Profilbild von Newspaper

Newspaper

Lesejury Star
offline

Newspaper ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Newspaper über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2021

Ein großes Verwirrspiel

Broken Things – Alles nur (k)ein Spiel
0

Inhalt:
„Was damals tatsächlich im Wald geschah …

Vor fünf Jahren, mit gerade einmal 13, ermordeten Mia und Brynn ihre beste Freundin Summer. Zumindest dachten das alle, weil die Mädchen die Tat detailliert ...

Inhalt:
Was damals tatsächlich im Wald geschah …

Vor fünf Jahren, mit gerade einmal 13, ermordeten Mia und Brynn ihre beste Freundin Summer. Zumindest dachten das alle, weil die Mädchen die Tat detailliert in einer Fan-Fiction zu ihrem Lieblingsbuch aufgeschrieben hatten. In Wirklichkeit war jedoch alles ganz anders: Mia und Brynn wurden fälschlicherweise verdächtigt und haben seit damals keinen Kontakt mehr. Doch jetzt zwingt ein erstaunlicher Fund sie dazu, gemeinsam der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Denn wie die Mädchen herausfinden, hatte Summer ein dunkles Geheimnis, und der wahre Täter ist weiterhin auf freiem Fuß …“


Schreibstil/Art:
Auf Anhieb ein übersichtliches Gesamtbild zu bekommen, fiel mir echt schwer. Zwar waren die Rückblicke in die Vergangenheit interessant aber die Schulzuweisungen und Argumente konnte ich nicht nachvollziehen. Genauso wenig die Beschuldigungen gegenüber Mia und Brynn. Einen Zugang zu den beiden zu finden war ebenfalls nicht einfach. 



Gut umgesetzt hat die Autorin die Entwicklung der Charaktere. Der jugendliche Leichtsinn sowie einige Jugendsünden und der Verlauf der Freundschaften wurde authentisch umschrieben.


Die kursiven Auszüge aus „Lovelorn“ dem Fan-Fiction Buch hätte ich nicht gebraucht.


Fazit:
Auf mich wirkte das Ganze nicht rund und stimmig. Auch die Auflösung hat mich nicht schockiert. Die Handlung plätscherte so vor sich hin und konnte mich nicht mit sich reißen. 


Der Aufbau war eher solala, punkten kann das Buch eher mit den realistischen Ermittlungen und den Entwicklungen der Charaktere.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2021

Gespaltene Meinung

Zweiunddieselbe
0

Inhalt:
„»Ich bin alles, was möglich ist.«

Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ...

Inhalt:
»Ich bin alles, was möglich ist.«

Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ihre Eltern sie beschreiben, bleibt ihr fremd. Die Wahrheit, der sie schließlich Stück für Stück auf die Spur kommt, ist ungeheuerlich: Jenna hatte einen furchtbaren Unfall – und ihre Eltern haben alles medizinisch Mögliche getan, um sie am Leben zu erhalten. Doch ist sie wirklich noch dieselbe?

Ein zeitloser Roman über ethische Fragen in einer zukünftigen Welt voller medizinischer Fortschritte – hoch spannend bis zur letzten Seite.“


Schreibstil/Art:
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen und einen Draht zu Jenna zu finden. Zunächst fand ich es noch interessant mit ihr alles zu entdecken und sich nach und nach an die Vergangenheit zu erinnern. Aber genau das hat sich meiner Meinung nach etwas gezogen, hier hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht.

Die Sprache ist schlicht und gefällig. Fachbegriffe werden gut umgeschrieben und verständlich erklärt. Mit den anderen Charakteren war ich nur mäßig zufrieden.


Fazit:
Ein zukunftsorientierter Science-Fiction Roman mit Fragen und Antworten zu moralischen und ethischen (vertretbaren?) Handlungen. 



Ist es realistisch Menschen nicht sterben zu lassen und diese medizinisch einfach immer und immer wieder zu erneuern? 
Klingt ein wenig abgespacet, ist aber gar nicht so unrealistisch. Trotzdem konnte mich nicht jeder Schritt, nicht jede Entscheidung überzeugen. Jenna wirkte auf mich oftmals sehr unnahbar und nicht greifbar. Ihre Gefühlsausbrüche konnte ich zwar zum Teil nachvollziehen, fand sie aber nicht gut vermittelt. 



Unterm Strich ist dieses Buch einfach mal was anderes. Meinen Geschmack hat es zwar nicht ganz getroffen, macht aber neugierig auf die beiden weiteren Werke dieser Trilogie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2021

Jede Seite genossen

Der große Sommer
0

Inhalt:
„Der Zauber des ersten Erlebens

Ein Mann, Friedrich, läuft über einen Friedhof und fragt sich, wie er zu dem geworden ist, der er heute ist: Alles beginnt damit, dass er mit 16 Jahren in die Nachprüfungen ...

Inhalt:
Der Zauber des ersten Erlebens

Ein Mann, Friedrich, läuft über einen Friedhof und fragt sich, wie er zu dem geworden ist, der er heute ist: Alles beginnt damit, dass er mit 16 Jahren in die Nachprüfungen muss, um versetzt zu werden. Das heißt, kein Urlaub mit der Familie. Als sei das nicht schon schlimm genug, verdonnert ihn seine Mutter zum Lernen mit dem Großvater. Frieder ist entsetzt: ausgerechnet mit dem Großvater, den er bis vor ein paar Jahren noch siezen musste! Sein einziger Trost ist Nana, seine Großmutter. Und Beate, das Mädchen in dem flaschengrünen Badeanzug, das er an einem der letzten Tage vor den Ferien im Schwimmbad kennengelernt hat. Allen schrecklichen Ahnungen zum Trotz lernt er seinen Großvater in den darauffolgenden Wochen mit neuen Augen zu sehen, erfährt von der Liebesgeschichte der Großeltern und erlebt selbst die erste große Liebe. Ein perfekter Sommer, wäre da nicht sein bester Freund Johann, meist souverän und cool, tatsächlich aber ein komplizierter Mensch.

Ewald Arenz’ neuer Roman ist witzig, hellsichtig, berührend, klug, manchmal sehr traurig, aber immer beglückend.“


Schreibstil/Art:
Was für eine bildhafte und berührende Sprache! Ewald Arenz hat es wieder geschafft mich mit seinem zweiten Juwel zu begeistern und emotional mitzunehmen. Dieser Roman benötigt keine große Menge an Worten um ausdrucksstarke Bilder im Kopf zu veranlassen. Man spürt förmlich, dass er zwischen sich, dem Leser und den Charakteren eine tolle Bindung erschaffen hat. Es existieren so viele klare Umschreibungen, dass einem das Lesen überhaupt nicht schwer fällt.

Mit Frieder und seiner Clique hab ich gelacht und gelitten – sie alle sind mir ans Herz gewachsen. Die große und wichtige Themenvielfalt ist perfekt in stimmungsgeladene Bilder eingebunden.


Fazit:
Lesen, lesen, lesen! Eine Geschichte voller Gefühle und Weisheiten!

Viele schöne, bedeutungsvolle und traurige Momente zugleich, die einen in sich stimmigen Roman erschaffen haben. Ich kann von mir behaupten, dass der Autor von nun an zu meinen Lieblingsautoren zählt!

Das Ende lässt alles Revue passieren, macht nachdenklich und hinterlässt den Leser zufrieden zurück. Alle, die auf der Suche nach einem witzigen aber herzerwärmenden Roman sind, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2021

Zwei entzückte Verrückte

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
0

Inhalt:
„Als die 16-jährige Lily heimlich ihre ADHS-Medikamente absetzt, geht so einiges zu Bruch – im wahrsten Sinne des Wortes. Das bringt ihr schließlich eine Stunde Nachsitzen ein, zusammen mit dem ...

Inhalt:
„Als die 16-jährige Lily heimlich ihre ADHS-Medikamente absetzt, geht so einiges zu Bruch – im wahrsten Sinne des Wortes. Das bringt ihr schließlich eine Stunde Nachsitzen ein, zusammen mit dem an Asperger leidenden Abelard. Als er für sie einsteht, küsst sie ihn spontan und löst damit völlig verwirrende Gefühle in sich selbst und auch in Abelard aus. Was folgt, ist eine zunächst per SMS geführte intensive Liebesgeschichte, die sich in der Realität erst noch beweisen muss. Denn zwischen einem Mädchen, das durch unvorsichtiges Anfassen schon ganze Gläser-Batterien zerstört hat, und einem Jungen, der vor nichts mehr Angst hat, als angefasst zu werden, kann so einiges schiefgehen.“


Schreibstil/Art:
Bereits der Klappentext verspricht eine Liebesgeschichte voller witziger Momente, Gefühlschaos und einem außergewöhnlichen Pärchen und all das wird auch geboten. Die Sicht wird durch die Augen der 16 jährigen Lily im Prinzip genauso erzählt wie sie auch denkt. Daher macht der frische jugendliche Ton das Ganze authentisch und gefühlsnah. 

Die Verwirrung in ihrem Kopf und das innere Durcheinander spiegeln die Krankheit perfekt wieder. Auch Abelards Symptome und sein eigenwilliges Verhalten kann man aufgrund seiner Offenheit Lily gegenüber irgendwann mal nachvollziehen.

Schön finde es auch, dass das Gefühlschaos bereits auf dem Cover ersichtlich ist.


Fazit:
„Mein Gehirn ist defekt. Das heißt aber nicht, dass meine Seele es auch ist.“

Was die Krankheiten ADHS, Legasthenie und Asperger wirklich bedeuten, vermittelt die Autorin wirklich sehr gut. Ich habe die beiden verstanden und ihr Verhalten nicht hinterfragt. 
Lily und Abelard sind nicht die typischen Kandidaten für eine kitschige Lovestory aber es ist auch keine typische Liebesgeschichte. Die impulsiven Reaktionen ließen mich oft schmunzeln, die unkontrollierten und unüberlegten Entscheidungen zeigen die Merkmale der tückischen Krankheiten.

Manche Fragen werden nicht beantwortet, daher hätte ich mir das Nachwort aus der Perspektive nach einem Jahr gewünscht. Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, würde es das kleine offene Ende erklären. Nichtsdestotrotz hab ich das Buch gerne gelesen und die Reise der beiden entzückten Verrückten gebangt mitverfolgt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Phantomleere

Genug
0

Inhalt:
„Nach einem mit Bravour absolvierten Schulabschluss entgleist das Leben einer jungen Erwachsenen, die sich in der Obsession verfängt, weniger werden zu wollen. Innerhalb eines Jahres verliert sie ...

Inhalt:
„Nach einem mit Bravour absolvierten Schulabschluss entgleist das Leben einer jungen Erwachsenen, die sich in der Obsession verfängt, weniger werden zu wollen. Innerhalb eines Jahres verliert sie mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts. Was folgt, sind wiederholte Aufenthalte in Kliniken und ein mühevoller Weg zurück.

Louise Juhl Dalsgaards poetische und wunderbar verwickelte Erinnerungstableaus erzählen von dem problematischen Verhältnis zu den Eltern, von Enttäuschungen, aber auch von herzerwärmenden und komischen Momenten. Anhand nüchterner Krankenakten skizziert sie das durchaus hoffnungsvolle Bild einer Genesung.

Zugleich unsentimental und gefühlsgeladen, voll Wärme und Leben: Ein eindrucksvoller und immer wieder erstaunlich humorvoller Roman über eine Frau, der das Leben beinahe entgleitet.“


Schreibstil/Art:
Der schonungslos ehrliche und eindringliche Stil verleiht dieser Geschichte das gewisse Etwas. Die namenlose Protagonistin fühlt sich unverstanden, einsam, ungeliebt, anders, verloren, ... und all das Gefühlschaos schafft es die Autorin perfekt auf den 192 Seiten wiederzugeben. Manche Vorfälle sind traurig aber auch total aufschlussreich. Manche wiederum leise und am Ende des Abschnittes so laut, dass man selbst das Gefühl hat, man möchte der jungen Frau unter die Arme greifen und helfen.


Fazit:
Nach langem wieder mal ein starkes Buch! 

Der poetische Stil verleiht der Ernsthaftigkeit in dieser Geschichte mehr Leichtigkeit auch wenn das Thema alles andere als leicht ist. Viele Momente sind knallhart und schockierend. Durch die kleinen Passagen ist man schnell durch mit dem Buch aber der Inhalt hinterlässt Eindruck und macht nachdenklich. Der Weg in und aus der Krankheit ist erschreckend. 
Gut eingebunden hat meiner Meinung nach die Autorin auch die Kind- und Jugendzeit. Viele Ursachen liegen nun mal oftmals in der Erziehung und den Ereignissen, die man erlebt hat. Die Darstellung ist der Autorin definitiv gelungen.

An interessierte Leser/-innen, die selbst an Magersucht erkrankt (gewesen) sind, rate ich von diesem Buch ab. Die Bilder im Kopf würden möglicherweise Schaden anrichten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere