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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2025

Gefühlvolle Atmosphäre, aber zu viel Vorhersehbarkeit

Noch fünfzig Sommer mehr
1

Dies ist ein leiser, gefühlvoller Roman, der sich mit Verlust, Neubeginn und der Kraft kleiner Gesten beschäftigt. Im Mittelpunkt steht Eleni, die nach dem Tod ihres Partners völlig aus dem Gleichgewicht ...

Dies ist ein leiser, gefühlvoller Roman, der sich mit Verlust, Neubeginn und der Kraft kleiner Gesten beschäftigt. Im Mittelpunkt steht Eleni, die nach dem Tod ihres Partners völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist und sich in ihr Häuschen in der Bretagne zurückzieht. Als plötzlich rätselhafte Briefe und Blumen vor ihrer Tür auftauchen, beginnt langsam eine zarte Annäherung an das Leben – und an sich selbst.

Was mir gut gefallen hat, sind vor allem die sehr feinfühligen Beschreibungen von Elenis innerer Zerrissenheit und ihrer Trauer. Das war glaubwürdig und berührend, ohne je kitschig zu wirken. Auch die Landschaft der Bretagne wird wunderschön eingefangen – beim Lesen hatte ich regelrecht den Geruch von Meer, Lavendel und Regen in der Nase. Die Figuren sind sympathisch, vielleicht etwas idealisiert, aber sie passen in diese stille Geschichte wie Puzzleteile.

Trotzdem hatte ich mit dem Buch auch meine Schwierigkeiten. Einige Wendungen waren mir zu offensichtlich – spätestens auf Seite 77 war für mich klar, wohin die Reise geht und wie sich alles auflösen wird. Klar, das Buch ist kein Thriller, aber ein bisschen mehr Spannung oder Überraschung hätte der Geschichte gutgetan. Auch der Schreibstil hat mich nicht immer abgeholt: Er ist bildhaft und sensibel, wirkte aber streckenweise etwas sperrig und schwerfällig, was meinen Lesefluss gestört hat.

Alles in allem ist „Noch fünfzig Sommer mehr“ ein gefühlvoller Roman mit einer starken Atmosphäre, aber eben auch mit kleinen Schwächen in Stil und Dramaturgie. Ich vergebe deshalb gute 3,5 Sterne – ideal für Leserinnen und Leser, die ruhige, melancholische Geschichten mögen und keine allzu große Spannung erwarten.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2025

Ein Wirrwarr aus Wahrheit und Lügen – Spannung auf jeder Seite!

Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
1

Dieser Thriller ist ein echtes Meisterstück, wenn es um das Spiel mit der Wahrheit geht – und das auf jede erdenkliche Weise. Der Schreibstil ist einfach unfassbar gut. Der Autor nimmt die Leser mit auf ...

Dieser Thriller ist ein echtes Meisterstück, wenn es um das Spiel mit der Wahrheit geht – und das auf jede erdenkliche Weise. Der Schreibstil ist einfach unfassbar gut. Der Autor nimmt die Leser mit auf eine Reise, die nicht nur die Nerven, sondern auch die Vorstellungskraft auf die Probe stellt. Jeder Satz ist bildhaft, detailliert und ausgesprochen aussagestark. Man fühlt sich förmlich in die Szenen hineingezogen, als wäre man selbst auf der Insel, zwischen den vielen Geheimnissen und Lügen.

Die Charaktere sind vielfältig und facettenreich, dass man kaum weiß, wem man wirklich vertrauen kann. Jeder hat seine eigenen Beweggründe, und niemand ist, was er zu sein scheint. Diese Unsicherheit zieht sich durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass die Spannung niemals abflaut. Es wird ständig etwas Neues enthüllt, was das Bild, das man sich von den Charakteren und der Situation gemacht hat, auf den Kopf stellt. Dieses ständige Gefühl der Ungewissheit ist das, was so packend und einzigartig macht.

Der Autor versteht es meisterhaft, ein Verwirrspiel zu inszenieren, das den Leser immer wieder auf eine neue Fährte lockt. Die vielen Wendungen und überraschenden Enthüllungen sorgen dafür, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.

Wer ein Faible für spannende Thriller hat, bei denen nichts so ist, wie es scheint, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Der Schreibstil ist brillant, die Charaktere sind lebendig und mehrdimensional, und das Verwirrspiel sorgt für jede Menge Nervenkitzel. Ein absoluter Page-Turner, der einem noch lange im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Bildgewaltig, vielschichtig, etwas zu ausufernd

Lauter kleine Lügen
5

„Lauter kleine Lügen“ von Kate Kemp hat mich direkt mit seinem bildhaften und atmosphärischen Schreibstil abgeholt. Man spürt förmlich die flirrende Hitze der australischen Vorstadt, hört das Getuschel ...

„Lauter kleine Lügen“ von Kate Kemp hat mich direkt mit seinem bildhaften und atmosphärischen Schreibstil abgeholt. Man spürt förmlich die flirrende Hitze der australischen Vorstadt, hört das Getuschel hinter Vorgärten und merkt schnell: Hier hat jede:r etwas zu verbergen. Der Stil ist wirklich stark – detailverliebt, lebendig, manchmal poetisch. Aber (und das ist mein kleiner Haken): An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte ein bisschen schneller auf den Punkt gefunden. Einige Absätze wirken beinahe zu ausschweifend, was es mir gerade nach Lesepausen schwer gemacht hat, wieder in die Story reinzufinden.

Die Figuren sind dafür umso überzeugender. Die Nachbarschaft strotzt nur so vor unterschiedlichsten Charakteren – von der verschlossenen Einzelgängerin bis zur neugierigen Power-Mutter ist alles dabei. Diese Vielfalt macht’s spannend, man hat das Gefühl, jede Figur könnte etwas Wichtiges wissen oder gar selbst Teil des großen Ganzen sein. Das sorgt für eine durchgehend präsente Grundspannung.

Insgesamt: Ein atmosphärisch dichter Roman mit Tiefgang, dessen Geschichte vielleicht ein paar Seiten weniger gutgetan hätten. Aber wer sich gern in gut erzählte, psychologisch fein gezeichnete Geschichten fallen lässt, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Mit jedem Song ein Stück näher an der Wahrheit

Sag mir, dass du mir vertraust
1

"Sag mir, dass du mir vertraust" hat mich mit einem richtig starken Konzept gepackt: Eine Thriller-Handlung, die sich anhand einer gemeinsamen Online-Playlist entfaltet – wie cool ist das denn bitte? Musik ...

"Sag mir, dass du mir vertraust" hat mich mit einem richtig starken Konzept gepackt: Eine Thriller-Handlung, die sich anhand einer gemeinsamen Online-Playlist entfaltet – wie cool ist das denn bitte? Musik als geheime Sprache zwischen zwei Menschen, und dann auch noch als Thriller-Element eingesetzt – das hat definitiv Stil.

Marissas Reise auf der Suche nach Ethan hat mich über weite Strecken gefesselt. Die Spannung ist fast durchgängig hoch, und die Wendungen kommen oft genau dann, wenn man denkt, man hat alles durchschaut. Der Schreibstil ist flüssig, modern, und trotz der ernsten Themen erstaunlich leicht zu lesen – ideal für ein Wochenende auf der Couch oder die nächste Bahnfahrt.

Was mich ein kleines bisschen gestört hat (und warum ich einen Stern abziehe): Manche Entscheidungen der Protagonistin wirkten auf mich etwas impulsiv und nicht immer ganz nachvollziehbar. Klar, sie steckt in einer Extremsituation – aber manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Reflektiertheit gewünscht. Vielleicht liegt’s daran, dass man als Leser:in den Überblick hat, den sie nicht hat – aber dennoch: ein, zwei Mal dachte ich mir "Warum jetzt das?"

Nichtsdestotrotz: ein gelungenes Debüt mit einer frischen Idee und viel Atmosphäre. Wer psychologische Spannung liebt und gern zwischen den Zeilen (oder in diesem Fall: zwischen den Songs) liest, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Spannender Plot, cooles Gimmick mit der Playlist, und ein paar kleinere Schwächen in der Figurenzeichnung – aber insgesamt absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Vom Feuer ins Verhängnis

Eine von uns
1

„Eine von uns“ hat mich ziemlich schnell gepackt – und auch wenn nicht jede Passage vor Spannung knistert, war ich insgesamt richtig gut unterhalten.

Der Einstieg ist stark: Das Haus brennt, Gina steht ...

„Eine von uns“ hat mich ziemlich schnell gepackt – und auch wenn nicht jede Passage vor Spannung knistert, war ich insgesamt richtig gut unterhalten.

Der Einstieg ist stark: Das Haus brennt, Gina steht plötzlich mit ihrer Familie vor dem Nichts – da kommt das Angebot ihrer alten Freundin Annie gerade recht. Ein wunderschön renoviertes georgianisches Haus, weit weg vom Chaos – klingt zu gut, um wahr zu sein. Und genau dieses Gefühl bleibt: Irgendwas stimmt hier nicht. Und irgendwas stimmt mit jemandem nicht – allen voran mit Mary, der Haushälterin, die auf einmal vor der Tür steht.

Die Geschichte lebt von einer unterschwelligen Spannung. Immer wieder gibt’s kleine Hinweise, seltsame Begegnungen und düstere Erinnerungen, die Stück für Stück ein größeres Bild ergeben – allerdings ohne alles gleich preiszugeben. Das hat mir besonders gut gefallen: Dieses ständige „Was ist hier eigentlich los?“ hält einen bei der Stange.

Zugegeben, zwischendurch hätte die Geschichte ein kleines bisschen mehr Tempo vertragen können. Es gibt Passagen, die sich leicht ziehen – aber dann kommt wieder ein Twist, ein Rückblick oder ein Dialog, der alles auf den Kopf stellt, und man ist sofort wieder drin. Die Atmosphäre ist durchgehend gelungen – leicht unheimlich, geheimnisvoll und ein bisschen klaustrophobisch.

Fazit: „Eine von uns“ ist kein reißerischer Thriller mit Action an jeder Ecke – sondern eher ein schleichender, psychologischer Spannungsroman, der mit Atmosphäre, Wendungen und undurchsichtigen Figuren punktet. Ich vergebe sehr gerne 4,5 Sterne und empfehle das Buch allen, die gern miträtseln und sich langsam in eine dunkle Geschichte hineingleiten lassen wollen.

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