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Veröffentlicht am 30.10.2025

guter Auftaktband

Sieben Gräber für den Winter
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" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .

David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem ...

" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .

David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem Elektroschocker auf ihn in den Vorruhestand geschickt und zieht sich nach Inussuk zurück. Dort will er fischen und die Einsamkeit genießen. Bei seiner Ankunft wird er von einem übermütigen Huskywelpen begrüßt, der ihn an seinem Traum von einem Hundegespann näher kommt.
Gleichzeitig verschwindet Tinka, die Tochter der Ministerpräsidentin Nivi Winther, die sich gerade im Wahlkampf gegen den in der Wählergunst vorne liegenden Malik Uutaaq .

Als eine Frauenleiche gefunden wird, nimmt die Geschichte bizarre und erschreckende Formen an, die Kreise bis in die höchsten Etagen der Politik ziehen.
David möchte die Ermittlungen unterstützen, doch der ermittelnde Beamte hält nicht viel von ihm und wirft ihm Steine in den Weg.

Mir hat der Auftaktband sehr gut gefallen, besonders die interessant gestalteten Charaktere, die vielseitig agieren und ein hohes Entwicklungspotential haben, machen mich neugierig auf die Folgebände.

Veröffentlicht am 27.10.2025

sehr gut

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Mit "Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben" hat die Autorin und Medizinerin Lou Bihl in meinen Augen ein sehr wichtiges Buch geschrieben.

Wie lebt es sich mit einer finalen Diagnose? Diese Thematik hat ...

Mit "Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben" hat die Autorin und Medizinerin Lou Bihl in meinen Augen ein sehr wichtiges Buch geschrieben.

Wie lebt es sich mit einer finalen Diagnose? Diese Thematik hat sie in die Geschichte der beiden Freundinnen Marlene und Helena beschrieben. Sie kennen sich seit dem Studium, verlieren sich nie aus den Augen, auch wenn Marlene nach San Francisco gezogen ist. Da beschränkt sich der Kontakt dann allerdings eher auf Feiertage. Nach einem Schicksalsschlag kommt Marlene zurück nach Deutschland und der Kontakt intensiviert sich wieder. Nachdem Marlene die Diagnose Brustkrebs erhalten hat, ändert sich das Leben Freundinnen fundamental.

Die Themen Leben und Sterben, besonders die Selbstbestimmung zum Ende des Lebens nimmt plötzlich viel Raum ein. Was für Marlene eine Erleichterung darstellt, macht Helena als Palliativmedizinerin eher Unbehagen und Angst.

Die Debatte um assistierten Selbstmord ist in Deutschland leider nicht wirklich zu Ende geführt und macht mir persönlich Bauchschmerzen, auch wenn ich Mitglied bei der DGHS geworden bin.

Die Autorin beleuchtet in Romanform ein wichtiges Thema und hat für mich auch sehr gut recherchiert. Prima finde ich das Glossar mit den medizinischen Fachbegriffen für Laien.

Ein nachdenklich, aber ebenso mutmachender Roman.

Veröffentlicht am 27.10.2025

Erwartungen erfüllt

Todesstimme
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"Todesstimme" des Autors Elias Haller ist der zweite Band um die Ermittler Tara Kromberg und Gabriel Schneider. Ich liebe die Thriller von Elias Haller und habe bisher alle Reihen von ihm regelrecht verschlungen.
Nach ...

"Todesstimme" des Autors Elias Haller ist der zweite Band um die Ermittler Tara Kromberg und Gabriel Schneider. Ich liebe die Thriller von Elias Haller und habe bisher alle Reihen von ihm regelrecht verschlungen.
Nach dem ersten Band war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Tara Kromberg und Gabriel Schneider bekommen es diesmal mit mysteriösen Selbstmorden und einem verstörenden Podcast zu tun. Eine 16-jährige Schülerin wird tot in einem leerstehenden Fabrikgebäude aufgefunden. Auf den ersten Blick deutet alles auf Selbstmord hin, untermauert wird diese These durch kryptischen Text an der Wand. Bei weiteren Recherchen und Selbstmorden stoßen die beiden Ermittler des Sonderdezernats Signalrot jedoch auf einen Podcast "Totgeburt", dessen Betreiber sich Kadaver nennt und nicht aufzufinden ist. Es scheint, als würde er suizidgefährdete Menschen gezielt in den Selbstmord treiben. Bringt sich doch der jeweilige Interviewpartner kurz nach dem Interview mit Kadaver um.

Einzig bemängeln würde ich bei diesem Band die Ausschweifungen zur Außendiensttauglichkeit von Gabriel, auch wenn sich dies im Laufe des Buches dann doch noch einmal erklärt. Aber damit ist diese Baustelle dann hoffentlich abgeschlossen.

Es gibt zum Ende hin eine gute Auflösung und der Spannungsbogen hat mir gut gefallen. Nach den Andeutungen zu neuen Möglichkeiten in weiteren Fällen freue ich mich schon auf weitere Bände mit dem Team.

Veröffentlicht am 26.10.2025

gute Recherche

Protokoll eines Verschwindens
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"Protokoll eines Verschwindens" ist das Debüt des Autors Alexander Ruplin. Ich bin ein großer Fan von True Crime und fand die Leseprobe zu dem Buch sehr interessant.

Gabriel, ein Brasilianer, ist nach ...

"Protokoll eines Verschwindens" ist das Debüt des Autors Alexander Ruplin. Ich bin ein großer Fan von True Crime und fand die Leseprobe zu dem Buch sehr interessant.

Gabriel, ein Brasilianer, ist nach seinem Umzug in Hamburg angekommen. Nachdem er eine Weile bei seiner Schwester Isabella, einer Kardiologin, gelebt hat, freut er sich, dass er nun einen festen Job, eine Wohnung und anscheinend auch eine neue Liebe gefunden hat.
Doch auf einmal verschwindet Gabriel, obwohl er doch mit seiner Schwester zum 60. Geburtstag seiner Mutter Manuela nach Rio fliegen wollte. Das Flugticket war bereits gebucht. Als Isabella ihren Bruder vermisst meldet, reagiert die Polizei nicht: Schließlich sei Gabriel erwachsen.
Auf der anderen Seite ist da Fabio, ein italienischer Pfleger, der versucht sein homosexuelles Leben auf die Reihe zu bekommen.

Alexander Rupflin hat einen distanzierten, aber dennoch detaillierten Schreibstil, der mir die Situation, in der sich die beteiligten Personen befanden, sehr nahe gebracht hat. Die Recherche war anscheinend sehr gut und ausführlich. Besonders die unterschiedlichen Aussagen, die Fabio tätigt, die Unsicherheit und Zweifel des Erzählers haben mich berührt.

Ich habe schon viele True-Crime-Romane gelesen und kann diesen hier aufgrund des doch anderen Aufbaus nur empfehlen.

Veröffentlicht am 26.10.2025

gemischte Gefühle

Wenn unsere Welt kippt
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"Wenn unsere Welt kippt" der gefeierten Autorin Jandy Nelson war für mich ihr erstes Buch und demzufolge war die Neugier groß.

Erzählt wird die Geschichte der Geschwister Miles, Dizzy und Winton, die ...

"Wenn unsere Welt kippt" der gefeierten Autorin Jandy Nelson war für mich ihr erstes Buch und demzufolge war die Neugier groß.

Erzählt wird die Geschichte der Geschwister Miles, Dizzy und Winton, die in der Kleinstadt Paradise Springs, gegründet von ihren Ahnen, leben.

Das Leben der Geschwister ist durchwachsen von Brüchen, ein Vater, der erst als verstorben galt, doch noch lebt, aber sich der Verantwortung gegenüber seiner Kinder gekonnt entzieht. Jedes der Geschwister hat ein eigenes Päckchen zu tragen, sei es Dizzy, die ihren Körper und die Liebe entdeckt, Miles wunderschön und auf dem Weg zu seinem Coming out und Winton, der obsessiv nach seinem verloren geglaubten Vater sucht.

Als sie auf das energetische Mädchen Cassidy mit den regenbogenfarbenen Haaren treffen, ändert sich die Dynamik unter den Geschwistern rasant. Doch auch Cassidy hat eine eigene Geschichte, die Stück für Stück zu Tage kommt.

Verwoben mit der Geschichte ihrer Vorfahren, bekommen diese Passagen im Buch einen märchenhaften und epischen Charakter.

Ich brauchte eine Weile um mich an den Scheibstil der Autorin zu gewöhnen, da er für mich für ein Jugendbuch doch etwas ungewöhnlich war. Die Charaktere der Geschwister waren sehr gut ausgearbeitet und passten auf Teenager und junge Erwachsene mit ihren Problemen sehr gut. Was mich jedoch im Laufe der Geschichte immer mehr störte und auch verwirrte waren die doch sehr langen Passagen um die sexuellen Gedanken und Bedürfnisse bei Dizzy und Miles. Auch wenn diese in dem Alter evtl. als normal anzusehen sind (besonders bei einem 16-jährigen Jungen) nahmen sie mir, gerade auch im Zusammenhang mit Drogen zu viel Raum ein. Ebenso empfand ich die geballte Häufig der Probleme wie Drogen, psychische Erkrankungen, Missbrauch und Vernachlässigungen als zu viel. In meinen Augen wäre da weniger doch mehr gewesen.

Das Buch wird für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen, da gebe ich zu bedenken, dass die Geschichte der Geschwister aufgrund der Vielzahl an Problemen schon für Erwachsene keine leichte Kost war.