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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

überraschend

Mathilde und Marie
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Der Debütroman „Mathilde und Marie“ von Thorsten Woywod spielt in dem kleinen Dorf Redu in den belgischen Ardennen.

Marie, die ziemlich kopflos aus Paris geflüchtet ist, trifft im Zug auf Jonina, die ...

Der Debütroman „Mathilde und Marie“ von Thorsten Woywod spielt in dem kleinen Dorf Redu in den belgischen Ardennen.

Marie, die ziemlich kopflos aus Paris geflüchtet ist, trifft im Zug auf Jonina, die sie einlädt, ihr kleines belgisches Dorf zu besuchen.

Dieses Dorf ist ein großer Kontrast zu Maries Leben in Paris, aus dem sie geflüchtet ist. Bei genauer Betrachtung scheint die Zeit in dem sogenannten Bücherdorf stehen geblieben zu sein. Zwar kennen die Leute Internet, Smartphone und Co, doch ist das World Wide Web nur 1 Stunde pro Tag nutzbar und die Menschen stehen sich näher, als die, die in der schnelllebigen, reiz überfluteten ihr Dasein verbringen müssen. Zusammenhalt und Empathie füreinander sind ein hohes Gut. Mathilde, die eher zurückhaltend wirkt, findet einen Platz in Maries Herzen und öffnet sich ihr. Es gibt eine Erklärung für ihr abweisendes Wesen zu Beginn der Freundschaft, die einen tiefen Blick in ihr Leben gibt.

Mathilde und Marie ist ein wunderbares Wohlfühlbuch, eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und an eine fast schon zu perfekte Welt. Genau in diese Welt konnte ich mich bei der Lektüre flüchten und dem Alltag für ein paar Stunden entfliehen. Dabei war der angenehme Schreibstil des Autors, toll zu lesen. Die Naturbeschreibungen haben mich gut mitgenommen und unterstützen die Atmosphäre des gesamten Buches.

Ein Buch für eine Pause und ebenso zum reflektieren vom eigenen Umgang mit der Zeit und den Menschen.

Veröffentlicht am 29.12.2025

leider schwach

Im Labyrinth der Furcht
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Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross ist ein weiterer Band um den wohl faszinierendsten Serienkiller der Thriller-Landschaft Francis Ackerman Jr.

Ackermann und seine Geschwister sind in die Fänge des ...

Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross ist ein weiterer Band um den wohl faszinierendsten Serienkiller der Thriller-Landschaft Francis Ackerman Jr.

Ackermann und seine Geschwister sind in die Fänge des Hüters geraten und bisher konnte nur Ackermans Vater Thomas White dem Hüter entkommen. Von Beginn an überlegt Ackerman, wie er es schaffen kann, seine Mitgefangenen vor dem grausamen Plan des Hüters zu schützen und ihn zu überwältigen. Diese Gedankengänge ziehen sich leider ziemlich in die Länge und nehmen etwas von der gewohnten Spannung.

Der zweite Handlungsstrang um Nadia, die alles daran setzt, um Francis zu finden, gestaltet sich da um einiges spannender. Im Darknet wird eine kuriose Versteigerung angekündigt, in der kunstvoll dargestellte Leichen angeboten werden. Die Täter aufzuspüren ist oberstes Gebot und führen Nadia in menschliche Abgründe. Unterstützung bekommt sie von ihrer Erzfeindin Ruth, die ihr ein Angebot macht, welches Nadia in einen Gewissenskonflikt stürzt.

Als Leserin der ersten Stunde und großer Fan von Ackerman hat mich dieser Band mit seiner Gewöhnlichkeit ehrlich gesagt enttäuscht. Meine Erwartungen an Ethan Cross und seine Schreibkunst sind da einfach höher.

Das Ende war für mich nicht befriedigend und erschien mir etwas überstürzt. Wie auch der letzte Band endet es auch hier mit einem gemeinen Cliffhanger, sodass ich wohl auch den dritten Band lesen werde und Ethan Cross damit noch eine Chance hat mich mit der Hüter Reihe zu versöhnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.12.2025

tolles Hörbuch

Before I met Supergirl
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Das Hörbuch "Before I met Supergirl", die Autobiografie von Rea Garvey eingelesen von Simon Jäger hat mich mehr als positiv überrascht.

Ich mag Rea Garvey so wie er sich in der Öffentlichkeit gibt sehr, ...

Das Hörbuch "Before I met Supergirl", die Autobiografie von Rea Garvey eingelesen von Simon Jäger hat mich mehr als positiv überrascht.

Ich mag Rea Garvey so wie er sich in der Öffentlichkeit gibt sehr, auch wenn er nicht unbedingt meine Musik spielt und ich seine Lieder nur aus dem Radio kenne.

Der Künstler gibt in dem Buch einiges an privaten Einblicken auf sein Leben in Irland, seine Familie und seinen langen und steinigen Weg bis zum Erfolg. Dabei ist er herrlich selbstironisch und zeigt stellenweise tiefschwarzen Humor. Das Irland der 80-iger Jahre und das Leben der Menschen dort wird genauso authentisch wie anscheinend auch ehrlich erzählt.

Besonders hat mich der tief verwurzelte Glaube der Familie Rea's fasziniert. Wer hier allerdings ein Blick hinter die Kulissen seines Erfolges erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein, dies könnte eine Fortsetzung der Autobiografie liefern, denn diese hier endet genau an dieser Stelle.
Stattdessen nahm ich an seinem Werden von Kind zum Erwachsenen mit all seinen Ängsten und Träumen teil.

Der Erzähler Simon Jürgen hat mir sehr gut gefallen und gibt dem Hörbuch eine passende Tiefe. Er betont an genau der richtigen Stelle und transportiert die Gefühle des Autors.

Von mir eine klare Hörempfehlung.

Veröffentlicht am 14.12.2025

spannend und genial

Der Blutmacher
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Der "Blutmacher" von Elias Haller führt den Leser in grausame Tiefen der menschlichen Gewalt und dies alles Live im Internet. Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn erst einmal dachte, schon wieder Live-Hinrichtungen, ...

Der "Blutmacher" von Elias Haller führt den Leser in grausame Tiefen der menschlichen Gewalt und dies alles Live im Internet. Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn erst einmal dachte, schon wieder Live-Hinrichtungen, die habe ich in den letzten Jahren doch schon mehr fach gelesen.

Doch Elias Haller, wäre nicht Elias Haller, wenn er mit seinem Thriller nicht noch einmal ganz neue Wege beschreiten würde. Der Mörder ist skrupellos, kalt und nicht leicht einzuordnen. Tara Kromberg kommt an ihre Grenzen und ist diesmal persönlich zu involviert, darum wird sie von dem Fall abgezogen. Tara lässt sich, wie bekannt sein sollte, nicht so leicht aufs Abstellgleis schicken und ermittelt auf eigene Faust, mit Unterstützung von Gabriel weiter.

Sie und Gabriel sind mittlerweile als Team zusammengewachsen und haben ein großes Potenzial hoffentlich noch einige Bände zu füllen.

Wie bisher alle Bücher von Elias Haller, hat mich auch "Der Blutmacher" äußerst gut unterhalten. Sein Scheibstil ist klar strukturiert und seine Charaktere entwickeln sich kontinuierlich von Band zu Band weiter. Dabei wird nie zu viel Augenmerk auf das Privatleben, aber dennoch genug, um eine Verbindung zu den Ermittlern aufbauen zu können.

Wieder einmal ein gelungener Thriller aus der Feder von Eliaas Haller.

Veröffentlicht am 14.12.2025

gelungen

Schwüre, die wir brechen
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"Schwüre, die wir brechen" ist der zweite Band einer Reihe des Autorenduos und Ehepaares Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen.

Skandinavische Krimireihen sind mir die liebsten und wenn ich, wie hier ...

"Schwüre, die wir brechen" ist der zweite Band einer Reihe des Autorenduos und Ehepaares Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen.

Skandinavische Krimireihen sind mir die liebsten und wenn ich, wie hier bei dieser Reihe ganz tief in das Geschehen eintauchen kann, haben die Autoren alles richtig gemacht.

Als in Malmö eine übel zugerichtete Leiche gefunden wird, ohne Herz, dafür mit angenähtem Krokodilskopf weiß John Nordh als erfahrener Ermittler scheinbar sofort wohin die Reise der Ermittlungen ihn und seine Kollegin Svea Karhuu führen wird. Es bleibt nicht bei der einen Leiche und wieder spielen bizarre Objekte/Tierteile eine große Rolle. Die Ermittlungen gestalten sich spannend und dabei auch wendungsreich, sodass ich teilweise wirklich auf die falsche Fährte geschickt wurde.

Das Privatleben von Svea und John spielt auch in diesem Band eine große Rolle, zweifelt John doch an dem Unfalltod seiner Frau und meint etwas Entscheidendes zu entdecken. Bei all den privaten Problemen müssen sich die beiden immer noch zu einem Team zusammenfinden.

Insgesamt eine gelungene Fortsetzung mit einem noch ausbaufähigem Team.