Die Beschreibungen vor und hinter der Bühne sind der Autorin gelungen und man merkt dass Theresa Prammer selbst als Schauspielerin gearbeitet hat. Das Buch endet mit einem Finale und einem Happy End. Bis zum Schluss fühlte ich mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Apfelzauber

Apfelblütenzauber
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Seit sechs Jahren leben Leonie, Stella und Nina in einer wunderschönen Villa in einem Hamburger Stadtteil. Im Kreise ihrer Freundinnen und Eltern feiert Leonie ihren 41. Geburtstag und ist glücklich, obwohl ...

Seit sechs Jahren leben Leonie, Stella und Nina in einer wunderschönen Villa in einem Hamburger Stadtteil. Im Kreise ihrer Freundinnen und Eltern feiert Leonie ihren 41. Geburtstag und ist glücklich, obwohl sie bisher noch nicht den richtigen Mann gefunden hat. Ihr Wunsch für das neue Lebensjahr ist, dass alles so bleiben soll wie es ist. Doch schon wenige Tage später ziehen graue Wolken auf. Das Restaurant La Lune, in dem Leonie arbeitet, soll abgerissen werden. In der Beziehung zwischen Nina und Alexander kriselt es und Stella überlegt mit ihrem Mann nach Husum zu ziehen. Doch damit nicht genug, denn die Ehe von Leonies Eltern scheint zu zerbrechen. Ihre Mutter reist nach Paris, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Doch ihr Vater ist mit dem Apfelhof im Alten Land samt Pension und Hofladen überfordert. So hilft Leonie in ihrer alten Heimat aus und wird von ihren Freundinnen unterstützt.

Dieses ist zwar eine Fortsetzung von Gabriella Engelmanns Roman „Eine Villa zum Verlieben“, aber da die jeweiligen Geschichten völlig getrennt voneinander sind, kann man diesen Band ohne jede Vorkenntnisse lesen.

Die Autorin hat alles sehr bildhaft beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, die genannten Orte im Alten Land mit dem Fahrrad zu erkunden und dabei den Duft der Apfelblüten zu riechen. Neben den schönen Landschaftsbeschreibungen nimmt auch die Freundschaft der drei unterschiedlichen Frauen einen großen Raum ein, denn sie brauchen einander, um sich über ihre Wünsche und Ziele klarzuwerden. Neben der angenehmen Geschichte gibt es auch noch einige leckere Altländer Rezepte, ganz besonders hat es mir der Apfelblechkuchen mit Mandeln angetan.
Ich habe das Buch als „Wohlfühlroman“ empfunden, der perfekt in die Frühlingszeit passt und mir entspannende Stunden bereitet hat.

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Veröffentlicht am 24.03.2022

Eine leichte Sommerlektüre

Ohne Ziel ist der Weg auch egal
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Die Drehbuchautorin Lenny kann sich nicht damit abfinden, dass Ben mit ihr Schluss gemacht hat. Da Ben in dem luxuriösen Seniorenstift Winterfreude als Vertretungsarzt arbeitet bevor er für Ärzte ohne ...

Die Drehbuchautorin Lenny kann sich nicht damit abfinden, dass Ben mit ihr Schluss gemacht hat. Da Ben in dem luxuriösen Seniorenstift Winterfreude als Vertretungsarzt arbeitet bevor er für Ärzte ohne Grenzen nach Nicaragua gehen will, schlüpft Lenny in die Rolle der 76jährigen Karla Meyer und zieht für drei Monate in die Seniorenresidenz ein. Zwischenzeitlich versucht sich der Produzent Tim als Autor für die Krimi-Reihe „Abgefahren“, die eigentlich von Lenny geschrieben wird. Da er keine passende Idee hat, wendet er sich an einem Privatdetektiv. Der berichtet ihm von seiner letzten Ermittlung, die eingestellt wurde, da der Auftraggeber von dem Auftrag zurück getreten ist. Zwei junge Frauen wurden mit k.o.-Tropfen betäubt und durch Botoxspritzen entstellt. Die Tat fand im Seniorenstift Winterfreude statt. Auch Lenny hört beim Abendessen von diesem Vorfall, ist aber mehr auf scheinbar zufällige Kontakte mit ihrem Exfreund Ben fixiert. Im Laufe der Zeit freundet sie sich mit einigen Heimbewohnern und Angestellten an. Doch einige Mitbewohner lassen sich von ihrer Maskierung nicht täuschen, aber statt sie auffliegen zu lassen, erfährt sie Unterstützung bei ihrem Vorhaben.

Das Buch ist mit einer Prise Humor gewürzt, liest sich leicht und locker. Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Krimikomödie. Lenny ist nicht die einzige, die unter falschem Namen im Seniorenstift wohnt. So sind Missverständnisse, falsche Verdächtigungen und Verwirrungen vorprogrammiert. Man schmunzelt beim Lesen und versucht einen Verdächtigen ausfindig zu machen. Es gibt immer wieder Überraschungen, so dass keine Langeweile aufkommt. Am Ende gibt es nicht nur ein glückliches Paar und die Verbrechen werden aufgeklärt.

Eine leichte Sommerlektüre, die mich angenehm unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Mut zur Veränderung

Die Halligprinzessin
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Ella ist in Berlin aufgewachsen und hat die Apotheke ihrer Mutter in dritter Generation übernommen. An ihrem Geburtstag erhält sie das Schreiben eines Rechtsanwalts aus Husum sowie ein Tagebuch ihrer Urgroßmutter ...

Ella ist in Berlin aufgewachsen und hat die Apotheke ihrer Mutter in dritter Generation übernommen. An ihrem Geburtstag erhält sie das Schreiben eines Rechtsanwalts aus Husum sowie ein Tagebuch ihrer Urgroßmutter Charlotte. Ella ist plötzlich Alleinerbin eines Hauses auf der Hallig Südfall geworden. Ihr Freund Robert, mit dem Ella eine Fernbeziehung unterhält, erklärt sich bereit, den Verkauf der Warft mit dem Haus zu übernehmen. Ella entscheidet sich dafür, die Hallig selbst zu besuchen, es ist ihr wichtig, falls noch Familienerinnerungen vorhanden sind. Sie hofft, dass Robert sie begleiten würde, doch der hat keine Zeit.

Auf der Hallig findet Ella noch weitere Tagebücher ihrer Urgroßmutter Charlotte, die es 1938 auf die Sönkenswarft verschlagen und hier gemeinsam mit den wortkargen Fischer Pay und seiner Mutter gelebt hat. Als ein Sturm eine schnelle Abreise von der Hallig verhindert, bleibt Ella Zeit, über ihr Leben nachzudenken.

Der Roman von Karen Elste ist sehr berührend mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben, denn nichts wirkt kitschig. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Die Vergangenheit erleben wir durch die Tagebucheintragungen von Charlotte und in der Gegenwart zeigt uns Ella eine neue Sicht auf das Halligleben. Da ich bereits selbst auf einer Hallig gewesen bin, fand ich die Schilderungen wunderbar bildhaft und konnte mir vieles sehr gut ausmalen. Die schwere Arbeit, die Charlotte damals leisten musste, ist kaum vorstellbar. Aber auch Ella muss mit der Einsamkeit klar kommen, hier hilft der Ornithologe Brar, der auf der Nachbarwarft arbeitet. Beim Lesen spürt man den salzigen Wind, der ums Haus weht und bei „Land unter“ hofft man, dass das Wasser nicht weiter steigt. Bei Geschichten auf zwei Zeitebenen gefällt mir oft eine Zeit besser, aber hier mochte ich beide Ebenen gleich und war immer gespannt, mit welcher Entwicklung ich überrascht wurde.

Mit dem Roman habe ich angenehme Lesestunden verbracht, ich fand ihn berührend und er hat mich gewärmt wie eine heiße Tasse Tee.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Das Geheimnis des Genter Altars

Das Geheimnis des Genter Altars
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Im Jahre 1314 werden auf der sogenannten Judeninsel in Paris zwei Männer grausam verbrannt. Im Angesicht des Todes schwören sie vor Gott, dass sie unschuldig sind und verfluchen ihre Verfolger.
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Im Jahre 1314 werden auf der sogenannten Judeninsel in Paris zwei Männer grausam verbrannt. Im Angesicht des Todes schwören sie vor Gott, dass sie unschuldig sind und verfluchen ihre Verfolger.
Weiter geht die Zeitreise und führt den Leser nach Gent ins Jahr 1934. Bei einem Beutezug beobachtet der Gelegenheitsdieb Pierre Renard zwei Männer, die in die Kathedrale eindringen und in der St. Johannes-Kapelle sich am berühmten Altar der Gebrüder Eyck zu schaffen machen. Dort entwenden sie die Tafel der „Gerechten Richter“. Trotz Erpresserbriefe und einer nicht vollständigen Geldübergabe laufen die Ermittlungen ins Leere.

Die Gegenwart beginnt in Köln. Daniel entdeckt in der verwüsteten Wohnung seines Nachbarn und Freundes Juri, dessen Leiche. Er stürzt zurück in seine Wohnung und ruft die Polizei. Doch als die Polizei kommt ist die Leiche verschwunden. Überraschend bekommt Daniel Besuch von Juris Schwester Mara, die von Juri eine mysteriöse E-Mail bekommen hatte. Beide wollen den Tod von Juri aufklären und stoßen auf das Geheimnis der verschwundenen Tafel des Genter Altars. Doch was hat Juri damit zu tun?

Beim Lesen wurde ich an die Bücher von Dan Brown erinnert. Um die verschwundene Tafel der „Gerechten Richter“ des Genter Altars ranken sich seit an Beginn Legenden und um den angeblich im Bild versteckten Schlüssel zu einem großen Mysterium. Bis heute ist diese Tafel verschwunden.

Der Roman liest sich flüssig, trotz der zum Ende hin gehäuften geschichtlichen Fakten. Die Beschreibungen sind sehr detailliert ausgeführt ohne langatmig zu sein. Sehr schnell entstand in meinem Kopf ein Bild der jeweiligen Situation. Mir gefiel ganz besonders, dass Klaus-Jürgen Wrede in seinem Roman zahlreiche historische Fakten und Ereignisse mit verarbeitet hat. Dazu gibt er zusätzliche Erläuterungen in seinen Anmerkungen am Ende des Buches. Neben der angenehmen Unterhaltung durch das Buch habe ich auch noch einiges wissenswertes erfahren.

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