Cover-Bild Schlaf
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23,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 26.03.2026
  • ISBN: 9783550203015
Honor Jones

Schlaf

Roman | »Unglaublich bewegend« Ann Patchett
Claudia Voit (Übersetzer)

Ein literarisches Meisterwerk über Mütter und Töchter


Als Margarets Mutter im Sterben liegt, kehrt sie mit ihren Töchtern ins Elternhaus zurück – ein Ort voller schmerzlicher Erinnerungen. Elizabeth war eine Frau mit Geschmack und festen Vorstellungen, aber auch eine Mutter, die Kontrolle über Fürsorge stellte. Während Margaret sich in diesem heißen Sommer von ihrer Mutter verabschiedet, stellt sie sich den Geheimnissen, die sie seit ihrer Kindheit verfolgen. Wie sie als Mädchen allein mit der ungewollten Aufmerksamkeit umgehen musste, die Nachbarjungen und ihr eigener Bruder auf sie richteten. Wie ihre Mutter sich als Frau immer zurücknahm und das auch von ihrer Tochter forderte. Wie ein Moment im Pool Margarets Verhältnis zu ihrer Mutter für immer prägte. Seitdem ist Margaret entschlossen, keiner Fassade zuzustimmen. Sie weiß nur zu gut, das Glück ist kompliziert, und sie hat die Kraft, endlich die eigene Stimme zu erheben. 


»Der Debütroman von Honor Jones hat mich von der ersten Seite an gefesselt … Dieses Buch werden Sie nicht aus der Hand legen wollen.« J. Courtney Sullivan, Autorin von  Die Frauen von Maine

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Über Mütter und Töchter und Geheimnisse

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Meine Meinung

Komisch, dachte Margaret, wie die Ein- und Ausstülpungen, die Formen und Löcher vorne am Kopf sich zu etwas
zusammenfügten, das so unverhüllt Gedanken und Gefühle ausdrückte – das ...

Meine Meinung

Komisch, dachte Margaret, wie die Ein- und Ausstülpungen, die Formen und Löcher vorne am Kopf sich zu etwas
zusammenfügten, das so unverhüllt Gedanken und Gefühle ausdrückte – das Gesicht. Die Gedanken und Gefühle, das
wusste Margaret, meinte Elizabeth, wenn sie sagte: »Mach nicht so ein Gesicht.« (ZITAT)

"Schlaf" (Original: Sleep) von Honor Jones hat mich vor allem durch seine Intensität beeindruckt. Ja, manche Passagen sind etwas ausgedehnt, das tut der Story dennoch keinen Abbruch

Margaret, die Protagonistin, bewegt sich zwischen der Leichtigkeit ihrer Kindheit und der Müdigkeit ihres Erwachsenenlebens. Die psychologische Genauigkeit, mit der Jones familiäre Muster beschreibt, besonders die fragile Mutter-Tochter-Beziehung, hat mich tief berührt. Diese Härte, Abwesenheit, Ignoranz waren spürbar.

Eindrücklich auch,wie der Roman zeigt, dass Margarets spätere Erschöpfung direkt aus einem prägenden Kindheitserlebnis entsteht, das sie nie wirklich verarbeitet hat. Die Szenen, in denen sie als Erwachsene versucht, ihrer eigenen Tochter Nähe zu geben, obwohl sie selbst nie gelernt hat, wie sich sichere Bindung anfühlt, gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches. Auch die Rückblenden, in denen die familiäre Sprachlosigkeit fast körperlich spürbar wird, haben mir noch einmal verdeutlicht, wie tief sich unausgesprochene Verletzungen in ein Leben einschreiben.

Der Stil ist klar, poetisch, man kommt gut hinein in die Geschichte. Besonders hervorheben möchte ich, wie verantwortungsvoll und behutsam Honor Jones ein so schweres und schmerzhaftes Thema in "Schlaf" gepackt hat.

Fazit-> Ein grandioser Debütroman.


Über die Autorin

Honor Jones ist leitende Redakteurin bei The Atlantic und war zuvor bei der New York Times tätig. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Brooklyn.

(Quelle: Verlag / vlb)

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Traumatisierende Kindheitserinnerungen

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Dieses Buch beschreibt eine diffizile Mutter-Tochter Beziehung in verschiedenen chronologischen Zeitphasen. Dabei gibt es auch immer wieder inhaltlich relevante Rückblicke, die die Haltung von Mutter Elizabeth ...

Dieses Buch beschreibt eine diffizile Mutter-Tochter Beziehung in verschiedenen chronologischen Zeitphasen. Dabei gibt es auch immer wieder inhaltlich relevante Rückblicke, die die Haltung von Mutter Elizabeth beleuchten und zu erklären versuchen.
Wir lernen Margaret als vorpubertären Teenager kennen, zwischen kindlichem Versteckspiel und leisem Schwarm für einen Nachbarsjungen. Die dominante Mutter Elizabeth zeigt sich hier bereits wenig einfühlsam, als sie ihre Tochter zwingt, ihre verdreckte Kleidung vor anwesenden Gästen abzulegen, um nur ja keinen Schmutz ins Haus zu bringen. Allein das fand ich schon erniedrigend für Margaret, aber schnell kommt es zu weiteren unverständlichen Verhaltensweisen der Mutter.
In dieser Zeit kommt es zu sexuellen Übergriffen durch Margarets Bruder. Da gibt es eine kleine versteckte Kamera im Badezimmer der Kinder, was Margaret verstört und sie deshalb Unterstützung von ihrer Mutter erhofft. Da diese aber ihren Sohn vergöttert, wird alles unter den Tisch gekehrt und als harmlos dargestellt. Noch schlimmer wird es für Margaret, als der Bruder nachts in ihr Zimmer schleicht und sie berührt. Mit diesen Erfahrungen bleibt die Zehnjährige ganz allein, sie kann sich niemandem anvertrauen und trägt diese traumatisierenden Erfahrungen mit in ihre spätere Rolle als Ehefrau, Geliebte und Mutter.
Ich finde das Buch sehr ergreifend und musste immer mal wieder innehalten und das Gelesene überdenken, weil es so unbegreiflich ist, dass ein Kind keinen Rückhalt bei der Mutter findet. Somit ist es keine leichte Lektüre, die man einfach mal so zur Unterhaltung liest, sondern es macht betroffen. Und doch ist es realistisch, Nachrichten solcher Art erscheinen immer wieder in der Öffentlichkeit.
Die übergriffigen und nicht verarbeiteten Ereignisse beeinflussen Margaret in ihrem Denken und Handeln besonders deutlich, als sie selbst Mutter zweier Töchter ist und sie überall unüberschaubare Situationen zu sehen meint, vor denen sie ihre Töchter schützen will. Denn sie will ihre Töchter davor bewahren, missbraucht zu werden.
Interessant und überzeugend dargestellt empfand ich auch die andauernde dominante Haltung von Margarets Mutter, selbst als sie schon sterbenskrank ist. Noch immer versucht sie Margaret zu beeinflussen und schreckt auch nicht davor zurück, ihre Enkelinnen gegen die eigene Mutter auszuspielen, nicht offensichtlich, aber in gewohnter Weise unauffällig. Eine unglaubliche und selbstverliebte Verhaltensweise!
Der Schreibstil der Autorin spricht mich sehr an, denn er ist sofort zugänglich, obwohl hinter den eher ruhigen Schilderungen eine hohe Aussagekraft steht. Einzelne Szenen wirken zunächst harmlos, entfalten sich aber sehr atmosphärisch, wenn man sich vor Augen führt, was man da gerade gelesen hat.
Dies ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, weil es auf ruhige Art und Weise in die Tiefe geht und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Sensibel und erfrischend erzähltes Kindheitstrauma

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Die 10-jährige Margaret wächst mit ihrer Familie in New Jersey auf.
Nach 25 Jahren kehrt Margaret in ihr Elternhaus zurück, da die Mutter nach Schlaganfällen im Sterben liegt. Die Mutter, die ihr Leben ...

Die 10-jährige Margaret wächst mit ihrer Familie in New Jersey auf.
Nach 25 Jahren kehrt Margaret in ihr Elternhaus zurück, da die Mutter nach Schlaganfällen im Sterben liegt. Die Mutter, die ihr Leben lang dominant gewesen ist.
Margaret beschreibt ihr Leben und die Verknüpfung zu ihrer Familie.
Inzwischen hat Margaret eigene, sehr lebendige Kinder, ist geschieden, neu verliebt.
Ihr Hauptanliegen ist, ihre beiden Töchter zu lieben und zu schützen.
Doch eines lässt sie nicht los. Als Kind, während sie schlief, kam ihr älterer Bruder, der von den Erwachsenen geliebte, zu ihr ins Zimmer und fasst sie an, missbraucht sie somit, macht heimliche Videoaufnahmen.
Margaret überwindet dies nicht, es folgt ihr in ihrer weiteren Sichtweise hinein in ihr Leben, Sie erzählt dies niemandem, nicht ihrer Freundin Biddy, nicht ihren Eltern nicht ihrem neuen Freund. Sie wuchs in einer Atmosphäre der Sauberkeit und Moral auf. Mädchen hatten sich gegenüber Jungen unterzuordnen. Die herrschenden Geschlechterrollen der Generation ihrer Eltern ließen sie, als Kind, in ihrem Sosein mit ihren Eigenschaften keinen Platz finden. Sie fühlte sich ungerecht behandelt und kann dies nicht ansprechen oder ausdrücken.
Das Buch ist in zwei Hauptteile gegliedert:
1. Teil die Kindheit
2. Teil Margaret als Erwachsene und selber Mutter

Sensibel und leise mit beunruhigenden Untertönen geschrieben, eindrucksvoll und selbstbewusst dargestellt. Die Demütigungen, die Margaret empfindet und das schwierige Verhältnis zur dominanten Mutter – die ihr doch eigentlich hätte beistehen können und sollen, wenn ihre Moral und ihre Rolle es zugelassen hätten. Das macht die Spannung aus, die Betroffenheit steigt und damit auch eine schaudernde Neugier, das Drama distanziert zu verfolgen. Man hat das Gefühl, dass Margaret es schon richtig macht, die Hoffnung schimmert in jedem Satz durch. Man kann sich in sie und in viele Situationen hineinversetzen und hat den richtigen Abstand trotz der Betroffenheit.
Mit der Last ihrer Vergangenheit kann Margaret, als Erwachsene, wenn es um ihre eigene Tochter geht, nicht adäquat reagieren.
Als Elizabeth im sterben liegt, kommt es nur zum Ansatz eines Aussprechens verschiedener Perspektiven und durch die Frage an Neal, ihren Bruder, der eine oberflächliche Antwort gibt, setzt ein Heilungsprozess ein „Es war nur eine Frage der Distanz, es ging darum manche Dinge mit dem richtigen Abstand zu betrachten und andere ganz nah heranzuholen“ sagt sie in einem anderen Zusammenhang..

Das Buch liest sich flüssig, ist spannend vor allem wegen der Beschreibung der Diskrepanz zu ihrer Mutter, deren Dominanz und Frauenrolle und Margarets Verhältnis zu ihrer eigenen Sexualität. Die Verhinderungen von Margarets lebendigem Wesen machen betroffen. Stark ist, dass sie in ihrem Erwachsenensein eine beruflich erfolgreiche Frau mit großer Liebe und Verantwortungsbewusstsein ihren Töchtern gegenüber geworden ist. Margaret kommt taff und selbstbewusst rüber trotz ihrer Verletzung. Sensibel und klug betrachtet sie ihre Umwelt. Eine working mum, die sich trotz Verletzungen ihren Weg bahnt. Der Schmerz wird letztendlich ausgesprochen und an die beteiligten Personen gerichtet. Das macht den Roman so erfrischend trotz der Tragödie.
Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Bewegender Roman

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Honor Jones Roman "Schlaf" ist ein ruhig und eindringlich geschriebener Roman, der nachdenklich maacht und noch lange nach dem Lesen nachhallt. Das Buch handelt von dem Verhältnis von Mutter zur Tochter. ...

Honor Jones Roman "Schlaf" ist ein ruhig und eindringlich geschriebener Roman, der nachdenklich maacht und noch lange nach dem Lesen nachhallt. Das Buch handelt von dem Verhältnis von Mutter zur Tochter. Die Mutter Elizabeth liegt im Sterben und ihre Tochter Margaret will sich von ihrer Mutter verabschieden und lässt dabei noch einmal in Kindheit Revue passieren. Die Beziehung zu ihrer Mutter war immer kompliziert und sie versucht zu ergründen, woran das gelegen haben könnte. Als Kind wurde Margaret von ihrem älteren Bruder Neal sexuell belästigt. Als sie ihre Mutter davon erzählt, geht diese nicht darauf ein. Dieses Verhalten macht sich in der Erziehung ihrer eigenen Töchter später bemerkbar. Margaret ist über fürsorglich und denkt nur an deren Wohlergehen. Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen geschrieben und lässt sich sehr gut lesen. Das Thema Mutter, Tochter und die Folgen für deren späteres eigenes Leben sind nachvollziehbar beschrieben.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Bewegender Roman mit Tiefgang

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In ihrem Debütroman "Schlaf" beschreibt die amerikanische Autorin Honor Jones eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung und die Auswirkungen eines erlittenen Kindheitstraumas auf das Muttersein als Erwachsene.

Zu ...

In ihrem Debütroman "Schlaf" beschreibt die amerikanische Autorin Honor Jones eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung und die Auswirkungen eines erlittenen Kindheitstraumas auf das Muttersein als Erwachsene.

Zu Beginn des Buches lernen wir Margaret als Zehnjährige kennen, die mit ihrer besten Freundin Biddy und den drei Brüdern der beiden im Garten Verstecken spielt. Die Beziehung zu ihrer Mutter Elizabeth ist schwierig, da diese wenig Empathie zeigt und von Kontrollzwängen beherrscht wird. Als Margaret ihr von einer in der Dusche installierten Videokamera berichtet, zeigt Elizabeth wenig Interesse an einer Aufklärung. In diesem Sommer kommt Margarets drei Jahre älterer Bruder Neal mehrmals nachts in ihr Zimmer und fasst sie an, während sie schläft. Das Mädchen versucht, sich der Mutter anzuvertrauen, doch Elizabeth macht ihr klar, dass sie nicht mit ihr über die Ereignisse sprechen möchte. 

Auf einer zweiten Erzählebene begegnen wir der mittlerweile 35-jährigen Redakteurin Margaret. Nach 12 Jahren Ehe ist sie von Ezra geschieden und bewohnt nun mit den gemeinsamen Töchtern Helen und Josephine eine kleine Wohnung in New York. Sie hält Abstand zu ihrer Mutter und gibt nur widerwillig nach, als Jo sich eine Poolparty bei den Großeltern wünscht. Wenig später erkrankt Elizabeth schwer ....

Die Geschichte, die sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit bewegt, ist in kluger Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, ganz besonders die durch die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit geprägte Margaret, die ihren Kindern gegenüber eine überfürsorgliche Mutter ist. Sie sorgt sich um die beiden, möchte sie behüten und beschützen und gerät leicht in Panik, wenn sie sie kurzzeitig aus den Augen verliert. Es schockiert sie, dass die Kinder ihren Onkel Neal mögen, und es verstört sie, als sie bemerkt, dass der Körper von Helen langsam beginnt, sich minimal zu verändern.  

Der Roman, dessen Schwerpunkt das Thema Mutterschaft darstellt, hat mir bis zum stimmigen Ende sehr gut gefallen, er hat mich erschüttert und berührt. Meine Lieblingsfigur war Margaret, die ihre Mutter liebte, obwohl sie früh spürte, dass diese Neal mehr Liebe entgegenbrachte als ihr, kontrollierend und grausam war - und sie in wichtigen Momenten ihres Lebens im Stich gelassen hatte. 

Absolute Leseempfehlung für diesen bewegenden Roman!

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