Unterhaltsam, aber wenig Spannung
Akte Nordsee - Die letzte PredigtDies ist der 4. Band von Almstädts Reihe 'Akte Nordsee' mit den tragenden Figuren Fentje Jacobsen (Anwältin) und Niklas John (Journalist). Für mich ist es der erste Band dieser Reihe, und ich hatte ein ...
Dies ist der 4. Band von Almstädts Reihe 'Akte Nordsee' mit den tragenden Figuren Fentje Jacobsen (Anwältin) und Niklas John (Journalist). Für mich ist es der erste Band dieser Reihe, und ich hatte ein wenig mehr erwartet. Man kann den vierten Band durchaus lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Es gibt zwar immer wieder kleine Rückverweise auf vorherige Fälle, aber das behindert den Lesefluss nicht.
Nach einem spannenden Prolog geht es gemächlich weiter, es wird eher Alltagsleben erzählt und man sehnt sich nach Spannung, die sich dann aber erst zur Mitte des Buches hin wieder einfindet.
Inhaltlich geht es um den kleinen Ort Estherwiek, wo Pastor Tammo Gerdes tot im Watt aufgefunden wird, nachdem er zuvor eine ungewöhnlich rebellische Predigt gehalten hat, anlässlich einer silbernen Konfirmation. Unfall, Selbstmord oder Mord? Kurz zuvor hatte Lena, die anlässlich des Jubiläums aus Hamburg angereist war, ein vertrauliches Gespräch mit dem Pfarrer gesucht. Und auch Lena wird kurze Zeit später tot aufgefunden... Nebenbei geht es immer wieder um das Verhältnis zwischen Fentje und Niklas, das nicht gerade harmonisch ist. Aber als Niklas sogar Tatverdächtiger im Falle Lena wird, beginnen die beiden auf eigene Faust zu ermitteln.
Der Schreibstil liest sich schnell und einfach, man kann sich die einzelnen Szenen bildlich vorstellen, da sehr viele Details beschrieben werden. Vieles hat wenig Bedeutung für den Verlauf dieser Story und ist eher nebensächlich. So verhält es sich auch mit den vielen vorkommenden Charakteren, hier muss man sich erstmal einen Überblick verschaffen.
Am Ende wird alles schlüssig erklärt und auch eine Verbindung zum rätselhaften Prolog hergestellt, aber ich habe Probleme damit, zu verstehen, warum die Morde überhaupt stattfanden. Sie erscheinen mir unrealistisch motiviert zu sein, und das schmälert das Lesevergnügen. Daran ändert auch der in meinen Augen übertriebene Showdown nichts, wo so manches an Slapstick erinnerte, weil die Charaktere sich unüberlegt und dilettantisch verhielten.
Alles in allem ist das Buch eher ein Softkrimi mit viel Lokalkolorit und beschaulichen Einblicken ins Dorfleben.