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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2023

Die Frau seines Lebens

Melody
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Martin Suter kann einfach großartig schreiben, dass ist seiner breiten Leserschaft schon lange bekannt! Hier läuft er wieder zu seiner altbekannten eleganten Hochform auf und zeichnet einen älteren Herren ...

Martin Suter kann einfach großartig schreiben, dass ist seiner breiten Leserschaft schon lange bekannt! Hier läuft er wieder zu seiner altbekannten eleganten Hochform auf und zeichnet einen älteren Herren mit einem immensen Erbe, sei es das monetäre sowie das emotionale. Das kann Herr Suter ausgezeichnet, gut situierte Männer zu zeichnen und diese dann an ihren Schwachstellen zu demontieren.
Dieses Mal also ein ehemaliger Nationalrat, Dr. Peter Stotz, der nun mit 84 Jahren eine Diagnose bekam nur noch ein Jahr lang zu leben. Damit sein Erbe bis dahin geordnet und „gesäubert“ ist, sucht er sich den jungen arbeitslosen Juristen Tom Elmer, zu dem er nach und nach ein vertrauliches Verhältnis hat. Und dann kommen die beiden auch zur titelgebenden Melody, denn das war die Frau seines Herzens, die kurz vor der Heirat verschwand. Das macht Tom natürlich neugierig und er beginn zu wühlen. Mit von der Partie, Stotz Großnichte Laura, die auch seine Alleinerbin ist.
Martin Suter hat wieder mal einen klassischen Erzählton, den ich sehr schätze. Kann gut und gerne über den Genuss an Speisen und Alkohol ausschweifend berichten und lässt an der ein und anderen Stelle eine Prise Ironie einstreuen. Das macht in der Tat große Freude beim Lesen.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Untertauchen und dem Alltag entfliehen

22 Bahnen
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Aus meiner Sicht ist `22 Bahnen` jetzt schon eines DER besten Debüts aus dem Jahr 2023! Caroline Wahl hat einen eindrücklichen Roman geschrieben, der uns in einen Alltag mitnimmt um den wir die Protagonistin ...

Aus meiner Sicht ist `22 Bahnen` jetzt schon eines DER besten Debüts aus dem Jahr 2023! Caroline Wahl hat einen eindrücklichen Roman geschrieben, der uns in einen Alltag mitnimmt um den wir die Protagonistin nicht neiden werden. Denn Tilda kommt aus einer Kleinstadt und ihre Mutter ist Alkoholikerin. Damit nicht genug, denn sie hat auch eine kleine Schwester Ida um die sie sich kümmert, weil die Mutter es nicht schafft. So reibt Tilda sich auf zwischen Erwachsenwerden im eigenen Studium und dem Nebenjob um ihre Nächsten zu versorgen mit all der erwachsenen Last der Verantwortung für Mutter und Schwester. Das Einzige was ihr bleibt sind die 22 Bahnen im Schwimmbad die sie mit großer Regelmäßigkeit schwimmt. Hier kann sie abtauchen, das Rauschen in den Ohren betäubt die Wut auf die Hilflosigkeit.
Caroline Wahl hat einen tollen Schreibstil für diese Konstellation gefunden. Kurz, knapp, rhythmisch. Die Art der Erzählung passt grandios zum Charakter von Tilda und ist zugleich sehr empathisch und leuchtet besondere Momente aus, die große Liebe ausstrahlen.
Das Buch lässt einen gnädiger mit dem eigenen Leben und der eigenen Vergangenheit zurück. Wirft es doch die ganz großen Fragen nach Freiheit und familiärer Verantwortung auf. Ein sehr sehr gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Naht ein Ausbruch in der Antarktis?

Der Riss
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Der Aufhänger der Geschichte ist ein gefundenes Vulkanfeld in der Antarktis. Da es bei einem Ausbruch zu einer Katastrophe für die Menschheit kommen könnte, schickt man die Vulkanologin Antonia Rauwolf ...

Der Aufhänger der Geschichte ist ein gefundenes Vulkanfeld in der Antarktis. Da es bei einem Ausbruch zu einer Katastrophe für die Menschheit kommen könnte, schickt man die Vulkanologin Antonia Rauwolf auf die Forschungsstation Neumayer III.
Wie der große Zufall es will, ist genau hier ihr Bruder Emilio mit seinem Biologen-Forscherteam verschwunden und seine Schwester Antonia nutzt nun diese einzigartige Gelegenheit auf die Suche nach ihm zu gehen. Bei ihren Nachforschungen in alle Richtungen deckt sie mehr auf als zu erwarten war und eine menschengemachte Katastrophe könnte nahen.
Thilo Winter hat einen guten Thriller geschrieben, der sich nach guter Pageturner-Manier schnell wegliest. Der Spannungsbogen nimmt rasant zu bis sich im letzten Teil des Thrillers die Ereignisse fast überschlagen. Action pur in einer außergewöhnlichen Landschaft, in der die Natur die Gegebenheiten diktiert und den Menschen in seine Schranken weist.
Wer allerdings auf einen fundierten reflektierten Wissenschaftsthriller hofft, den muss ich leider enttäuschen. Es ist auf jeden Fall mehr Action als Wissen enthalten. Man wird als wissendurstiger Mensch nur mit dem Nachwort etwas versöhnt, denn dort sind noch mal geprallt ein paar Fakten zur Antarktis geliefert.
Überzeugt hat die Protagonistin, Antonia Rauwolf. Nicht all glatt und alles durchdacht, auch sie macht Fehler, ist ein Dickkopf und reibt sich an ihren Mitmenschen. Dieses oft weniger heldenhafte Verhalten steht diesem Buch recht!
Fazit: Der Riss – die Kälte – das Entdeckte – ein Wettlauf gegen die Zeit!

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Veröffentlicht am 30.03.2023

Immer die letzten an die gedacht wird: Kinder

Deutschland, ein kinderfeindliches Land?
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Nathalie Klüver hat ein zu recht anprangerndes Sachbuch über die Familienpolitik in Deutschland geschrieben mit dem Titel `Deutschland, ein kinderfeindliches Land?`. Eine Momentaufnahme nach Covid und ...

Nathalie Klüver hat ein zu recht anprangerndes Sachbuch über die Familienpolitik in Deutschland geschrieben mit dem Titel `Deutschland, ein kinderfeindliches Land?`. Eine Momentaufnahme nach Covid und eine holistische Herangehensweise die Familienpolitik zu erklären und vor allem die Lücken aufzuzeigen.
Deutschland ist auch aus meiner Muttersicht in der Tat ein kinderfeindliches Land, wir als Gesellschaft haben ein massives Problem unsere Kinder ernst zu nehmen und sie als unser aller Zukunft wahrzunehmen. Sie sind auch aus meiner Sicht keine Privatsache, wie so gerne gesagt wird.
Kinder bekommen in unserem Land nicht den notwenigen Respekt. Die Autorin zeigt auf wie das elendige Gießkannenprinzip in Deutschland zwar das ein und andere finanzielle Loch der Eltern stopft, aber löst die Probleme der vielen Familien nicht, die nicht nur finanzielle Sorgen haben sondern auch Kinder die notwendige Bildung zugute kommen lassen um eine gute Basis zu bieten.
Schön und gut, dass es 150 Leistungen für Familien gibt, aber problematisch ist, dass es keinen familienpolitischen Fokus gibt. Es gibt andere Länder, die hier einen Schritt weiter sind. Die Briten haben das Ziel die Kinderarmut bekämpfen, die Franzosen möchte die Geburtenrate erhöhen und viele skandinavischen Länder möchten die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit verbessern. Was macht Deutschland? Kein Ziel – Gießkanne durch die Unzufriedenheit zustande kommt.
Nathalie Klüver prangert nicht nur an, sie nennt auch Zahlen und zeigt andere Modelle, vor allem in skandinavischen Ländern. Sie fordert mehr Solidarität unter Eltern und mehr Gespräche mit Kinder auf Augenhöhe sowie mehr Partizipation ab 16 Jahren. Mich hat das recht kurzweilige Buch überzeugt. Es ist leicht lesbar und rückt so einiges zurecht und hat bei mir aus einem allgemeinen unzufriedenen Gefühl eine klare Sicht geformt.
Fazit: Lasst die Kinder nicht außen vor und habt mehr Solidarität untereinander ihr lieben Eltern.

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Veröffentlicht am 28.03.2023

Wie „Emily in Paris“ für Kinder

Das Geheimnis der Schokomagie (Schokomagie 1)
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Ach, herrlich die Kombination aus Schokolade und Paris! Was will man mehr?! Also in ‚Das Geheimnis der Schokomagie‘ geht es um die 14jährige Mila, die kurz vor dem Tod ihrer Großmutter erfährt, dass sie ...

Ach, herrlich die Kombination aus Schokolade und Paris! Was will man mehr?! Also in ‚Das Geheimnis der Schokomagie‘ geht es um die 14jährige Mila, die kurz vor dem Tod ihrer Großmutter erfährt, dass sie von ihr eine Gabe erbt: das Duftsehen! Denn jedes Mal, wenn Mila Schokolade riecht, sieht sie etwas vorher. Wahnsinn das alleine schon und nun kommt noch ein Schüleraustausch mit der Klasse nach Paris hinzu und Mila hat den Jackpot: den Sohn des Präsidenten Louis.
Es kommt leider zu Komplikationen und Chaos – oder zum Glück sonst wäre es nicht so spannend und man würde nicht ständig weiterlesen wollen! Denn Mareike Allnoch schreibt sehr sehr unterhaltsam und wirklich gelungen für Leseratten ab 10 Jahren. Ja, sicherlich eher was für Mädchen, aber sei es drum!
Zum Glück muss sie die Anschuldigungen die sie erwartet nicht alleine durchleben, ihre beste Freundin Liz und auch Louis stehen ihr bei. Mareike Allnoch hat tolle Figuren erschaffen mit denen man gerne die Zeit zwischen den Seiten verbringt!
Mit knapp 250 eng bedruckten Seiten ist dieses Buch definitiv ab 10 Jahren geeignet, aber schon eher was für Vielleserinnen in dem Alter. Bilder gibt es - mal abgesehen von den Croissants die ab und zu einen Absatz ankündigen - nicht wirklich, aber Kopfkino geht in dem Alter ja schon bestens!
Wir wünschen sehr viel Lesevergnügen mit Mila und hoffen inständig, dass es hier weitergeht! Uns hat es sehr gut gefallen.
Schokolade, Paris, Chaos und Spannung – eine gute Mischung um bestens unterhalten zu werden.

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