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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ein Roman der unter die Haut geht

Palastplatte
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Palastplatte hat mich sofort berührt. Der Roman fühlt sich an wie ein leises, aber sehr intensives Erinnern an eine Kindheit, die gleichzeitig schön und schwer war. Wir begleiten Henri über viele Jahre ...

Palastplatte hat mich sofort berührt. Der Roman fühlt sich an wie ein leises, aber sehr intensives Erinnern an eine Kindheit, die gleichzeitig schön und schwer war. Wir begleiten Henri über viele Jahre – vom Freibad‑Sommer mit ihrer besten Freundin Mo bis ins Erwachsenenleben. Und genau diese lange Zeitspanne macht die Geschichte so stark: Man sieht, wie aus zwei Mädchen zwei Frauen werden, und wie alles, was früher passiert ist, in ihnen weiterarbeitet.

Henri und Mo sind für mich das Herz des Buches. Diese Nähe zwischen ihnen – Bücher teilen, Sonnenmilch teilen, Schweigen teilen – wirkt so echt. Und wie sich daraus langsam eine erste Liebe entwickelt, ganz vorsichtig und ohne großes Drama, das fand ich unglaublich schön erzählt. Es ist diese Art von Freundschaft, die sich wie ein Zuhause anfühlt.

Gleichzeitig liegt über Henris Familie ein Schatten. Ihr Vater verändert sich, und sie spürt das schon lange, bevor jemand es ausspricht. Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, aber man es nicht benennen kann, ist so gut getroffen. Aus dieser Angst heraus beginnt Henri, Geistergeschichten zu schreiben. Das ist nicht nur eine zweite Erzählebene, sondern auch ein Ventil – ein Weg, das Chaos in Worte zu fassen. Das hat mich sehr bewegt.

Was ich besonders mochte: Die „Palastplatte“ selbst. Die Menschen dort – Katie mit dem Kuchen, Lucy mit ihren Ballettträumen, Herbert mit seiner Patchworkdecke – geben dem Buch Wärme. Trotz aller Probleme fühlt sich diese Welt lebendig und menschlich an. Man merkt, wie wichtig Gemeinschaft sein kann, gerade wenn zuhause etwas zerbricht.

Die Sprache ist ruhig, fein und sehr nah an Henri dran. Nichts ist übertrieben, nichts kitschig. Selbst die schweren Themen – psychische Krankheit, Angst, Verlust, Erwachsenwerden – werden so erzählt, dass man gut mitgehen kann, ohne dass es einen erschlägt. Viele Sätze bleiben hängen, weil sie so leise und gleichzeitig so wahr sind.

Für mich ist Palastplatte ein zarter, emotionaler Coming‑of‑Age‑Roman, der lange nachklingt. Ein Buch über Liebe, Freundschaft, Familie und darüber, wie man versucht, Worte für Dinge zu finden, die eigentlich zu groß sind. Ich fand es wunderschön und sehr bewegend.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Zurück in den Sommer der unvergessen bleiben wird

2006. Sommermärchen des Jahrhunderts
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Ganz ehrlich: Das Buch „2006 – Sommermärchen des Jahrhunderts“ hat mich richtig überrascht. Ich dachte zuerst, es wäre ein typisches Fußballbuch mit vielen bunten Bildern. Am Ende sind es gar nicht so ...

Ganz ehrlich: Das Buch „2006 – Sommermärchen des Jahrhunderts“ hat mich richtig überrascht. Ich dachte zuerst, es wäre ein typisches Fußballbuch mit vielen bunten Bildern. Am Ende sind es gar nicht so viele Fotos – und sie sind auch nur in Schwarz-Weiß. Schade, denn in Farbe hätten sie die Stimmung von damals noch stärker rübergebracht. Trotzdem passen die Bilder gut und wecken sofort Erinnerungen.

Was mich aber wirklich gepackt hat: Man erlebt das Jahr 2006 fast so, als würde man in ein altes Tagebuch schauen. Tim Frohwein erzählt alles Tag für Tag, und dadurch fühlt man sich total zurückversetzt. Ich hatte beim Lesen ständig dieses „Ach ja, stimmt, das war ja auch damals“-Gefühl. Viele Momente kamen wieder hoch, an die ich ewig nicht gedacht hatte.

Das Buch zeigt aber nicht nur die schönen Seiten. Es erinnert auch daran, wie skeptisch und müde Deutschland vor der WM war. Die schlechte Stimmung, die Kritik an Klinsmann, die politischen Themen – all das gehört eben auch zu diesem Jahr. Und genau das macht das Buch so spannend: Es zeigt, wie aus einem eher grauen Gefühl plötzlich dieser unglaubliche Sommer wurde, der uns alle mitgerissen hat.

Besonders gut gefällt mir, dass Frohwein nicht nur über Fußball schreibt. Er holt auch Politik, Medien, Musik und Alltagskultur mit rein. Dadurch merkt man erst, wie viel damals gleichzeitig passiert ist. Und trotzdem bleibt alles leicht verständlich und nahbar.

Während der WM beschreibt er dieses besondere „Flimmern“ in der Luft – dieses Wir-Gefühl, das man kaum erklären kann, aber sofort wieder spürt. Die Fanmeilen, die Grillabende, die Fahnen, die gute Laune überall. Und gleichzeitig vergisst er nicht die ernsten Themen, die damals im Hintergrund liefen. Das macht das Ganze sehr ehrlich.

Ich habe beim Lesen richtig mit meinem Mann in Erinnerungen geschwelgt. Und ich konnte meinem Sohn endlich erklären, warum dieser Sommer für uns so besonders war. Kaum zu glauben, dass das schon 20 Jahre her ist.

Mein Fazit: Das Buch ist nicht nur etwas für Fußballfans. Es ist für alle, die diesen Sommer erlebt haben – oder verstehen wollen, warum er so besonders war. Es ist emotional, aber trotzdem sachlich. Es ist Erinnerung, Zeitreise und Geschichte in einem. Und es bringt dieses Sommermärchen noch einmal zum Leuchten.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Ein Jahr, das unter die Haut geht

Du weißt nen Scheiß über Sterne
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Du weißt nen Scheiß über Sterne fühlt sich an wie ein Jahr im Leben eines Jugendlichen, das man hautnah miterlebt – manchmal chaotisch, manchmal schön, manchmal richtig hart.

Im Mittelpunkt steht Marky, ...

Du weißt nen Scheiß über Sterne fühlt sich an wie ein Jahr im Leben eines Jugendlichen, das man hautnah miterlebt – manchmal chaotisch, manchmal schön, manchmal richtig hart.

Im Mittelpunkt steht Marky, 17, und komplett mitten im Leben: Freundschaft, Liebe, Streit, Drogen, Social Media, Gruppendruck – alles, was Jugendliche eben beschäftigt. Und das Buch zeigt das nicht glattgebügelt, sondern so, wie es sich wirklich anfühlt: durcheinander, laut, unsicher, manchmal peinlich, manchmal mutig.

Was ich richtig gut fand: Man merkt total, wie verloren Marky manchmal ist. Er will cool sein, dazugehören, stark wirken – und rutscht dabei immer mehr in so ein toxisches Männlichkeitsbild rein, das er aus dem Internet aufschnappt. Das ist erschreckend realistisch. Gleichzeitig gibt es aber diese kleinen, zarten Momente, in denen man merkt, wie verletzlich er eigentlich ist. Genau das macht ihn so echt.

Die Geschichte wird rückwärts erzählt, was am Anfang etwas verwirrend sein kann, aber irgendwann macht es total Sinn. Man versteht Stück für Stück, wie alles zusammenhängt. Und obwohl der Schreibstil manchmal ein bisschen holprig ist (wahrscheinlich wegen der Übersetzung), kommt man gut rein und bleibt dran.

Was mir besonders gefallen hat:

Die Clique wirkt real, nicht übertrieben.

Die Gefühle sind authentisch – dieses typische Auf und Ab.

Die Themen sind wichtig und nah an der Realität.

Es gibt Spannung, Drama, Liebe, Fehler, Wachstum.

Was nicht perfekt ist: Manchmal sind die Gedanken und Dialoge etwas wirr. Aber ehrlich gesagt passt das auch irgendwie zu Marky und seinem Alter. Teenager denken halt nicht in klaren, ordentlichen Sätzen.

Unterm Strich ist es ein Buch, das hängen bleibt. Kein leichtes, aber ein wichtiges. Es zeigt, wie schwer es ist, seinen Platz zu finden, wenn man von allen Seiten beeinflusst wird – und wie schnell man in die falsche Richtung laufen kann.

Für mich: eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Leitfaden, der die Seele mitnimmt

Wechseljahre - Befreiungsjahre
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Viele Frauen werden von den Wechseljahren überrascht. Plötzlich verändert sich der Körper, die Gefühle fahren Achterbahn, und man weiß gar nicht so richtig, was da eigentlich passiert. Die Autorin ...

Viele Frauen werden von den Wechseljahren überrascht. Plötzlich verändert sich der Körper, die Gefühle fahren Achterbahn, und man weiß gar nicht so richtig, was da eigentlich passiert. Die Autorin nimmt einem dieses Gefühl von „Ich muss funktionieren“ und zeigt stattdessen, dass diese Zeit auch eine Chance sein kann: langsamer werden, neu sortieren, alte Muster loslassen.

Mir hat gefallen, wie liebevoll und klar sie erklärt, dass die Wechseljahre nicht nur körperlich sind. Sie spricht auch über die Seele, über innere Themen, die sich melden, wenn man mitten im Leben steht. Und sie macht das ohne Druck, ohne erhobenen Zeigefinger. Eher wie eine Freundin, die sagt: „Du darfst dir Zeit nehmen. Du darfst dich verändern.“

Besonders schön fand ich, dass sie Mut macht, den eigenen Weg zu gehen. Nicht jede Frau braucht das Gleiche, nicht jede erlebt diese Phase gleich. Aber jede darf sie bewusst gestalten. Das Buch zeigt viele kleine Impulse, wie man wieder mehr bei sich ankommt – mit Achtsamkeit, mit Selbstfürsorge, mit einem neuen Blick auf das eigene Leben.

Der Schreibstil ist ruhig, leicht verständlich und sehr warm. Man fühlt sich gesehen und ernst genommen. Und gleichzeitig merkt man: Diese Zeit ist nicht das Ende von etwas, sondern der Anfang von etwas Neuem.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Wenn Nähe gefährlich wird

Ultramarin
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Ultramarin hat mich sofort gepackt – aber nicht auf die schöne, leichte Art. Das Buch fühlt sich an wie ein Sommer, der eigentlich hell sein sollte, aber innerlich schon längst dunkel ist.

Lou, Raf und ...

Ultramarin hat mich sofort gepackt – aber nicht auf die schöne, leichte Art. Das Buch fühlt sich an wie ein Sommer, der eigentlich hell sein sollte, aber innerlich schon längst dunkel ist.

Lou, Raf und Nora verbringen eine Woche in einem alten Haus am Meer. Außen wirkt alles ruhig: schwimmen, kochen, zusammen rumhängen. Aber unter der Oberfläche brodelt es. Man spürt von Anfang an, dass hier etwas nicht stimmt. Die Stimmung ist angespannt, manchmal fast bedrohlich.

Mit jedem Tag wird klarer, wie toxisch die Beziehung zwischen Lou und Raf ist. Dieses Hin und Her aus Nähe, Abhängigkeit, Macht und Verletzung – das hat mich richtig getroffen. Vielleicht auch, weil ich selbst schon in so einer Beziehung gesteckt habe. Viele Momente kamen mir erschreckend bekannt vor. Dieses Gefühl, dass man eigentlich weiß, dass etwas falsch läuft, aber trotzdem bleibt. Genau das fängt das Buch unglaublich gut ein.

Die Rückblenden machen alles noch intensiver. Man versteht langsam, wie tief diese Muster sitzen und wie lange sie schon da sind. Und als Nora plötzlich verschwindet, wird die ganze Geschichte noch düsterer.

Der Schreibstil ist eher ruhig und sachlich, aber gerade das macht die Emotionen so stark. Die Autorin zeigt die Abgründe ohne Drama, ohne Übertreibung – und genau deshalb wirken sie so echt.

Ich mochte keinen der Charaktere wirklich, aber das war für mich kein Minuspunkt. Es passt zu dieser Geschichte, die weh tut, weil sie so nah an der Realität ist. Besonders gut fand ich auch, wie selbstverständlich queere Figuren dargestellt werden.

Mein Fazit: Ein stiller, aber unglaublich intensiver Roman über Abhängigkeit, Macht und die dunklen Seiten von Beziehungen. Für mich emotional, spannend und sehr mitreißend. Ein Buch, das bleibt.

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