St. Pauli in den 60er Jahren
Große FreiheitSt. Pauli in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wir tauchen mit Wolli ein in den Kiez und begleiten ihn auf seiner Eroberungstour. Wir bekommen viele echte Ereignisse mit, wie die Eroberung der ...
St. Pauli in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wir tauchen mit Wolli ein in den Kiez und begleiten ihn auf seiner Eroberungstour. Wir bekommen viele echte Ereignisse mit, wie die Eroberung der Beatles, das Jahrhunderthochwasser, die neuen Clubs in der Großen Freiheit, JFK als neuer Präsident. Wolli nutzt jede sich bietende Gelegenheit auf dem Kiez zu arbeiten, macht sich viele Freunde und findet letztendlich eine Wohnung in der Großen Freiheit Nr. 11.
Schade an dem gesamten Text ist leider die Oberflächlichkeit, ohne Frage wird man hier gut unterhalten, ist es doch als ob man durch ein Schlüsselloch den Kiez der 60er Jahre beobachten kann. Aber mehr eben leider auch nicht. Was denkt sich Wolli, wenn er sich mit einer brutalen Kiezgröße auseinander setzten muss. Was denkt er wirklich über die Frau an seiner Seite – sie hat null Intellekt – warum bleibt er bei ihr? Wir begleiten Wolli und merken auch ansatzweise wie es ihm geht, aber so richtig verstehen kann man ihn nicht. Daher lässt mich dieser Roman ratlos zurück. Gelesen habe ich ihn gerne – sicher weil er sehr sensationsheischend ist. Wenn man wie ich nie Teil dieser doch sehr eigenen Welt war, macht das besonders neugierig auf das Völkchen in den entsprechenden Etablissements. Besonders wie in aller Welt kommen die da hin und warum bleiben sie? Diese Fragen bleiben alle offen.
Ein Zitat von Jean Ganet zu Beginn des Romans lies bei mir die Hoffnung keimen, dass dieser Roman eine künstlerische Aufarbeitung dieser Zeit ist, aber da wurde ich enttäuscht.
Fazit: Gerne gelesen, aber zu wenig Tiefe, mich hätte das Innenleben der einzelnen kuriosen Persönlichkeiten noch mehr gereizt. Wer gerne nur durchs Schlüsselloch schielt um Sensationen zu lesen, darf gerne zugreifen!