Ein besonderer Sommer
RestsommerDominiks Weg ist vorgeschrieben: er wird das Bestattungsunternehmen seines Vaters übernehmen. Dabei ist er gar nicht sicher, ob er das tatsächlich will. Als dann Biff auf der Bildfläche erscheint, kann ...
Dominiks Weg ist vorgeschrieben: er wird das Bestattungsunternehmen seines Vaters übernehmen. Dabei ist er gar nicht sicher, ob er das tatsächlich will. Als dann Biff auf der Bildfläche erscheint, kann Domi die zunehmende Enge, die sich um sein Leben zu schnüren scheint, nicht mehr ertragen und ein ganz besonderer Sommer nimmt seinen Lauf.
Auf „Restsommer“ von Kea von Garnier habe ich schon lange gewartet. Ich folge ihr auf Insta, habe schon an diversen Workshops und Schreibwerkstätten von ihr teilgenommen und bin seit Jahren ein Fan dieser beeindruckenden Frau, die das Handwerk nicht nur verinnerlicht hat, sondern auch auf ganz wunderbare Weise weitergibt. Und ihr Romandebüt enttäuscht nicht.
Dieser eine Sommer von Domi und Biff hat alles, was das Herz begehrt und was in einem queeren Coming-of-Age-Roman nicht fehlen darf: Liebe, Abenteuer, Herzschmerz und die große Frage: Was will ich selbst vom Leben, auch wenn mein Weg schon vorgezeichnet scheint. Gerade die Figuren wuchsen mir schnell ans Herz, allen voran Protagonist Domi, aber auch Biff. Viele der Nebencharaktere sind zwar mit der Zeit hintenübergefallen, aber genau so ist das als Teenager. Auch wenn ich den Roman eher als Character Driven bezeichnen würde, behält Kea von Garnier den Plot ganz genau im Auge, was zu einer hohen Dichte an Ereignissen führt, die allerdings nie konstruiert oder gewollt erscheinen.
Sprachlich hat sie mich schon lange abgeholt. Sie hat das Handwerk nun mal gelernt; streut für mich die passende Menge an Bildern und Metaphern ein, holt alle Sinne mit ins Boot und schenkt den Lesenden damit eine allumfassende Lektüre, die mitreißt und nicht mehr loslässt.
Ich freu mich schon auf ihre nächsten Romane.