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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2026

Wo Recht an seine Grenzen stößt (Hörbuch)

Feine Risse
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Eva Herbergen steht kurz vor dem Ruhestand und möchte gemeinsam mit ihrem Mann Peter einen ruhigeren Lebensabschnitt beginnen. Doch die Menschen und Schicksale aus ihrer Zeit als Strafverteidigerin begleiten ...

Eva Herbergen steht kurz vor dem Ruhestand und möchte gemeinsam mit ihrem Mann Peter einen ruhigeren Lebensabschnitt beginnen. Doch die Menschen und Schicksale aus ihrer Zeit als Strafverteidigerin begleiten sie weiter. In mehreren miteinander verknüpften Geschichten wird deutlich, dass hinter Straftaten oft weit mehr steckt als das, was zunächst sichtbar ist. Lebenswege, Zufälle und kleine Entscheidungen hinterlassen Spuren, die manchmal erst Jahre später ihre Wirkung entfalten.

Schon nach den ersten Fällen war klar, dass hier nicht nach den üblichen Mustern erzählt wird. Immer wieder entsteht das Gefühl, die Zusammenhänge bereits durchschaut zu haben, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die Wendungen kommen unerwartet, wirken aber nie wie reine Überraschungseffekte. Vielmehr verändern sie den Blick auf die Figuren und ihre Geschichten.

Gerade dadurch gehen viele der geschilderten Fälle unter die Haut. Die Situationen wirken erschreckend nahbar und könnten sich genauso im echten Leben abgespielt haben. Statt einfache Antworten zu liefern, zeigt die Handlung, wie komplex menschliches Verhalten sein kann. Schnell wird deutlich, dass Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit selten so eindeutig sind, wie man es sich wünschen würde.

Besonders spannend fand ich, dass nicht die Straftaten selbst im Vordergrund stehen, sondern die Vorgeschichten dahinter. Mit jedem Kapitel öffnen sich neue Perspektiven, wodurch man die Beteiligten immer wieder neu bewertet. Manche Entwicklungen haben mich komplett überrascht, obwohl die Hinweise die ganze Zeit vorhanden waren.

Genau dieses Spiel mit Erwartungen hat das Hörbuch für mich so interessant gemacht. Es fühlt sich anders an als viele Krimis oder Justizgeschichten, weil nicht die Frage nach dem Täter den größten Reiz ausmacht, sondern die Suche nach den Ursachen. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und bleiben auch nach dem Ende noch präsent. Für mich eine gelungene Mischung aus Spannung, menschlichen Abgründen und klugen Beobachtungen über die vielen feinen Risse, die sich durch jedes Leben ziehen können.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Eine Reise zu alten Fragen und neuen Antworten

Fünf, sechs, sieben, acht
1

Anton verliert eine Chance, auf die er fest gebaut hat. Doch die eigentliche Erschütterung kommt nicht von der Absage selbst, sondern von den Fragen, die dadurch plötzlich nicht mehr zu überhören sind. ...

Anton verliert eine Chance, auf die er fest gebaut hat. Doch die eigentliche Erschütterung kommt nicht von der Absage selbst, sondern von den Fragen, die dadurch plötzlich nicht mehr zu überhören sind. Als er gemeinsam mit seiner Tochter den Spuren einer längst vergangenen Liebe folgt, wird aus der Reise nach Irland mehr als nur die Suche nach einem Menschen aus der Vergangenheit.

Mich hat diese Geschichte vom ersten Moment an erwischt. Vielleicht, weil sie nichts beweisen will. Sie erzählt einfach von Menschen, die mit sich kämpfen, die Entscheidungen hinterfragen, die verletzt werden und andere verletzen. Und genau deshalb fühlt sich alles so nah an.

Anton, Emma, Katja, Jörg und die vielen anderen Figuren waren für mich keine Namen auf Papier. Mit jeder Seite wurden sie vertrauter. Ich habe mit ihnen gehofft, gezögert, mich geärgert und gefreut. Ihre Gedanken und Gefühle wirken nie wie etwas, das für eine Geschichte erfunden wurde. Sie haben die Widersprüchlichkeit und Unvollkommenheit echter Menschen. Was mich nicht losgelassen hat, war diese stille Ehrlichkeit. Das Buch spricht von Zeit, von verpassten Möglichkeiten, von Liebe, Familie und dem Älterwerden, ohne dabei große Antworten liefern zu wollen. Stattdessen wirft es Fragen auf, die man unweigerlich mitnimmt. Fragen darüber, wie man gelebt hat und wie man noch leben möchte. Antons Weg hat mich dabei am meisten berührt. Nicht weil er spektakulär ist, sondern weil er so nachvollziehbar wirkt. Seine Entscheidungen, seine Zweifel und die Erkenntnisse, zu denen er gelangt, haben mich immer wieder innehalten lassen.

Zwischen diesen Seiten steckt unglaublich viel Leben. Nicht das perfekte Leben, sondern das echte. Mit Brüchen, Umwegen und Momenten, die wehtun können. Genau deshalb hat mich die Geschichte emotional so mitgenommen. Nach dem Zuklappen war da nicht nur die Erinnerung an einen schönen Roman, sondern das Gefühl, etwas Wertvolles daraus für mich selbst mitgenommen zu haben. Ein Herzensbuch, das noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Wenn das Herz andere Pläne hat (Hörbuch)

People in Love
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Nora führt seit Jahren eine feste Beziehung mit Robin. Als er ihr überraschend einen Heiratsantrag macht, scheint ihr gemeinsamer Weg vorgezeichnet. Doch dann taucht Bren wieder auf, die große Liebe ihrer ...

Nora führt seit Jahren eine feste Beziehung mit Robin. Als er ihr überraschend einen Heiratsantrag macht, scheint ihr gemeinsamer Weg vorgezeichnet. Doch dann taucht Bren wieder auf, die große Liebe ihrer Jugend, die sie einst durch ein einschneidendes Ereignis verloren hat. Mit seiner Rückkehr werden alte Gefühle wach, und plötzlich gerät alles ins Wanken, was Nora für sicher gehalten hat.

Diese Geschichte lebt von ihren leisen Tönen. Sie erzählt von Entscheidungen, die das Leben verändern, von Erinnerungen, die nie ganz verblassen, und von der Frage, ob man seinem Herzen auch dann folgen sollte, wenn es alles auf den Kopf stellt. Die Figuren wirken dabei unglaublich echt, mit all ihren Fehlern, Zweifeln und Sehnsüchten.

Als Hörbuch hat mich die Geschichte noch einmal mehr erreicht. Die Sprecherin verleiht den Emotionen genau die richtige Tiefe und trifft sowohl die nachdenklichen als auch die intensiven Momente sehr glaubwürdig. Gerade die Szenen zwischen Nora und Bren haben bei mir einiges ausgelöst und gingen stellenweise richtig unter die Haut. Aber auch Robin habe ich in mein Herz geschlossen.

Nach dem Bestseller "Vom Ende der Nacht" der Autorin, das mich bereits begeistert hatte, hat sie mich auch diesmal wieder emotional abgeholt. Die Geschichte entwickelt sich mit viel Feingefühl, ohne künstliches Drama, und schafft es, echte Gefühle greifbar zu machen. Das Ende hat für mich alles wunderbar abgerundet und hinterließ genau die Mischung aus Wehmut, Hoffnung und Zufriedenheit, die ich mir gewünscht hatte.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Nervenaufreibend bis zur letzten Enthüllung

Alles ihre Schuld
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Ein geplanter Spielenachmittag endet in einem Schockmoment: Als eine Mutter ihren Sohn abholen möchte, stellt sich heraus, dass an der angegebenen Adresse niemand von ihm weiß. Aus einer alltäglichen Situation ...

Ein geplanter Spielenachmittag endet in einem Schockmoment: Als eine Mutter ihren Sohn abholen möchte, stellt sich heraus, dass an der angegebenen Adresse niemand von ihm weiß. Aus einer alltäglichen Situation wird innerhalb kürzester Zeit ein Albtraum. Während die Suche nach dem Jungen läuft, geraten immer mehr Menschen in den Fokus, und hinter den Fassaden einer scheinbar perfekten Nachbarschaft kommen dunkle Geheimnisse ans Licht.

Mich hatte die Geschichte schon nach wenigen Seiten in ihrem Griff, weil sie mit einer Situation beginnt, die erschreckend real wirkt. Keine aufwendige Mordermittlung, kein spektakulärer Auftakt, nur ein kleiner Moment, der plötzlich völlig aus dem Ruder läuft. Gerade das macht die Sache so unangenehm. Mit jeder neuen Information verschieben sich die Verdachtsmomente. Dadurch blieb die Spannung konstant hoch und das Miträtseln hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Die verschiedenen Blickwinkel sorgen dafür, dass man nie das komplette Bild vor Augen hat. Statt Antworten gibt es zunächst immer neue Fragen, wodurch sich die Ereignisse nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzen. Dabei wächst das Misstrauen gegenüber nahezu jeder Figur. Auch die Charaktere haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Niemand wirkt eindimensional oder erfüllt einfach nur eine bestimmte Rolle. Viele Entscheidungen sind von Angst, Unsicherheit oder persönlichen Geheimnissen geprägt, was die Geschichte authentisch wirken lässt.

Je weiter die Handlung voranschreitet, desto unangenehmer wird die Erkenntnis, dass hinter der ruhigen Vorstadtkulisse weit mehr verborgen liegt, als zunächst sichtbar ist. Die unterschwellige Anspannung war für mich oft sogar wirkungsvoller als spektakuläre Schockmomente.
Bis zum Schluss hatte ich keine klare Vorstellung davon, wie sich alles auflösen würde. Genau das wünsche ich mir von einem Thriller. Die zahlreichen Wendungen wirken nicht konstruiert, sondern fügen sich stimmig in die Geschichte ein und sorgen immer wieder für Überraschungen.

Ein fesselnder Pageturner, der zeigt, wie schnell Vertrauen zerbrechen kann und welche Abgründe sich hinter einem scheinbar gewöhnlichen Alltag verbergen.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Zwischen Trauer, Schuld und Verdacht

Weil sie lügt
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Juli ist verschwunden, die Polizei geht von einem Mord aus und der Verdacht fällt ausgerechnet auf ihren Vater. Während die Familie unter den Anschuldigungen und der Ungewissheit zerbricht, versucht Anna, ...

Juli ist verschwunden, die Polizei geht von einem Mord aus und der Verdacht fällt ausgerechnet auf ihren Vater. Während die Familie unter den Anschuldigungen und der Ungewissheit zerbricht, versucht Anna, alles zusammenzuhalten; ihre Eltern, ihren kleinen Bruder und irgendwie auch sich selbst. Doch je näher die Ermittlungen einer Lösung kommen, desto deutlicher wird, dass die Wahrheit noch lange nicht ans Licht gekommen ist.

Was mich direkt gepackt hat, war die beklemmende Atmosphäre. Nicht nur der eigentliche Kriminalfall steht im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, was ein solcher Verdacht mit einer Familie macht. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie Misstrauen, Schuldgefühle und Verzweiflung jede Beziehung verändern können.

Anna ist dabei eine Figur, deren Gedanken und Gefühle nachvollziehbar wirken. Sie versucht, stark zu sein, obwohl ihr längst alles über den Kopf wächst. Gerade diese innere Zerrissenheit macht viele Szenen glaubwürdig und emotional. Ein Aspekt, der mich im Verlauf der Geschichte immer mehr überzeugt hat, war der Wechsel zwischen Annas und Katharinas Perspektive. Anfangs war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch, ob die Ermittlersicht wirklich notwendig ist, da mich das Schicksal der Familie sofort in den Bann gezogen hat. Mit der Zeit wurde jedoch deutlich, wie wichtig beide Blickwinkel für die Geschichte sind. Während Anna die emotionalen Folgen des Verschwindens und der Verdächtigungen erlebbar macht, liefert Katharina die Ermittlungsarbeit und bringt neue Puzzleteile ins Spiel. Erst durch das Zusammenspiel beider Perspektiven entfaltet die Handlung ihre volle Wirkung.

Die Spannung entsteht weniger durch spektakuläre Wendungen als durch die vielen offenen Fragen und die unterschwellige Unsicherheit. Dadurch wollte ich ständig wissen, welche Geheimnisse noch verborgen sind und wem man überhaupt trauen kann. Auch die familiären Dynamiken haben mir gefallen. Die Figuren wirken nicht perfekt, sondern menschlich. Mit Fehlern, Ängsten und Entscheidungen, die nicht immer leicht nachzuvollziehen sind. Genau das macht die Geschichte interessant.

Ein Thriller, der auf emotionale Abgründe, familiäre Konflikte und die zerstörerische Kraft von Verdächtigungen setzt. Die beiden Perspektiven ergänzen sich dabei hervorragend und machen die Geschichte vielschichtiger, als es zunächst den Anschein hat.

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